Religiöse Feste in Indien
(Texte von Swami Sivananda, Swami Krishnananda, - übersetzt und ergänzt von Divya Jyoti) Home
Quellen: "Hindu Feasts and Festivals", "Lives of Saints" und "Spiritual Import of Religious Festivals"Alle auf dieser und den folgenden Internet-Seiten von Divya Jyoti (Hans-J. Schröer) veröffentlichten Texte und Übersetzungen unterliegen dem © Copyright "The Divine Life Trust Society" (Rishikesh, Indien)
Die vorliegenden Biographien geben einen Einblick in die indische Seele, wo die großen Heiligen und Philosophen Indiens immer noch latent lebendig sind und zu den Festtagen in Erinnerung gebracht werden. Dieses spürt man leibhaftig, wenn man als Europäer zum ersten Mal indischen Boden betritt und immer wieder in Indien zu Gast sein darf.
Ekadasi
Pradosha Puja
Makara Shankranti
Vasanta Pachami
Ratha Saptami
Madhva
Maha Shivaratri
Lord Gauranga
Holi
Vasante Navaratri
Ramanavami
Samartha Ramdas
Mahavira
Chaitra Purnima
Hanuman Jayanti
Sri Adi-Sankaracharya Jayanthi
Ramanuja
Lord Buddha
Guru Purnima
Maharshi Vyasa
Goswami Tulsidas
Raksha Bandhan
Kirshna Janmashtami
Ganesh Chaturthi
Sri Radha
Swami Sivananda
Mahalaya Amavasya
Durga Puja, Navaratri
Rasa Lila - Der Sport des Unendlichen
Deepavali
Skanda Shasti
Guru Nanak
Gita Jayanti
Sri Dattatreya JayanthiEkadasi kommt aus dem Sanskrit und bedeutet der 11. (Tag). Der 11. Tag bezieht sich auf die 14 Tage, die zu den beiden Mondphasen innerhalb eines Monats gehören. Wir kennen den zunehmenden und den abnehmenden Mond. Wie viele Leute wissen, handelt sich in Indien um einen Fasttag. Doch dieses Fasten ist auch symbolisch zu verstehen. Jene, die sich mit Astronomie auskennen wissen, dass in der Sternenwelt unter den Planeten Beziehungen bestehen. Wir hier auf Erden sind untrennbar in dieses Planetensystem eingebunden. Die Sonne lenkt die familiären Aktivitäten und wir können uns diesem Einfluss und den Gesetzen des Kosmos nicht entziehen. Dieses hat auch irgendwann zur Entdeckung der Astrologie geführt. Die Astronomie befasst sich mit der Bewegung von Planeten, die Astrologie mit ihren Folgen, die diese Bewegungen der Sterne auf das Gesamtsystem auslösen, und die Erde und wir auf Erden sind ein Teil davon. Das ganze Sternensystem ist ständig in Bewegung. Bei Ekadasi geht es um Beobachtungen der Astrologie in Bezug auf einige Planeten am Firmament.
Der Sonne wird z.B. nachgesagt, dass sie direkten Einfluss auf die Persönlichkeit hat; daher wird sie Atmakaraka genannt. Sie beeinflusst die Seele des Menschen. In der Rig-Veda wird die Sonne als Seele des Universums und als Seele des Menschen gesehen. Unsere Gliedmaßen und verschiedene Organe werden von verschiedenen Planeten beeinflusst. Die Sonne, Atmakaraka, beeinflusst unser ganzes Sein. Karaka ist der Macher, Manipulierer, Direktor. Wenn die Sonne nicht scheint, funktioniert unsere Verdauung nicht vernünftig. So wichtig ist die Sonne.
Dem Mond sagt man nach, er beeinflusse unseren Geist. Der Geist ist auch eine materielle Substanz. Der Geist ist nicht spirituell, sondern materiell. Woraus besteht diese Materie des Geistes? Sie setzt sich indirekt substanziell aus der Nahrungsaufnahme und inhaltlich aus den Eindrücken der Sinneswahrnehmungen zusammen. Der Geist ist in seiner subtilen Substanz materiell wie ein Spiegel, der aus irdischen Material besteht, obwohl er leuchtet. Nur ein Spiegel ist in der Lage, Licht zu reflektieren. So beeinflusst Materie die Materie des Geistes. Ekadasi steht in Beziehung zum Mond und zum Geist. Wenn man sich eingehend mit Astronomie beschäftigt, stellt man fest, dass unser Körper aus nichts anderem besteht als planetarischen Einflüssen. Wir sind aus planetarischen Kräften zusammengesetzt und nichts ist unser eigen. Ein Teil gehört zu diesem und etwas Anderes zu einem anderen Planeten. Wenn jeder Planet seine Kraft zurückrufen würde, dann würden wir in nichts zerfallen. Der Mond beeinflusst in seiner orbitalen relativen Bewegung nicht nur andere Planeten, sondern auch uns und damit unseren Geist.
Welchen Bezug hat Ekadasi in Verbindung mit der Mondbewegung und dem Geist? Wir haben bestimmte Zentren in unserem Körper, genannt Chakras. Dabei handelt es sich um Energiezentren, die sich kreisförmig wie ein Wasserstrudel bewegen. Man kann sie psychisch-physikalisch und psychologisch einordnen. Diese Chakras befinden sich weder im Geist noch im Körper, sondern im so genannten Astral-Körper. Der Einfluss des Mondes auf den Körper beeinflusst die Chakras und letztendlich damit den Geist. Der Geist passiert die Chakras in einer Auf- und Abwärtsbewegung. Wenn dieses bewusst geschieht, nennt man es Yoga. Wenn der Mond zu- bzw. abnimmt, wird der Geist beeinflusst. Kranke Menschen reagieren bei Voll- bzw. Neumond besonders. Die Mondphasen verursachen auch Ebbe und Flut. Die Bewegungen des Mondes sprechen also die Bewegungen des Geistes durch die Chakras an.
Ein anderer Aspekt ist der 'Sitz' des Geistes. Er ist an zwei 'Orten' zu Hause, d.h. er befindet sich insbesondere in zwei Energiezentren (Chakras): 1. im Wachzustand zwischen den Augenbrauen (Ajna-Chakra), und 2. im Tiefschlaf im Herzen (Anahata-Chakra). Zwischen beiden Positionen befindet sich der Traumzustand. In den beiden Mondphasen befindet sich der Geist jeweils am 11. Tag im Ajna- bzw. im Anahata-Chakra. An diesen beiden Tagen ist es sehr leicht - zum Vorteil der Sadhakas - den Geist zu sammeln und sich zu konzentrieren. Dieses ist seit Urzeiten bekannt. Darum ist der Ekadasi-Tag am 11. Tag der beiden Mondphasen eine gute Gelegenheit, um den Geist zu sammeln, sich zu konzentrieren, und um zu meditieren.
Welche Verbindung besteht zwischen Fasten und Meditieren? Es gibt keine zwingende Beziehung. Doch ist es einfacher zu meditieren, wenn der Körper erleichtert und durch die Verdauung nicht belastet wird. Das Fasten sollte aber nicht übertrieben werden. Milch und Früchte belasten nicht der Körper und ausreichend zu trinken ist auch an diesem Tag für das ganze System wichtig!
Man sollte diese beiden Tage im Monat nutzen, um dem Körper und dem Geist Ruhe zu gönnen, zu entspannen, zu meditieren. Dabei ist es wichtig, sich Gott zu erinnern, sondern sich an solchen Tagen seiner ganz besonders bewusst zu werden. In Indien wird jede Gelegenheit genutzt, um sich Gott zu erinnern.
Alles in dieser unermesslichen Schöpfung wird durch bestimmte kosmische oder göttliche Gesetze bestimmt. Alles richtet sich und funktioniert in Prozessen nach einem wundervollen mystischen System. So wie grobstoffliche Elemente und physischen Kräfte unterschiedlich unter verschiedenen Zuständen und Bedingungen reagieren, so geschieht dieses auch entsprechend bei den feineren und höheren Kräften, die nach inneren mystischen Plänen reagieren; das Gleiche gilt auch für die rein spirituellen Prozesse, wie Meditation, Gebete und Gottesdiensten usw. Darum gibt es auch unterschiedliche Anweisungen für verschiedene wiederkehrende morgendliche, mittägliche und abendliche Riten. Bestimmte Regeln sind für die unterschiedlichen Mondphasen oder Sternenkonstellationen gedacht.
Die Pradosha Puja wird am 13. Tag in jeder der 14-tägigen Mondphase zelebriert. Es handelt sich um die Verehrung von Lord Siva für Sieg und Erfolg in allen Unternehmungen und Herzenswünsche. Wenn man sich etwas von einer höhergestellten Persönlichkeit wünscht, sucht man nicht dann auch nach der richtigen Gelegenheit? Möglicherweise trifft man ihn nach einem guten Essen, ausgedehnt plaudernd mit einige Freunden. Genauso macht es der Hindu, der sich sehr im Gottesdienst engagiert, indem er den günstigsten Aspekt / Zeitpunkt des Gottesdienstes wählt. Er bedient sich des Zeitpunktes, der von alters her von den Rishis als für diesen Gottesdienst günstigsten Zeitpunkt erfahren wurde. Der Pradosha Service beruht auf solch mystische Psychologie.
Pradosha ist die Verehrung von Lord Siva und Parvati, wenn beide in außerordentlich verheißungsvoller Stimmung sind. Als die Götter im Krieg von den Dämonen wiederholt aufs Häftigste bekämpft wurden, gingen sie mit ihrem Führer zu Siva, um IHN um Gnade für ihre himmlische Heimstatt zu bitten. Sie kamen zu IHM in der Dämmerung des 13. Tages einer Mondphase und fanden IHN in guter Verfassung zusammen mit Parvati. Sie überschütteten IHN mit Verehrungen und Siva gewährte ihnen sofort ihren vorgebrachten Wunsch. Daher kommt der außerordentlich günstige Termin.
Die Skanda Puruna bezieht sich mit ihrer Beschreibung dieser Vrata auf Sandilya Muni, der Frau eines Brahmin. Sie kam mit ihren zwei Kindern, einem Jungen, Suchivrata, und einem Waisenkind (ein Prinz), Dharmagupta, zu einem Heiligen. Der Vater war in einer Schlacht unterlegen und das Königreich wurde vom Gegner überrannt.
Nach dem Rat des Heiligen zelebrierte die Frau mit ihren beiden Kindern die Vrata mit großer Hingabe. Nach vier Monaten, d.h. während der achten Pradosha Puja, trank Suchivrata einen Topf mit himmlischem Nektar. Prinz Darmagupta gewann die Hand einer himmlischen Prinzessin. Auf Befehl von Lord Siva und mit dessen Hilfe wurde der Gegner geschlagen, und er bekam sein Königreich zurück. Später, d.h. nachdem er seinen Körper verlassen hatte, ging Dharmagupta in die Heimstatt von Lord Siva ein. So einfach und großartig ist der Lord von Kailas, der durch diese Vrata geehrt wird.
Jemand, der diese Vrata zelebriert, fastet einen Tag lang und wacht die darauf folgende Nacht. Er badet eine Stunde bevor die Sonne untergeht, doch zuvor wird Siva, zusammen mit dessen Familie, nämlich Parvati, Ganesha, Skanda und Nandi verehrt. Nach der Verehrung von Ganesha wird Lord Siva in einem speziellen Topf mit Wasser angerufen, der in einer rechteckigen Mandala platziert wird, in der ein Lotus gemalt und mit Grasbüscheln ausgelegt wurde. Nachdem die Verehrung abgeschlossen ist, wird eine Pradosha Geschichte vorgelesen, der die Anhänger andächtig lauschen. Danach folgt das 108malige Wiederholen des Maha Mrityunjaya Mantras. Am Ende wird das heilige Wasser aus dem Topf, mit dem Lord Siva symbolisch gebadet wurde, getrunken und die Stirn mit heiliger Asche bestrichen. Ein kleiner Topf, ein Stück Tuch und das Bild von Lord Siva wird einem Brahmin zum Geschenk gemacht.
Während einer solchen Zeremonie kommen alle Gottheiten vom Himmel herunter und wohnen der Andacht bei. Diese Vrata wird auf Grund ihrer Bedeutung in den Schriften auf das Höchste gepriesen, denn sie wird die Anwesenden von Sünden befreien und segnen.
Im Sivananda Ashram werden zu diesen Tagen besondere Pujas und Meditationen durchgeführt, wobei sich herausgestellt hat, dass die Meditation an diesen besonderen Tagen sehr schnell zum Erfolg führt.
Ehre gebührt dem Höchsten, der vorherrschenden Macht, die das Jahr in vier Jahreszeiten teilt. Ehre gebührt auch der Sonne, die an diesem Tag ihre nördliche Reise antritt.
Im Sanskrit bedeutet "Shankramana": mit einer Bewegung beginnen. Der Tag, an dem die Sonne beginnt, sich nordwärts zu bewegen, wird Makara Shankranti genannt. Dieser Tag fällt in der Regel auf Mitte Januar. In Tamil (Südindien) wird dieser Tag als Pongal bezeichnet.
Für viele Menschen, insbesondere für die Tamilen, läutet dieser Tag das neue Jahr ein. Die Festlichkeiten werden mit aller Freude gefeiert. Diener und Farmer erhalten Geldgeschenke und werden zum Essen eingeladen. Am nächsten Tag werden die Kühe verehrt, die als Symbol der Heiligen Mutter betrachtet werden. Dann werden weitere Tiere und Vögel gefüttert. Mit diesen Zeremonien weitet sich das Herz des Anhängers (Devote) schrittweise bis das ganze Universum darin Platz findet.
Da Shankranti gleichzeitig der Monatsanfang ist, erweisen Brahmins ihren dahingeschiedenen Vorfahren Respekt. Alles wird in diese Festlichkeit integriert. Das Ehren der kosmischen Form des Herrn gehört ebenfalls dazu.
Für den spirituellen Sucher hat dieser Tag etwas Besonderes. Der sechsmonatige Zeitraum, in dem die Sonne nordwärts zieht, ist besonders günstig, dem Ziel des Lebens entgegenzustreben. Es ist so, als würden man dem Herrn quasi entgegenfliegen. Herumstreifende Pramahamsa Sannyasins nehmen alle Lasten von den Herzen der Devote. Die Devas und Rishis freuen sich auf die neue Jahreszeit und helfen den Suchenden gern.
Bevor der berühmte Bhisma, Großvater der Pandavas, der während des Krieges der Mahabharata schwer verwundet wurde, die Erde verließ, wartete er auf seinem Totenbett auf den Anbruch dieser Zeit. Lasst uns ihn an diesem großen Tag ehren und danach streben, Menschen von solch großer Entschlusskraft zu werden.
Im Süden Indiens ist dieses Fest sehr eng mit der Landwirtschaft verbunden. Für die Farmer ist es ein Tag des Triumphes. Sie bringen ihre schwer erarbeiteten Früchte von den Feldern nach Hause. Symbolisch wird die erste Ernte dem Allmächtigen geopfert, - und das ist Pongal. Die Pflicht des Farmers war es schwer zu arbeiten, doch die Früchte werden dem Herrn geopfert. Dem Farmer ist es nicht gestattet, alles Erarbeitete für sich selbst zu behalten. Dieses ist der Geist des Karma Yoga.
Besonders in Südindien werden zu diesem Fest überall süßer Reis und andere Delikatessen zubereitet. Die Töpfe werden dazu schön geschmückt. Das Zubereiten der Mahlzeit geschieht mit großer Hingabe. Wenn die Milch, die für den Reis bestimmt ist, überkocht, versammeln sich alle Frauen und Kinder um den Topf und rufen hingebungsvoll und laut: "Pongalo Pongal!" In den Tempeln und Häusern wird gebetet. Die Angehörigen der Familien besuchen sich und verteilen in einer Atmosphäre voller Liebe einander Geschenke.
Der Tag vor Makara Shankranti wird Bhogi-Fest genannt. An diesem Tag werden alle alten, zerrissenen und schmutzigen Dinge aussortiert und verbrannt. Die Häuser werden gesäubert und liebevolle Zeichnungen aus Reismehl an die Türen gemalt. Die Straßen werden gefegt. Dieses ist alles hygienisch sehr sinnvoll, doch es ist wichtiger, den Geist von alten dummen Angewohnheiten zu befreien. Vernichte sie, weise und unerbittlich, in dem du von diesem Tag an entschlossen den Pfad der Wahrheit, Liebe und Reinheit beschreitest. Dieses ist das Wunder von Pongal im Leben eines Suchenden. Der Erfolg wird nicht ausbleiben.
Die Sonne symbolisiert Weisheit, göttliches Wissen und spirituelles Licht, das uns verlässt, wenn wir in der Dunkelheit der Unwissenheit, Illusionen und Sinnlichkeiten wandeln. Doch jetzt, wenn die Sonne ihre nördliche Bahn beginnt zu beschreiten, kehrt die Lebensfreude, Energie und Zuversicht zurück. Die Botschaft der Sonne ist das Licht, die Einheit, Unteilbarkeit, die wahre Selbstlosigkeit, die Vollkommenheit der Elemente des Karma Yoga. Die Sonnte trifft alle gleichmäßig. Sie ist der wahre Wohltäter allen Seins. Ohne die Sonne würde das Leben auf Erden verlöschen. Sie scheint regelmäßig, unerbittlich, verrichtet ihre Aufgaben pünktlich und verlangt dafür niemals eine Belohnung. Wenn man diese Tugenden der Sonne in sich aufsaugt, welche Zweifel sollten darüber noch aufkommen, dass man selbst ebenso göttliche Lust ausstrahlt. -
Derjenige, der in der Sonne wohnt, den die Sonne nicht kennt, dessen Körper die Sonne ist, und durch dessen Kraft sie scheint, ist das Absolute Selbst, dieses innewohnende unsterbliche Wesen. Tat Twam Asi - "Das bist du".
Dieses ist ein bedeutender Badetag. Alle Hindus halten ihn ein. Dieser Tag ist auch als Magh Sukla Panchami bekannt, denn er fällt in die Monate des Magh (Januar - Februar). Dieses Fest fällt auf den ersten Frühlingstag. Vasanta heißt Frühling, was sehr eng mit Yoga Sadhana verbunden ist.
Männer, Frauen und Mädchen tragen gelbe Kleidung. Die gelbe Farbe ist ein Ausdruck von Glück und Spiritualität. Sie symbolisiert das Heranreifen von Frühlingsknospen. Selbst die Nahrung wird mit Safran gelb gefärbt. Alle Menschen kommen zusammen, um gemeinsam Frühlingslieder zu singen. Alle stehen früh auf, nehmen ein Bad und verehren die Sonne, den Ganges, die Gottheiten des Ganges und die Erde.
An diesem ehrenwerten Tag verbrannte Lord Siva die Göttin der Liebe, Cupid. Die Götter hatten Cupid geschickt, um Lord Siva im Samadhi zu stören, damit er mit ihr einen machtvollen Sohn zeugen sollte, der dann in der Lage wäre, den schlechten Dämon Tarakasura erfolgreich zu besiegen. Cupid, die hinter einem Baum stand, schoss einen Pfeil auf Siva ab. Lord Siva reagierte außerordentlich böse. Er öffnete sein drittes Auge und verbrannte Cupid zu Asche.
Die Bengali nennen dieses Fest Saraswathi Puja. Sie verehren an diesem Tag die Gottheit Saraswathi. Das Bildnis wird in einer Prozession zum heiligen Ganges getragen und dann darin versenkt.
Dieses Fest fällt auf den 7. Tag nach Neumond des Monats Margaseersha (Dezember - Januar). Die Gläubigen verehren am frühen Morgen die Sonne und rezitieren dabei Surya Sahasranama. Gute Taten werden an diesem Tag vielfach belohnt. Brahmins gehen ins Himmelreich ein, wenn sie an diesem Tag fasten und Gott verehren; Kshatriyas, Menschen aus der Kriegerkaste, werden Brahmins; Vaishyas, die kaufleute, werden Kshatriyas; Sudras, Dienstboten, werden Vaishyas. Frauen, die an diesem Tag fasten, erlangen Wissen und Tugend. Witwen, die an diesem Tage fasten, werden ab dem nächsten Leben keine Witwen mehr sein. Selbst Sünden, wie der Totschlag eines Brahmin, werden durch die Macht des Fastens an diesem Tage gesühnt. Derjenige, der an diesem Tage bei Sonnenaufgang ein Bad nimmt, wird so rein wie Mutter Ganges. Derjenige kann niemals arm werden.
Faste an diesem Tag. Gehe an einem einsamen Ort in die Stille. Übe Japa. Praktiziere aufrichtig mit Hingabe tiefe Meditation. Du wirst sicher eines Tage Gott-Verwirklichung erreichen!
Madhvacharya war ein großer religiöser Reformer und orthodoxer Kommentator der Brahma Sutras sowie der zehn Upanishads. Er wurde 1199 A.D. bei Velali, Süd Indien, geboren. Er war von Geburt ein so genannter Tulu Brahmin. Seine Eltern waren Madhya Geha und Vedavati. Vedavati war eine sehr tugendhafte Frau. Madhva wird als Inkarnation von Vayu, dem Gott des Windes, beschrieben. Sein Vater gab ihm den Namen Vasudeva.
Madhva war besonders an körperlichen Übungen und Feldspielen interessiert. Er verfügte über ein gut ausgebildeten Körper. Er war ein hervorragender Ringer, Läufer, Springer und Schwimmer. Seine Familie verlieh ihm den Spitznamen Bhima. Madhva studierte die Vedas und Vedangas. Als 25jähriger wurde er Sannyasin. Achyutaprakashacharya initiierte ihn. Er erhielt den Namen Purna Prajna. Als brillanter Kenner der Schriften wurde er von Achyutaprakashacharya für die Spitze der örtlichen Mutt auserwählt. Madhva erhielt nun den Namen Ananda Tirtha. Er reiste nun durch ganz Indien und predigte das hohe Lied von Bhakti. Er machte viele Veränderungen durch. Er ging nach Badrinarayan, kehrte dann aber bald wieder zurück und schrieb seinen Kommentar über die Bhagavad Gita und die Vedanta Sutras. Er baute Tempel bei Upidi, dem Hauptzentrum der Madhva-Sekte. Die meisten Anhänger der Sekte versuchen einmal in ihrem Leben nach Udipi zu pilgern.
Madhva verfügte über übermenschliche Kräfte. Er vollbrachte viele Wunder. Er rettete ein Schiff aus dem Sturm. Auf dem Schiff befand sich ein Bildnis Krishnas. Madhva brachte das Bild vom Ozean zurück. König Ishvara Deva aus Maharashtra bat Madhva während einer seiner Reisen, einen Damm zu bauen. Madhva bemerkte, dass er unbewusst bereits den ganzen Tag für den König arbeitete. Einmal beruhigte er die Wellen des Ozeans, als der König ein Bad nahm.
Madhvacharya war ein großer Vertreter der Philosophie der Dvaita Schule. Sein Vaishnavism (Ausführungen über die Vedanta) wird als Sad-Vaishanvism bezeichnet, um sie von den Sri-Vaishnavism von Ramanujacharja zu unterscheiden. Nach seiner Philosophie ist das Absolute Sein Vishnu oder Narayana. Jeder Anhänger der Madhva Schule sollte einen festen Glauben in die Pancha-bheda haben, - d.h. die fünf wirklichen und ewigen Bestimmungen, - die Unterscheidung zwischen dem Absoluten Sein und der individuellen Seele, zwischen Spirit und Materie, zwischen einer Jiva (individuellen Seele) und einer anderen Jiva, zwischen Jiva und Materie, zwischen einem Stück Materie und einem anderen Stück Materie. Die phänomenale Welt ist wirklich und ewig. Die Verehrung Vishnus besteht 1. aus Ankana, was den Körper und seine Symbole bezeichnet, 2. Namakarana, den Kindern Namen des Herrn zu geben, und 3. Bhajana, seine Ehre zu besingen. Mhadva legte sehr viel Wert auf die ständige Erinnerung an Gott (Smarana). Er sagt: "Bilde eine Gewohnheit in die Erinnerung an Gott. Nur dann wird es einfach für dich, sich an Ihn im Augenblick des Todes zu erinnern." Mahdva war der Auffassung, dass der Herrn bei Seiner Inkarnation keinen Prakrita Deha oder materiellen Körper annehmen würde. Er schrieb seinen Anhängern ein rigoroses Fasten vor.
Verzicht, Hingabe und Direktes Erkennen des Herrn durch die Meditation führt zur Befreiung. Der Sucher sollte, wenn er eine Vision des Herrn erreichen möchte, die Vedas studieren, seine Sinne kontrollieren, Leidenschaftslosigkeit und vollkommene Hingabe üben. Dieses sind einige der bedeutenden Lehren von Madhvacharaya, der die Ausführungen der dualistischen Schule der Philosophie erneuerte.
In früherer Zeit gab es in Indien noch Kannibalen. Das hat viel Chaos verursacht. Die Kannibalen haben das Leben vieler unschuldiger Menschen bedroht. Einer von ihnen war eine Frau namens Holika oder Putana. Es bereitete ihr große Freude Kinder zu verschlingen. Sri Krishna hat sie zerstört und damit die kleinen Kinder gerettet. Noch heute wird das Bildnis oder eine Figur von Holika symbolisch im Feuer verbrannt. In Südindien wird symbolisch die Tonfigur des Cupid (Dämon) verbrannt. Dieses ist das Original des großen Holi-Festes.
Das Fest beginnt zehn Tage vor dem Vollmond des Monats Phalgun (Februar - März), doch normalerweise finden die Feierlichkeiten nur an den letzten drei oder vier Tagen statt und enden mit dem Vollmond. Dieses ist das Frühjahrsfest der Hindus. Im Frühjahr sind alle Bäume mit süßduftenden Blumen bedeckt. Sie alle beteuern die Ehre und niemals endende Schönheit Gottes. Sie geben vermitteln Hoffnung, Freude und ein neues Leben. Sie ermutigen dazu, den Schöpfer und den Geist zu finden, der sich hinter allen Formen verbirgt. Holi wird in Südindien auch Kamadahana genannt, der Tag, an dem Cupid von Lord Siva verbrannt wurde.
Eine andere Legende besagt, dass eine alte Frau ihre Enkelkinder einem weiblichen Dämon mit Namen Holika opfern wollte. Ein Sadhu riet ihr, dass Beschimpfungen und falsches Gerede Holika peinigen würden. Die alte Frau scharte viele Kinder um sich und ließ Holika übel beschimpfen. Der Dämon fiel tot um. Daraufhin entzündeten die Kinder von den sterblichen Überresten ein Freudenfeuer.
Aus dieser Legende über den Dämonen Holika entwickelte sich Bhakta Prahlad's Hingabe zu Lord Narayana und er entkam dem Tod durch Holika. Prahlad's Vater, Hiranyakashipu, zwang ihn auf verschiedene Art und Weise, seinen hingebungsvollen Geist in Richtung weltliches Denken zu ändern. Er versagte kläglich. Zu guter Letzt befahl er seiner Schwester Holika, die einen Knochen hatte, der selbst im Feuer unversehrt blieb, Prahlad zu sich zu nehmen und mit ihm in das Feuer zu gehen. Holika tat, wie ihr geheißen wurde. Sie verschwand, doch Prahlad blieb unversehrt und lachte. Er blieb durch die Gnade von Lord Narayana unberührt.
Dasselbe Szenario wird immer wieder dargestellt, um die Leute daran zu erinnern, dass sie die Liebe zu Gott retten wird, und dass alle Mühsal durch die Hingabe zu Gott zu Asche wird. Als Holika verbrannt wurde, beschimpften sie die Leute und besangen die Ehre Gottes und seines großen Devote Prahlad. Bei der Nachahmung benutzen die Leute auch heute noch wüste Beschimpfungen, doch vergessen die dabei die Ehre Gottes und seines Devote zu besingen.
In Nordindien spielen die Leute voller Freude mit gefärbtem Wasser. Die Leute bespritzen sich gegenseitig mit diesem gefärbten Wasser oder bewerfen Freunde und Verwandte mit gefärbtem Puder. Die Kinder tanzen auf den Straßen. Es kommt zu Trinkgelagen unter den Erwachsenen.
Holz wird zu großen Haufen aufgeschichtet und in der Nacht angezündet. Überall hört man Ausrufe: "Holi-ho!" Vorbeiziehende Leute werden mit gefärbtem Wasser bespritzt, egal ob reich oder arm, ob Einheimischer oder Fremder. Es gibt keine Einschränkungen.
An diesem Tag säubern die Leute ihre Häuser, sammeln allen Unrat zusammen und verbrennen ihn. Damit werden auch Krankheiten verursachende Bakterien vernichtet.
Die religiösen Elemente des Holi-Festes bestehen in der Verehrung Sri Krishnas. In einigen Gegenden wird es auch Dol Yatra genannt. Das Wort dol bedeutet "Schaukel". Sri Krishna wird symbolisch in Form einer buntbemalten Puppe, die mit Blumen geschmückt wird, in eine Puppenwiege gelegt. Der reine unschuldige und fröhliche Krishna wird zusammen mit den Gopis von Brindavan verehrt. Anhänger singen den Namen Sri Krishnas und Lieder zum Holi-Festtag, die sich auf die Fröhlichkeit des kleinen Krishna mit den Gopis beziehen.
Das soziale Element besteht in der Umarmung von "Groß" und "Klein", den Armen und den Reichen. Es ist auch das Vereinen Gleichgesinnter. Das Fest lehrt uns, lass "das Tote das Tote begraben". Wir sollten das vergangene Jahr, die Krankheiten vergessen und das neue Jahr mit Gefühlen der Liebe, Sympathie, Zusammenarbeit und der Gleichheit mit Allem beginnen. Wir sollten auch versuchen, die Einheit mit dem Selbst zu fühlen.
Holi bedeutet "Opfer". Verbrenne alle Unreinheiten des Geistes, wie z.B. Egoismus, Eitelkeit und Lust, durch das Feuer der Hingabe und des Wissens. Entzünde das kosmische Feuer der Liebe, Dankbarkeit, Großzügigkeit, Selbstlosigkeit, Aufrichtigkeit und Reinheit durch das Feuer der Yogapraxis. Dieses ist der wirkliche Geist von Holi. Erhebe dich aus dem Sumpf der Einfältigkeit und Absurdität und tauche tief in den Ozean der Göttlichkeit.
Das Anrufen von Holi bedeutet ein beständiges Anfachen des Lichtes der Gottes-Liebe im eigenen Herzen. Inneres Leuchten ist das wirkliche Holi. Das Frühjahr ist gemäß der Bhagavad Gita die Offenbarung des Herrn. Es heißt, Holi sei Sein Herz.
Zu Vasante Navaratri wird die göttliche Mutter verehrt. Dieses geschieht im Frühjahr. Sie wird auf Grund ihres eigenen Willens verehrt. Die dazugehörige Geschichte lautet wie folgt:
Vor vielen Jahren wurde König Dhruvasindu auf der Jagd von einem Löwen getötet. Es wurden Vorbereitungen getroffen, um den Prinzen Sudarsana zu krönen. Doch König Yudhajit von Ujjain, Vater der Königin Lilavati, und König Virasena von Kalinga, Vater von Königin Manorama, wollten den Kosalathron für ihre Enkel sichern. Sie kämpften gegeneinander. König Virasena wurde in dieser Schlacht getötet. Manorama flüchtete mit Prinz Sudarsana und einem Eunuchen in den Wald. Sie suchten Zuflucht im Haus des Rishi Bharadwaja.
Daraufhin krönte König Yudhajit seinen Enkel Satruji bei Ayodhya, der Hauptstadt von Kosala, zum König. Er ging, um Manorama und ihren Sohn zu suchen. Der Rishi sagte, er würde diejenigen, die Schutz bei ihm gesucht hätten, nicht freiwillig preisgeben. Yudhajit wurde wütend. Er wollte den Rishi attakieren. Doch sein Minister erzählte ihm von der Wahrheit der Aussage des Rishis. Yudhajit kehrte mit leeren Händen in die Hauptstadt zurück.
Prinz Sudarsana lächelte das Glück. Der Sohn des Einsiedlers rief eines Tages den Eunuchen bei dessen Sanskrit-Namen Kleeba. Der Prinz behielt die erste Silbe Kli und sprach sie als Kleem aus. Dieses Silbe war die machtvolle Silbe eines heiligen Mantras. Es ist die Bija Akshara (Grundsilbe) der göttlichen Mutter. Der Prinz bekam einen friedvollen Geist und erfuhr Gnade durch das fortwährende Wiederholen dieser Silbe durch die göttliche Mutter. Devi erschien und gewährte ihm göttliche Waffen und unerschöpfliche Pfeile für den Bogen.
Die Abgesandten des Königs von Benares kamen in die Gegend des Rishis und trafen den noblen Prinzen Sudarsana, Sie empfahlen ihn der Prinzessin Sashikala, Tochter des Königs von Benares.
Die Zeremonie zur Prinzenwahl fand statt. Sashikala wählte sich Sudarsana. Sie wurden ordnungsgemäß verheiratet. König Yudhajit, der bei der Zeremonie offiziell zugegen war, begann sofort gegen den König von Benares zu kämpfen. Devi half Sudarsana und seinem Schiegervater. Yudhajit machte sich über Devi lustig, woraufhin Devi prompt ihn und seine Armee zu Asche verbrannte.
Auf diese Weise preisten Sudarsana, seine Frau und dessen Schwiegervater Devi. Sie fühlte sich sehr geehrt und befahl, man möge sie während Vasanta Navaratri verehren. Dann verschwand sie.
Prinz Sudarsana und Sashikala kehrten in den Ashram von Rishi Bharadwaja zurück. Der große Rishi segnete sie und krönte Sudarsana zum König von Kosala. Sudarsana, Sashikala und der König von Benares erfüllten den Wunsch der göttlichen Mutter und verehrten sie an Vasanta Navaratri wunschgemäß mit aller Inbrunst .
Auch die Nachkommen Sudarsana's, nämlich Sri Rama und Lakshmana, verehrten Devi zu Vasanta Navaratri und wurden dafür von Ihr beim Zurückgewinnen von Sita unterstützt und gesegnet.
Es ist die Pflicht der Hindus, Devi materiell und spirituell während Vasanta Navaratri zu unterstützen und zu verehren, und dabei dem Beispiel von Sudarsana und Sri Rama zu folgen. Man kann nichts ohne die Gnade der göttlichen Mutter erreichen. Darum preise sie und wiederhole ihren Namen, meditiere auf sie, verehre sie. Bete und erwirb ihre ewige Gnade und ihren Segen. Möge die göttliche Mutter dich mit allen göttlichen Werten segnen!
Sei geehrt Lord Rama, Inkarnation Lord Vishnus, der du unermesslich bist, der du von Natur reines Bewusstsein und Glückseligkeit bist, Gemahl von Sita, Meister Sri Hanumans und Herr der drei Welten, der du aus freiem Willen wiedergeboren wurdest, um Recht und Ordnung herzustellen, das Böse zu zerstören und seine Devotes zu schützen.
Ramnavami oder der Geburtstag von Lord Rama fällt auf den 9. Tag vor dem Vollmond des Monats Chaitra (März-April). Rama war Lord Hari selbst, der zur Zerstörung von Ravana inkarniert war. Er war vollkommen, schön und von königlicher Gestalt. Sein Ruhm und seine Tapferkeit war unübertroffen. Er war beispiellos, frei von Böswilligkeit, liebenswürdig und beschützte Sein Gefolge. Er war immer freundlich zu den Menschen, und selbst wenn er provoziert wurde, reagierte er freundlich. Er herrschte über die ganze Welt.
Lass Sri Rama dein Vorbild sein. An Ideale erinnert man sich gern. Sie werden verehrt, um deren Tugenden anzunehmen. Das Ramnavami-Fest oder Vasanta Navaratri ist in jedem Jahr eine Gelegenheit, um uns von dem Geist Lord Ramas durchdringen zu lassen. Wir lieben und verehren unsere Ideale, um unserer Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, sich mit ihnen zu vereinen. Unsere Verehrung Gottes beinhaltet auch, das wir tugendhaft, gut und ebenso vollkommen wie Gott selbst sein sollten. Daher die weise Anweisung: "Man sollte göttlich werden, um in der Lage zu sein, Gott zu verehren." Man kann sich nicht wirklich als Verehrer Lord Ramas bezeichnen, solange man nicht ehrlich versucht, Seine Tugenden anzunehmen. Andererseits ist die Verehrung Lord Ramas der sicherste Weg solche Tugenden zu entwickeln.
Derjenige, der sich Sri Rama mit Liebe und Hingabe nähert, wird großherzig, rein im Geist, gütig und leidenschaftslos in seinen Gedanken, in Wort und Tat. Ein aufrichtiger Devote Lord Ramas ist Sein Vertreter mit Seiner Macht und Seinem Wissen.
Lord Rama war der Prinz des Ikshvaku Reiches. Er war tugendhaft und von männlicher Stärke. Er war der Herr des Geistes und der Sinne, mutig und doch sanftmütig und bescheiden zugleich. Er war ein Heiliger bei Rat und Tat, nett und freundlich, mit guten Manieren und von ansehnlicher Statur. Er war Meister aller göttlichen Waffen und ein großer Krieger. Er war immer auf der guten Seite und tat alles für das Wohl Seines Königreiches und Seiner Untertanen. Er war ein Anwalt der Schwachen und Beschützer des Rechts. Er war verfügte über große geistige Kräfte, ein Kenner aller Wissenschaften, in militärischer Hinsicht sowohl als auch im Wissen über das Selbst.
Tief und unergründlich wie der Ozean, fest und standhaft wie die Himalaja-Berge, tapfer wie Lord Vishnu, war Er eine Freude der Kaushalya. Obwohl unerbittlich im Kampf auf dem Schlachtfeld, war Er ruhig wie die kühle Briese der Mandara Hügel, geduldig wie Mutter Erde, großzügig wie der Gott der Werte und rechtschaffen wie der Herr der Justiz selbst. In Kummer und Leid Seiner Untertanen war Sein Herz immer mit den Leidenden. Bei fröhlichen Festen war Er voller Freude, die Er wie ein Vater mit Seinen "Kindern" teilte. Durch Sein ehrenvolles Auftreten und durch Sein Heldentum ebenso wie durch Seine Großzügigkeit und Seine Liebe gegenüber Seinen Untertanen, machte Er sich bei allen Menschen beliebt. Solch eine große Persönlichkeit war Lord Rama!
Lord Rama hatte einen wundervollen Charakter. Er war die Verkörperung von Liebe. Er war der ideale Sohn, Bruder, Ehemann, Freund und ein idealer König. Er kann als eine Verkörperung der höchsten Ideale der Menschen angesehen werden. Er führte das ideale Leben eines Familienvaters und diente dabei als Vorbild für die Einhaltung der Grundsätze der Rechtschaffenheit gepaart mit Menschlichkeit. Er regierte Seine Untertanen in absoluter Rechtschaffenheit, was Glück und Wohlstand für alle hervorbrachte.
Rechtschaffenheit ist der spirituelle Funke des Lebens. Das Kultivieren der Rechtschaffenheit ist der Prozess zur Entfaltung der latenten Göttlichkeit im Menschen. Lass die Menschheit Seinen Fußstapfen folgen und die Ideale praktizieren und damit Sein Andenken bewahren, denn nur auf diese Weise kann ewiger Friede und Wohlstand in dieser Welt erreicht werden. Nichts anderes als Rechtschaffenheit kann glücklich machen. Nichts außer das richtige Gespür für die Pflichten und den Willen zu deren Einhaltung kann ein Leben lebenswert machen. Man muss von der göttlichen Überzeugung der absoluten moralischen Grundsätze, der ethischen Werte und spirituellen Ideale durchdrungen sein. Dieses sollte uns bei den täglichen Aktivitäten leiten und als machtvolles Mittel dienen, um die menschliche Persönlichkeit zu kultivieren. Das ist der Sinn des Lebens. Das ist der Weg zur Selbstverwirklichung. Das ist die Botschaft und die Mission des Lebens von Lord Rama auf Erden.
Für einen Devote ist Sri Rama nicht einfach nur ein guter Mensch und eine große Persönlichkeit, sondern Gott selbst. Rama war der Sohn von König Dasaratha von Ayodhya, doch Er ist auch die göttliche Allgegenwart, Allmacht und Allwissenheit. Die Zerstörung der zehnköpfigen Ravana bedeutete den Untergang des Geistes oder der zehn Sinne. Mit dem Verehren von Lord Rama verehrt man die alldurchdringende Göttlichkeit selbst. Lies die Gebete von Mandothari und Brahma in der Yuddha Kanda der Ramayana. Sie beziehen sich auf Rama als den einen Schöpfer des Universums, den Gott über alles und den Regenten des Universums.
Die Hingabe zu Gott ist nicht nur einfaches Gefühl, sondern es das Ergebnis tiefer Leidenschaftslosigkeit und Reinheit des Herzens. Man sollte nach den guten Qualitäten streben, die in der Ramayana gepriesen und am beispielhaft des Lebens von Lord Rama dargestellt werden. Ansonsten können uns die Gefühle übermannen, was uns davon ablenkt, göttliches Bewusstsein zu erfahren. Hingabe ist ein Frucht, die langsam schrittweise durch Selbstbeherrschung und tugendhaftes Verhalten heranreift. Ohne absolute Leidenschaftslosigkeit ist wirkliche Sadhana zur Selbstverwirklichung unmöglich. Nur nachdem ein Loslösen von weltlichen Dingen stattgefunden hat, ist es möglich, absolute Göttlichkeit zur erreichen.
Hingabe hat nichts mit Alter, Beruf, Glaubensbekenntnis, Position oder Geschlecht zu tun. Normalerweise heißt es bei weltlichen Menschen, dass sie sich erst um Meditation bemühen würden, wenn sie sich aus dem Berufsleben verabschiedet hätten. Dieses ist ein Irrtum. Wie kann man erst ernsthaft Sadhana üben, nachdem man all seine Energie in die Arbeitswelt gesteckt hat? Wie will man dann noch im Alter Yoga praktizieren? Gibt es irgendwelche Gewissheiten im Leben? Nein, denn die spirituelle Saat der Disziplin und Hingabe muss bereits in jungen Jahren gesät werden, wenn man gesund und unverdorben ist. Nur dann wird sie Wurzeln schlagen, blühen und Früchte tragen wenn man alt wird und sich von der Arbeit zurückzieht. Nur dann kann man dem Gott des Todes ruhigen Gewissens und lächelnd gegenübertreten!
Ich werde die Möglichkeit aufzeigen, wie man die letztendliche Wirklichkeit erreicht und den ständigen Kreislauf von Geburt und Tod durchbricht. Die Hingabe zu Lord Rama ist ein großer Reiniger des Herzens. Aus der Hingabe erhebt sich Wissen. Aus dem Wissen kommt die Erkenntnis des reinen Selbst. Wenn man dieses wirklich kennt, geht man in die Absolute Heimstatt ein und vermischt sich mit dem Absoluten Selbst.
Wie sollte man, ohne zunächst die Hingabe zu Rama zu entwickeln, der das Selbst ist, der in den Herzen aller Wesen wohnt, der die Glückseligkeit ist und beispiellos ist, den Ozean des weltlichen Lebens, der Sorge, des Schmerzes und Elends überqueren? - Darum verehre Lord Rama, der Vishnu ist und der Gemahl von Sita, Lakshmi, ist. Schüttle die Dummheit und die Feindschaft ab. Gehe und diene Rama.
Der Herr mag jene, die sich Ihm hingeben. Er hat das Versprechen in der Ramayana gegeben: "Derjenige, der bei Mir Schutz sucht und sagt 'ich bin Dein', den segne ich mit Furchtlosigkeit vor allem Sein. Dieses ist mein Gelöbnis." Selbst ein großer Sünder, der von üblen Qualitäten erfüllt ist, und der die Werte anderer Menschen schätzt, wird von all seinen Fehlern des weltlichen Lebens befreit, wenn er sich immer des Herrn erinnert. Er erlangt Reinheit und geht in die Absolute Heimstatt des Herrn.
Der Name von Lord Rama ist der größte Reiniger des Herzens. Er schwemmt alle Sünden fort. Und nicht nur diese, sondern er schwemmt auch alle sündigen Neigungen fort. Der Name ist süßer als alle Objekte. Er ist der Zufluchtsort des Friedens. Er ist das Leben der reinen Seele. Er ist der Reiniger aller reinigenden Faktoren. Er löscht das Feuer weltlicher Wünsche. Er erweckt das Wissen Gottes. Er badet den Sucher im Ozean der göttlichen Glückseligkeit. Gepriesen sei Sri Rama und sein Name!
Oh Devote! Rezitiere Seinen Namen, singe zu Seinen Ehren und diene Seinen Lotus Füßen. Verankere Lord Rama, dessen Bildnis sich im Herzen Lord Siva widerspiegelt, vom Himmel in deinem Herzen. Gesegnet wird die fromme Seele, die ohne Unterbrechung den Nektar von Sri Ramas Namen trinkt, der dem Ozean der Vedas unaufhörlich entströmt, der die Unreinheiten der Kali Yuga oder des Eisenzeitalters entfernt, der ständig auf den Lippen von Lord Siva lebendig ist, der ein Heilmittel gegen die Krankheit weltlicher Existenz und das Leben von Mutter Sita ist.
Ram-Nam verbrennt Unwissenheit, Leidenschaft und Sünde. Ob mit oder ohne Wissen, ob richtig oder falsch ausgesprochen, erzeugt das Wort Rama Regenschauer des Guten über den Devote. Sri Rama ist Brahman, der uns den Ozean weltlicher Existenz überqueren lässt.
Lord Siva erzählte Seiner Gemahlin Parvati: "Dieses Ram-Nam entspricht den tausend Namen des Herrn, oder der tausendfachen Wiederholung des Mantra."
Wenn der Geist unruhig ist, wenn man ein Gefühl von Zeitverschwendung empfindet, wiederhole nur von Zeit zu Zeit wieder Seinen Namen. Der Geist wird allmählich ruhiger und kann sich immer besser auf das Wiederholen (Japa) des Namens konzentrieren.
Sri Rama ist auch wie ein Baum, der alle Wünsche erfüllt. Er wird alle Wünsche erfüllen. Lord Siva sagt dazu: "Die Saat aller guten Dinge, der Zerstörer aller Unreinheiten dieser dunklen Zeit, reiner als die Reinheit selbst, die Nahrung der Sucher auf der Reise zur Befreiung, ihr einziger Ruheplatz, der Lebenshauch tugendhafter Menschen, das ist der göttliche Name von Sri Rama, wie die Heiligen bestätigen."
An dem besonderen Ramnavmi-Tag nimm dir fest vor, mit jedem Atemzug Ram-Nam zu wiederholen, und ein rechtschaffendes Leben zu führen.
Ramnavmi ist das wichtigste Fest der Vaishnava-Sekte der Hindus. Doch auch jene, die Lord Siva verehren, feiern gelegentlich an diesem Tag. Einige halten strenges Fasten ein. Tempel werden geschmückt und das Bildnis von Lord Rama wird besonders in den Mittelpunkt gerückt. Die heilige Ramayana wird in den Tempeln gelesen. Am Geburtsort, in Ayodhya, wird an diesem Tage eine große Ausstellung abgehalten.
In Südindien wird Sri Ramnavmi Utsavam neun Tage lang mit großer Hingabe gefeiert. Geschichtenerzähler bringen dem interessierten Publikum die Episoden der Ramayana mit großem Enthusiasmus dar. Der heilige Name Rama wird gesungen. In kleinen Aufführungen wird die Vermählung von Rama und Sita dargestellt.
Im Sivananda Ashram, Rishikesh, wird Ramnavmi neun Tage lang zelebriert:
Spirituelle Sucher wiederholen Om Sri Ramaya Namah oder Om Sri Ram Jai Ram Jai Jai Ram.
Devotes lesen während der neun Tag die ganze Ramayana, entweder in der Sanskrit-Version des Heiligen Valmiki oder der Hindi-Version des Heiligen Tulsidas.
Zumindest wird folgender Vers gelesen: "In früherer Zeit ging Rama in die Wälder, wo die Rishis ihre Buße taten, und tötete ein Fabelwesen. Dann wurde Sita weggebracht und Jatayu getötet. Rama traf Sugriva, tötete Vali und überquerte den Ozean. Die Stadt Lanka wurde von Hanuman verbrannt. Die Dämonen Ravana und Kumbhakarna wurden getötet. Dieses ist der Inhalt der Ramayana."Die Devotes grüßen an diesen Tagen einander mit "Sri Ram" oder "Jai Ram-ji-ki."
Jene, die Lord Rama anbeten, fasten, trinken dabei während der neun Tage nur Milch und essen nur Früchte. Einige fasten nur an dem eigentlichen Festtag.
Am Ramnavmi-Tag findet für Lord Rama ein großer Gottesdienst im wunderhübsch geschmückten Tempel statt. Alle vedischen Riten inkl. Laksharchana werden zelebriert.
Ein havan wird ebenfalls zelebriert.
Von morgens vier Uhr bis spät in die Nacht hört man überall nur Ram Ram.
Einzelne Blätter, Broschüren und Bücher über Lord Rama werden verteilt oder verkauft.
Besondere Zusammenkünfte am Abend beziehen sich auf Gespräche über das Leben und die Lehren von Lord Rama.
Ernsthafte Sucher fassen den Vorsatz, sich um den Fortschritt in ihrer Spiritualität zu bemühen.
Oh ihr Sucher, die Zeit rinnt davon! Erkennt den Wert der Zeit. Die Zeit ist so kostbar. Nutzt jede Sekunde. Lasst alles Unnütze Gerede hinter euch. Lebt in jedem Augenblick zur Verwirklichung des göttlichen Ideals und des Ziels. Entfaltet eure latenten Fähigkeiten. Wachset, entwickelt euch und werdet übermenschliche oder dynamische Yogis. Bemüht euch und erreicht das Ziel des Lebens.
Möget ihr alle durch intensive Hingabe zu Lord Rama ein glückseliges Leben führen! Möge sich euer Leben mit der Ekstase göttlicher Liebe vermischen! Möge Sri Rama, der wie die Strahlen von Millionen von Sonne ist, und von Gott gesegnet ist, euch alle beschützen! Möge der Segen von Lord Rama immer über euch sein!
Mahavira wurde 599 v. Chr. geboren und 72 Jahre alt. Er verlies sein Zuhause 569, erreichte Allwissenheit 557 und verstarb 527 v. Chr. Er war der letzte Tirthankara. Mahavira lebte ein Leben absoluter Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Keuschheit. Er verfügte über keinerlei Besitz.
Mahirva wurde als Sohn von Sidhatha, des Raja von Kundalpura und der Königin Trisala geboren. Trisala war auch bekannt unter den Namen Priya Karni. 'Maha' bedeutet groß und 'Vira' bedeutet Held. 'Tirtha' heißt Wasserfurt. Im übertragenen Sinne deutet dieses auf einen spirituellen Führer oder Philosophen hin, der es ermöglicht, den Ozean der wiederkehrenden Geburten der Welt zu überqueren. 'Kara' bedeutet, jemand der etwas macht oder ermöglicht. Das ganze Wort 'Tirthankara' heißt: ein Jain Heiliger Lehrer.
Mahavira war nicht der Gründer des Jainismus. Er revidierte die Jain Doktrin. Er war vielmehr Reformer als ein Gründer des Vertrauens. In der Jain-Philosophie werden die "Zeitalter" in zwei Zyklen aufgeteilt. Es heißt, dass in jedem Halbzyklus, als Zeitintervall, vierundzwanzig Tirthankaras enthalten sind, die die Predigt der Doktrin erneuern. Mahirva war der vierundzwanzigste, und wie die Anderen vor ihm, wurde er als Allwissend angesehen.
Mahirva wurde auch Vardhamana, d.h. immer forschrittlich, und Sanmati genannt. Im Alter von acht Jahren kannte er bereits die zwölf Gelöbnisse von Ahimsa usw. Er war ein gehorsamer Sohn und diente ihnen voller Vertrauen und Hingabe. Er war ein fähiger Staatsmann. Er war nicht verheiratet.
Mahavira befasste sich mit der Kontemplation auf das Selbst. Er wusste, dass die Vergnügen dieser Welt vergänglich waren und das Karma verstärken würden. Ihm war bekannt, dass das Zurückziehen der Sinne zu ewiger Glückseligkeit führen würde.
Die Leute waren außerordentlich erstaunt über die tugendhafte Natur von Mahavira, eines Mannes in so jungen Jahren. Er war sehr an Meditation interessiert. Er kultivierte die Kunst der Musik und Literatur. So vergingen für Vardhamana dreißig Jahre seines Lebens.
Vardhamana sah, bedingt durch seine hellseherischen Fähigkeiten, dass er bereits unzählige Geburten hinter sich hatte. Er dachte, wie viele Geburten sind fruchtlos an mir vorübergegangen! Ich sehe klar, dass die Seele sich von der eigentlichen Vorsehung entfernt hat. Ich habe bereits dreißig Jahre meines Lebens verschwendet. Ich habe keine Buße getan. Ich habe mich nicht von der Welt zurückgezogen, um reines Wissen zu erreichen. Die Vernarrtheit, die Wurzel allen Übels, ist noch nicht zerstört.
Prinz Vardhamana wurde außerordentlich reuevoll. Er beschloss, sich von allem Weltlichen zu trennen. Er gab die Beziehungen zu seinen Eltern, Freunden, und Verwandten auf. Er überdachte entsprechend der Jain Schriften die zwölf Anuprekshas oder so genannten Angelegenheiten:
Alle weltlichen Dinge sind vergänglich.
Die Seele allein ist der Ausweg für die Seele.
Diese Welt hat keinen Anfang und ist betrügerisch.
Nichts außer der Seele kann der Seele helfen.
Körper, Geist usw. sind im Wesen von der Seele getrennt.
Die Seele ist im Wesen rein und der Körper im Wesen unrein.
Die Seele ist auf Grund des Einflusses von Karma gebunden.
Jeder sollte diesen Einfluss unterbrechen.
Befreiung findet statt, wenn sich das Karma aufgelöst hat.
Die befreiten Seelen verbleiben an der Spitze des erfüllten Raumes.
Als Mensch in diese Welt geboren zu werden und auf die Natur der Seele
zu meditieren, sind der größte Segen.Die drei beschriebenen Juwelen zu erlangen, wie sie in der Allwissenheit
beschrieben wurden, sind der größte Segen.Mahavira dachte über diese zwölf Dinge nach und entschied sich, dass er letztendlich sein Heim verlassen musste. Mahaviras Mutter sagte: "Mein geliebter Sohn, du wirst nicht in der Lage sein, die Disziplin zu ertragen. Es ist noch später Zeit dafür. Du musste deinem Vater helfen, das Königreich zu regieren. Du kannst in ein paar Jahren noch Mönch werden."
Mahavira entgegnete: "Liebe Mutter! Alle Objekte dieser Welt sind wie flüchtige Wasserblasen. Wo kann man in dieser Welt glücklich werden, dieser Heimat von Krankheit, Sorge, Schmerz und Tod? Ich muss diese Welt verlassen."
Mahavira verteilte all seinen Besitz an die Armen. Er ging in die Wälder. Er legte selbst seine Kleidung ab und lief völlig nackt herum. Er wandte sich nach Norden. - "Siddhas seid gegrüßt!" - Er riss sich fünf Haarbüschel aus und wurde Mönch. Er praktizierte rigorose Disziplin, fastete viele Tage und meditierte auf die reine Natur der Seele.
Mahavira wurde durch die himmlischen Kräfte geprüft. Eine Gruppe gut aussehender Frauen umringte ihn. Doch Mahavira blieb unberührt und unbeeindruckt. Er blieb allwissend. Er predigte seine Botschaft des Friedens dreißig Jahre lang, nachdem er Allwissenheit erlangt hatte. Er wanderte nach Magadha, Mithila usw. Viele Könige wurden seine Schüler.
Die zwölf Monate eines Hindu-Jahres basieren auf dem Mondkalender. Die Monate werden nach dem Stern benannt, dessen vorherrschender Einfluss bei Vollmond in dem jeweiligen Monat stattfindet. An dem Tag des Vollmonds des Chaitra-Monats herrscht der Stern Purnima, der den Chitra Guptas zugeordnet wird. An diesem Tag werden die himmlischen Vertreter des Gottes des Todes geehrt. Dazu wird gewürzter Reis vorbereitet, der im Anschluss an den Gottesdienst als Prasada oder heiliges Sakrament verteilt wird. Außerdem findet eine Feuerzeremonie statt. Durch diese religiöse Verehrung fühlen sich die Engel der anderen Welt besonders geehrt und beurteilen die Handlungen der Menschen mit größerem Wohlwollen.
Dieser Gottesdienst, der immer am ersten Vollmond zu Beginn eines Hindujahres (Chaitra ist der erste der zwölf Monate eines Hindujahres, beginnend am 1.4.) stattfindet, soll uns an die Kraft erinnern, die ständig über unsere Handlungen auf der Erde wacht. Diese Erinnerung dient zur unsichtbaren Kontrolle der eigenen Lebensführung. Die Idee ist, dass Chitra Guptas als machtvoller Beobachter zwischen unseren Schultern sitzt, damit wir permanent nur Gutes tun.
Der Begriff Chitra Guptas bedeutet "verborgene Bilder". Ein klares Bild aller unserer guten und schlechten Handlungen wird in den himmlischen Aufzeichnungen verwahrt. Der Hindu personifiziert sie in diesem Gottesdienst. Das wirkliche Wunder der Verehrung von Chitra Guptas wird in folgender Geschichte zum Ausdruck gebracht:
Brihaspati ist der Guru von Indra, dem König der Götter. Bei einer Gelegenheit gehorchte Indra seinem Guru nicht. Daraufhin wurde Indra nicht von seinem Guru über das, was man tun oder nicht tun sollte, aufgeklärt. Während der Abwesenheit von Bhrihaspati beging Indra viele üblen Handlungen. Als der mitfühlende Guru seine Pflichten wieder aufnahm, wollte Indra von ihm wissen, was er tun sollte, um die falschen Handlungen, die er in der Abwesenheit von ihm begangen hatte, zu sühnen. Brihaspati bat Indra auf eine Pilgerreise zu gehen.
Während seiner Pilgerreise fühlte Indra plötzlich wie ihm an einem bestimmten Platz (nahe Madurai in Südindien) viele Sünden von der Schulter genommen wurden. An dem Ort entdeckte er einen Siva Lingam. Er ordnete dieses Wunder diesem Lingam zu und errichtete dort einen Tempel. Dann verehrte er den Lingam. Der Herr selbst brachte in einem nahe gelegenen Teich eiligst einige Lotus-Blumen hervor und erschien vor Indra. Indra fühlte sich außerordentlich gesegnet. Dieser ereignisreiche Tag, an dem er den Herrn verehrte, war Chitra Purnima.
Erinnere dich zu Chitra Purnima während des Gottesdienstes an diese Geschichte. Wenn du wirklich vertraust, deine Sünden aufrichtig bereust, den Herrn voller Hingabe um Vergebung der Sünden bittest, wenn du beschließt, niemals diese Sünden zu wiederholen, und auch beschließt, deinem Guru zu gehorchen, und dich nicht über seine Anweisungen hinwegzusetzen, dann werden dir deine Sünden vergeben. Es gibt darüber keinen Zweifel. Dieses ist das Wunder dieser Geschichte von Indra. Meditiere über diese Geschichte an Chitra Purnima.
Die Hindu Schriften beschreiben den erhebenden Gottesdienst von Chitra Purnima: Das Bildnis der Gottheit wird, in einem Wasserkessel eingeschlossen, mit allen Ritualen und Formalitäten verehrt. Meditiere an Chitra Gupta, indem du folgende Verse rezitierst:
Chitra guptam mahaa praajnam lekhaneepatra dharinam,
Chitra-ratnaambara-dhaararn madhyastham sarvadehinaam.Dann opfere in ritualistischer Form Weihrauch, Kampfer, Blumen usw. Gebe einigen Brahmins, Armen und Bedürftigen zu essen. Spende großzügig und empfange den Segen des Herrn.
Hanuman Jayanti -
Om Sri Hanumate NamahSri Hanuman wird in ganz Indien verehrt, entweder allein oder zusammen mit Sri Rama. Jeder Sri Rama-Tempel trägt auch Symbole von Sri Hanuman. Hanuman war der Avatara von Lord Siva. Er war der Sohn des Windgottes und Anjani Devi. Er wurde auch Pavanasuta, Marutsuta, Mahavira, Bajrangabali oder Pavankumar genannt.
Hanuman war die lebendige Verkörperung der Macht von Ram-Nam. Er war in seinem Wirken absolut selbstlos und wunschlos, ein wahrer Karma Yogi. Er war ein großer Devote und ein außergewöhnlicher Brahmachari oder Zölibatär. Er diente Sri Rama mit reiner Liebe und Hingabe, ohne irgendwelche Früchte dafür zu erwarten. Er lebte nur, um Sri Rama zu dienen. Er war einfach, bescheiden und weise. Er besaß alle göttlichen Tugenden. Er tat, was andere nicht tun konnten: er überquerte mit Hilfe von 'Ram-Nam' den Ozean, verbrannte die Stadt Lanka, die den Dämonen-Königen gehörte. Er überbrachte das Gewürzkraut 'Sanjeevini', um das Leben von Lakshmana zu retten. Er führte Sri Rama und Lakshmana aus der Unterwelt, nachdem er Ahiravana getötet hatte.
Hanuman war voller Hingabe, verfügte über Wissen, Geist für den selbstlosen Dienst, lebte im Zölibat und in Wunschlosigkeit. Er prahlte nie mit seinen Tugenden oder seiner Intelligenz.
Er sagte zu Ravana: "Ich bin ein einfacher Botschafter von Sri Rama. Ich bin hergekommen, um Sri Rama zu dienen, seine Arbeit zu verrichten. Ich bin hergekommen, weil Sri Rama es mir befohlen hat. Ich bin durch die Gnade von Sri Rama furchtlos. Ich fürchte mich nicht vor dem Tod. Ich begrüße ihn freundlich, wenn er während meines Service an Sri Rama über mich kommt."
Sri Rama sagte selbst zu Hanuman: "Ich bin in deiner Schuld, oh mächtiger Held. Du hast wundervolle übermenschliche Taten vollbracht. Du forderst dafür keinen Lohn. Sugriva wollte sein Königrein zurück haben. Angada wurde zum Kronprinzen gekürt. Vibhishana wurde König von Lanka. Doch du hast niemals um irgendetwas gebeten. Du hast die wundervollen Perlen, die du von Sita bekommen hast, fortgeworfen. Wie kann ich dir meine Dankbarkeit zeigen? Ich werde immer in deiner Schuld bleiben. Ich gewähre dir ewiges Leben. Alle werden dich, wie mich selbst, ehren. Dein Bildnis wird an der Tür meines Tempels einen Ehrenplatz erhalten und immer zuerst verehrt. Wann immer Geschichten über mich erzählt werden oder über mich gesungen wird, wirst du immer zuerst besungen. Du wirst in der Lage sein alles zu tun, selbst wenn ich dazu nicht in der Lage bin.
Auf diese Weise pries Sri Rama Hanuman, nachdem Hanuman aus Lanka zurückgekehrt war, nachdem er Sita, Ramas Frau, gefunden hatte. Hanuman fühlte sich in keiner Weise erhoben. Er fiel in tiefer Verehrung zu den heiligen Füßen von Sri Rama.
Sri Rama fragte ihn: "Oh mächtiger Held, wie hast du den Ozean überquert?" - Hanuman antwortete in seiner einfach Art: "Durch die Macht und Ehre deines Namens, oh Herr." - Wieder fragte Sri Rama: "Wie hast du Lanka in Brand gesteckt? Wie konntest du dich selbst retten?" - und Hanuman antwortete: "Durch deine Gnade, mein Herr." Welch' tiefe Demut verkörperte Hanuman!
Viele Menschen wollen sich etwas für ihre Taten verdienen. Einige wollen nichts, doch sie können sich nicht dem Ruhm widersetzen. Einige wollen nichts, doch sie brüsten sich mit ihren Taten. Hanuman stand über allem. Darum ist er der ideale Karma-Yogi und ein unübertroffener Bhakti. Sein Leben ist ein Beispiel für Karma-Yoga. Jeder sollte versuchen, dass Beste daraus zu machen, indem er dem ehrenwerten Beispiel von Hanuman folgt.
Sein Geburtstag fällt auf den Tag von Chaitra Chukla Purnima, dem Vollmondtag im Zeitraum März-April. An diesem Tag verehre Sri Hanuman. Faste an diesem Tag. Lese die Sri Hanuman Chalisa. Verbringe den ganzen Tag mit Japa von Ram-Nam. Hanuman wird sich aufs höchste geehrt fühlen und dich bei all deinen Unternehmungen mit Erfolg segnen.
Ehre gebührt Hanuman! Ehre gebührt seinem Herrn, Sri Rama!
Im Jahr 1017 n.Chr. wurde Ramanuja in dem kleinen Dorf Perumbudur, ungefähr 35 km westlich von Chennai (Madras), geboren. Sein Vater hieß Kesava Somayaji und seine Mutter Kantimathi, eine sehr fromme und tugendhafte Dame. Ramanuja's Tamil Name war Ilaya Perumal. Ramanuja verlor seinen Vater bereits in jungen Jahren. Nach dessen Tod kam er nach Kancheepuram im Süden Indiens, um seine Studien über die Vedas unter Yadavaprakasha, einem Lehrer der Advaita-Philosophie, fortzusetzen.
Ramanuja war ein ausgezeichneter Schüler. Yadavaprakasha's Interpretationen der vedischen Texte entsprachen nicht seinen Vorstellungen. Ramanuja hatte viel an den Ausführungen seines Meisters zu kritisieren. Manchmal gab er seine eigenen Interpretationen zum Besten, die seinen Mitschülern wesentlich besser gefielen. Dieses machte Yadavaprakasha sehr eifersüchtig.
Yadavaprakasha verfasste einen Plan, um Ramanuja das Leben zu nehmen. Er arrangierte für Ramanuja und seinen Cousin Govinda Bhatta, ebenfalls ein Schüler Yadavaprakasha's, eine Pilgerreise nach Varanasi. Govinda Bhatta, ein Lieblingsschüler von Yadavaprakasha, erfuhr während der Reise von dem Mordplan. Er informierte Ramanuja über die Gefahr und half ihm zu fliehen. Durch die Gnade Gottes konnte Ramanuja mit der Hilfe eines Jägers und dessen Frau, die sie zufällig auf der Reise trafen, entkommen.
Ungefähr Ende des 10. Jahrhunderts wurde in Südindien das Visihtadvaita-System eingeführt. Die Anhänger dieses Glaubensbekenntnisses waren um die bedeutenden Vaishanavite Tempel bei Kancheepuram, Srirangam, Tirupathi und anderen Orten vereint. Der Kopf der bedeutenden Vaishanavite Institution war Yamunacharya, der große Heilige und Gelehrte; er war auch Leiter des Hauses in Srirangam. Einer seiner Schüler, Kanchipurna, diente im Tempel in Kancheepuram. Obwohl er ein Sudra (Dienerkaste) war, war Kanchipurna sehr fromm und gütig, sodass die Menschen vor Ort großen Respekt vor ihm hatten. Es gibt auch heute noch einen Tempel in Kancheepuram, wo Kanchipurna's Bildnis zu sehen ist, und wo er wie ein Heiliger verehrt wird.
Der junge Ramanuja kam unter Kanchipurna's Einfluss und hatte so großen Respekt vor ihm, dass er ihn in sein Haus einlud. Er wollte ihm seine Aufwartung machen, ihn persönlich beim Abendessen bedienen und selbst erst später essen. Unglücklicherweise kam Kanchipurna zum Essen als Ramanuja nicht zu Hause war und wurde darum von dessen Frau bedient. Als Ramanuja nach Hause zurückkehrte, fand er sein Haus gereinigt und seine Frau nahm gerade ein Bad, weil sie einen Sudra bedient hatte. Dieses irritierte Ramanuja sehr und brachte ihn gegen seine Frau auf, die orthodox erzogen war und ein anderes soziales Verständnis hatte als er. Nach diesem Ereignis verließ Ramanuja seine Frau und wurde Sannyasin.
Ungefähr zur gleichen Zeit suchte der alternde Yamunacharya einen jungen Nachfolger mit gutem Charakter für das Haus bei Srirangam. Er hatte über seine Schüler bereits von Ramanuja gehört und kam zu dem Endschluss, Ramanuja als seinen Nachfolger einzusetzen. Er schickte nach Ramanuja. Als Ramanuja in Srirangam eintraf, war Yamunacharya bereits tot und Ramanuja sah, wie dessen Körper von den Anhängern zur Einäscherung aus dem Dorf getragen wurde. Ramanuja folgte ihnen zum Ort der Verbrennung. Dort wurde er darüber informiert, dass Yamunacharya vor seinem Tode drei Anweisungen (Wünsche) hinterlassen hatte, d.h. es sollte eine Visishtadvaita Bhashya über die Brahma Sutras von Vyasa niedergeschrieben werden, die er seinen Schülern der Vishishtadvaita Philosophie mündlich gelehrt hatte, und außerdem sollten die Namen von Parasara, dem Autor der Vishnu Purana, und der Heilige Sadagopa unsterblich gemacht werden. Ramanuja war tief berührt und gab noch am Ort der Verbrennung vor dem Toten das Versprechen, dass er mit Gottes Hilfe diese Wünsche Yamunacharya's erfüllen wolle. Ramanuja lebte 120 Jahre, und im Laufe seines langen Lebens erfüllte er all diese Wünsche.
Nach dem Tod von Yamuna wollten dessen Schüler in Srirangam und in anderen Orten, dass Ramanuja den Platz von Yamuna einnehmen sollte. Dieses war auch der ausdrückliche Wunsch des verstorbenen Yamuna. Daraufhin wurde Ramanuja mit allen Ehren als Kopf des Visishtadvaita Hauses in Srirangam eingeführt.
Dann begab sich Ramanuja zu Nambi nach Thirukottiyur, um sich in das heilige Mantra mit den acht Silben 'Om Namo Narayanaya' einweihen zu lassen. Irgendwie wollte Nambi der Initiierung nicht zustimmen. Er ließ Ramanuja achtzehn Mal von Srirangam nach Madurai hin- und herreisen, bevor er einwilligte, und das auch nur nach einem heiligen Versprechen der Geheimhaltung. Dann weihte Nambi Ramanuja ein: "Ramanuja bewahre dieses Mantra als Geheimnis. Dieses Mantra ist sehr mächtig. Diejenigen, die dieses Mantra ständig wiederholen, werden Befreiung erlangen. Gib es nur an ehrenwerte Schüler weiter." Doch Ramanuja hatte ein großes Herz. Er war außerordentlich mitfühlend. Seine Liebe für die Menschen war grenzenlos. Er wollte, dass jeder Mensch an der ewigen Glückseligkeit von Lord Narayana teilhaben sollte. Er erkannte, dass dieses Mantra sehr mächtig war. Er rief alle Menschen zusammen, unabhängig von Herkunft und Kaste. Er begab sich auf dem Turm oberhalb des Eingangs des Tempels und rief allen das heilige Mantra mit erhobener Stimme zu. Nambi, sein Guru, erfuhr davon und wurde wütend. Ramanuja sagte: "Oh mein geliebter Guru! Bitte bestrafe mich für mein falsches Handeln. Ich werde gern alle Foltern der Hölle auf mich nehmen, wenn dadurch Millionen von Menschen mit Hilfe des Mantras Befreiung erlangen." Nambi war mit Ramanuja Aussage sehr zufrieden und fühlte dessen großes Herz voller Mitleid. Er segnete Ramanuja. Auf diese Weise, mit der notwendigen Qualifikation ausgestattet, erreichte Ramanuja in seiner Bekanntheit Yamuna.
In dieser Zeit wurde Ramanuja immer berühmter. Er konnte sich immer besser ausdrücken und argumentieren. Dann schrieb er seine Kommentare zu den Brahma Sutras, die als Sri Bhashya bekannt geworden sind. Das Visishtadvaita ist ein altes System, das von Bodhyana um 400 v.Chr. geschrieben wurde. Es ist genauso wie das, wie es von Ramanuja dargelegt wurde; Ramnuja folgte damit den Interpretationen von Bodhayana über die Brahma Sutras. Ramanujas Sekte der Vaishnavas ist unter dem Namen Sri Sampradya bekannt geworden. Ramanuja schrieb drei weitere Bücher: die Vedanta Sara (Essenz der Vedanta), die Vedanta Sangraha (eine Zusammenfassung der Vedanta) und die Vedanta Deepa (das Licht der Vedanta).
Rmanuja bereiste Indien von Nord nach Süd und von Ost nach West, um den Pfad der Hingabe zu verbreiten. Er besuchte alle heiligen Plätze Indiens einschließlich Kashi, Kashmir und Badrinath. Auf dem Rückweg besuchte er die Tirupathi Berge. Hier fand er Anhänger der Saivites und der Vaishnavites, die miteinander stritten, denn jeder behauptete von sich, dass der Herr der Berge seiner Sekte angehören würde. Ramanuja schlug vor, es dem Herrn selber zu überlassen, den Streit zu schlichten. So legten sie die Zeichen beider Seiten, d.h. von Siva und Vishnu, zu Füßen des Herrn, und nachdem die Tür zum Tempel verschlossen worden war, waren standen Wächter beider Parteien vor dem Tor. Als am Morgen die Tore wieder geöffnet wurden, musste man feststellen, dass das Bildnis des Herrn das Emblem von Vishnu angenommen hatte, während das Emblem von Siva immer noch zu Füßen des Herrn lag, wo man es am Abend zuvor hingelegt hatte. So wurde entschieden, dass der Tempel ein Vaishnavite war und so blieb es auch.
Ramanuja besuchte danach alle Vaishnavite Schreine in Südindien und kam letztendlich auch nach Srirangam. Hier ließ er sich nieder und fuhr fort, die Visishtadvaita Philosophie zu predigen und Bücher zu schreiben. Tausende von Menschen strömten täglich herbei, um seine Lehrreden zu hören. Er 'reinigte' die Tempel und führte Riten ein. Er korrigierte viele soziale Übel, die sich in die Gemeinschaft eingeschlichen hatten. Er hatte eine Gemeinde von 700 Sannyasins, 74 Würdenträgern, die besondere Büros der Ministerien unterhielten, und tausende heiliger Männer und Frauen, die ihn als Gott verehrten. Er brachte viele Menschen auf den Bhakti-Weg. Er initiierte sogar Wäscher. Er war jetzt siebzig Jahre alt, doch war er dazu bestimmt, noch viele Jahre zu leben, Klöster und Tempel einzurichten, und viele tausend Menschen auf den Bhakti-Weg zu bringen.
König Kulothunga I. von Chola war in dieser Zeit ein großer Verfechter des Saivite. Er ordnete an, Ramanuja solle Siva als absoluten Herrn anerkennen. Zwei Schüler von Ramanuja, Kuresa und Mahapurna, zogen sich das Orange der Sannyasin an und gingen anstelle von Ramanuja zum Gericht von Kulothunga I. Sie wollten vor Gericht um die Überlegenheit von Vishnu ringen. Der Monarch verweigerte jedoch deren Anhörung und ließ ihre Augen ausstechen.
Die beiden unglücklichen Leute brachen wieder zu ihrem Heimatort Srirangam auf. Mahapurna war schon sehr alt und nicht mehr in der Lage, den Schmerz zu ertragen, und verstarb. Kuresa musste allein nach Srirangam zurückkehren. Zwischenzeitlich erreichte Ramanuja mit einigen Anhängern die Ausläufer der Western Ghats, ungefähr 80 km von Mysore entfernt. Nach großen Schwierigkeiten konnte er sich einleben und verbrachte nun einige Jahre damit, die Leute zu bekehren. Der herrschende König war Bhatti Deva von der Hoysala Dynastie. Die Tochter des Herrschers war vom Teufel besessen und niemand konnte ihr helfen. Ramanuja konnte ihr jedoch den Teufel austreiben. Der König war darüber hocherfreut und wurde zum Schüler von Ramanuja. Danach ließ sich Ramanuja im Königreich von Mysore nieder, baute einen Tempel bei Melkote und gründete die Gemeinschaft strenggläubiger Vaishnavite-Anhänger. Die niedere Harijan-Kaste war für Ramanuja von großer Hilfe, und er gab ihnen die Erlaubnis, an bestimmten Tagen, den von ihm erbauten Tempel bei Melkote zu betreten, was bis heute noch Gültigkeit hat. Ramanuja erbaute weitere Tempel in und um Mysore, gründete Gemeinschaften der Vaishnavite-Philosophie und übergab sie der Obhut seiner Schüler, die sein Werk fortsetzten. Auf diese Weise wirkte Ramanuja über 20 Jahre lang und seine Anhängerschaft wuchs auf mehrere tausend Mitglieder.
Inzwischen verstarb Kulothunga I. von Chola, der Ramanuja verfolgt hatte. Die Anhänger von Ramanuja überbrachten ihm die frohe Botschaft sofort und baten ihn nach Srirangam zurückzukehren. Ramanuja verlangte es wieder nach Srirangam zu gehen und im dortigen Tempel zu dienen. Doch seine Anhänger in Mysore wollten ihn nicht gehen lassen. Daraufhin baute er einen Tempel zu seiner eigenen Verehrung, installierte sein eigenes Bildnis zur Verehrung für seine Anhänger und Schüler. Dann reiste er nach Srirangam. Dort wurde er freudig begrüßt. Der Nachfolger des Königs von Chola war pro-Vaishnavite eingestellt und ließ Ramanuja in Ruhe wirken. Ramanuja setzte seine Arbeit für weitere vierzig Jahre fort. Er verstarb im bemerkenswertem Alter von 120 Jahren.
Ramanuja ist der Vertreter der Visishtadvaita Philosophie oder des qualifizierten Nicht-Dualismus. Ramanuja's Brahman ist Sa-visesha Brahman, d.h. ein Brahman mit Eigenschaften. Entsprechend der Lehren von Ramanuja ist Lord Narayana oder Bhagavan das absolute Sein; die individuelle Seele ist Chit; Materie ist Achit. Ramanuja sieht die Attribute als wirklich und permanent an, doch stehen sie unter der Kontrolle von Brahman. Die Attribute werden als Prakaras oder als Modi (Art) bezeichnet. Lord Narayana ist der Regent oder Herr des Universums. Die Jiva (individuelle Seele) ist sein Diener und Verehrer. Die Jiva sollte sich IHM völlig hingeben. Die Einheit Gottes ist weitestgehend mit den Attributen konsistent, da die Attribute oder Shakties in ihrer Existenz von Gott abhängig sind.
Der Vollmond-Tag im Monat Ashada ist der äußerst begünstigte und heilige Guru-Purnima-Tag. An diesem Ashada-Purnima-Tag, ein heiliger Tag zur Erinnerung an den großen Weisen Sri Vyasa Bhagavan oder Sri Krishna Dvaipayana, sitzen die Sannyasins an irgendeinem bestimmten Ort zum Studium, verrichten vedantisches Vichara und sprechen über die gesegneten Brahma-Sutras, die von Maharshi Vyasa zusammengestellt wurden. Sri Veda-Vyasa hat der ganzen Menschheit mit den vier Veden, den Puranas, der Mahabharata und der Bhagavata einen unvergesslichen Dienst erwiesen. Wir können unsere tiefe Dankbarkeit einzig und allein durch das beständige Studium seiner Werke und durch die Praxis seiner Lehren zum Ausdruck bringen. Ihm zu Ehren zelebrieren alle Sadhakas und Devotes eine Vyasa-Puja und beten ihre spirituelle Leitfigur an. Mahatmas und Sadhus werden geehrt und bewirtet. Familienväter überhäufen Heilige, Mönche und Gottesmänner mit Wohltaten. Für Sannyasins beginnt von diesem Tage das Chaturmas (die "vier Monate). Dazu verweilen die Sannyasins während der Regenzeit für die Dauer von vier Monaten an einem Ort, um die Brahma-Sutras zu studieren und zu meditieren.
Ashada-Purnima kündigt die Chaturmasa oder das Einsetzen des begierig erwarteten Regens an. Das im heißen Sommer aufgestiegene und zu Wolken gewordene Wasser offenbart sich nun überall in Form von Gewittern, Wolkenbrüchen oder Schauern und kündigt das aufkeimende Leben an. Praktiziere nun das im Studium erworbene Wissen! Beginne mit der Sadhana, damit die umfangreiche Theorie und Philosophie in die Praxis umgesetzt wird. - Lebe an diesem Tag nur von Milch und Früchten und übe strenges Japa deiner Guru- oder Ishta-Mantras und Dhyana. Die Shruti sagen: "Der hochbeseelte Strebende, dessen Hingabe zu dem Herrn groß ist und dessen Hingabe zu seinem Guru so groß ist wie zu dem Herrn, wird durch die ihm erklärten Geheimnisse erleuchtet." Guru ist Brahman oder Ishvara Selbst. Er führt und inspiriert uns vom innersten Kern unseres Wesens. Er ist überall.
Lasst uns seine Sichtweise einnehmen. Lasst uns auf das Universum schauen, als wäre es die Form des Guru's. Lasst uns die führende Hand, die erweckende Stimme, die erleuchtende Berührung des Guru in jedem Objekt der Schöpfung spüren. Die ganze Welt steht jetzt in einer veränderten Sichtweise vor uns. Der Guru wird uns all die kostbaren Geheimnisse des Lebens offenbaren und uns mit Weisheit beschenken. Der Absolute Guru, der sich in der sichtbaren Natur offenbart, wird uns die wertvollsten Lektionen des Lebens lehren. Lasst uns täglich diesen Guru der Gurus verehren, der selbst Avadhuta Dattatreya belehrte. Dattatreya, der als Gott und Guru der Gurus angesehen wird, sah in der Natur selbst seinen Guru, und lernte von ihr eine Vielzahl von Lektionen; von der schweigenden, alles ertragenden Erde mit ihrer erhabenen Geduld, von den Schatten spendenden und Frucht bringenden Bäumen, von den herniederprasselnden Regentropfen, den Planeten und den wiederkehrenden Jahreszeiten. Jene, die sich die Natur mit all ihren Wunder genauer betrachten und zuhören, werden von ihr lernen.
Nehmt alles an. Macht euch frei von eurem Ego. Alle in der Natur verschlossenen Schätze kommen auf einmal auf euch zu. Ihr werdet große Fortschritte machen und in kurzer Zeit Vollkommenheit erreichen. Werdet rein und unberührt wie eine Gebirgsbriese. So wie das Wasser eines Flusses unaufhörlich seinem Ziel, dem Ozean, entgegenstrebt, so lasst das Leben ununterbrochen auf das Absolute, der Existenz-Wissen-Glückseligkeit, zufließen, wobei ihr all eure Gedanken, Wörter und all eure Handlungen auf das eine Ziel richtet und IHM widmet.
Der Mond scheint, indem er das Sonnenlicht reflektiert. Es ist der Vollmond des Guru-Purnima-Tages, der das glorreiche Licht der Sonne reflektiert. Er verherrlicht die Sonne. Reinigt euch durch das Feuer selbstlosen Dienens und reflektiert wie der Vollmond das wundervolle Licht des Selbst. Macht euch folgendes zum Ziel: "Ich möchte ein lebendiges Zeugnis für das Göttliche sein, die brillante Sonne der Sonnen!" Das Absolute Selbst allein ist wirklich. ES ist die Seele aller. ES ist Alles in Allem. ES ist das Wesen dieses Universums. ES ist die Einheit, die niemals eine Dualität unter der vielfältigen Natur zulässt. - - Du bist dieses unsterbliche, all-durchdringende, all-glückselige Selbst. Du bist DAS. Verwirkliche ES und sei frei.
Erinnert euch der vier bedeutenden Zeilen der Brahma Sutras:
Athatho brahma jijnasaa - Darum jetzt Brahman hinterfragen,
Janmasya yathah - von dem alles ausgeht, der die Ursache von allem ist.
Sastra yonitwat - die Schriften bieten die Möglichkeit für das richtige Wissen
Tat tu samanvayat - denn sie bilden die wichtigste Stütze (des Universums).
Jaya Guru Siva Guru Hari Guru Ram;
Jagad Guru Param Guru Sat Guru Shvam.Verehrt Sri Vyasa und die Brahma-Vidya Gurus. Möge ihr Segen über euch allen sein!
In den Tagen der Vorzeit gingen unsere Vorväter, die Rishis und Aryavartha, in den Wald, um im Anschluss an Vyasa-Purnima, - einem bedeutenden Tag im Hindu-Kalender, - für die Dauer von vier Monaten Tapasya zu verrichten. An diesem denkwürdigen Tag begann Vyasa , eine Inkarnation des Herrn, seine Brahma-Sutras zu schreiben. Unsere Vorväter gingen also in den Wald, um Tapasya zu verrichten. Die Räumlichkeiten in den Ashrams werden inzwischen den Wälder und Höhlen vorgezogen, denn sie sind nicht mehr zeitgemäß; und so sollte man sich aus der Notwendigkeit heraus, nach eigenem Ermessen, Platz und Ort aussuchen, denn wesentlich ist unsere geistige Einstellung. Chaturmasa beginnt am Vyasa-Purnima-Tag, wenn Vyasa und die Brahma-Vidya-Gurus verehrt werden und mit dem Studium der Brahma-Sutras begonnen wird.
In der Mythologie spricht man bereits von 28 Vyasas, die vor Krishna Dvaipayana existierten. Er wurde als Sohn von Parasara Rishi durch Matsya-Kanya-Satyavati Devi unter besonderen Umständen geboren. Parasara war ein bedeutender Jnani und Astrologe; sein Buch 'Parasara Hora' ist noch immer ein Lehrbuch in der Astrologie. Er schrieb ebenfalls eine Smriti, bekannt als Parasara Smriti, die noch heute in der Soziologie und Ethik zitiert wird. Parasara kam zu der Erkenntnis, dass ein zu einem bestimmten Zeitpunkt empfangenes Kind als der größte Mensch des Zeitalters, d.h. als Amsa, Lord Vishnu's selbst, geboren würde. An diesem bestimmten Tag reiste Parasara in einem Boot und sprach mit dem Bootsführer über das Herannahen dieses außerordentlich günstigen Zeitpunktes. Der Bootsführer hatte eine mündige Tochter im heiratsfähigen Alter, die er Parasara zur Heirat anbot. Unser Vyasa stammt aus dieser Verbindung. Zu seiner Geburt wird gesagt, dass sie dem Segen Lord Sivas entspringt, der die Vereinigung begünstigte.
In einem sehr heiklen Alter gab Vyasa seinen Eltern zu verstehen, dass er in den Wald gehen und Akhanda Tapas verrichten wolle. Zunächst willigte seine Mutter nicht ein, gab aber später doch unter der Bedingung ihr Einverständnis, dass er vor ihr erscheinen solle, wann immer sie seine Gegenwart wünsche. In den Purunas heißt es, dass Vyasa die Einweihung aus den Händen des Weisen Vasudeva erhielt. Er studierte die Shastras unter den Weisen Sanaka und Sanandana und anderen. Er ordnete die Veden neu und schrieb die Brahma-Sutras für ein besseres Verstehen der Shrutis; er schrieb ebenfalls die Mahabharata, damit Menschen, mit geringerem Intellekt, in die Lage versetzt werden, das höchste Wissen auf einfachem Wege zu verstehen. Er verfasste die 18 Purunas und errichtete ein System, damit diese in Vorträgen gelehrt werden konnten. Auf diese Weise gründete er drei Pfade, d.h. Karma, Upasana und Jnana. Sein letztes Werk war das Bhagavata, was er auf Drängen von Devarshi Narada übernahm, da er sonst sein Lebensziel nicht erfüllt hätte.
Jedermann weiß, dass es sechs wichtige Denksysteme gibt, die unsere Vorväter entwickelt haben, und die als die Shad-Darsanas oder die sechs orthodoxen Schulen der Philosophie bekannt sind, d.h. Sankhya, Yoga, Nyaya, Vaiseshika, Purva Mimamsa und Uttara Mimamsa oder Vedanta. In jedem dieser Systeme gibt es unterschiedliche Meinungsschattierungen. Als diese Gedanken mit der Zeit zu unübersichtlich wurden, mussten sie mit Hilfe von Sutras neu geordnet werden. Lange Abhandlungen wurden in kurze Aphorismen als Sutras in Sanskrit verfasst, die als Schlüssel zur Erinnerung und als Hilfe für lange Diskussionen über jeden Gegenstand dienen sollten. In der Padma Purana wird die Definition einer Sutra beschrieben, danach soll eine Sutra kurz und eindeutig sein; doch leider haben diese Kurzformen einen solchen Umfang angenommen, dass die Sutras insgesamt immer unverständlicher wurden, und das gilt insbesondere für die Brahma-Sutras. Die Brahma-Sutras von Vyasa sind auch als Vedanta-Sutras bekannt, da sie sich nur mit der Vedanta befassen. Sie sind in vier Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel in vier Abschnitte untergliedert ist. Die Sutras beginnen und enden damit, dass 'die Erforschung der wirklichen Natur Brahman's keine Wiederkehr kennt', d.h., dass derjenige, der diesen Weg beschreitet, Unsterblichkeit erlangt und nicht mehr in diese Welt zurückkehren wird. Der älteste Kommentar über die Brahma-Sutras stammt von Sankaracharya, dem später Ramanuja, Vallabha, Nimbarka, Madhva und andere folgen, die ihre eignen Denkschulen errichteten. Die fünf Rangersten stimmten in den folgenden zwei Punkten überein, nämlich, dass 1. "Brahman die Ursache dieser Welt ist" und dass 2. "das Wissen von Brahman zur endgültigen Befreiung führt". Sie unterscheiden sich jedoch untereinander hinsichtlich der Natur dieses Brahman, im Verhältnis zwischen der individuellen und der höchsten Seele und in der Bedingung der Seele im Zustand der Befreiung.
Vyasa's Leben ist ein einzigartiges Beispiel für jemanden, der zur Verbreitung von spirituellem Wissen geboren wurde. Seine Schriften inspirieren uns und die ganze Welt noch heute. Mögen wir alle im Geiste seiner Schriften leben!
Tulsidas wurde in Rajpur, im Distrikt Banda von Uttar Pradesh, 1589 oder 1532 geboren. Er war von Geburt ein Sarayuparina Brahmin und wird als Inkarnation von Valmiki, dem Autor der Ramayana in Sanskrit, angesehen. Der Name seines Vaters war Atmaram Shukla Dube und seine Mutter hieß Hulsi. Tulsidas schrie nicht bei seiner Geburt. Er kam direkt mit seinen 32 Zähnen zur Welt. In seiner Kindheit wurde er Tulsiram oder Ram Bola gerufen.
Der Name von Tulsidas Frau war Buddhimati. Sein Sohn hieß Tarak. Die Beziehungen zu seiner Frau war von Leidenschaft geprägt. Er mochte sich nicht einmal einen Tag lang von ihr trennen. Eines Tages ging sie zum Haus ihres Vaters, ohne Tulsidas zu informieren. Heimlich schlich sich Tulsidas in der Nacht zum Haus seines Schwiegervaters, um sie zu sehen. Dieses rief in Buddhimati die Scham hervor. Sie sagte zu ihm: "Mein Körper ist nichts weiter als ein Netzwerk von Fleisch und Knochen. Wenn du für Lord Rama nur halb so viel Liebe entwickeln würdest wie für meinen filzigen Körper, würdest du sicherlich den Ozean von Samsara überqueren, Unsterblichkeit und Glückseligkeit erreichen. Diese Worte waren für Tulsidas wie ein Dolchstoß mitten ins Herz. Er blieb keinen Augenblick länger. Er verließ sein Haus und wurde Asket. Auf seiner Wanderschaft besuchte er 14 Jahre lang viele heilige Orte.
Nach der Rückkehr von seinen Wanderschaften schüttete Tulsidas das Restwasser aus seiner Vorratsflasche an die Wurzeln eines Baumes, der etwas vom heiligen Geist inne hatte. Der heilige Geist war sehr von Tulsidas Handlungsweise angetan. Der heilige Geist sagte: "Was wünschst du dir von mir." Tulsidas antwortete: "Gewähre mir Darshan bei Lord Rama." Der heilige Geist sagte zu ihm: "Geh' zum Hanuman Tempel: "Dort kommt ein Leprakranker und möchte als dein erster Zuhörer die Ramayana von dir hören. Er wird als letzter den Platz wieder verlassen. Halte dich an ihn. Er wird dir helfen." Auf diese Weise traf Tulsidas Hanuman, und durch seine Gnade hatte er Darshan bei Lord Rama.
Tulsidas hat zwölf Bücher geschrieben. Das bekannteste Buch von ihm ist seine Ramayan - Ram-charit-manas - in Hindi. Er schrieb dieses Buch unter der Anweisung von Hanuman. Diese Ramayan wird im Norden Indiens in jedem Hindu-Haushalt gelesen und verehrt. Es enthält wundervolle Reime. Ein weiteres bedeutendes Buch von Tulsidas ist Vinaya Patrika.
Einige Diebe versuchten seine persönlichen Sachen aus dem Ashram zu stehlen. Sie sahen einen Wächter mit blauem Gesicht, der Pfeil und Bogen in seinen Händen hielt und den Eingang bewachte. Wo auch immer sie hingingen, der Wächter folgte ihnen. Sie fürchteten sich. Am Morgen fragten sie Tulsidas: "Oh, ehrenwerter Heiliger! Wir sahen einen Wächter mit Pfeil und Bogen vor eurer Residenz. Wer ist dieser Mann?" Tulsidas blieb stumm und weinte. Er erkannte, dass Lord Rama selbst gekommen war, um seine Sachen zu schützen. Er verteilte sofort all seinen Besitz unter den Armen.
Tulsidas lebte für einige Zeit in Ayodhya. Dann ging er nach Varanasi. Eines Tages kam ein Mörder zu ihm und schrie: "Gib mit Almosen für die Liebe von Rama. Ich bin ein Mörder." Tulsidas holte ihn in sein Haus, gab ihm gesegnetes Essen, dass dem Herrn dargeboten worden war und erklärte, dass der Mörder gereinigt sei. Die Brahmins von Varanasi kamen zu Tulsidas und sagten: "Wie kann die Sünde eines Mörders vergeben werden? Wie kannst du mit ihm essen? Wenn der heilige Stier Sivas - Nandi - aus den Händen des Mörders essen würde, dann würden akzeptieren, dass er gereinigt wäre." Dann wurde der Mörder zum Tempel gebracht und der Stier fraß aus den Händen des Mörders. Die Brahmins schämten sich.
Einmal reiste Tulsidas nach Brindavan. Er besuchte den dortigen Tempel. Er sah das Bildnis von Lord Krishna. Er sagte: "Oh Herr, wie soll ich deine Schönheit beschreiben! Doch ich werde nur dann meinen Kopf beugen, wenn du Pfeil und Bogen aufnimmst." Der Herr offenbarte sich vor Tulsidas in Form von Lord Rama mit Pfeil und Bogen.
Tulsidas Segen brachte einer armen Frau den toten Ehemann zurück. Der Mogul, Eroberer von Delhi, erfuhr von diesem großen Wunder durch Tulsidas. Er sandte nach ihm. Tulsidas wurde vor Gericht gestellt. Der Eroberer bat den Heiligen einige Wunder zu bewirken. Doch Tulsidas antwortete: "Ich verfüge über keinerlei übermenschlichen Kräfte. Ich kenne nur den Namen Rama." Der Eroberer ließ Tulsidas einsperren. "Ich werde dich erst entlassen, wenn du mir einige Wunder zeigst." Tulsidas betete zu Hanuman. Unzählige Affen betraten den königlichen Gerichtssaal. Der Eroberer begann sich zu fürchten: "Oh Heiliger, vergib mir. Ich erkenne jetzt deine wahre Größe." Tulsidas wurde sofort aus dem Gefängnis entlassen.
Tulsidas verließ seine sterbliche Hülle im Jahre 1623 im Alter von 92 Jahren in Asighat in Varanasi.
In Südindien ist Raksha Bandhan auch als Avani Avittam bekannt. Dieses Fest fällt auf einen Vollmondtag des Monats Sravan (August-September). Es ist ein bedeutendes Hindufest. Die Hindus tragen ein heiliges Band und zelebrieren in der heutigen Zeit ein Trankopfer für die früheren Rishis .
Das Rezitieren der Vedas an diesem großen Tag wird als höchst vorteilhaft angesehen. Dieses Fest ist auch als Einweihungsfest /Einsegnungsfest bekannt. Es ist insbesondere heilig für Brahmins, die mit dem heiligen Band ausgestattet wurden. Dieses Band wird an Brahmin-Jungen verliehen, was symbolisch bedeutet, dass sich das dritte Auge, das Auge der Weisheit, geöffnet hat. Dieses heilige Fest erinnert die Träger an das heilige Band. Die Brahmins zelebrieren ebenfalls Trankopfer für ihre Vorfahren, denen sie ihre Geburt verdanken, - Trankopfer für große Rishis, in dessen Schuld sie sich wegen ihres spirituellen Wissens fühlen, - und Trankopfer für die Vedas. Der wahre Hindu vergisst niemals seine Wohltäter.
Die Anhänger der verschiedenen Vedas zelebrieren ihre Trankopfer an unterschiedlichen Tagen.
Als Indras Gemahlin von den Dämonen geschlagen wurde, band sie ein heiliges Band oder Amulett um das Handgelenk von Indra. Durch diesen Schutz errang der König der Götter den Sieg über die Dämonen. Danach eroberte er die verlorene Stadt Amaravati zurück. Im Norden Indiens wird an diesem Tag ein Amulett, dass als Raksha oder Rakhi bekannt ist, als Schutz vor irgendwelchem Übel um das Handgelenk von Brüdern und Schwestern gebunden. Brahmins und Purohits binden ebenfalls Amulette um die Handgelenke ihrer Gönner und erhalten Geschenke. Während dieser Zeremonie wird ein Mantra gesprochen. Das seidene Band wird mit der Macht des Mantras aufgeladen. Das Mantra lautet:
Yena baddho balee raajaa daanavendro mahaabalah;
Tena twaam anubadhnaami rakshey maa chala maa chala."Ich binde dieses Raksha um dein Handgelenk, mit dem der mächtige und großzügige König selbst verbunden war; Oh Raksha, verlass mich nicht; verlass mich nicht."
Krishna Janmashtami
(Om Namo Bhagavate Vasudevaya)Dieses ist der Geburtstag von Lord Krishna, der 8. göttlichen Inkarnation. Er fällt auf den 8. Tag des Neumondes von Bhadrapada (August-September). Dieses ist eines der bedeutendsten Hindu-Festtage. Lord Krishna wurde um Mitternacht geboren. An diesem Tag wird ein 24-stündiges Fasten empfohlen, das um Mitternacht unterbrochen wird.
Die Tempel werden zu diesem Festtag besonders geschmückt. Kirtans werden gesungen, Glöckchen erklingen, Hörner werden geblasen und Sanskrit-Hymnen werden zu Ehren von Lord Krishna rezitiert. Bei Mathura, wo Lord Krishna geboren wurde, finden besondere Zusammenkünfte statt. Zu dieser Gelegenheit kommen die Pilger aus ganz Indien an diesem Ort zusammen. Der Herr erschien an einem Mittwoch, als der Mond das Haus von Vrishabha bei der Stern-Konstellation von Rohini betrat, dem achten Tag der zweiten Monatshälfte von Sravana, was wiederum dem Monat Bhadrapad Krishnapaksha entspricht und gemäß Barhaspatyamana im Jahr von Visvavasu, d.h. vor 5172 Jahren, ca. 3227 v. Chr.
Studiere die Bhagavatam und die Pancharatras, die mit den Upanishads vergleichbar sind. Dort kann man alles über die Verehrung von Lord Krishna, Seine Lilas und übermenschlichen Taten erfahren. Der achte Avatar, Krishna, der der beliebteste Indiens und der Welt als Ganzes ist, beinhaltet drei Objekte: 1. das Zerstören der schlimmen Dämonen, 2. die führende Rolle auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, wo er die wundervolle Botschaft der Gita lieferte, und 3. das Zentrum zur Entwicklung der Bhakti-Schulen in Indien.
Es gibt keine wirkliche Wissenschaft außer der Hingabe zu Lord Krishna. Derjenige, der Radha und Krishna liebt, ist wirklich wertvoll. Es gibt keine Sorgen, außer man ist IHM nicht hingegeben. Es gibt keinen anderen Weg, außer der Gesellschaft von Sri Krishnas Anhänger. Der Name, seine Tugenden und Lilas (sein Zeitvertreib) sind die wichtigsten Dinge, deren man sich erinnern sollte. Die Lotus-Füße von Radha und Krishna sind die Hauptobjekte der Meditation.
Sri Kirshna ist der Ozean der Glückseligkeit. Seine anrührenden Lilas, die wie die Wunder der Wunder sind, sind seine Wellen. Seine unvergleichlichen und unübertroffenen Werte der Schönheit verblüffen die lebendigen und die unbelebten Wesen. Er überschüttet seine Freunde mit seiner unvergleichlichen Liebe. Seine Hände tragen die Zeichen einer Lotusblüte und eines Diskus. Auf der rechten Fußsohle ist eine Lotusblüte, ein Blitz, ein eiserne Stachel, ein Gerstensaatkorn und ein Swastika zu sehen. Auf seiner linken Fußsohle befindet sich ein Regenbogen, ein Triangel, ein Wassertopf, eine Mondsichel, der Himmel, ein Fisch und der Fußabdruck einer Kuh. Seine Form wird aus universalem Bewusstsein und Glückseligkeit gebildet. Sein Körper durchdringt den gesamten Kosmos.
Die Hingabe, d.h. Bhakti, kindliche Liebe für den Herrn, ist die einzige Möglichkeit, um Lord Krishna zu erreichen. Wenn sich die Liebe des Menschen auf Krishna richtet, wird er von der Bindung der Welt befreit. Obwohl Lord Krishna in einem menschlichen Körper erscheint, so hat er doch einen göttlichen Körper, der nicht aus den fünf Elementen geformt wurde. Er wurde nicht unter den normalen Bedingungen geboren. Er ist auch nicht gestorben. Er erschien und verschwand durch Sein Yoga Maya, wie es in der Gita beschrieben wurde. Dieses ist ein Geheimnis, das nur seinen Anhängern, den Yogis und Heiligen bekannt ist.
Seine verzauberte Form - mit der Flöte in der Hand - wird in unzähligen Häusern Indiens angebetet. Es ist die Form, der die Hingabe und absolute Liebe der Herzen der Anhänger entgegenfließt; dieses gilt nicht nur für Indien, sondern auch für den Westen. Millionen spiritueller Sucher verehren IHN und wiederholen sein Mantra: Om Namo Bhagavate Vasudevaya.
Lord Krishna war gleichermaßen reich an Wissen, in seinen Handlungen und mitfühlend. Es gibt keine anderen Schriften als die über Krishna, die das Leben vollkommener, intensiver, vollendeter und großartiger widergespiegelt haben. Krishna hat während seines irdischen Daseins verschiedene Rollen gespielt: Er war Arjunas Lenker. Er war ein exzellenter Staatsmann. Er war ein Meister der Musik; er hat selbst Narada in der Kunst des Musizierens unterrichtet. Sein Flötenspiel hat selbst die Herzen der Gopis und die aller anderen Menschen erweichen können. Er war Kuhhirte in Brindavan und Gokul. Er verfügte bereits als Kind über mystische Kräfte. Er tötete viele Dämonen. Er offenbarte seine kosmische Form gegenüber seiner Mutter Yashoda. Er spielte Rasa Lila, ein Geheimnis, das nur von Anhängern, wie Gauranga, Radha und den Gopis verstanden wird und wurde. Er lehrte Arjuna und Uddhava die absolute Wahrheit des Yoga, Bhakti und der Vedanta. Er meisterte alle 64 feinen Künste. Aus all diesen Gründen wird er als eine vollkommene Offenbarung Gottes angesehen.
Göttliche Inkarnationen finden immer aus gegebenen Anlässen und besonderen Begleitumständen statt. Wann immer viel Unrecht, soziale Ungerechtigkeit, Durcheinander und Unordnung auf Grund von Selbstsüchtigkeit, Lug und Trug geschieht, erscheint ein großer Avatar, um die Ordnung und den Frieden wieder herzustellen. Eine Inkarnation ist ein Abstieg des Göttlichen zum Aufstieg für den Menschen. Ein Strahl des kosmischen Seins kommt auf die Erde herab, um die Harmonie des Universums aufrecht zu erhalten. Das Wirken und die Lehren Gottes beeinflussen die Menschen, damit sie sich zur Selbstverwirklichung entfalten. Die Inkarnation kommt, um die göttliche Natur im Menschen zu offenbaren und das materialistische Leben der Leidenschaft und des Egoismus zu überwinden. Die größten Offenbarungen werden als wirkliche Inkarnationen bezeichnet. Als kleinere Offenbarungen gelten Rishis, Munis, Propheten, Söhne und Botschafter Gottes.
Um den Herrn willkommen zu heißen, werden zu Krishna Janmashtami in Südindien die Häuser festlich geschmückt. Es werden süße Mahlzeiten bereitet, um sie dem Herrn anzubieten. An diesem Ehrentag wird aus der Bhagavatam rezitiert, gesungen und gebetet. Im Sivananda Ashram in Rishikesh wird an diesem Tag folgendes Programm abgehalten:
Während der achte Tage der Feierlichkeiten wird intensiv Japa Om Namo Bhagavate Vasudevaya gesungen.
Jene, die in der Lage sind, rezitieren aus der Bhagavatam, andere lauschen den Ausführungen.
An dem Geburtstag wird gefastet und man verweilt den ganzen Tag in heiliger Gesellschaft.
Jeder grüßt jeden mit Om Namo Bhagavate Vasudevaya.
An diesem Tag wird ein großes Havan zelebriert.
Von morgens früh (4.00 Uhr) bis spät in die Nacht findet Satsang statt, wobei das Leben und die Lehren des Herrn verehrt werden.
Zum Sonnenuntergang versammeln sich die Menschen im schön dekorierten Tempel und singen den Namen zur Ehre des Herrn.
Viele Hymnen werden gesungen und aus der Bhagavatam wird rezitiert, insbesondere das Gopika Geetam.
Bis Mitternacht wird Lord Krishna verehrt. Der Herr wird symbolisch in Milch gebadet, wobei seine 108 Namen wiederholt werden.
Diese Verehrung beinhaltet Blumenopfer, Arati und Lesungen aus der Bhagavatam. Um Mitternacht, seiner Geburtsstunde, wird sein Bildnis in eine wundervoll dekorierte Wiege gelegt. Danach erhalten alle Versammelten das heilige Prasada, um dann mit erfüllten Herzen auseinander zu gehen.
Selbst wenn man während dieser Tage nicht die ganze Srmad Bhagavatam lesen kann, sollte man doch die wichtigsten Verse lesen:
Vor der Schöpfung hab allein ICH existiert. Es gab nichts, weder Existenz noch Nicht-Existenz. ICH allein bleibe nach der Auflösung der Schöpfung zurück.
Man muss verstehen, dass Maya oder Illusion ohne jeden Sinn und Zweck ist, dass sie im Selbst nicht vorkommt, und dass sie genauso unwirklich wie Licht und Dunkelheit ist.
So wie die Primärelemente miteinander verschmolzen und gleichzeitig voneinander getrennt sind, so durchdringe ich das ganze Universum und bin auch davon getrennt.
Der Strebende sollte durch das Differenzieren von Positiv und Negativ die Dinge erkennen, die dauernd und überall sind.
Erfahre diese Wahrheit durch den höchsten Überbewusstseinszustand, sodass du nicht durch irgendwelche Illusionen gestört wirst.
Möge der Segen von Lord Krishna und Sri Radha immer über euch sein!
Hoch lebe Lord Ganesha, der Brahman, den absoluten Herrn, selbst repräsentiert, der die Energie von Lord Siva ist, der die Quelle aller Glückseligkeit ist, der uns alle tugendhaften Qualitäten und den Erfolg bei all unseren Unternehmungen gewährleistet.
Mushikavaahana modaka hastha,
Chaamara karna vilambitha sutra,
Vaamana rupa maheshwara putra,
Vighna vinaayaka paada namasthe.Bedeutung: "Oh Lord Vinayaka! Sohn Lord Siva's, der alle Hindernisse beseitigt, mit einem Körper, der sehr kurz ist, mit der Maus als Fortbewegungsmittel, mit dem süßen Pudding in der Hand, mit den großen Ohren und dem lang herabhängen Rüssel. Ich verneige mich vor deinen Lotus-Füßen.
Ganesh Chaturthi ist eines der beliebtesten Hindu-Feste. Dieses ist der Geburtstag von Lord Ganesha. Es ist der Tag, wo Lord Ganesha am meisten verehrt wird. Dieser Tag fällt auf die so genannten hellen 14 Tage des Vollmondes von Bhadrapada (August-September). An diesem Tag wird überall in Indien und bei allen Hindus in der ganzen Welt gefeiert. Dazu werden Tonfiguren geformt. Nachdem diese zwei Tage bzw. bis zu 10 Tagen verehrt wurden, werden sie ins Wasser geworfen.
Lord Ganesha ist der Gott mit dem Elefantenkopf. Er wird in allen Gebeten zuerst genannt. Bevor irgendeine hingebungsvolle Anbetung oder viel versprechende Arbeit begonnen wird, werden Seine Namen zuerst wiederholt. Er ist der Herr der Macht und Weisheit. Er ist der älteste Sohn von Lord Siva und der ältere Bruder von Skanda oder Kartikeya. Er verkörpert die Energie von Lord Siva und wird darum als Sohn von Shankar und Umadevi genannt. Durch die Anbetung von Lord Ganesha hoffen die Mütter, dass sie für ihre Söhne die Tugenden von Ganesha verdienen.
Die folgende Geschichte beschreibt die Umstände seiner Geburt und wie er zum Elefantenkopf kam:
Vor Urzeiten hatte die Gottheit Gauri (Gemahlin von Lord Siva) während des Bades Ganesha als ein reines weißes Wesen aus dem Schlamm ihres Körpers erschaffen und vor den Eingang ihres Hauses platziert. Sie sagte ihm, dass er niemanden ins Haus lassen dürfe, und ging dann ins Haus um ein Bad zu nehmen. Lord Siva kam kurz darauf sehr durstig nach Hause und wurde von Ganesha aufgehalten das Haus zu betreten. Siva wurde darüber sehr ärgerlich und schnitt ihm kurzerhand den Kopf ab, denn er glaubte Ganesha sei ein Außenstehender.
Als Gauri davon erfuhr, war sie tief erschüttert. Um sie zu trösten, befahl Siva seinen Dienern, den Kopf von einer Kreatur zu bringen, das mit seinem Gesicht in Richtung Norden gerichtet schlafen würde. Die Diener gingen auf ihre Mission und fanden lediglich einen Elefanten, der in dieser Position verharrte. Das Opfer war auf diese Weise gefunden und der Elefantenkopf wurde zu Siva gebracht. Der Herr pflanzte daraufhin den Elefantenkopf auf den Körper von Ganesha.
Lord Siva verlieh ihm die Würde, bei allen Unternehmungen, Hochzeiten, Expeditionen, Studien usw. zuerst genannt zu werden. Er legte auch fest, dass die jährliche Verehrung von Ganesha am 4. Tag der hellen Hälfte (Vollmondzeit) von Bhadrapada stattfinden sollte.
Ohne die Gnade von Sri Ganesha und dessen Hilfe kann nichts erreicht werden. Nichts kann ohne seine Unterstützung, Gnade oder seinen Segen unternommen werden. Vor jeder Stunde bei Einführung in das Alphabet üben die Maharashtrian Kinder zuvor das Mantra von Lord Ganesha: Om Sri Ganeshaya Namah. Erst dann beginnt der eigentliche Unterricht.
Die folgenden Namen sind die bekannten Namen von Lord Ganesha: Dhoomraketu, Sumukha, Ekadantha, Gajakarnaka, Lambodara, Vignaraja, Ganadhyaksha, Phalachandra, Gajanana, Vinayaka, Vakratunda, Siddhivinayaka, Surpakarna, Heramba, Skandapurvaja, Kapila und Vigneshwara. Er wird von vielen auch als Maha-Ganapathi bezeichnet. Sein Mantra lautet: Om Gung ('gang' gesprochen) Ganapathaye Namah. Spirituell Strebende, die Ganesha als Schutzgottheit verehren, wiederholen dieses Mantra oder singen: Om Sri Ganeshaya Namah.
Die Anhänger von Ganesha üben ihr Japa auch mit dem Ganesha Gayatri Mantra, das wie folgt lautet:
Tat purushaaya vidmahe
Vakratundaaya dheemahi
Tanno dhanti prachodayaat.Lord Ganesha ist eine Verkörperung von Weisheit und Glückseligkeit. Er ist der Herr der Brahmacharins. Er ist der Rankerste unter den Zölibates.
Sein 'Fahrzeug' ist eine kleine Maus. Er ist die vorherrschende Gottheit des Muladhara Chakra (am unteren Ende der Wirbelsäule), das psychische Zentrum im Körper, in dem das Kundalini Shakti residiert.
Er ist der Herr, der alle Hindernisse auf dem Weg der spirituellen Sucher beseitigt und ihnen weltlichen ebenso wie spirituellen Erfolg sichern soll. Er wird auch Vigna Vinayaka genannt. Er ist der Herr von Harmonie und Frieden. Lord Ganesha verkörpert das OM oder Pranava, was bei den Hindus als das Hauptmantra betrachtet wird. Nichts kann ohne dieses Mantra geschehen. Dieses erklärt auch, warum Ganesha immer am Anfang jedes Projektes oder Ritus steht. Seine beiden Füße repräsentieren die Macht des Wissens und die Macht des Handelns. Der Elefantenkopf ist ein Zeichen dafür, dass er als einzige Figur in sich das Symbol des OM trägt. Das Reiten einer Maus bedeutet die vollkommene Eroberung des Egoismus. Das Halten der Ankusha zeigt seine Herrschaft über die Welt. Es ist das Emblem des göttlichen Königs.
Ganesha ist der erste Gott. Das Reiten einer Maus, eines der kleinsten Geschöpfe der Welt, der Elefantenkopf, der Kopf des größten Tieres, besagt, dass Ganesha der Schöpfer aller Wesen ist. Elefanten gelten als sehr weise; dieses zeigt, dass Lord Ganesha eine Verkörperung der Weisheit ist. Folgendes zeigt den Evolutionsprozess auf: die Maus entwickelt sich schrittweise zum Elefanten und schließlich zum Menschen. Darum hat Ganesha einen menschlichen Körper, einen Elefantenkopf und eine Maus als Fortbewegungsmittel. Dieses zeigt die symbolische Philosophie seiner Form.
Er ist der Herr der Ganas oder Gruppen, z.B. der Elefantengruppen, der Gruppen des Sinne usw. Er ist der Kopf der Anhänger Siva's oder himmlischen Diener Siva's. Die Vaishnavas verehren ebenfalls Lord Ganesha. Sie haben ihm den Namen Tumbikkai Alwar gegeben, was soviel heißt, wie der Gott mit dem Elefantenrüssel.
Die Mächte Ganesha's sind die Kundalini und die Vallabha oder die Macht der Liebe. Er liebt den süßen Pudding oder die Bälle aus Reismehl mit einem süßen Kern. An einem seiner Geburtstage ging er von Haus zu Haus und nahm alle dargebotenen süßen Puddings gern an. Nachdem er eine Vielzahl davon verzehrt hatte, setzte er sich des Nachts auf seine Maus und machte einen Ausritt. Plötzlich stolperte die Maus, weil sie eine Schlange entdeckt hatte und sich vor ihr fürchtete, mit dem Ergebnis, dass Ganesha herunterfiel. Sein Bauch brach auf und all die süßen Puddings kamen hervor. Doch Ganesha verstaute sie wieder, hielt die Schlange fest und wickelte sie sich um den dicken Bauch. Als der Mond am Himmel das sah, konnte er sich vor Lachen kaum halten. Dieses ungehörige Verhalten des Mondes ärgerte ihn so sehr, dass er ihn verfluchte, und niemand sollte es wagen, am Ganesha Chaturthi Tag zum Mond hinaufzuschauen. Wenn man es doch macht, wird man sicherlich einen schlechten Namen bekommen, getadelt werden oder einen schlechten Ruf bekommen. Wenn man an diesem Tag jedoch versehentlich zum Mond hinaufschaut, gibt es nur einen Ausweg, um sich von dem Fluch zu befreien: man muss die Geschichte lesen oder sich anhören, wie Lord Krishna seinen Charakter bzgl. des Syamantaka Juwels reinigte. Diese Geschichte wird in der Srimad Bhagavatam erzählt. Lord Ganesha freute sich über diesen seinen Erlass. Geehrt sei Lord Ganesha! Wie freundlich und dankbar ist er doch zu seinen Anhängern.
Ganesha und sein Bruder Lord Subramanya hatten einst einen Streit darüber, wer der Ältere von beiden sei. Daraufhin entschied Lord Siva, dass beide auf eine Tour um die Welt gehen sollten, und derjenige, der zuerst am Ausgangspunkt wieder einträfe, sollte der Ältere sein. Subramanya machte sich sofort auf den Weg. Er setzte sich auf sein Gefährt, einen Pfau, und los ging es. Doch der weise Ganesha umrundete liebevoll verehrend seine Eltern und fragte sie nach dem Preis für seinen Sieg. Lord Siva sagte: "Geliebter und weiser Ganesha! Wie sollte ich dir den Preis geben; du bist doch gar nicht um die Welt gegangen?" - Ganesha aber antwortete: "Nein, aber ich bin um meine Eltern herumgegangen. Meine Eltern repräsentieren das ganze offenbarte Universum!" Auf diese Weise wurde der Streit zu Gunsten von Lord Ganesha beigelegt, der danach als der Ältere der beiden Brüder bestätigt wurde. Mutter Parvati gab ihm auch eine Frucht als Preis für seinen Sieg.
In der Ganapathi Upanishad wird Ganesha als das absolute Selbst angesehen. Die Legenden, die sich um Lord Ganesha ranken, sind in der Ganesha Khanda der Brahma Vivartha Purana nachzulesen.
Am Ganesh Chaturthi Tag meditiere früh am Morgen über die Geschichten, die man sich von Lord Ganesha erzählt. Nach einem Bad gehe zum Tempel und verrichte deine Gebete für Lord Ganesha. Opfere ihm etwas Kokosnuss und süßen Pudding. Bete aufrichtig und mit Hingabe. Das wird alle Hindernisse auf dem spirituellen Weg beseitigen. Verehre ihn auch zu Hause. Stelle ein Bild von ihm zu Hause auf. Fühle seine Gegenwart. Vergiss nicht, schaue an diesem Tag nicht zum Mond! Dieses bedeutet, dass man von diesem Tage an alle jene meiden sollte, die kein Vertrauen in Gott haben und sich über ihn, deinen Guru, die Religion usw. lustig machen. Fasse neues Vertrauen und bete zu Lord Ganesha für die innere spirituelle Kraft und für den Erfolg bei allen Unternehmungen.
Möge der Segen Sri Genesha's über allen sein! Möge er alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Möge er alle mit materiellem Besitz und Befreiung segnen!
Sri Radha - das göttliche Mysterium
Sri Radhashtami ist im ganzen Land, und ganz besonders im Norden, eine freudige Gelegenheit, sich an den Heiligen von Rhada, mit dem all seine Anhänger und Geschichtsschreibern vertraut sind, ins Gedächtnis zu rufen. Doch es gibt nichts in der religiösen Vergangenheit, das so wenig verstanden wurde, wie dieses spirituelle Wunder, das an diesem besonderen heiligen Tag, dem achten Tag in der hellen Mondphase von Bhadrapada (August-September), dem Geburtstag von Radha, verehrt wird. Das Wort Radhakrishna ist ein zusammengesetzter Name. Die Anhänger begeben sich in mystische Kontemplation und werden bei dem Versuch, die Beziehung von Sri Krishna und Radha zu verstehen, von Ekstase geschüttelt. Doch ist es wie beinahe mit allen Dingen in der Welt, diese Beziehung, die tief spirituell und mystisch ist, ist für uns Menschen nur schwer zu verstehen, weil Gott und alles, was irgendwie mit Gott verbunden ist, nicht zum Objekt menschlichen Verstehens werden kann. Von dem menschlichen Geist kann man nicht erwarten, dass er Gott versteht. Es ist, als würde das Stroh versuchen, Feuer in sich zu tragen, so versucht der Intellekt des Menschen das göttliche Mysterium in der Schöpfung zu erfassen. Die Anhänger von Sri Krishna erzählen sich viel über Radha, das göttliche Mysterium. Man kann es nur als ein göttliches Mysterium bezeichnen, denn jede andere Bezeichnung wäre unzutreffend. Selbst heutzutage bleibt Seine Beziehung zu den Anhängern, den menschlichen Wesen und zu allem Sein ein Mysterium.
Doch das besondere Wunder, das der Beziehung zwischen Sir Krishna und Radha anhaftet, ist die darin enthaltene unvorstellbare Liebe, die zwischen Gott und der Welt wirksam ist. Die Welt wird auf Grund der Beziehung zu Gott von Liebe regiert. Der Grundstoff des göttlichen Seins kann als Liebe, Freude oder Glückseligkeit bezeichnet werden. Doch man kann diese Freude, diese Zufriedenheit oder Liebe, diese Zuneigung, nur unter der Bedingung von Erfahrung betrachten. Es gibt nur Männer und Frauen, und man kann nichts Anderes einbeziehen. Wenn Männer und Frauen auf dieses Mysterium von Gott kontemplieren, können sie an nichts Anderes denken, - und dieses betrifft nur Männer und Frauen. Dieses ist ein Hohn des religiösen Mysteriums und eine Demonstration der menschlichen Unfähigkeit, die Anforderungen auf Seiten des Menschen mit dem Gesetz Gottes gleichzusetzen. Man könnte darüber in allen religiösen Werke lesen, und doch wird man nicht die Beziehung zwischen Krishna und Radha verstehen. Einerseits ist es ein Thema der göttlichen Ekstase der Hingabe, wenn der Geist rein ist, andererseits ist es ein Thema sarkastischer Interpretationen mysteriöser Beziehungen zwischen dem absolut Männlichen (Gott) und des absolut Weiblichen (Shakti).
Es gibt zwei Extreme bei die Annäherung in der Gottes-Verehrung. Bei der sanften Annäherung der Anhänger auf dem Pfad der göttlichen Liebe, werden diese Extreme nicht wahrgenommen. Die meisten Verehrer / Anhänger gehen den sanften Weg. Die extremen Stufen sind nicht für empfindsame Menschen, schwächliche Körper, unreine Gefühle, Schwachköpfe oder Menschen mit Vorurteilen geeignet. Der menschliche Geist, der das göttliche Mysterium beinhaltet, muss die Fähigkeit besitzen, das göttliche Feuer zu ertragen. Häufig heißt es, dass die Umarmung Gottes eine Umarmung des Feuers ist, und niemand konnte als normaler Mensch weiterleben nachdem er Gott umarmt hatte. Dieses sind Aussagen von Leuten, die den Pfad auf sich genommen hatten. Das Radhakrishna Mysterium ist ein Geheimnis, so wie Gott selbst ein Geheimnis ist. Was könnte ein größeres Geheimnis sein als die Existenz Gottes? Man kann nicht wissen, wo Gott ist oder was er macht, oder warum ER die Welt erschaffen hat. Man kann nichts über Seine Beziehung zu uns oder unsere Beziehung zu IHM sagen. Man kann nichts über IHN sagen, und je weniger man sagt desto besser ist es. Genauso ist es, wenn wir die Srimad Bhagavata Purana, die Brahma-vaivarta Purana und bestimmte andere Texte lesen, wo solche extremen Formen göttlicher Beziehungen beschrieben werden, dann unsere Schritte zurückverfolgen und es uns einfach die Sprache verschlägt. Sprache und Geist kehren von dem zurück, was sie weder in der Lage sind auszudrücken noch zu verstehen. Der Grund für diese Schwierigkeit liegt darin, dass wir als menschliche Wesen mit unserer Denkweise nicht darauf vorbereitet sind. In uns steckt ein Vorbehalt, der geheimnisvoll in unserem Geist versteckt ist, ein Geheimnis, das wir selbst gern vor den Augen Gottes verbergen möchten. In uns ist eine Furcht verborgen, dass wir einerseits unsere Bindung an die Gesetze der menschlichen Gesellschaft verlieren könnten, und dass wir uns andererseits in der so genannten Liebe Gottes verlieren könnten. Der Begriff der "Liebe Gottes" beinhaltet entweder die Liebe, die man als Devote gegenüber Gott empfindet, oder die Liebe, die Gott für seinen Devote hat. Beides kann unter diesem Begriff "Liebe Gottes" verstanden werden. In Bezug auf Gott gibt es nichts Halbherziges oder gar ein vorsichtiges sanftes Verhalten. In uns steckt ein Verlangen nach Vollkommenheit. Doch wir bleiben Menschen und wir können nur wie Menschen denken; das betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen. Dieses Vorurteil verlässt uns nicht und es kann uns auch nicht verlassen. Neben dem Geschlecht gibt es andere Dinge, die uns an das Irdische wie mit Stahlketten bindet, denn wir sind an unsere Persönlichkeit und unsere eigenen Vorurteile gebunden, die vor Gott, der allumfassenden überlegastischen Existenz, abschmelzen müssen. Der Gedanke des Ringens um Vollkommenheit (Ich will) löscht das menschliche Individuum. Dieses Schmelzen des menschlichen Individuums wird auch "Liebe Gottes" genannt.
Selbst bei den allgemeinen intensiven Formen weltlicher Liebe neigt unsere Individuum zu schmelzen, obwohl es nicht schmilzt. Wir erfahren in unserem Leben nur selten intensive Liebe. Häufig empfinden wir wie nutzlose Glasstücke einer zerbrochenen Scheibe. In uns selbst stellen wir nutzlose leere Hülle zur Schau. Dieses ist das menschliche Leben heutzutage. Doch dieses funktioniert nicht, wenn man sich der Wirklichkeit des Lebens stellen will. Man kann wahre Zuneigung und wahre Liebe mit nichts in der Welt vergleichen. Wir sind darum wie Heuchler. Wir sind uns selbst gegenüber nicht einmal ehrlich, wie sollten wir dann gegenüber anderen ehrlich sein. Dieses Dilemma ist von großer Gefahr für den Menschen. Und mit dieser Krankheit kommt der Mensch bereits zur Welt, und es bleibt an ihm haften, wo auch immer er hingeht, in welcher Inkarnation er sich auch immer befinden mag. Vielleicht ist dieses die wirkliche Sünde, von der die Theologen immer wieder sprechen. Solange wir diesen Umstand nicht vollkommen abwerfen und uns nackt der Liebe Gottes als reinen Geist stellen, können wir weder fühlen noch ermessen, was göttliche Liebe ist. Aus diesem Grund können wir nicht die Beziehung zwischen Radha und Krishna in Verbindung von Radhakrishna verstehen. Wir fahren fort darüber zu lesen, verstehen jedoch nichts. Der Versuch der Seele, dieses Mysterium zu verstehen, ist ein Versuch, die eigene Persönlichkeit zu zerstören, und niemand ist darauf vorbereitet. Solch ein Opfer können wir nicht bringen. Wir üben immer eine gewisse Zurückhaltung, wenn wir uns Gott mit einer überaus großen Furcht und der verborgenen Bewahrung unserer eigenen Persönlichkeit nähern. Wir sind nicht darauf vorbereitet, dieses Mysterium von Radha-Krishna zu verstehen. Der Mensch ist heutzutage nicht auf dieses Opfer vorbereitet. Der andere Aspekt dieses Mysteriums wird als Rasalila bezeichnet, das wundervoll anrührend in der Rasa-Panchadhyayi der Srimad Bhagavata beschrieben wird, was für den unreinen Geist widerwärtig und für den reinen Geist wundervoll klingt. Der Mensch selbst ist eine widerwärtige Existenz. Nichts kann schlimmer sein als die eigene Individualität. Er tritt mit seiner Unreinheit vor Gott und weigert sich, das übermenschliche Wirken in dieser göttlichen Welt, dem Königreich Gottes, und das ist die Erde, zu verstehen.
Ich weiß nicht, ob der Leser dieser Zeilen sich aus dem Gelesenen etwas macht, denn es ist schwierig sprachlich auszudrücken, was man eigentlich nicht in Worte fassen kann. Mit bescheidener Ehrerbietung verneige ich mich vor dem allmächtigen Herrn, dessen Mysterium diese Schöpfung ist. Unser Gesegnetsein und Wohlergehen besteht in der Erkenntnis, dass wir IHN nicht verstehen können und in der Erwartung der göttlichen Gnade, dass er uns emporhebt.
Die dunkle Hälfte von Aswayuja (September-Oktober) ist als Mahalaya Paksha bekannt. Sie wird als 14-tägiges Opfer für die Vorfahren gesehen. Der letzte Tag, der Neumond-Tag, gilt als der wichtigste Tag für Beisetzungsfeierlichkeiten und Riten. Der berühmte Held der Mahabharata, Karna, stieg zu den höheren Welten auf, als er seine sterbliche Hülle verlässt. Die großen Wohltaten, die er auf Erden vollbracht hatte, fielen auf ihn hundertfach zurück. Doch es war nur Gold und Silber, denn er hatte zu Lebzeiten zu wohltätigen Zwecken keine Nahrung verteilt! Er betete zum Gott des Todes. Auf diese Weise kam er für 14 Tage zur Erde zurück, um diese Unzulänglichkeit zu beseitigen.
14 Tage lang fütterte er die Brahmins und die Armen, holte für sie Wasser. Als Gegenleistung wurde er in den höheren Regionen reichlich mit Nahrung versorgt. Es sind diese 14 Tage, denen man in der Mahalaya Paksha Zeit gedenkt. Auf Grund der Gnade des Gottes des Todes wurde bestimmt, dass alle Opfergaben in dieser Zeit den verstorbenen Seelen zugute kommt, Verwandten wie Nicht-Verwandten gleichermaßen.
Nahrungsopfer sind während dieser Tage sehr wichtig, denn das Leben hängt von der Ernährung ab. Man kann keine Religion mit leerem Magen ausüben. Dieser menschliche Körper ist das bedeutendste Medium zur Gottverwirklichung. Wie wundervoll muss die Nahrung sein, die den Körper für Yoga fit hält. Das Teilen von Nahrung ist das größte Geschenk. Darum gib viel Nahrung, nicht nur in dieser Mahalaya-Zeit, sondern das ganze Jahr über.
Hoch lebe die göttliche Mutter Durga, die in allem Sein in Form von Intelligenz, Dankbarkeit und Schönheit vorhanden ist, und als Gemahlin Sivas gilt, der das Universum erschafft hat, erhält und wieder zerstören wird. Das Fest wird zweimal im Jahr begangen, einmal im Monat Chaitra (April-Mai) und dann im Aswayuja (September-Oktober). Es dauert neun Tage lang, - in Anbetracht der neun Manifestationen von Durga. Während Navaratri, was wörtlich neun Nächte bedeutet, fasten die Anhänger. Brahmins werden verpflegt und Gebete zur Erhaltung von Gesundheit und Besitz werden gesprochen.
Der Sommer- und der Winteranfang sind zwei bedeutende Verbindungsstellen bzgl. klimatischer Veränderungen und Veränderungen der Sonneneinflüsse. Diese beiden Perioden werden zum Anlass für das Verehren der göttlichen Mutter genommen. Sie lassen sich in der Rama-Navaratri in Chaitra und der Durga-Navaratri in Aswayuja erkennen. Die Körper und die Köpfe der Menschen sind bedingt durch die Natur beträchtlichen Veränderungen unterworfen. Sri Rama wird während Ramnavmi und Mutter Durga während Navaratri verehrt.
Die Durga Puja wird in den verschiedenen Teilen Indiens unterschiedlich zelebriert. Doch das Basisziel liegt im Besänftigen der Shakti, der Gottheit in ihrem Machtaspekt, um alle Menschen mit Reichtum, Glück, Wissen (heiligem und weltlichem) und mit einem Potenzial an Macht zu beschenken. Worin der besondere Wunsch auch immer bestehen mag, um welchen Segen immer gebeten wird, Mutter Durga soll durch diese Verehrung besänftigt werden, und man möchte sich unbedingt mit ihr verbinden. Es gibt keine anderen Ziele, nur das soll bewusst oder unbewusst erreicht werden. Jeder möchte von ihr gesegnet sein, beschützt werden und an ihrer Liebe teilhaben.
Die Durga Puja wird zur Erinnerung an den Sieg über Mahishasura abgehalten, dem Dämonen mit dem Büffelkopf. In Bengalen wird Ihr Bildnis neun Tage lang verehrt und dann ins Wasser geworfen. Der zehnte Tag wird Vijaya Dasami oder Dussera (der zehnte Tag) genannt. In den Dörfern und Städten finden Prozessionen mit Ihrem Bild an der Spitze statt.
Die Mutter (die Frau des Königs der Himalajas) von Durga wollte unbedingt ihre Tochter sehen. Es war ihr von Lord Siva gestattet, die geliebte Tochter Durga neun Tage im Jahr zu sehen. Das Fest der Durga Puja bezeichnet den bevorstehenden Besuch und endet mit dem Vijaya Dasami Tag, wenn die Gottheit Durga wieder zum Berg Kailas zurückkehrt. Dieses ist die Sichtweise einiger Devotes.
In Bengalen wird die Durga Puja als großes Fest gefeiert. Alle, die weit von zu Hause weg wohnen, kehren zu den Feierlichkeiten nach Hause zurück. Mütter versöhnen sich wieder mit Söhnen und Töchtern, und Frauen wieder mit ihren Männern. Die Topfmacher modellieren Bildnisse aus Ton, die Maler machen entsprechende Bilder, die Musiker spielen ihr zu Ehren besondere Lieder und die Priester rezitieren aus den Heiligen Schriften. Die Bengalen sammeln das ganze Jahr über Geld, um es während dieser Puja-Tagen auszugeben. Kleidungsstücke werden kostenlos an Brahmnis verteilt. Die bengalischen Frauen heißen die Gottheit mit mütterlicher Liebe willkommen und geben das Bildnis am letzten Tag mit mütterlichen Tränen in den Augen wieder ab. Mit jeder Zeremonie wird der ausziehenden Tochter gedacht, die ihr Haus verlassen muss/ musste, um bei ihrem Ehemann zu leben. Dieses ist ein Sinnbild für Durga, die von ihrer geliebten Mutter scheiden musste.
Durga Puja ist das größte Hindu-Fest, wo Gott als Mutter verehrt wird. Der Hinduismus ist die einzige Religion in der Welt, die die Mutterschaft Gottes dermaßen verehrt. Die Mutter-Kind-Beziehung ist die teuerste und süßeste aller menschlichen Beziehungen. Es ist richtig, Gott als Mutter zu betrachten. Durga verkörpert die göttliche Mutter. Sie ist der Energieaspekt des Herrn. Ohne Durga hat Siva keine Ausdruckskraft und ohne Siva hat Durga keine Existenz. Siva ist die Seele von Durga; Durga ist identisch mit Siva. Lord Siva ist nur der stille Zeuge. Er ist bewegungslos, absolut ohne jede Veränderung. Er ist nicht von dem kosmischen Spiel berührt. Durga macht alles. Shakti ist die allmächtige Kraft des Herrn bzw. die kosmische Energie. Die göttliche Mutter wird mit zehn verschiedenen Waffen in ihren Händen dargestellt. Sie sitzt auf einem Löwen. Sie hält das Spiel des Herrn in den drei Attributen der Natur aufrecht, d.h. in Sattwa, Rajas und Tamas. Wissen, Frieden, Lust, Zorn, Gier, Egoismus und Stolz sind alles ihre Formen.
In der Devi Sukta der Rig Veda Samhita steht geschrieben, dass Vak, symbolisiert durch die Tochter des Heiligen Anbhirna, ihre Identität mit der göttlichen Mutter, - der Macht des absoluten Herrn, - erreicht und sich im ganzen Universum unter den Menschen, den Tieren und unter den Geschöpfen des tiefen Ozeans offenbart.
In der Kena-Upanishad findet man unter dem Titel Yaksha Prasna, dass die göttliche Mutter ihre Weisheit über Indra und die anderen Gottheiten ausgeschüttet hat, und es heißt weiter, dass die Gottheiten mithilfe das absoluten Herrn in der Lage waren, die Dämonen zu besiegen. Das Verehren von Devi, der universalen Mutter, führt zum Wissen des Selbst. In der Kena Upanishad wird erzählt, wie Uma, die göttliche Mutter, die Gottheiten über die Wahrheit aufgeklärt hat. Auf diese Weise ergoss sie ihr Wissen über ihre Devotes.
Das Verehren der Devi bedeutet, die Ehre Gottes des Allmächtigen, Seine Größe und Absolutheit zu verehren. Unglücklicherweise wird Devi von vielen blutrünstigen Hindus falsch verstanden. Devi ist weder ein boshafter Dämon noch ist sie allein im Besitz der Hindus. Devi gehört zu keiner Religion. Devi ist die bewusste Macht Gottes. Die Wörter Devi, Shakti usw. und die Vorstellungen von den verschiedenen Formen, die mit diesen Namen verbunden sind, sind eine Konzession der Heiligen wegen der Beschränkungen des menschlichen Intellekts; es sind keine wirklichen Definitionen der Shakti. Die Wirklichkeit oder Adi Shakti ist jenseits des menschlichen Verstehens. Bhagavan Krishna sagt in der Gita: "Dieses ist nur meine niedere Natur. Meine höhere Natur, das Lebensprinzip, dass das Universum erhält, befindet sich jenseits davon." Die Upanishad sagt auch: "Die absolute Macht Gottes offenbart sich auf verschiedene Art und Weise. Die Macht ist die Natur Gottes, die sich als Wissen, Disziplin und Aktivität offenbart." - D.h., alle Wesen im Universum sind Shakti-Verehrer, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, denn es gibt niemand, der nicht liebt oder auf die eine oder andere Weise nach Macht strebt. Wissenschaftler haben bestätigt, dass alles reine unsterbliche Energie ist. Die Energie ist nur eine Form der göttlichen Shakti, die in jeder Form vorhanden ist.
Ein Kind ist mit seiner Mutter mehr als mit dem Vater vertraut, denn die Mutter ist sehr freundlich, liebevoll, zärtlich, besorgt und kümmert sich um das Kind. Im spirituellen Umfeld ist der Strebende wie ein Kind, dass eine bessere Beziehung zu seiner Mutter Durga als zum Vater Siva hat. Darum möchte der Strebende zuerst die Mutter erreichen, die dann ihr spirituelles Kind dem Vater zu dessen Erleuchtung vorstellt.
Die Gnade der Mutter kennt keine Grenzen. Ihr Erbarmen ist grenzenlos, Ihr Wissen unendlich; Ihre Macht unermesslich; Ihre Pracht und Herrlichkeit unbeschreiblich. Sie gibt dir materiellen Besitz ebenso wie spirituelle Freiheit. Gehe mit offenem Herzen auf Sie zu. Öffne Ihr gegenüber dein Herz, und sei demütig. Sei einfach wie das Kind. Töte rücksichtslos Egoismus, Arglist, Selbstsucht und Gaunertum. Gib dich ihr vollständig hin. Wiederhole Ihren Namen, preise Sie, verehre Sie aufrichtig in Demut und Hingabe. An Navaratri nimm an den Pujas teil. Navaratri ist die Gelegenheit für intensive Praxis. Diese neun Tage sind besonders gut zur Verehrung der göttlichen Mutter geeignet. Gib dich völlig hin. An jedem der neun Tage verbringe ein paar Stunden, um ihren Namen zu wiederholen und Sie zu verehren.
Devi kämpfte gegen Bhandasura und seinen Kräften neun Tage und Nächte lang. Dieser Bhandasura hatte eine wundersame Geburt und ein kurioses Leben. Nachdem Lord Siva Cupid mit seinem dritten Auge verbrannt hatte, formte Sri Ganesha spielerisch aus der zurückgebliebenen Asche eine Figur, und Lord Siva hauchte dieser Figur Leben ein. Dieses wurde der schreckliche Dämon Bhandasura. Er tat Buße und wurde dafür von Lord Siva belohnt. Mit dieser Unterstützung begann er die Welt zu terrorisieren. Die göttliche Mutter kämpfte mit ihm neun Tag lang und schlug ihn schließlich am zehnten Tag, der als Vijaya Dasami bekannt ist. Das Erlernen jeglicher Wissenschaft beginnt an diesem besonderen Tag. Mit diesem Tag begann Arjuna Devi zu verehren, bevor er in die Schlacht gegen die Kauravas auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra zog.
Sri Rama verehrte Durga an dem Tag, um vor der Schlacht gegen Ravana um Hilfe zu bitten. Am Tag nach Vijaya Dasami kämpfte er und gewann durch Ihre Gnade. Vor Urzeiten starteten die Könige ihre Expeditionen oder Jagden am Tag nach Vijaya Dasami. In Rajputani, Indien, werden an diesem Tage bis heute, zum Spaß irgendwelche Festungen angegriffen.
Dieser Tag hat jedoch sehr viel mit dem Leben von Sri Rama zu tun. Nirgendwo in der Geschichte findet man Parallelen zum Charakter von Sri Rama als Mensch, Sohn, Bruder, Ehemann, Vater und König. Maharishi Valmicki hat umfassend die Herrlichkeit in allen Facetten von Sri Rama beschrieben. Wir sollten unbedingt Dussera zelebrieren, wenn wir aufrichtig den Dämon unseres Egos besiegen wollen, und überall Frieden und Liebe ausstrahlen möchten. Lasst uns alles beseitigen, um ein Mensch mit festem Charakter zu werden. Lasst uns das Unkraut beseitigen und handeln. Die Geschichte von Sri Rama ist nahezu auf dem ganzen Globus bekannt. Wenn wir nur zu einem geringen Teil seinen Lehren folgen, wird sich unser Leben zu einem Rosenduft entwickeln und wir werden reicher als alles Gold in der Welt werden.
Dussera kann auch als "Dasa-Hara" interpretiert werden. Das Abschlagen der zehn Köpfe von Ravana hat einen tieferen Hintergrund. Darum lasst uns heute das Abschlagen der zehn Dämonenköpfe, d.h. des Egos, begehen und uns von Leidenschaft, Stolz, Angst, Gier, Vernarrtheit, Lust, Hass, Eifersucht, Selbstsucht und Gaunerei befreien. Auf diese Weise wollen wir Dussera begehen. Religiöse Regeln und traditionelles Verehren rufen immer wieder mehr als nur ein Wunder hervor. Neben diesen Ehrungen des Göttlichen sind es Gedenktage für historische Ereignisse. Okkultismus ist ein Sinnbild für verborgene Standpunkte oder Handlungen. Es ist ein Hinweis für den Einzelnen auf dem Weg zur Gottverwirklichung.
Äußerlich ist die neuntägige Verehrung von Devi triumphal. Diese Verehrungen über neun Tage werden der göttlichen Mutter für Ihren erfolgreichen Kampf gegen die ungeheuerlichen Dämonen geopfert. Für den aufrichtigen spirituellen Sucher werden diese neun Tage in drei Gruppen zu je drei Tagen aufgeteilt, um den verschiedenen Aspekten der absoluten Gottheit Rechnung zu tragen. In ihrem kosmischen Aspekt verwandelt sie die menschlichen Evolutionsstufen des Menschen in Gott, d.h. von der Kindheit (dem Individualzustand) bis zu hin Siva (dem Zustand der Selbstverwirklichung). Im spirituellen Sinne wird der Weg der spirituellen Praxis aufgezeigt, den der Mensch gehen sollte. Worin liegt nun das spirituelle Wunder im Detail:
Der Sinn der Existenz liegt im Erkennen der ewigen Einheit mit dem absoluten Geist. Man muss in das göttliche Bildnis hineinwachsen. Das absolute Eine verkörpert die höchste Vollkommenheit. Es ist fleckenlose Reinheit. Um die eigene Identität in IHM zu erkennen, um mit IHM eins zu werden, ist es wichtig, in die göttliche "Gestalt" hineinzuwachsen. Der Sucher muss sich zu Anfang von zahllosen Unreinheiten und von den dominierenden Elementen, die ihm in seinem körperlichen Dasein anhaften, befreien. Dann muss er gute Tugenden und göttliche Qualitäten entwickeln. Wenn er sich auf diese Weise gereinigt hat, kommt blitzartig, wie die Sonnenstrahlen, die sich plötzlich auf einer ruhigen Wasseroberfläche widerspiegeln, das Wissen über ihn. Dieser Prozess erfordert einen unbedingten Willen und ein zielgerichtetes Bemühen, d.h. Disziplin und unendliche Kraft stehen an höchster Stelle. Auf diese Weise muss die Göttliche Mutter durch den Suchenden wirken.
An den ersten drei Tagen wird die Mutter als absolute Kraft, als Durga die Schreckliche, verehrt. Man betet zu Mutter Durga, um alle Unreinheiten, Laster und Fehler zu zerstören. Mit ihnen gilt es zu kämpfen, um die animalischen Qualitäten, der niederen, teuflischen Natur zu bändigen. Sie beschützt auch die Kräfte der spirituellen Praxis vor den vielen Gefahren und Fallen. Auf diese Weise gilt es in den ersten drei Tagen der Verehrung im zerstörerischen Aspekt, die Unreinheiten zu zerstören und die üblen Neigungen im Geist auszumerzen.
Wenn die negative Seite, d.h. die schlechten Gewohnheiten und Unreinheiten bewältigt wurden, wird in der nächsten Stufe die vollendete Persönlichkeit aufgebaut, um die ehemals schlechten Gewohnheiten durch positive Eigenschaften zu ersetzen. Es geht um die göttlichen Qualitäten, die Lord Krishna in der Gita erwähnt. Der Suchende muss alle guten Qualitäten entwickeln. Er muss sich immense spirituelle Werte verdienen, um sich in die Lage zu versetzen, den Preis für die wenigen Juwelen göttlicher Weisheit zu bezahlen. Wenn diese Entwicklung der gegensätzlichen Qualitäten nicht mit dem richtigen Ernst betrieben wird, treten die alten vorherrschenden schlechten Eigenschaften wieder hervor. Dennoch ist diese Stufe in der Entwicklung des Suchenden genauso wichtig wie die vorhergehende. Der wesentliche Unterschiede bestehen wie folgt: die vorhergehende Stufe ist eine rücksichtslose, unsausweichliche Vernichtung des dreckigen niederen Selbst; die letztere Stufe dient der Entwicklung der Reinheit und verläuft in geordneten und ruhigen Bahnen. Diese schönere Seite im Bemühen des Suchenden schlägt sich in der Verehrung der Mutter Lakshmi nieder. Sie überschüttet Ihre Anhänger mit unerschöpflichen göttlichen Werten. Lakshmi ist der Werte-bringende Aspket Gottes. Sie ist die Reinheit selbst. Darum wird die Gottheit Lakshmi im zweiten Drittel der neun Tage andauernden Zeremonien verehrt.
Wenn der Suchende beim Herausreißen übler Eigenschaften erfolgreich war und reine göttliche Qualitäten entwickelt hat, wird er zur Erlangung der Weisheit bereit. Er ist jetzt bereit, das Licht absoluter Weisheit zu erlangen. Er ist in der Lage, göttliches Wissen zu empfangen. In dieser letzten der drei Stufen wird Mutter Saraswathi verehrt, die das göttliche Wissen personifiziert bzw. das Wissen das Absoluten verkörpert. Ihr himmlischer Klang erweckt und offenbart, so heißt es in den Upanishads, die Wahrheit und die heilige Silbe OM. Sie schenkt das Wissen des absoluten mystischen Klangs und gibt vollkommenes Wissen des Selbst, was durch Ihr schneeweiß glitzerndes Gewand symbolisiert wird. Darum wird Mutter Saraswathi in der dritten Stufe verehrt.
Der zehnte Tag, Vijaya Dasami, ist ein Tag des Triumphs der Seele, da sie während des Lebens auf Erden durch den Abstieg des Wissens durch die Gnade der Gottheit Saraswathi Befreiung erreicht hat. Die Seele ruht in ihrem eigenen Selbst oder Satchidananda Brahman. An diesem Tag wird der Sieg zelebriert, das Erreichen des Ziels. Der Banner des Sieges flattert in der Luft. Ich bin ER! Ich bin ER!
Dieses Ereignis ist in der spirituellen Entwicklung eines Suchenden etwas Besonderes. Es markiert die unentbehrlichen Stufen der Entwicklung, die jeder durchlaufen muss. Eine Stufe führt zur nächsten; dieses zu umgehen, würde unvermeidlich in den Abgrund führen. Heutzutage liegt das Ziel vieler unwissender Schüler darin, das Wissen direkt zu erlangen, ohne die Stufen der Reinigung und Aufnahme göttlicher Qualitäten zu durchlaufen. Irgendwann beschwert man sich dann, dass die Fortschritte ausbleiben. Doch wie sollten Fortschritte erzielt werden, wenn die Unreinheiten immer noch vorherrschen und die göttliche Reinheit nicht entwickelt wurde? Wir sollte eine reine Pflanze in unreiner Erde wachsen?
Darum sollte man sich an diese Vorgehensweise halten, dann wird das Bemühen von Erfolg gekrönt werden. Dieses ist der Weg. Wenn man etwas Übles in sich vernichtet hat, entwickelt man zum Ausgleich Tugenden. Mit diesem Prozess bringt man sich selbst zur Vollkommenheit, die in der Einheit mit dem Selbst gipfelt. Dieses ist das Ziel. Dann gehört das ganze Wissen dem Suchenden, er wird allwissend, allmächtig und fühlt die Allgegenwart. Er sieht sein Selbst in allem. Dann hat er das Rad von Geburt und Tod und die Dämonen des Weltlichen besiegt. Er empfindet weder Schmerz noch Geburt oder den Tod!
Ehre gebührt der göttlichen Mutter! Lass Sie dich Stufe um Stufe auf der spirituellen Leiter emportragen und mit dem Herrn vereinigen.
Im Sivananda Ashram (Rishikesh) wird die Durga Puja wie folgt zelebriert:
In dieser Zeit findet täglich eine Verehrung der Mutter statt, wobei das Rezitieren der Durga Saptashati eingeschlossen ist.
Im Tempel wird das Laksharchana und das Sri Lalita Sahasranamafür für die Mutter zelebriert.
Alle sind zur höchstmöglichen Wiederholungen des Navarna Mantra aufgefordert: Aim hreem kleem chaamundaayai vichche, bzw. zum Japa des eigenen Mantras.
Zu den Satsangs wird ein besonderer Alter immer für die drei Tage jeweils mit dem Bildnis von Mutter Durga, Mutter Lakshmi und Mutter Saraswathi aufgebaut. Viele heilige Verse werden rezitiert und Kirtans gesungen. Die Durga Saptashati oder die Devi Mahatmya wird rezitiert und erklärt. Die Satsangs enden jeweils mit einem Arati. Manchmal werden auch Szenen von Devi Mahatmya gespielt.
Ernsthafte Sucher fasten während der neun Tage und nehmen nur Milch und Früchte zu sich.
Außerdem werden Bücher, Instrumente usw. mit Bildern von Saraswathi besonders geehrt.
An Vijaya Dasami Tag werden alle Suchenden in die verschiedensten Mantras eingeweiht. Verdiente Suchende werden in den Sannyasa Orden aufgenommen. Kinder, die die Schule besuchen, werden in das Alphabet eingeweiht. Neue Schüler verschiedenster Fakultäten beginnen mit ihrer Ausbildung. Während des morgendlichen Satsangs an den neun Tagen wird jeweils ein Kapitel aus der Gita, den Upanishads, den Brahma Sutras, der Ramayana und Srimad Bhagavatam rezitiert.
Am Vijaya Dasami Tag findet auch eine Kanya Puja statt. Neun junge Mädchen, die unter zehn Jahre alt sind, werden symbolisch als Verkörperung der göttlichen Mutter verehrt. Sie erhalten ein besonderes Essen und neue Kleider.
Im Tempel wird das große Havan abgehalten. Dabei wird zu Ehren der göttlichen Mutter aus der Durga Saptashati und andere Verse rezitiert.
Rasa Lila - Der Sport des Unendlichen
Seit Menschengedenken hat die Sonne ihr Licht ausgestrahlt und uns Wärme gespendet. Das ist die Offenbarung Gottes in der Welt. Das Gleiche gilt für seine Inkarnationen. Der Begriff Inkarnation drückt aus, auf welche Weise die spirituellen Kräfte in der vergänglichen Welt wirken. Die spirituellen Kräfte sind die Botschafter Gottes, Seine Arme, die sich in der Welt von Raum und Zeit bewegen, Seine Augen, die im empirischen Prozess der Wahrnehmung wirken, Seine Majestät, die sich in ihrer Größe erklärt, egal ob sie sich sichtbar offenbart oder für uns unsichtbar bleibt. Von solcher Art sind die Inkarnationen oder Avatare. Diese göttlichen Offenbarungen sind nicht auf Plätze, Zeit oder Lebewesen beschränkt. Da Gott alldurchdringend ist, sind auch Seine Handlungen alldurchdringend. Es /Er ist eine allgegenwärtige, unverständliche Fülle göttlicher Freundlichkeit, Güte, Wissen und Macht, die sich gelegentlich in unserer Welt von Raum und Zeit bemerkbar macht. Obwohl die Enthüllungen des Göttlichen ohne Anfang, endlos und ewig sind, und obwohl es ein endloses Wirken, wie endlos fließendes Gewässer ist, so sind diese Offenbarungen derart fein, sodass sie für uns nicht wahrnehmbar sind. Unsere Sinnesorgane decken nur einen gewissen Frequenzrahmen ab, der für unser Überleben wichtig ist. Alles Andere bleibt außerhalb unserer Rechweite und kann darum von unseren Sinnesorganen, wie den Ohren, Augen usw., nicht wahrgenommen werden. Dazu gehören auch kosmischen Strahlen, Röntgenstrahlen, Beta- und Gammastrahlen und viele andere, die weitaus mächtiger sind, als die von uns wahrnehmbaren Lichtstrahlen der Sonne, das Licht der Kerzen, der Glühbirnen usw.. Diese unsichtbaren Strahlen sind meist stärker und effektvoller in ihrem Ergebnis als alles Wahrnehmbare, doch sie bleiben für unsere Augen unsichtbar. Zwischen wahrnehmbaren und den nicht-wahrnehmbaren Strahlungen gibt es keine Verbindungen. Die Radiowellen kollidieren nicht mit irgendwelchen anderen Wellenlängen bzw. anderen Frequenzen. Kollisionen finden nur statt, wenn alle Radiostationen nah beieinander auf der gleichen Wellenlänge senden. Doch in gebührender Entfernung oder auf verschiednen Frequenzen gesendet, können alle Rundfunkprogramme sauber empfangen werden. Ähnlich arbeiten verschiedene Energien auf unterschiedlichen Frequenzen, auf verschiedensten Ebenen, zu unterschiedlichen Zwecken im gesamten Kosmos. Dieses ist der Grund, warum wir nicht in der Lage sind, mit ihnen in Kontakt zu treten. Himmel und Hölle, die sieben Welten, die Svargaloka, die Satyaloka und andere so genannte Überebenen, von denen in den alten Schriften zu lesen ist, existieren hier und jetzt. Doch wir können mit ihnen nicht über unsere eingeschränkten Sinnesorgane in Kontakt treten, da wir die kosmischen und die anderen Strahlungen nicht wahrnehmen können. Daher bleiben die meisten Offenbarungen Gottes und übernormalen Avatare, die von Zeit zu Zeit in Erscheinung treten, für uns unfassbar.
Doch manchmal werden zunächst unsichtbare Strahlen plötzlich sichtbar. Wir können ihre Gegenwart fühlen und werden durch deren Ausstrahlung auf angenehme Weise berührt. Uns ist nicht bekannt, welchen Einfluss die kosmischen Strahlen wirklich auf uns haben. Weder wissen wir etwas über sie, noch können wir sie sehen oder gar verstehen. Doch wir können erkennen, welchen positiven Einfluss Sonnenstrahlen auf uns haben. Die Sonne ist für uns unentbehrlich. Die Sonne ist unser Lebenselixier. Darum sind die Sonnenstrahlen auf einer für uns wahrnehmbaren Frequenz. Vor uns tut sich eine physische Welt auf, denn die physischen Teilchen sind inhaltlich von einer ähnlichen Frequenz, wie sie von unseren Sinnesorganen wahrgenommen werden kann. Die physische Welt ist nicht die einzige im Kosmos existierende Welt. Sie stellt nur eine Ebene der Frequenzen verschiedenster Strömungen, Kräften und Energien dar, auf der wir nur eine Welt und nicht zwei Welten gleichzeitig wahrnehmen können. Wir können weder etwas darüber noch darunter erkennen. Wir können nur horizontal schauen, und das ist die physische Welt der fünf Elemente, d.h. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Jetzt wird es klar, warum wir nur eine Welt sehen, obwohl die Schriften von vielen Welten sprechen. Aus dem gleichen Grund sehen wir nur physische Lebewesen und keine Devas, Götter oder himmlische Wesen. Wir können sie nicht sehen, weil sie sich auf einer anderen Ebene befinden, die so wie die Radiowellen von unseren Ohren nicht direkt wahrnehmbar sind. Wir bräuchten dafür Transistoren, denn unser Trommelfell reicht für diese feinen Wellenlängen nicht aus. Die Gründe dafür sind hinlänglich wissenschaftlich bekannt und logisch verständlich, warum wir an die physische Ebene der Wahrnehmung und Erfahrung gebunden sind, und weil wir uns der übernormalen Kräfte und der göttlichen Offenbarungen nicht bewusst sind.
Die Offenbarungen des Göttlichen sind unendlich und man findet keinen Beginn; dabei ist es gleichgültig, ob wir sie kennen oder nicht kennen, sehen oder nicht sehen, ob sie als Licht oder Klang auf anderen Ebenen existieren, und ob wir in der Lage sind, mit ihnen Kontakt zu treten oder keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen können. Wenn, wie bereits erwähnt, diese Frequenzen für uns in unverständlicher Weise grober werden, können wir eine Welt sehen und die Naturmächte fühlen. Genauso kann es geschehen, dass Gott eine Inkarnation, in Form einer menschlichen Gestalt offenbart, die wir wahrnehmen und erkennen können, deren wir uns erfreuen und die uns segnet. Dann kommt die Frequenz auf eine Ebene unserer Erkenntnis- und Wahrnehmungsfähigkeit. Dieses geschah, wie wir aus den Schriften erfahren haben, im Fall von Matsya, Kurma, Varaha, Narasimha, Rama, Krishna usw. Doch dieses sind nicht die einzigen Avatare Gottes. Akhanda und Ananta, fortgesetzt und endlos sind die Avatare Gottes heißt es in der Srimad Bhagavata Mahapurana. Die Offenbarungen Gottes sind wie das endlose Strahlen der Sonne, wie die unendlichen Tropfen der Ozeane und wie die unendlichen Partikel des Raumes. Auch wenn es endlos viele Offenbarung gibt, die in ihrem Wesen endlos sind, so bleiben sie, individuell betrachtet, in ihrem Wirken und in ihrer Existenz endlich, wenn sie auf eine bestimmte Ebene gekommen sind. Dieses sind die sichtbaren Inkarnationen wie Christus, Buddha und Krishna. Solche übernormalen Wesen, die man als Übermenschen bezeichnet, sind die Atmanavas oder Avataras.
Rasa Purnima, das mit den Lilas von Bhagavan Sri Krishna verbunden ist, wird an einem Vollmondtag im Monat Asvini zelebriert. Sri Krishna, der Shodasa Kala Murti - Purna-Avatara - ist etwas Göttliches, das auf die physische Ebene herabgekommen ist. Hier wird die Herrlichkeit des Unendlichen auf die vom Menschen wahrnehmbare Endlichkeit zusammengepresst. In Sri Krishna's Avatara können wir ein fantastisches Phänomen erkennen, das man als Rasa-Lila bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Art Sport, von dem es heißt, dass er ihn am Ufer des Yamuna in jener Vollmondnacht ausgeübt hätte. Dieses ist nicht nur ein historisches oder ein episches Ereignis, sondern ein spirituelles Phänomen, denn Gott ist nichts anderes als spirituell. Wenn Gott überhaupt irgendetwas ist, dann ist ER spirituell; und wenn ER irgendetwas tun kann, dann kann es sich nur um spirituelle Aktivitäten handeln. Wenn dahinter irgendein Sinn stecken sollte, dann ist er spirituell. In Seiner gesamten Schöpfung wirkt ausschließlich Spirituelles. In der Welt Gottes ist Materialismus unbekannt. Darum handelt es sich um spirituelle Geschichte, die aus der Srimad Bhagavata und der Mahabharata in Bezug auf Sri Krishnas Leben rezitiert oder gelesen wird. Bei der Biographie geht es nicht um etwas Endliches, denn im Reich Gottes existiert nichts Sterbliches. Sterblichkeit, Wandel, Vergänglichkeit, Materielles, Äußeres, Schmerz und Tod sind Beschränkungen des Bewusstseins, die durch falsche Wahrnehmungen hervorgebracht werden, und die aus sich selbst heraus nicht existent sind. Sie werden nur auf Grund eines Prozesses empfunden, der zum absoluten Sein hin neigt. Darum tanzt der Spirit durch seine eigenen Offenbarungen, was als Wunder gilt und Rasa-Tanz genannt wird. In der Srimad Bhagavata wird dies wundervoll ausgedrückt (frei übersetzt): "So wie ein Kind mit seinem eigenen Spiegelbild spielt, so spielt der HERR mit den ewigen Devotes von Vrindavana." ER spielt nicht mit Menschen, und ein Kind spielt auch nicht mit irgendjemand, wenn es sein eigenes Bild im Spiegel betrachtet. Dieses ist die Interpretation, die in der Dasam Skanda der Srimad Bhagavata wiedergegeben wird. So spielt Gott mit Gott, so wie ein Kind mit seiner eigenen Reflexion im Spiegel spielt, was man mit dem spirituellen kosmischen Tanz vergleichen kann. Es ist die Anziehung der beiden Teile hin zum Ganzen, der Unzertrennlichkeit des Menschen von Gott und die Kampf der Seele auf Grund ihres Verlustes. Das ruhelose Abenteuer der Seele in Respekt zu ihrem Original, deren Teil sie ist, beruht auf ihre Ablehnung in Folge des Tanzes, der als Rasa-Tanz bezeichnet wird. Rasa bedeutet Quintessenz. Ananda offenbart sich überall in der Welt. Glückseligkeit und nicht Schmerz ist das, was wir in der Welt sehen. Schmerz ist nur die Verweigerung des Bewusstseins, die Glückseligkeit in der göttlichen Schöpfung wahrnehmen zu wollen. Ananda ist die Wirklichkeit. Schmerz ist nicht die Wahrheit der Existenz. Darum ist Ananda, die Überschönheit, das Wundervolle und der Glanz Gottes, der sich selbst in dieser epischen Bewegung des Absoluten auf der vergänglichen Ebene als Bhagavan Sri Krishna offenbarte. Für den menschlichen Geist ist nicht zu verstehen, was Rasa wirklich bedeutet, denn es ist nicht für das menschliche Verstehen bestimmt. Gott tanzt zu seiner eigenen Melodie. Dieses ist der ewige Tandava oder der kosmische Tanz, der in allen Offenbarungen enthalten ist, d.h. in den persönlichen, gesellschaftlichen, politischen und spirituellen Offenbarungen. In den Schriften (Rasa Panchadhyayi des Heiligen Suka) heißt es, es gibt nur ein Heilmittel, das die Seele von der Krankheit der Wiedergeburt kurieren kann, und das ist die Liebe zu Gott. Die Krankheit unseres Herzens ist unsere hauptsächliche Krankheit. Dieses hat nichts mit einer Herzkrankheit im Sinne einer Herzattacke, zu hohem Blutdruck oder ähnliches zu tun, sondern es geht um Samsara-Bewusstsein, die Bindung der Seele. Kama, Krodha und Lobha sind die Herzattacken im eigentlichen Sinne. Dieses sind die Bindungen der Seele. Die Heilung von Samsara, scheint im Sport des Göttlichen auf der sterblichen Ebene verborgen zu sein. Gott tanzt immer und ewig. Es kann sich um Sivas Tanz, Rudras Tanz oder Krishnas Tanz handeln. Jeder Name ist möglich. Es ist der Spirit, der sich, bedingt durch die Materie, in jeden Prozessschritt der Evolution immer wieder einmischt, d.h. bei der Umwandlung vom Sterblichen zum Unsterblichen, vom Äußerlichen in die universale Schönheit Gottes, und darauf beharrt, dass das Vergängliche zur Ewigkeit wird. Das Geburtsrecht des Menschen liegt im Göttlichen.
Derart umfassend ist die Bedeutung des Rasa-Sports von Bhagavan Sri Krishna, die unwiderstehliche Suche der Seele nach seinem Schöpfer. Dieses ist nicht mit der Anziehungskraft von Magneten oder der Bewegung eines Flusses hin zum Ozean vergleichbar. Der Vergleich hinkt, denn es handelt sich um den unwiderstehlichen Drang und die Suche der Seele. "Unwiderstehlich" trifft vielleicht nicht den wahren Kern für das Verlangen. Eine zutreffende Beschreibung ist menschlich unmöglich, denn es handelt sich nicht um menschliche Kräfte die hier wirken. Der Ruf Gottes entspricht nicht dem Ruf eines Menschen. Dieses Rufen ist weitaus bedeutungsvoller, strikter als alles menschliche Rufen. Wenn Gott die menschliche Seele ruft, was geschieht dann? Dieses kann selbst die Seele nicht verstehen. -
Der große Veda Vyasa und sein Sohn Suka machen diesbezüglich einen brillanten Versuch: 'Wer kann den Spirit außer dem Spirit wirklich verstehen!' Dieses ist die einfache und kurze Antwort des Heiligen Suka gegenüber dem König Parikshit, als er diese menschliche Frage zur transzendentalen Angelegenheit stellte. 'Oh was ist das!' rief Parikshit. 'Wie kann ich dieses geistig erfassen? Wie kann ich es verinnerlichen? Was bedeutet das, wenn es heißt, es sei nicht so leicht vom menschlichen Geist zu erfassen?' Darauf gab Suka eine göttliche Antwort, indem er sagte, dass das Göttliche sich vom Menschen unterscheidet, und dass der Mensch mit seinen Möglichkeiten nicht in der Lage sei, Gott zu verstehen. - "Kannst du mich mit deinen fleischlichen Augen sehen! Ich werde dir göttliche Visionen geben." Dieses war Bhagavan Sri Krishnas kosmische Antwort bzgl. des Zusammentreffens von Arjuna mit Visvarupa (der kosmischen Form). Wenn die Visvarupa nicht mit dem sterblichen Auge erfasst werden kann, kann das Rasa Lila auch nicht vom sterblichen Intellekt verstanden werden. Es ist keine vergängliche Aktivität die stattfand, sondern es ist, wie Bhagvata erzählte, ein spirituelles Schauspiel, das vom Meister aller Kräfte in Szene gesetzt wurde. - Die Zeit vergeht und das Sternensystem kann sich nicht bewegen, heißt es in den Schriften. Es war kein Tanz in nur einer Nacht, sondern es war ein endloses Spiel, das selbst fortschreitende Zeit verstummen ließ. Die Sterne begannen das, was sie sahen, anzustarren, und die himmlischen Wesen betrachteten es voller Bewunderung, ohne sich einer Zeit, eines Raumes und einer Individualität bewusst zu sein. Alles Besondere, jede Bewusstheit war vollständig ausgelöscht. Es existierte kein individuelles Bewusstsein mehr. Es existierten weder Sterblichkeit noch Menschheit, noch etwas Individuelles, sondern der Spirit tanzte im Einklang mit dem universalen Spirit. Dieses kann man nicht beschreiben, und doch gibt es uns eine Idee von dem, was Gott ist und wie Gott wirkt, und was unser Lebensziel ist. Das Ziel der Seele ist die Einheit mit Gott; und die Seele ist rastlos bis sie eine Göttliche Vision hat. Obgleich man es nicht verstehen kann, so ist es doch möglich, ES zu erreichen, denn es gibt nur ein Ziel, nach dem die Seele strebt.
Das unersättliche Verlangen und die endlosen Wünsche des menschlichen Geistes sind Beweis genug dafür, dass Gott nicht im menschlichen Geist enthalten sein kann. Die Seele verlangt nach Gott und nicht nach irgendeinem irdischen Abklatsch. Wir verlangen in erster Linie nicht nach Nahrung, Kleidung, Wärme oder Schutz, sondern nach Gott. Doch dieses Verlangen der Seele nach dem Ewigen offenbart sich in den Wünschen nach vergänglichen Objekten und Zerrbildern, wobei die Seele nicht in der Lage ist, ihr eigenes Verlangen oder Streben wirklich zu verstehen oder zu erkennen. Die Seele ist verrückt geworden. Sie ist verrückt in ihrer Jagd nach Gott, der mit Hilfe der Sinne nicht erkannt werden kann. Es ist unmöglich, Feuer mit einem Strohhalm zu transportieren. Doch die Seele versucht, das Unendliche in ihrem endlichen Geist zu bewahren. Der unmögliche Versuch der Seele, das Universale von Gott, auf einen endlichen Geist einzuschränken, ist eine samsarische Handlung, ein Vergnügen für die Sinne, ein Reiz für die Nerven und ein Juckreiz für das Bewusstseins. Doch dieses kann uns nicht befriedigen, denn wir werden nicht eher ruhen, bis wir das bekommen, wonach wir fragen bzw. suchen. Das wirkliche "Ich" ist die Seele in uns, die nach der Absoluten Seele verlangt. Die menschliche Seele verlangt nach der Absoluten Seele, der Überseele. Das Endliche fragt nach dem Unendlichen, denn das Endliche kann nicht mit einer Vielzahl endlicher Objekte zufrieden gestellt werden. Die Reichen auf der Erde können nicht eine einzige Seele zufrieden stellen, denn die Seele ist ein Ausdruck des Unendlichen, das Eins ist, wohingegen die unzähligen Objekte endlich sind. Diese Verwicklung wurde - durch die Beschreibung dieser entzückenden, dieser Wahnsinnig machenden und Betrunken machenden Liebe Gottes, die die Gopis von Vrindavana auf eine übermenschliche Art und Weise zeigten, - den Menschen, den Devotes, nahe gebracht. Diese Ewigkeit, die in diesem Sport verborgen ist, ist die Unsterblichkeit aller Versuche in der Hingabe. Von allen Ereignissen im Leben Krishnas kann dieses Ereignis vom Menschen nicht verstanden werden. In den fünf Kapiteln der Srimad Bhagavata, wo das Rasa-Lila beschrieben wird, hat der große Autor unendliche Weisheit, ein vollkommenes Fühlen und Verstehen hineingepresst. Die hier benutzte Ausdrucksweise im Sanskrit ist von unvergleichlicher Art. Mit Beginn dieser Rasa-Kapitel hebt sich in der Srimad Bhagavata der Ausdruck und die rhetorische Darstellung. Man kann plötzlich ein Pulsieren der Nerven und diese übernatürliche Erfahrung in der Sprache der Menschen wahrnehmen.
Dieses war Rasa Purnima, als Gott die niederen Ebene der Menschen betrat und sichtbar wurde, obgleich Er in seiner Existenz unendlich blieb. Die Schlussfolgerung ist, dass Gott Alles ist und Gott nichts Anderes sein kann. Die menschliche Seele hat nur den Wunsch, sich mit Gott zu vereinen. Sie hat nicht viele Wünsche. All unser ökonomisches Verlangen, unsere physischen Notwendigkeiten, unser intellektuelles Streben, die sozialen Nöte und sonstige Dinge sind eine verzerrte Form des Wunsches der Seele nach Gott. Es sind alles irrige Bewegungen des seelischen Strebens nach Göttlichkeit. Samsara ist nichts Anderes als das Bemühen und der Kampf der Seele auf Grund der Trennung von Gott. All dieses Weinen und Jammern der Seele wird als Samsara bezeichnet. Genau dieses erfahren wir tagtäglich. Das Leben in der menschlichen Existenz bleibt so lange ruhelos und bedauernswert, bis der Mensch die Bedeutung des Fragens, und wonach er wirklich fragt, versteht. Unser Leben ist deshalb so unglücklich, weil wir nicht einmal den Sinn für unser Fragen bzw. Wünschen verstehen. Wir bitten um etwas, doch wir haben etwas Anders verstanden! Um den Irrtum und die verzerrte Wahrnehmung der Menschen zu korrigieren, gab uns Bhagavan Veda Vyasa diese Schrift in Form der unsterblichen Biografie des unsterblichen Menschen, des Übermenschen aus dem Osten, dessen ewigen Sport wir beobachten und uns an diesem Rasa Purnima Tag vergegenwärtigen können. Gesegnet sei dieser Tag! Gesegnet seien die Devotes, Sucher der Wahrheit und Strebenden, die nach Gott rastlos suchen, bis sie Ihn gefunden haben. Möge die unendliche Gnade der Allmacht über uns allen sein!
Deepavali oder Diwali bedeutet "ein Strahl des Lichtes". Deepavali fällt auf die letzten beiden Tage der dunklen Hälfte von Kartik (Oktober-November). In manchen Gegenden währt das Fest drei Tage lang. Es beginnt mit Dhan-Teras, dem 13. Tag der dunklen Hälfte von Kartik, gefolgt von dem nächsten Tag, d.h. von Narak Chaudas, dem 14. Tag, und weiterhin gefolgt von Deepavali an genau dem 15. Tag.
Es gibt in den verschiedensten Gegenden zusätzliche Anlässe für diese Feierlichkeiten, die sich hartnäckig behaupten. In einigen Provinzen hält man daran fest, dass an diesem Tag die Hochzeit von Lakshmi und Lord Vishnu gefeiert wird. In Bengalen z.B. wird dieses Fest auch zur Verehrung von Kali begangen. Hier und da wird auch der Rückkehr von Lord Rama nach Ayodhya gedacht, nachdem Er Ravana in einer Schlacht besiegt hatte. An diesem Tag soll Lord Krishna auch den Dämon Narakasura getötet haben usw..
In Südindien nehmen die Leute morgens ein Ölbad und tragen dann neue Kleider. Sie nehmen süße Nahrung zu sich. Sie zünden Feuerwerkskörper an, die an das Bildnis von des Dämons Narakasura gehängt werden, der an diesem Tag getötet wurde. Sie grüßen einander mit den Worten: "Hast du schon dein Bad im Ganges genommen?" Was sich tatsächlich auf das Ölbad am Morgen bezieht. Es wird auch als Reinigung, wie ein Bad im Ganges, betrachtet.
Jeder vergisst und vergibt die schlechten Taten anderer. Überall herrscht eine Atmosphäre von Freiheit, Festlichkeit und Freundlichkeit. Dieses Fest bringt ein Gefühl von Einheit hervor. Es träufelt eine Art von Wohltätigkeit in die Herzen der Menschen. Jeder kauft für die Familie neue Sachen zum Anziehen. Geschäftsleute kaufen für ihre Angestellten neue Kleidung. Das Erwachen früh am Morgen zu Brahmamuhurta (4:00 in der Früh) bedeutet eine große Gnade hinsichtlich der Gesundheit, Ethik, Disziplin, der Arbeitsfähigkeit und des spirituellen Fortschritts. An Deepavali steht jeder früh auf. Die Heiligen, die diese Gewohnheit einführten, hatten die Hoffnung gehegt, dass ihre Anhänger den Segen erkannten und daraus eine Tugend für ihr ganzes Leben ableiten würden.
In einem Gefühl von Freiheit und Glück gehen die Menschen ohne Vorurteile aufeinander zu, alle Feindschaft wird vergessen. Die Menschen umarmen einander in Liebe und Zuneigung. Deepavali hat eine große vereinigende Kraft. Die Menschen, die ein feines Gespür dafür haben, können noch immer die Stimmen der Heiligen wahrnehmen: "Oh, Kinder Gottes! Vereinigt euch und liebet einander." Die Schwingungen, die durch das liebevolle Grüßen hervorgebracht werden, erfüllen die Atmosphäre und sind so machtvoll, dass sie die Herzen aller Menschen erwärmen. Leider Gottes sind die Herzen der Menschen verhärtet, und nur ein fortgesetztes Zelebrieren von Deepavali kann die Menschen von dem Pfad des Hasses abbringen und wieder auf den Weg der Liebe zurückführen.
Die Hindukaufleute im Norden Indiens öffnen an diesem Tag ihre Rechnungsbücher und beten um den Erfolg für das kommende Jahr. Die Häuser werden gesäubert, hübsch hergerichtet und in der Nacht von zahllosen Öllampen erleuchtet. Die schönsten Beleuchtungen sind in Bombay und Amritsar zu sehen. Der berühmte Goldene Tempel von Amritsar wird am Abend von zahllosen Scheinwerfern angestrahlt. Die Vaishnaviten zelebrieren eine Govadhan Puja und beköstigen die armen Leute.
O Ram! Das Licht des Lichtes, das selbstleuchtende innere Licht des Selbst, scheint kontinuierlich in der Kammer der Herzen. - Sitze still, schließe die Augen, ziehe die Sinne zurück, richte den Geist auf dieses absolute Licht und erfreue dich der Erleuchtung der Seele, des wirklichen Deepavali. -
Derjenige, der alles sieht, den jedoch niemand mit eigenen Augen sehen kann, der den Intellekt, die Sonne, den Mond, die Sterne und das ganze Universum erstrahlen lässt, den jedoch niemand zum Leuchten bringen kann, das ist Brahman. Er ist das innere Selbst. - Zelebriere das wirkliche Deepavali, indem du in Brahman ruhst und lebst, und dich der ewigen Glückseligkeit der Seele erfreust. -
Weder die Sonne scheint, noch der Mond oder die Sterne scheinen, noch scheint Beleuchtetes und viel weniger das Feuer. Das ganze Licht der Welt zusammengenommen kann nicht mit einem Strahl des inneren Lichtes des Selbst verglichen werden. - Vermische dich mit diesem Licht der Lichter und erfreue des absoluten Deepavali. -
Viele Deepavali-Feste kommen und gehen. Doch die vielen Herzen der Menschen sind dunkel wie der Neumond geblieben. Die Häuser werden von Lampen hell erleuchtet, doch die Herzen sind voller Dunkelheit und Unwissenheit. Oh ihr Menschen wacht aus euren Schlummer der Unwissenheit auf. Erkennt durch die Meditation und Kontemplation das konstante und ewige Licht der Seele, dass weder auf- noch untergeht.
Mögen alle Menschen die innere Erleuchtung erlangen! Möge das absolute Licht der Lichter den Verstand erhellen! Mögen alle Menschen die unerschöpfliche spirituelle Fülle des Selbst erlangen! Mögen alle Menschen materiell und spirituell wachsen und erfolgreich sein!
(Skanda / Karttikeya: Gott der Krieger, der den Erkenntnislosen Kampf bringt, und der dem spirituell Strebenden Kraft für seine Entwicklung gibt; Feuerzeremonie)
Gelobt sei Lord Subramanya, das absolute Sein, der Regent des Universums, der in allen Herzen wohnt, der zweite Sohn Sivas, der Geliebte Vallis und Deivayanais, der seinen Anhängern Gnade gewährt, der eine Verkörperung von Macht, Weisheit, Liebe und Glückseligkeit ist.
Der große Dämon Tarakasura unterdrückte die himmlischen Wesen. Er trieb sie aus dem Himmel. Alle Gottheiten gingen daraufhin zu Brahman und baten ihn um Hilfe. Brahma sagte zu den Gottheiten: "Oh Devas, ich kann Taraka nicht zerstören, denn er hat durch seine verdienstvolle Buße meine Gnade erhalten. Doch ich mache euch einen Vorschlag: Cupid, der Gott der Liebe, kann euch helfen. Bringt ihn dazu Lord Siva herauszulocken, der tief in Yoga Samadhi versunken ist. Lasst Lord Siva sich mit Parvati vereinigen. Ihnen wird ein Sohn geboren, Lord Subramanya. Dieser Sohn wird den Dämon vernichten."
Indra, der Herr der Gottheiten, suchte daraufhin Cupid auf, damit dieser mit seiner Frau Rati und einem Begleiter, namens Vasanta (Frühling) zum Mount Kailas, der Heimstatt Sivas, ging. Cupid führte sofort die ihm aufgetragene Anweisung aus, denn es war bereits Frühling. Cupid schoss einen Pfeil der Leidenschaft auf Siva, währenddessen Parvati IHM Blumen in die Hand legte. In dem Augenblick, wo sich ihre Hände berührten, nahm Siva ein ablenkendes Gefühl wahr. Er wunderte sich darüber, was denn Seinen Yoga stören könnte. Er schaute sich um und erblickte Cupid, der hinter einem Baum kauerte.
Lord Siva öffnete sein "drittes Auge", das innere Auge der Intuition, und Cupid wurde durch das Feuer, das aus dem Auge hervortrat, zu Asche verbrannt. Darum wird der Gott der Liebe auch Ananga genannt, d.h. der Körperlose. Nachdem Cupid zu Asche verbrannt worden war, stellte Siva durch Seine yogische Vision fest, dass die Geburt von Lord Subramanya unbedingt notwendig war, um den mächtigen Taraka zu zerstören. Siva's Samen wurde in das Feuer geworfen. Das Feuer war nicht in Lage, es festzuhalten und warf es darum in den Ganges, der es in einen Wald aus Schilf warf. Dort wurde Lord Subramanya geboren. Er wird auch als Saravanabhava bezeichnet, d.h. "der im Schilfwald Geborene". Er wurde zum Führer der himmlischen Heerscharen und zum Zerstörer von Taraka, wie Brahma es angeordnet hatte.
Lord Subramanya ist eine Inkarnation von Lord Siva. Alle Inkarnationen sind Offenbarungen des einen absoluten Herrn. Lord Subramanya und Lord Krishna sind ein und dieselbe Inkarnation. Lord Krishna sagt in der Gita: "Unter den Armeegenerälen bin ich Skanda". Der Herr offenbart sich von Zeit zu Zeit selbst unter verschiedenen Namen und Formen, um Recht und Ordnung wieder herzustellen und um das Böse auszutreiben.
Lord Subramanya wurde als leuchtender Strahl aus dem göttlichen Bewusstsein von Lord Siva geboren. Valli und Deivayanai sind seine beiden Gemahlinnen. Sie repräsentieren insbesondere die Macht der Handlung und die Macht des Wissens. Er ist leicht als göttlicher Kopf in diesem dunklen Zeitalter der Unwissenheit und des mangelnden Vertrauens auszumachen. Darin unterscheidet er sich nicht von Hanuman. Er gewährt seinen Anhängern materiellen und spirituellen Besitz sowie Erfolg bei all deren Unternehmungen; dieses gilt auch dann, wenn sie Ihm gegenüber nur wenig Hingabe zeigen. Er wird ganz besonders in Südindien verehrt. Lord Subramanya wird auch Kumaresa, Kartikeya, Shanmukha, Guha, Muruga und Velayudhan genannt.
Auf vielen Bildern wird Lord Subramanya mit einem Speer in der Hand dargestellt, so wie Lord Siva immer mit einem Dreizack abgebildet wird. Dieses sind die Symbole der Macht. Sie besagen, dass Lord Subramanya der Regent des Universums ist. Sein Transportmittel ist ein Pfau. Er reitet auf ihm. Es bedeutet, dass er Stolz, Egoismus und Eitelkeit überwunden hat. Unter seinen Füßen befindet sich eine Kobra, d.h., Er ist absolut furchtlos, unsterblich und weise. Auf der einen Seite vieler Abbildungen befindet sich Valli, auf der anderen Seite Deivayanai. Manchmal wird er auch allein mit seinem Speer abgebildet. Er ist auch unter dem Namen Velayudhan bekannt; dieses ist sein Nirguna-Aspekt, d.h., Er ist frei von Maya - Illusionen.
Seine sechs Köpfe symbolisieren die sechs Strahlen oder Attribute, nämlich Weisheit, Leidenschaftslosigkeit, Kraft, Ruhm, Besitz und göttliche Kräfte; dieses bedeutet, dass Er die Quelle für die vier Vedas, der Vedangas und der sechs Philosophen-Schulen ist. Es bedeutet auch, dass Er die fünf Organe des Wissens und den Geist unter Kontrolle hat. Es wird betont, dass Er absolutes Sein mit tausenden von Köpfen und Händen ist. Sein Kopf dreht sich in alle Richtungen, d.h. Er ist alldurchdringend. Er kann sich vervielfältigen und jegliche Form annehmen.
Ihm zu Ehren gibt es Tempel in Udipi. Tiruchendur, in den Palani Hills, auf Ceylon und in Tiruparankundrum. Lord Subramanya verbrachte seine Kindheit in Tiruchendur und erreichte Mahasamdhi bei Kathirgamam. Wer voller Vertrauen und Hingabe nach Kathirgamam geht und zwei oder drei Tage dort im Tempel verbringt, dem wird Lord Subramanya in einer Vision erscheinen. Es heißt, derjenige kann dort spirituelle Erfahrungen machen. Zu Skanda Sashti wird dort jedes Jahr ein großes Fest gefeiert. Tausende von Menschen kommen zu dieser Gelegenheit dorthin. Berge von Kampfer werden an diesem Tag verbrannt.
Skanda Sashti fällt in den November. Es ist der Tag, wo Lord Subramanya den Dämon Tarak besiegte. Dieser Festtag wird mit großer Pracht, Bhajans und Kirtans gefeiert. Tausende Menschen werden kostenlos beköstigt. Viele unheilbare Krankheiten sollen durch die Verehrung von Lord Subramanya oder bei einem Besuch von Palani (Tempelanlagen, IHM zu Ehren) geheilt worden sein.
Lord Subramanya wird in manchen Gegenden neben dem Skanda Sashti (Fest) wöchentlich bzw. monatlich verehrt. Jeder Freitag oder sechste Tag der Vollmondphase gilt Seinen Anhängern als besonderer Tag zur Verehrung. Dabei ist der sechste Tag im Monat Oktober der wichtigste Tag, d.h. das Skanda Sashti. In einigen Gegenden beginnen die Festlichkeiten zu Skanda Sashti sechs Tage vor dem eigentlichen Festtag. An diesen sechs Tagen gibt es besondere Lesungen und Hymnen zu Ehren von Lord Subramanya. Außerdem werden Pilgerreisen zu den verschiedensten Subramanya Schreinen unternommen.
Der berühmte Dichter Nakkerar hat IHM zu Ehren die Tirumurukatrupadai verfasst. Derjenige, der dieses bedeutende Werk täglich voller Hingabe studiert, wird, so heißt es, ein friedvolles Leben, verbunden mit viel Erfolg, führen. In Tamil gibt es noch ein weiteres bekanntes Buch, d.h. Tiruppugal, welches inspirierende hingebungsvolle Lieder von Arunagirinathar enthält. Auch die Kavadichindu Lieder sind Gebete an den Herrn. Das Skanda Sachti Kavacham ist eine andere berühmte Hymne, mit der Lord Subramanya verehrt wird.
Die vielleicht wichtigste bzw. machtvollste Verehrung ist der oder das Kavadi, d.h., ein Ritual zur Verehrung, mit Speeren, die quer über die Schulter getragen werden, manchmal gehört auch ein so genannter Gang über glühende Kohlen oder Büßergang dazu. An den Enden der "Speere" werden Körbe gehängt. Diesem Büßergang mit dem Kavadi, zu Ehren von Lord Subramanya, wird ein großer Segen nachgesagt. Im Allgemeinen ist mit dem Kavadi für Lord Subramanya ein Gelöbnis verbunden, um irgendwelche persönlichen Kalamitäten zu überwinden. Obwohl es so scheint, dass mit dem Gelöbnis weltliche Objekte angestrebt werden, so wird mit dieser Zeremonie im Kern auch die Spiritualität geweckt. Dieses ist eine Methode, die zu vollkommener Hingabe führen kann.
Die Zeremonie bzw. der Büßergang mit dem Kavadi wird in unterschiedlichster Form begangen, d.h., als einfache Hausierer nur mit einem Stock (Speer) auf den Schultern, an dessen Enden je ein Korb befestigt wurde, bzw. in sehr aufwendige Weise mit Blumen und Pfau-Federn geschmückte Konstruktionen. Auf jeden Fall hat der Kavadi-Träger viele Schellen an seiner Konstruktion befestigt, mit deren Geklingel er auf sich aufmerksam machen möchte. Der Träger selbst bleibt stumm, denn seine Schellen und Glöckchen sind laut genug, um auf die Prozession hinzuweisen. In den beiden Körben befinden sich Reis, Milch und andere Artikel, die dem Herrn geopfert werden sollen. Die Opfergaben werden auf den Pilgerreisen in den Dörfern erbettelt. Die Pilgerreisen müssen zu Fuß unternommen werden. Die Dorfbewohner legen Opfergaben direkt in die Kavadi-Körbe. Bis die Körbe gefüllt sind, muss mancher "Büßer" bis zu 100 Kilometer barfuss zurücklegen. Wenn die Kavadi-Körbe gefüllt sind, werden die Inhalte dem Herrn geopfert. Die Leute, die die Opfergaben zur Verfügung stellen, werden dafür ebenfalls gesegnet.
Die Kavadi-Träger sind dazu verpflichtet, in der Zeit zwischen dem Aufnehmen und wieder Ablegen des Kavadi bestimmte Rituale oder Regeln einzuhalten. Sie müssen das Gewand der Pandaram (Bettelmönche) bzw. der saivitsichen Mönche, anlegen. Es handelt sich dabei um ein gelbes Gewand, eine kegelförmige scharlachrote Kappe und einem Rohr, das an beiden Enden mit Silber beschlagen ist. Lord Siva, der absolute Pandaram, liebte diese Kleidung. Ein Pandaram lebt ausschließlich von Almosen. Die unbedeckte Brust eines Pandaram wird von mehreren Rudraksha Malas geziert. Die Kavadi-Träger halten ein striktes Zölibat ein. Sie nehmen nur reine sattvische Nahrung zu sich und lehnen alle berauschenden Getränke und Drogen ab. Sie sollen immer nur an Gott denken. Viele Kavadi-Träger, besonders jene, die es als spirituelles Sadhana ansehen, unterziehen sich verschiedener Formen der Selbstgeißelung. Einige durchstoßen ihre Zunge mit spitzen Gegenständen, was die Zunge weit aus dem Mund herauszwingt. Andere durchstoßen ihre Wangen mit spitzen Pfeilen. Diese Form des Piercings wird auch an anderen Stellen des Körpers vorgenommen. Dieses Piercing soll sie immer an den Herrn erinnern. Das Zungen-Piercing soll sie auch bewusst am Sprechen hindern. Es verleiht zudem viel Kraft und Ausdauer. Die Kavadi-Träger sind unrasiert, und haben nicht selten lange Bärte. Sie essen nur einmal am Tag.
Die Kavadi-Träger erfreuen sich eines Zustandes leidenschaftlicher Religiosität. Sie tanzen in Ekstase. Ihre Erscheinung ist Ehrfurcht gebietend. In ihren Gesichtern spiegelt sich häufig eine göttliche Ausstrahlung. Die Anhänger erfahren nicht selten einen Zustand der Einheit mit dem Herrn. Manchmal tritt die Gottheit in sie ein und macht sie besessen.
Das Agni-Kavadi (Feuer-Kavadi) ist ein höchst schwieriges Opfer. Der Devote geht mit seinem Kavadi auf den Schultern über glühende Kohlen. Dabei werden von den Umstehenden zu Ehren des Herrn Hymnen gesungen. Es wird getrommelt und Weihrauch angezündet. Die ganze Atmosphäre ist Ehrfurcht gebietend. Der wahre Devote kommt in Ekstase und geht geradezu beschwingt über das Feuer.
Im Sivananda Ashram wird dieses Skanda Shasti sechs Tage lang gefeiert. Die Anhänger von Lord Subramanya leben von Milch und Früchten, und gehen rigoros ihrem Sadhana nach. Sie stehen morgens gegen 4:00 Uhr auf und meditieren auf den Herrn. An allen sechs Tagen wird das Mantra Om Sravanabhvaya Namah so oft wie möglich gesungen. Alle begrüßen sich mit diesem Mantra. Es werden Lesungen über Subramanya Tattwa oder dem göttlichen "Sport des Herrn" gehalten. Das Gleiche gilt für die allabendlichen Satsangs. Täglich werden Zeremonien vor dem heiligen Bildnis von Lord Subramanya abgehalten. Am letzten Tag wird ein großes Havan (Gottesdienst) zelebriert.
Bete aus tiefstem Herzen: "Oh Lord Subramanya, mein alles vergebender Herr, ich habe weder Vertrauen zu Dir noch übe ich Hingabe. Ich weiß nicht, wie ich Dich richtig verehren soll oder auf Dich meditieren kann. Ich bin Dein Kind, das vom Weg abgekommen ist, und das das Ziel und Deinen Namen vergessen hat. Ist es nicht Deine Pflicht, oh mitleidsvoller Vater, mich zurückzuholen? Oh Mutter Valli, willst Du mich nicht dem Herrn vorstellen? Deine Liebe für Dein Kind ist tiefer und aufrichtiger als von irgendjemand Anderen in dieser Welt. Oh Mutter Valli, bitte verzeih mir, dass ich Dein wertloses und ungehorsames Kind geworden bin. Mache mich pflichtbewusst und vertrauensvoll. Ich bin von dieser Sekunde an immer Dein. Alles ist Dein. Es ist nicht die Pflicht der Mutter, ihr unbesonnenes Kind zu korrigieren und zu erziehen, wenn es hilflos umher irrt. Überbrücke die Kluft der Illusion und nimm den Schleier von mir, der mich von Dir trennt. Segne mich. Nimm mich wieder zu Deinen Heiligen Füßen auf. Erleuchte mich. Dieses ist mein sehnlichster Wunsch an Dich und den Herrn, meinen geliebten Eltern."
Möge Lord Subramanya Seine Gnade über Euch walten lassen! Möge Sein Segen Euch Frieden, Glückseligkeit und Besitz geben.
Gita Jayanti oder der Geburtstag der Bhagavad Gita, der heiligen Schrift, wird in ganz Indien am elften Tag (Ekadasi) der hellen Hälfte des Monats Margaseersha (Dezember-Januar) gefeiert. An diesem Tag machte Sanjaya den König Dhritarashtra mit dem Dialog zwischen Arjuna und Sri Krishna vertraut. Auf diese Weise wurden die Lehren von Sri Krishna der ganzen Welt zugänglich gemacht.
Das heilige Fest Gita Jayanti markiert einen der größten Tage in der Geschichte der Menschheit. Vor beinahe sechstausend Jahren entfachte ein Blitz ein brillantes Feuer am Firmament der menschlichen Zivilisation. Dieser Blitz, dieser wundervolle spirituelle Lichtstrahl, in Form der Botschaft der Bhagavad Gita des Herrn selbst erstrahlte auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra. Normalerweise erstrahlen Lichtblitze in einem Bruchteil von einer Sekunde und verschwinden wieder ebenso schnell, doch dieser brillante Lichtblitz dieses denkwürdigen Tages setzte sich über die Jahrhunderte fort, und erleuchtet selbst heute noch den Weg der Menschheit auf dem Marsch hin zur Vollkommenheit.
Die Gita ist der wundervollste und der einzig wahre philosophische Gesang. Die Gita beinhaltet erhabene Lehren über Weisheit und Philosophie. Sie ist ein himmlisches Lied. Sie ist ein universaler Gospel. Sie enthält die Botschaft des Lebens, die alle angeht, egal welchen Ranges, Glaubensbekenntnis, Alters oder welcher Religion.
Die Gita wurde uns vor sechstausend Jahren von Sri Krishna, dem inkarnierten Herrn, durch seinen ergebenen Schüler Arjuna gegeben. Die Lehren beruhen auf die heiligen Upanishads, den in der Vorzeit offenbarten klassischen Philosophien Indiens.
Die Gita zeigt einen Weg, wie man sich über die Welt der Dualität und Gegensätzlichkeiten erheben und ewige Glückseligkeit und Unsterblichkeit erlangen kann. Sie ist ein Gospel des Handelns. Sie lehrt die strenge Erfüllung der Pflichten aller Menschen in der Gesellschaft, ein Leben des wirklichen Bemühens, wobei das Innere von dem Äußerlichen unberührt bleiben muss, und sie lehrt den Verzicht auf die Früchte der Handlungen, die dem Herrn dargeboten werden sollen.
Die Gita ist eine Quelle von Macht und Weisheit. Sie macht den Menschen stark, wenn er schwach ist, und sie inspiriert ihn, wenn er niedergeschlagen ist. Sie lehrt, wie man Unrecht widersteht, und weist den Weg von Tugend und Rechtschaffenheit.
Die Gita ist nicht nur ein Buch oder eine Schrift, sondern sie ist eine lebendige Stimme, die eine ewige, unentbehrliche und lebendige Botschaft an die Menschheit in sich trägt. Die Verse verkörpern Wörter der Weisheit, die dem unendlichen Ozean der Weisheit, dem Absoluten Selbst, entspringen.
Die Stimme der Gita ist der Ruf des Absoluten. Sie beschreibt den göttlichen Klang. Die Urquelle der Existenz, alle Macht, ist der offenbarte Klang des OM. Dieses OM ist das göttliche Wort. Er ist Nada Brahman, dessen unaufhörlicher Ruf lautet: "Sei für immer mit dem ewigen, ungebrochenen, fortwährenden Bewusstsein der absoluten Wahrheit verbunden." Dieses ist die erhabene Botschaft, die die Gita detailliert und für alle verständlich in einer universalen Form präsentiert. Diese Botschaft der Gita sollten sich alle ins Gedächtnis rufen.
Sich immer des Göttlichen bewusst zu sein, immer Seine Gegenwart zu fühlen, immer in dem Bewusstsein des absoluten Seins - in den Kammern des eigenen Herzens und überall - zu leben, ist wahrhaftig ein Leben in Fülle und göttlicher Vollkommenheit auf Erden. Solch ein ständiges Bewusstsein in Gott und solch ein Verhalten des Geistes wird helfen, sich von den Illusionen zu lösen und frei von aller Furcht zu sein. Gott zu vergessen bedeutet, in Illusionen zu verfallen, von Furcht ergriffen zu werden. Wer in ungebrochener Erinnerung an die absolute Wahrheit lebt, bleibt, jenseits von Illusionen und Täuschungen, immer im Licht, im Frieden und in der Glückseligkeit.
Achte darauf, wie die Gita, die erhabene Botschaft, es immer und immer wieder betont. Der Herr erklärt: "Bewahre deinen Geist in mir, platziere deinen Verstand in mich." In anderen Versen heißt es: "Darum erinnere dich immer an mich und kämpfe. Du wirst mich sicherlich erreichen, wenn du dich auf diese Weise opferst." Außerdem heißt es: "Wenn du handelst, bleibe in deinem Herzen mit Mir vereint." Die Gita führt uns mit folgender Parole zur Herrlichkeit: "Sei zielbewusst dem göttlichen Geist hingegeben und lass das Unterbewusstsein göttlich werden." Der Herr versichert auch: "Ich werde für jene zum Retter von dieser sterblichen Welt, deren Geist auf mich gerichtet ist." Dieses sind einige der erleuchtenden Botschaften der Gita, die den Menschen zu einem Leben in Vollkommenheit führen, während sie ihre normale Rolle im Leben ausüben. Für lange Zeit wurde die Botschaft von den Menschen unterdrückt. Den Herrn vergessend, hat sich die Welt den Sinnenfreuden und dem Mammon zugewandt. Es wurde ein schrecklicher Preis dafür bezahlt. Ihr Menschen! Es ist genug mit dem Vergessen! Der Herr hat oft genug vor dieser Unachtsamkeit gewarnt: "Wer aus Egoismus nicht hören will, muss fühlen, d.h. er muss dafür sterben."
Bedauerlicherweise kennen nur wenige junge Leute diese einzigartige Schrift. Man kann sich in Indien nicht als Gebildet bezeichnen, wenn man die Gita nicht kennt. Alles graduierte Universitäts-Wissen, alle Forschungen in den Universitäten sind nur eine Hülle im Vergleich zur Weisheit der Bhagavad Gita.
Lebt im Geist der Lehren der Gita. Leeres Gerede, bloße Lehren bzw. Ratschläge helfen in keiner Weise. Lässt man die Lehren der Gita zur Praxis werden und wird man ewige Glückseligkeit und Frieden erreichen. Die Gita kann zu den folgenden sieben Versen zusammengefasst werden:
"Wer mit dem OM, Brahman, auf den Lippen stirbt und sich an mich erinnert, wird das absolute Ziel erreichen."
"Die Welt erfreut sich, oh Herr, Dir zu begegnen wenn sie Dich preist; dann fliehen die Dämonen in die letzten Winkel, und alle Hostien der Siddhas verbeugen sich vor Dir!"
"Er ist überall mit Seinen Händen und Füßen, mit Seinen Augen, Köpfen, Mündern und mit Seinen Ohren umschließt er alles."
"Wer auch immer auf das Allwissende, auf den Allvater der gesamten Welt, auf Den, der winziger als ein Atom ist, auf die Stütze aller, auf das Unvorstellbare, strahlend wie die Sonne, meditiert, geht über die Dunkelheit der Unwissenheit hinaus."
"Die Weisen sprechen vom unzerstörbaren Asvattha, der die Wurzeln oben und die Zweige unten hat, dessen Blätter sind das Versmaß oder die Hymnen; derjenige, der dieses weiß, ist ein Kenner der Vedas."
"ICH bin in den Herzen aller; Gedächtnis und Wissen sowie deren Abwesenheit kommen von MIR. Ich bin DAS, was durch das Studium der Vedas erkannt werden muss; Ich bin in Wirklichkeit der Autor der Vedanta und Kenner der Vedas."
"Konzentriere den Geist auf Mich; sei Mir hingegeben; opfere dich Mir; wenn du dich auf diese Weise mit dem ganze Selbst, d.h. mit MIR vereinigt hast, nimm Mich als den Absoluten Herrn an! Auf diese Weise kommst du sicher zu Mir."
Lies die Gita sonntags und an anderen Feiertagen. Studiere immer und immer wieder ihre Verse, die vom Zustand eines perfekten Yogis handeln. Studiere auch unbedingt die acht Verse des zwölften Kapitels. Das Studium der Gita allein ist genug bezüglich des Studiums heiliger Schriften. Man findet in ihr Lösungen für alle Probleme. Je mehr man sie in Hingabe und Vertrauen studiert, desto tiefer wird das Wissen, das man erlangt, desto mehr wird das Innere durchdrungen, und desto klarer wird das Denken. Selbst wenn man sein Leben nur nach einem Vers der Gita richtet, verschwindet alles Elend und man erreicht das Ziel des Lebens, d.h. Unsterblichkeit und ewigen Frieden.
Nur der Herr kann solch ein wundervolles und einmaliges Buch hervorbringen, das seinen Lesern Frieden gibt, und das sie auf dem Weg zur absoluten Glückseligkeit führt. Die Lehren der Gita sind breitflächig, erhaben und universal. Sie gehören nicht zu einem besonderen Kult, einer Sekte, einem Glaubensbekenntnis, einem Zeitalter, einem Ort oder einem bestimmten Land. Sie richtet sich an alle, sie ist für alle da. Die Gita hat eine Botschaft zum Trost, für den Frieden, zur Befreiung und zum Erreichen der Vollkommenheit für alle Menschen.
Im Sivananda Ashram, Rishikesh, wird Gita Jayanti jedes Jahr mit aller Pracht gefeiert:
Alle Strebenden stehen morgens um 4:00 Uhr auf und meditieren auf den Herrn. Von Sonnaufgang bis Sonnenuntergang wird aus der Gita rezitiert. Dazu wird nach der Samputa-Methode vor und nach jedem Vers folgende Samputa rezitiert:
Sarva dharmaan parityajya maamekam sharanam vraja;
Aham twaa sarvapaapebhyo mokshayishyaami maa shucha.Das zweimalige Rezitieren zwischen Versen ist eine wirksame Methode, die Gnade des absoluten Herrn und der Mutter Gita zu erlangen. Die Strebenden fasten den ganzen Tag, denn an diesem Tag ist auch Ekadashi. Unter den Kindern werden Wettbewerbe abgehalten, um die Talente für das Rezitieren der Gita zu entwickeln. Die älteren Kinder dürfen für andere Kinder kurze Kapitel rezitieren. Damit wird zum Studium der Gita ermutigt. Am Abend werden besondere Satsangs abgehalten.
Beschließe an Gita Jayanti täglich ein Kapitel oder Vers aus der Gita zu lesen. Rezitiere vor den Mahlzeiten das fünfzehnte Kapitel aus der Gita (dieses findet auch heute noch immer vor dem gemeinsamen Essen in der Dining Hall des Ashrams statt). Führe immer eine Taschenbuchausgabe der Gita mit dir. Unterstreiche die Verse, die dich am meisten inspiriert haben. Auf Reisen kann man diese Verse immer wieder nachlesen.
Möget ihr alle ein Leben nach der Gita führen! Möge die Gita, die gesegnete Mutter der Vedas, euch führen und beschützen. Geehrt sei Lord Krishna, der göttliche Lehrer. Verehrt sei Sri Vyasa, der Dichter aller Dichter, der die Gita verfasste. Möge der Inhalt der Gita alle segnen.
Dattatreya Jayanti fällt auf den Vollmondtag des Monats Margaseersha (Dezember-Januar). Die Geschichte zu diesem Ehrentag lautet wie folgt:
Anusuya galt als Vorbild für Keuschheit. Sie war die Frau von Atri Maharishi, einem großen Heiligen, der als einer der sieben besten Seher galt. Sie war in Pativrata Dharma voll integriert, d.h. in die Hingabe zu Ihrem Ehemann und sie sah in ihm Gott selbst. Sie unterzog sich dieser Disziplin über einen langen Zeitraum und wünschte sich drei Söhne zu gebären, die Brahma, Vishnu und Siva, entsprechend der Hindu-Dreieinigkeit (Trimurti), ähnelten. Eines Tages baten Saraswathi, Lakshmi und Parvati ihre Ehemäner, das Pativrata Dharma von Anusuya zu prüfen, indem man sie bitten sollte, ihnen unbekleidet Almosen zu geben.
Als Brahma, Vishnu und Siva von der Disziplin und dem Wunsch von Anusuya erfuhren, stimmten sie dem Wunsch ihrer Frauen zu, denn sie wussten, dass sie damit auch Anusuya's Wunsch erfüllen würden. Sie legten das Sannyasin-Gewand an und erschienen vor Anusuya und baten sie um Almosen, wie ihre Frauen es verlangt hatten, d.h. nackt. Damit war Anusuya in einem großen Dilemma. Sie konnte sich einerseits der Bitte der Sannyasins nicht verschließen, andererseits musste sie ihr Pativrata Dharma bewahren, das sie verletzen würde, wenn sie nackt vor den Sannyasins erscheinen würden. Sie meditierte auf ihren Ehemann, zog sich zu seinen Füßen zurück, und sprenkelte auf die Füße der Sannysins einige Tropfen Wasser, das zuvor bei der Fußwaschung ihres Ehemann benutzt worden war. Sofort wurden die Trimurties in drei Babys verwandelt, denn sie hatte ihre Keuschheit bewahrt. Zur gleichen Zeit fühlte sie in ihrer Brust aufkeimende Milch. Sie glaubte, dass diese drei Kinder ihr eigen wären und gab ihnen im nackten Zustand Milch und wog sie in ihren Armen. Sie wartete ungeduldig auf die Rückkehr ihres Ehemannes, der inzwischen ein Bad genommen hatte.
Als Atri Rishi zurückgekehrte, berichtete Anusuya ihm, was geschehen war, legte die drei Kinder zu seinen Füßen und verehrte ihn. Doch Atri kannte auf Grund seiner göttlichen Vision bereits die ganze Geschichte. Er umarmte die drei Kinder. Sie verwandelten sich zu einem Kind mit zwei Füßen, einem Rumpf, drei Köpfen und sechs Händen. Atri Rishi segnetet seine Frau und informierte sie, dass die Trimurtis selbst die Form der drei Kinder angenommen hätten, um ihren Wunsch zu erfüllen.
Saraswathi, Lakshmi und Parvati wurden darüber informiert, dass ihre drei Ehemänner durch die Macht des Pativrata Dharma von Anusuya in Kinder verwandelt worden waren. Sie würden nicht eher zurückkehren, bis man Atri Rishi um ihre Männer als Almosen bitten würde. Daraufhin nahmen Saraswathi, Lakshmi und Parvati die Form normaler Frauen an, erschienen vor Atri und baten um ihre eigenen Ehemänner. Atri ehrte pflichtbewusst die drei Frauen mit gefalteten Händen, betete zu ihnen, damit sein Wunsch und der Wunsch von Anusuya erfüllt werden sollte.
Dann erschienen die Trimurties in ihrer wahren Form vor Atri und sagten: "Dieses Kind wird ein großer Heiliger entsprechend deiner Worte werden. Er wird uns ähneln, wie von Anusuya gewünscht. Dieses Kind wird den Namen Dattatreya tragen." Daraufhin verschwanden sie.
Dattatreya wurde schnell erwachsen. Da er die Ausstrahlung der Trimurties innehatte und ein Mann von höchster Weisheit war, verehrten ihn alle Rishis und Asketen. Er war sanftmütig, friedfertig und freundlich. Er war ein Avadhuta, d.h. ein Asket, der immer nackt war. Er predigte die Wahrheit der Vedanta. Dattatreya gab seine Avadhuta Gita an Lord Subramanya weiter. Dieses war ein wundervolles Buch, das die Wahrheiten und die Geheimnisse der Vedanta und die Erfahrungen der Selbstverwirklichung enthielt.
Als er eines Tages voller Glück durch den Wald lief, traf er auf König Yadu, der ihn nach dem Geheimnis seines Glücklichseins und dem Namen seines Gurus befragte. Dattatreya antwortete: "Das Selbst allein ist mein Guru. Doch ich lernte Weisheit von vierundzwanzig anderen Individuen und Objekten. Darum sind auch sie meine Gurus., d.h. ich lernte von der Erde, dem Wasser, Feuer, Himmel, dem Mond, der Sonne, der Taube, der Python, dem Ozean, der Motte, der schwarzen Biene, der Biene, dem Elefanten, dem Hirsch, dem Fisch, dem Tanzmädchen Pingala, dem Kolkraben, dem Kind, dem Dienstmädchen, der Seeschlange, dem Pfeilmacher, der Spinne und dem Käfer.
Ich lernte von der Erde die Geduld und anderen Menschen Gutes zu tun.
Vom Wasser lernte ich Qualität und Reinheit.
Ich lernte von der Luft, unberührt zu bleiben, obwohl ich mich in dieser Welt mit vielen Leuten bewege.
Vom Feuer lernte ich, mit aller Pracht vor Selbstbewusstsein und Disziplin zu glühen
Vom Himmel lernte ich, dass das Selbst alldurchdringend ist und doch mit keinem Objekt Kontakt hat.
Vom Mond lernte ich, dass das Selbst immer vollkommen und ohne jede Veränderung ist, und dass nur die begrenzten Begleiterscheinungen ihren Schatten auf ihn werfen.
So wie die Sonne von der Wasseroberfläche in unterschiedlichster Weise reflektiert wird, so erscheint auch Brahman in verschiedensten Formen, weil Körperformen durch die Reflexion des Geistes verursacht werden. Das habe ich von der Sonne gelernt.
Einmal sah ich ein Taubenpärchen mit ihren Jungen. Ein Vogelfänger breitete ein Netz aus und fing die Jungen. Die Taubenmutter war ihren Jungen derart vernarrt, dass sie ebenfalls in das Netz fiel und gefangen wurde. Davon habe ich gelernt, dass Anhänglichkeit die Wurzel irdischer Bindung ist.
Die Python jagt nicht hinter der Nahrung her. Sie nimmt mit dem vorlieb, was sie bekommt, wobei sie sich nicht vom Fleck bewegt. Davon habe ich gelernt, mir keine Sorgen um das tägliche Brot zu machen, sondern mit dem zufrieden zu sein, was ich bekomme.
So wie der Ozean unbeweglich bleibt, obwohl hunderte von Flüssen in ihn hineinfließen, so sollte auch der Weise gegenüber den vielen Versuchungen, Schwierigkeiten und Problemen unberührt bleiben.
Die Sinne (des Sehens) zu kontrollieren und damit den Geist auf das Selbst zu fixieren, lernt ich von der Motte.
Hier ein bisschen und dort ein bisschen stillt den Hunger. Ich bin damit keine Last für einen bestimmten Haushalt. Dieses lernte ich von der schwarzen Biene, die den Honig von vielen Blumen sammelt.
Die Bienen sammeln den Honig unter großen Schwierigkeiten, doch ein Jäger kommt vorbei und nimmt ihnen den Honig weg. Davon lernte ich, dass es sinnlos ist, irgendetwas zu horten.
Ein vor Lust berauschter Elefantenbulle, der eine Elefantenkuh vor sich hat, tappt blindlings in eine Falle, die mit Gras bedeckt ist. Darum sollte man die Lust aufgeben.
Der Hirsch wird vom Jäger mit Musik gelockt, denn er liebt die Musik und tappt blindlings in die Falle. Darum sollte man nie lüsternen Liedern lauschen.
Ein habgieriger Fisch ist eine leichte Beute für Räuber, und auch Menschen, die gierig nach Nahrung sind, verlieren ihre Unabhängigkeit und können sich leicht ruinieren.
Das Tanzmädchen Pingala war zu müde, um auf Kundenfang zu gehen. Sie verlor die Hoffnung auf neue Kunden. Sie musste sich mit ihrem Tagesgeschäft zufrieden geben und legte sich Schlafen. Ich habe von diesem gefallenen Mädchen gelernt, dass man die Hoffnung auf Zufriedenheit niemals aufgeben darf.
Ein Rabe schnappte sich ein Stück Fleisch. Er wurde von anderen Vögeln bedroht und gebissen. Er ließ das Fleisch fallen und erreichte Frieden und Ruhe. Davon habe ich gelernt, dass ein Mensch alle möglichen Schwierigkeiten durchmacht, wenn er den Sinnenfreuden nachläuft, und glücklich wird, wenn er die Sinnenfreuden aufgibt.
Ein Baby (Kind), das gestillt wird, ist frei von allen Kümmernissen und Ängsten, und immer fröhlich. Ich lernte die Tugend der Fröhlichkeit von dem Kind.
Ein Dienstmädchen pulte Erbsen. Ihre Armreifen klimperten dabei geräuschvoll. Vom Haus ihres Ehemannes waren einige Besucher eingetroffen. Um das Klimpern der Armreifen abzustellen, legte sie einen nach dem anderen ab. Selbst die letzten beiden Armreifen klimperten immer noch. Als sie nur noch einen Armreifen trug, gab es kein Geklimper mehr. Sie war glücklich. Ich lernte von dem Dienstmädchen, dass das Leben unter vielen zu Streit, Disharmonie usw. führen kann. Selbst bei zweien kann es zu unnötigen Wortgefechten kommen. Der Asket oder Sannyasin sollte darum immer allein bleiben.
Eine Seeschlange baut nicht ihr eigenes Versteck. Sie lebt in Löchern, die von anderen gebuddelt wurden. Darum sollte ein Asket auch niemals sein eigenes Haus bauen. Er sollte in einem Tempel oder in einer Höhle leben.
Ich lernte von einem Pfeilmacher die intensive Konzentration des Geistes.
Die Spinne spinnt mit ihrem Speichel lange Fäden und formt sie zu einem Netz. Dann ist sie in ihr eigenes Netz gefangen. Genauso formt der Mensch ein Netzwerk seiner eigenen Gedanken und ist darin gefangen. Der Weise sollte darum alle weltlichen Gedanken aufgeben und nur an Brahman denken.
Der Käfer fängt einen Wurm, legt ihn in sein Nest und sticht ihn. Der arme Wurm fürchtet die Rückkehr und den erneuten Stich des Käfers, denkt permanent an den Käfer und wird schließlich zum Käfer. Ich lernte vom Käfer und dem Wurm, mich dem Selbst zuzuwenden und permanent auf ihn zu kontemplieren. Auf diese Weise habe ich alle Bindungen an den Körper aufgegeben und Befreiung erreicht.
Der König war aufs Höchste von diesen erleuchtenden Worten Lord Dattatreyas entzückt. Er gab die Welt auf und praktizierte permanente Meditation auf das Selbst. Dattatreya war absolut von jeglicher Intoleranz und allen Vorurteilen frei. Er lernte Weisheit von welcher Quelle sie auch immer stammte. Alle nach Weisheit Strebenden sollten seinem Beispiel folgen.
An Dattatreya Jayanthi stehe früh morgens um 4:00 Uhr auf. Faste und bete den ganzen Tag. Bleib für dich in völliger Abgeschiedenheit. Vergiss den Körper. Identifiziere dich mit dem glückseligen Selbst. Studiere Dattatreya's wundervollen Werke, die Avadhuta Gita und die Jivanmukta Gita. Verehre Lord Dattatreya's Gurus oder deinen eigenen. Fasse den Vorsatz, den Lehren Lord Dattatreya's zu folgen. Du wirst das Selbst bald erreichen.
Die Swamis aus dem Sivananda Ashram begehen dieses Fest jedes Jahr mit aller Pracht im Dattatreya Tempel.
Dabei wird das Bildnis von Lord Dattatreya über und über mit Blumen geschmückt.
Alle spirituellen Sucher versammeln sich und besingen den Namen des Herrn.
Lesungen über das Leben von Lord Dattatreya werden von Yogis und Sannyasins beim abendlichen Satsang gehalten. Die Avadhuta Gita und die Jivanmukta Gita werden ebenfalls gelesen und erklärt.
Es ist ein Tag großer Freude.
Möget ihr euch alle des wundervollen Segens von Lord Dattatreya erfreuen und möget ihr alle das höchste Ziel, die Selbstverwirklichung erreichen!