Der Guru


von Sri Swami Atmaswarupananda Maharaj

bearbeitet von Divya Jyoti

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        Viele Sucher kommen in den Ashram und suchen nach einem persönlichen Guru, Lehrer, geistigen Führer oder Befreier. Doch dabei wird man nicht selten daran erinnert, dass der Guru nicht unbedingt körperlich sein muss. Eines Morgens sagte Swami Chidanandaji vor der Meditation: 'Wenn kein Guru zu finden ist oder ein Guru seinen Körper verlässt, wird man irgendwann erkennen, wer der Guru wirklich ist'.

 

Es heißt, der Guru ist Gott, doch das eigene Selbst möchte den Guru personalisieren, lebendig werden lassen. Der Geist möchte sich auf etwas Bestimmtes konzentrieren, ihn sehen können. Einige Leute sagen, sie fühlen ihn im Herzen. Das wäre ihr Trost. Ramana Maharshi sagte: 'Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Man braucht einen Guru, um über den Körper des Gurus hinaus zu forschen. Jenseits irgendwelcher innerer Gefühle können wir möglicherweise die Gegenwart des Gurus wahrnehmen'.

 

Tatsächlich war der Guru niemals das, was sein Körper war, niemals ein Gefühl des Herzen, obwohl sich der Guru in beidem offenbaren kann. Der Guru steht in Wahrheit mit allem in Verbindung. Man kann den Guru nicht finden. Man kann aber auch nicht behaupten, es gäbe ihn nicht. Es heißt, Guru, Gott und das Selbst sind Eins. Man muss sich klar darüber werden, dass es nichts gibt, was der Guru nicht ist, und dass der Guru immer lebendig ist.

 

Wenn man über die Notwendigkeit eines persönlichen Gurus in der einen oder andern Offenbarung hinausgehen kann, wird das ganze Leben zum Guru. So wie bei Swami Chidananda es praktizierte, der mit seiner Liebe und dem persönlichen Kümmern um andere Menschen, ohne dabei verhaftet zu sein, ein grandioses Beispiel dafür war. Er fühlte, dass die Gegenwart seines Körpers für seinen spirituellen Fortschritt nicht unbedingt notwendig war. Er hatte eine Aufgabe. Er kam dieser Aufgabe ein Leben lang nach, solange es notwendig war. Doch seine Lehre bestand darin, dass sich seine Schüler auf ihren eigenen Verstand verlassen sollten, um den Guru dort zu erkennen, wo er seinen Guru erkannte.

 

Um dieser Lehre zu folgen, bedarf es absoluter Stille. Man sucht nirgendwo nach einem Guru, bis man erkennt, dass der Guru überall gegenwärtig ist, - mehr noch, dass ER allgegenwärtig, allmächtig und allwissend ist. Man entfernt sich niemals von seinem Guru, und genau daran hat er uns mit seiner Lebensweise immer wieder erinnert.

 

OM TAT SAT