Leben und Lehren von Jesus Christus
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Ausschnitte aus dem Buch "Leben und Lehren von Jesus Christus" von Swami Sivananda:Die Bergpredigt
WeihnachtsbotschaftenWeihnachten - ein Symposium
Dein Reich komme
Ein heiliges Leben
Das göttliche Leben Christi
Was ist Christus für den spirituellen Sucher
Jesus Versprechen
Das Leben Jesu für einen spirituellen Sucher
Ein bedeutsamer Abschnitt der Bibel
Die Botschaft der Ewigkeit von Jesus Christus
"Wer diese Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute," sagte der Herr bei der Zusammenfassung der berühmten Bergpredigt. Die Predigt war keine philosophische Diskussion, der man lauschte, um sie möglicherweise zu verstehen und dann später wieder zu vergessen, sondern in jener ehrwürdigen Predigt hat ER den Geist Gottes eingehaucht. Die Predigt war das Wort Gottes, die Botschaft der Ewigkeit, die für immer als göttliches Feuer lebendig bleibt. Jesus ist in dieser Bergpredigt lebendig.
Erinnern wir uns, dass die Engel Josef befohlen hatten, das Jesuskind taufen zu lassen, da ER die Menschen von ihren Sünden befreien würde. Und jetzt studiere die Bergpredigt immer wieder: Ist dies nicht ein Licht, das von der Dunkelheit der Sünde befreit? Jedes Wort ermuntert die Menschen, sich von den Sünden abzuwenden und in das Himmelreich, dem Königreich Gottes, einzutreten. Mit Seinem eigenen Leben hat Jesus für alle Menschen das Tor zum Himmelreich Gottes bis in alle Ewigkeit weit offen gehalten. Das Leben des Herrn war nichts weiter als ein lebendiges Beispiel für jene Predigt.
Jesus war Gott Selbst. Die Heilige Schrift erinnert uns immer wieder an diese Tatsache. Warum musste ER dennoch so viele Verfolgungen und Leiden ertragen? Warum konnte ER nicht Seine Feinde ausschließlich durch die Anwendung des Göttlichen Willens zum Schweigen bringen? Und doch hat ER, - diese Absolute Inkarnation der Liebe, die Jesus darstellte, - es gewollt, daß Sein eigenes Leben zu einem Beispiel wird, dem die Menschen nacheifern. Darum verhielt ER sich wie jedes andere menschliche Wesen, und während ER sich so verhielt, demonstrierte ER an Hand Seines ereignisreichen Lebens die eigenen Anweisungen der Bergpredigt.
Zu Beginn und bei der Zusammenfassung Seiner Predigt betont ER insbesondere, daß es für jene, die das besondere Privileg hatten, der erlösenden Botschaft zu lauschen, eine Heilige Pflicht ist, den Anweisungen Folge zu leisten und sie anderen Menschen zu vermitteln. Jesus wünschte, dass Dein Licht den Menschen als leuchtendes Vorbild und nicht der eigenen Verherrlichung dienen sollte, sondern damit sie "Deine guten Taten bewundern und Deinen Vater im Himmel ehren". Lebe nach den Anweisungen der Bergpredigt. Erleuchte durch Dein Beispiel und Deine Grundsätze andere Kinder des Herrn, damit sie die Inhalte der wundervollen Lehre anwenden. Auf diese Weise wird diese wunderbare Mission von Jesus Christus erfüllt, die dazu dient, die Menschen von ihren Sünden zu befreien. Diese Botschaft überall zu verbreiten, wird heutzutage immer wichtiger; denn wieder einmal bewegt sich die Menschheit blindlings zu Zerstörung, Ungerechtigkeit, Hass und Krieg hin. Allein die Botschaft des Herrn kann heute noch die Welt retten. Die heiligen Wörter der Bergpredigt sollten heute in die Herzwände von Männern und Frauen eingemeißelt werden; dann und nur dann allein ist die Menschheit in der Lage, Glück und Frieden zu erkennen.
Kosmische Liebe
Die allererste Anweisung ist besonders eindringlich. Es liegt an dem Charakter des Herrn, dafür ein besonderes Klima zu schaffen. Irgend jemanden zu töten, galt bis zu diesem Zeitpunkt als besonders unrechtmäßig. Dagegen sich selbst zu töten, ist die größte Offenbarung des Gefühls, das die Herzen der Menschen berührt. Jesus will die Menschen von ihren Gefühlen befreien. ER wählte dazu ein ausgezeichnetes Mittel, das sie sofort von der ursächlichen Wurzel dieser gefährlichen Krankheit, die sich selbst bei Mördern offenbart, kuriert. Angst! Ängste sind die größten Feinde des Menschen. Sie zerstören die Intelligenz, und unter dem Einfluss der Ängste degenerieren die Menschen zu etwas, was weit schlimmer als eine Bestie ist. Der Herr ermahnt, sich von diesen Ängsten zu befreien. Selbst seinem Ärger in verbaler ungöttlicher Weise Luft zu machen, ist Sünde. Gebrauche niemandem gegenüber abfällige Bemerkungen, denn alle sind Kinder Deines Vaters. Alle sind Deine Schwestern und Brüder. Der Herr wohnt in allen. Bezeichne niemanden als "dumm". In Seinen göttlichen Anweisungen geht ER noch weit darüber hinaus. Dieser entsetzliche Feind des Menschen sollte aus dem Herzen vertrieben werden; und nicht nur dies, sondern Tugend und Liebe sollten im Herzen verankert werden. Wie wundervoll drückt ER dies aus! Wenn dies nicht vollzogen wird, ist der Gottesdienst, was Liebe über Alles bedeutet, heuchlerisch. Darum sollte man, wenn man Seinen Altar (die Gemeinschaft mit Gott) aufsucht und sich feindselige Gedanken erheben, diesen Altar besser wieder verlassen. Suche denjenigen auf, mit dem Du im Streit liegst und versöhne Dich mit ihm. Schließe mit ihm wieder Freundschaft und erst dann diene Gott.
Versuche dies heute. Dies muss nicht als intellektuelle Lehre verstanden werden, denn dies ist das Wort Gottes, das es anzuwenden gilt. Mach’ es jetzt und schau Dir die Folgen an. Welch’ freudige und friedvolle Erfahrung Du in Deinem Dienen und Deiner Meditation machst, wenn Du die Krankheitsgefühle mit den Wassern der Kosmischen Liebe fortspülst.
Wer kann Dein Feind sein, wenn Dein Herz mit kosmischer Liebe erfüllt ist? Jemand mag feindselige Gefühle gegen Dich hegen, doch sollten sich in Deinem Herzen niemals feindlich Gefühle regen, denn auch der Dir feindlich gegenüberstehende ist für Dich ein Bruder, der mit derselben Liebe, wie Dein bester Freund, behandelt werden sollte. Zweideutigkeiten sind Jesus fremd, denn ER würde niemals einen Raum voller Missverständnisse hinterlassen. Es gibt keine Anweisung, die praxisnäher sein könnte, als die Art und Weise, wie ER sie vermittelt hat.
"Liebet Eure Feind, auch wenn sie Euch verfluchen; tut Gutes, auch wenn sie Euch dafür hassen, und betet für sie, auch wenn sie Euch verfolgen." Welch ein überzeugendes Argument gibt ER zur Unterstützung Seiner Heilige Anweisung! Warum solltest Du Deine Feinde lieben? Nicht, weil Du größer als sie bist, sondern weil Du aus der natürlichen Vorstellung Gottes entstanden bist, und in dieser Vorstellung bist Du und alle anderen Kinder Gottes.
Was geschieht, wenn der Atheist den Segen Gottes verweigert? Genau der Lebensatem, den der Atheist zur Verweigerung der Existenz Gottes benötigt, wird durch IHN gewährt. "ER lässt die Sonne sich über das Gute sowohl als auch das Schlechte erheben und schickt den Regen zur richtigen oder falschen Zeit." Hass wird nicht durch Hass getilgt, sondern durch Liebe. Liebe siegt über diejenigen, die hassen und feindlich gesinnt sind; Rechtschaffenheit siegt letztendlich über Unrechtmäßigkeit. Liebe verwandelt die Herzen der Menschen. Es gibt keinen besseren Weg, um Feindschaft zu besiegen, um Übelgesinnte zu verändern, als zu lieben, und lass sie an Deinen eigenen täglichen Handlungen des glorreichen rechtschaffenen Lebens teilhaben.
Liebe und Rechtschaffenheit sollten zu einem Teil Deiner Natur werden. Sie sollten Dir weder etwas vortäuschen noch künstlich sein. Als Jesus darum befahl, dem Übel zu widerstehen, bezog ER sich auf Seine eigene Anweisung, daß Liebe zu Deiner eigenen Natur werden sollte. Dies erfordert unerschütterliches Vertrauen in Gott, die Verwirklichung Seiner Allmacht, das Verstehen der Macht der Liebe und absoluten Mut zur Moral, das Übel nicht zu verdammen, sondern: "Wer auch immer Dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die linke hin."
Wenn man auf diese Weise das Übel nicht verdammt und solche Liebe gegenüber dem Üblen demonstriert, wird man vorübergehend eine moralische Gesinnung in dem übelgesinnten Menschen wecken. Wenn man jedoch nach dem Grundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" handelt, wird die moralische Gesinnung des anderen durch Dein schlechtes Beispiel vollständig begraben werden. Doch wenn Dich jemand auf die Wange schlägt, Deine aufrechte Liebe erfährt, anstelle es mit derselben Münze heimgezahlt zu bekommen, ist er durch Dein Beispiel tief greifend berührt und wird früher oder später über diesen Vorfall nachdenken, seine Tat bereuen und sein moralisches Gewissen zurückgewinnen.
"
Wenn Dich irgend jemand bestiehlt und Dir Deinen Mantel nimmt, dann gib ihm auch den Umhang." Wenn die Menschen nach dieser Regel leben würden, könnten die Gerichte genauso gut geschlossen werden und die Menschen wären in der Lage, in Frieden und Freundschaft zu leben. Glaubst Du, dass der Herr Dich leichtsinnig dasitzen und zusehen lassen mag, wie Du betrogen und beraubt wirst? Nein! ER möchte Dich in positivem Sinne großzügig sehen. ER möchte, dass Du den Bedürftigen Beistand leistest. Falls er, aufgrund seiner Not, Dir Deinen Mantel nimmt, so gib ihm auch - zu seinem besseren Wohlbefinden - Deinen Umhang. In Wirklichkeit machst Du ihm mit Deinem Umhang ein Geschenk der Weisheit; er sieht in Deiner Handlungsweise die aufrichtige natürliche Liebe, die Herrlichkeit der Wohltätigkeit und die unbeteiligte Tugend eines Gottmenschen gegenüber weltlichen Objekten. Der Umhang als weltliches Objekt ist endlich und Du musst Dich früher oder später sowieso von ihm trennen; doch die Frucht des Geschenkes, die Belohnung der Wohltätigkeit - insbesondere, wo sie einem Menschen zugute kommt, von dem Du ohnehin beraubt worden wärest - ist unsterblich und bedeutet eine innere Umwandlung für ihn. Es bedarf für diese Handlungsweise nicht nur Mut, sondern absolutes Mitgefühl für die weltlichen Objekte. Und Jesus fragt bedeutungsvoll: "Was bedeutet es für den Menschen, wenn er die Welt bekommt, doch seine Seele dabei verliert?" Der Verlust aller weltlichen Objekte ist nichts im Vergleich zum Erwerb dieser einzigen Tugend: Wohltätigkeit.Die Praxis von Reinheit
Nun wenden wir uns der Reinheit zu. Hier können wir wieder miterleben, wie Jesus direkt an die Wurzel des Problems herangeht und eine Radikalkur vorschlägt. Die Unsterblichkeit ist nicht mit der Handlung selbst verbunden, sondern sie ist vollkommen in den Gedanken verwurzelt. Man kann sie nicht, wie die Ärzte es tun, durch bloßes wegoperieren äußerer Organe, wirkungsvoll eliminieren, sondern nur durch die Reinigung von Herz und Geist. "Wer auch immer einer Frau nachschaut, hat sich bereits mit dem Herzen einverstanden erklärt, mit ihr Ehebruch zu begehen und seiner Lust nachzugeben. Die Sünde findet im Geist statt, der Körper ist bloß ein Werkzeug des Geistes.
Eine außerordentliche Verfügung folgt dieser Erklärung. Es handelt sich um die Methode der Selbstkasteiung. Dies ist eine gut bekannte spirituelle Praxis. Bestrafe Dich selbst und bete. Distanziere Dich von Deinem Körper und sogar von Deinem Verstand und züchtige sie mit der Rute der Selbstkasteiung. Zuerst in grober Form, wie Fasten usw., bis die Technik vollkommener Distanzierung von Körper und Verstand erlernt wurde. Dann kann der strenge machtvolle Wille genutzt werden, um den turbulenten Drang des Verstandes und die Sinne zu zügeln. Dies ist es, worauf sich der Herr bezieht, als ER sagt: "Und wenn Dich Dein rechtes Auge stört, reiß es heraus und wirf es fort." Du unterscheidest Dich von dem störenden Organ: Gebrauche Deine Unterscheidungsfähigkeit und trenne Dich von seiner Macht über Deine Seele, seiner Macht über die Gedanken und der Nervenimpulse. Dann wird es aufgrund mangelnder Übereinstimmung mit Deinem eigenen Willen aufhören zu arbeiten und sich demütig Deinem Willen fügen. Dies kann nicht nur dazu verwendet werden, um der Lust Herr zu werden, sondern auch um Ärger und andere Laster auszutreiben. Dies ist ein Allheilmittel für alle Übel, die das Herz berühren.
Denn denke daran, es ist das Ziel, "genauso vollkommen wie der Vater im Himmel zu sein." Vollkommenheit bezüglich aller Tugenden ist das Ziel: Doch, wenn Du die wichtigsten Tugenden, die der Herr bei Seiner Bergpredigt aufgezählt hat, kultivierst und danach lebst, werden sich die noch verbleibenden Tugenden anschließen. Liebe, Reinheit, Aufrichtigkeit, Wohltätigkeit, Menschlichkeit, Wahrheit und Hingabe, - dies sind die großen Tugenden, die es zu kultivieren gilt und die ein positives Echo hervorrufen. Sie werden Dich vollkommen und zu einem leuchtenden Ebenbild Gottes machen.
Die Hingabe ist der Schlüssel zur Wahrheit
Zur Wahrheitspraxis hatte der Herr etwas sehr Einleuchtendes zu sagen. Normalerweise schwören die Menschen, dass das, was sie sagen, der Wahrheit entspricht; und sie schwören auch, zukünftig dies oder jenes zu tun. Jesus bat Seine Jünger, abstand vom Schwören zu nehmen. Das Schwören hat seinen Ursprung in einer Art von Selbstüberheblichkeit. Es ist Eitelkeit. Niemand kennt wirklich die Wahrheit; doch jeder ist bereit, "bei Gott" zu schwören, dass er die Wahrheit sagt. Dies ist eine Überheblichkeit sondergleichen. Ein weiser Mann würde sagen: "Dies ist die Wahrheit, nach meinem bestem Wissen und Gewissen." Nur Gott kennt die Wahrheit, und darum sagte Jesus: "Verurteile niemanden."
Eine andere Form des Schwurs ist, auf die Zukunft zu schwören. Man kann Schwierigkeiten mit einem inständigen Gebet beseitigen. Dies ist mehr eine Art von Autosuggestion. Man mag zu sich selbst sagen: "Von nun an sollte ich abstinent, im Zölibat oder zurückgezogen leben: Oh Gott, schenke mir Deine Gnade." Dies ist für den spirituellen Fortschritt notwendig. Auf ähnliche Weise ist es bei weltlichen Handlungen notwendig, irgendwelche Abkommen und Verpflichtungen einzugehen. Doch der wichtigste Punkt ist, sich immer darüber im Klaren zu sein, - und dies ist der fundamentale Grundsatz des wahren religiösen Lebens, - dass die Zukunft in Seiner Hand liegt. Unsere Zukunftsaussichten liegen gezwungenermaßen in der Hingabe zum göttlichen Willen. Uns zu irgendwelchen Versprechen zu verpflichten, ist genauso, als würde ein kleiner Junge, der von seiner geliebten Mutter einen Mantel zum fünften Geburtstag bekommen hat, versprechen, er würde diesen Mantel für alle Zeiten tragen.
Genau hier ist größte Aufmerksamkeit geboten. Man sollte sich weder üblen Kräften der Natur hingeben noch religiöse Überheblichkeit entwickeln. Es ist ein unmenschliches Verhalten, ein zielloses Leben zu führen, die Dinge zu nehmen wie sie kommen, und instinktiv der Umwelt und allen Gegebenheiten gegenüber zu reagieren. Die Macht für sich in Anspruch zu nehmen, etwas zu tun oder zu unterlassen, seine eigene und die Bestimmung der Menschheit zu beeinflussen, ist sicherlich mehr als jedes Tier tun kann; es ist jedoch noch etwas viel Schlimmeres, - es ist teuflisch. Der Weise hingegen würde auf etwas Gutes nach vorne schauen und etwas Großes anstreben, für Frieden und Wohlstand arbeiten und dann alles "Seinem Willen überlassen", denn er weiß, daß er Selbst nicht in der Lage ist, aus weißem Haar schwarzes zu machen.
Dies ist - bei allem Fortschritt - der Hauptschlüssel. Wenn der Mensch den unausweichlichen göttlichen Willen erkennt, wird er mit Gott im Herzen voranschreiten, überall und zu jeder Zeit alles annehmen, was gut ist, und alles durch die Berührung mit seiner Göttlichkeit, Liebe und Nachsicht transformieren, was grundlegend von übel ist. Er fühlt sich nicht an Dogmen, festen Glaubensbekenntnissen und Ritualen gebunden, dann wird er durch die Schwingen göttlichen Willens und Seine Gnade erhoben werden.
Vermeide Unaufrichtigkeit
Gebete und Menschlichkeit sind die Kanäle, durch die Seine Gnade zum Suchenden hinfließt, und Seine Gnade leitet ihn zur Erfüllung Seines Willens. In Seiner Gnade findet der Einzelne die Einheit mit Seinem Willen, und er erlangt die Gnade durch wirkliche Menschlichkeit und ständiges Gebet.
Darum warnt Jesus davor, aus unserem religiösen Leben eine "Show" zu machen. Beiläufig offenbart ER ein großes Geheimnis. Aufrichtigkeit ist nicht nur im spirituellen Leben ein wichtiger Faktor, sondern auch im täglichen Leben jedes Menschen. Unaufrichtigkeit ist Falschheit, was weitaus mehr gemieden werden sollte, als beispielsweise das Essen giftiger Früchte. Das Gift einer verlockenden Frucht hat für den Körper eine verheerende Wirkung; Unaufrichtigkeit, - unter dem heiligen Deckmantel eines rechtschaffenen Lebens, - ist für die Seele des Menschen ruinös. Ein Akt der Wohltätigkeit, begleitet vom Beifall der Öffentlichkeit, mag Ruhm und Ehre, gesellschaftliche Anerkennung und materielle Vorteile einbringen, doch ist sie spirituell betrachtet, von geringem Wert, denn der innewohnende Gott schaut auf die verborgensten Absichten. ER weiß genau, dass es nicht beabsichtigt war, Seine Gnade zu finden oder Seinen Willen zu tun, sondern, daß es vielmehr beabsichtigt war, weltlichen Nutzen daraus zu ziehen. Und dies genau ist die Antithese eines göttlichen Lebens.
Jemand, der ein göttliches Leben führen will, zeigt seine Wohltaten nicht um Ruhm und Ehre zu erlangen, sondern die Wohltätigkeit ist lediglich die Reflexion des "Gottes im Menschen". Keine Seiner Absoluten Segnungen, - weder Sonne noch Regen, weder Wind noch lebenspendende Erde, - rühren ihre Trommel zur Proklamation: "Ich bin es, der Dir Leben spendet, Dich erhält und Dich hier auf Erden leben lässt." Gott, der in allen diesen großen Kanälen Seiner Gnade und Seiner Willensinstrumente versteckt ist, überschüttet uns mit Seinem Segen. Der Suchende, der danach trachtet, Seinen Willen zu tun, wird sich genauso als Sein Instrument und als Kanal Seiner Gnade empfinden, und darum ist es für ihn ganz natürlich, wohltätig und liebevoll zu sein. Wohltätigkeit und universelle Liebe werden zu einem Teil seiner Natur und sind nichts Außergewöhnliches, dass man hinausposaunen müsste.
Der innewohnende Gott ist von solchen Suchenden sehr angetan und antwortet "öffentlich". Der Suchende wird zu einem Heiligen, einem Gottmenschen, einer leuchtenden Göttlichkeit. Die Menschen sind in seiner Gegenwart verzaubert, - lieben und verehren ihn.
Ähnlich verhält es sich bei Gebeten und beim Fasten. Dies ist für einen wirklichen Sucher ganz natürlich. Gebete sind seine spirituelle Nahrung, und Fasten ist dazu eine natürliche Schlussfolgerung. Er verweigert seinen Sinnen und seinem Verstand feste Nahrung, so daß er sie durch Gebete mit spirituellem Manna versorgt. Und dies ist der Weg, auf dem man sich tiefgreifend vergöttlicht. Man macht es nicht, um die Gunst von irgend jemandem zu erlangen, sondern, um seine eigenen innere Persönlichkeit zu vergöttlichen. Worin sollte sonst die Bedeutung der Gebete und des Fastens liegen?
Die Anbetung des Herrn
Wofür beten wir, wenn Gottes Wille geschieht und Seine Gnade uns umgibt und uns von überall her erfüllt? Jesus erinnert: "Dein Vater weiß bereits, was Du benötigst, bevor Du IHN fragst." Das Gebet gilt daher Seiner Gnade und Vergebung, dient zu Seiner ständigen Erinnerung, Dich zu Seinem Werkzeug zu machen. Es gibt da eine mysteriöse Macht im Universum - als Satan bekannt -, die selbst die besten Menschen heimsucht, selbst die weisesten unter ihnen täuscht und selbst die größten in die Irre führt. Um dagegen anzukommen, ist die Anbetung des Herrn - mit der Bitte um Führung - erforderlich. Jesus hat dafür ein wundervolles Gebet erfasst:
Vater unser, der Du bist im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel also auch auf Erden,
Gib uns unser täglich’ Brot,
Vergib uns unsere Schuld,
wie wir vergeben unseren Schuldigern,
Führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Übel,
denn Dein ist das Reich, die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.Aman
Das "tägliche Brot" ist nicht nur der Laib Brot oder die Nahrung, die wir unserem Körper zuführen, um uns am Leben zu erhalten. Jesus versichert uns, dass Gott unsere Bedürfnisse kennt und, ebenso wie ER die Lilien auf dem Felde reichlich und wundervoll färbt und die Vögel unter dem Himmelszelt füttert, versieht ER Dich, ohne daß Du darum bittest, mit Nahrung und Kleidung. Meditiere darüber und erkenne die Absolute Gnade Gottes, die Dir gegeben wird und Dich leben lässt. Du wirst klar die Bedeutung Seiner unsterblichen Worte verstehen: "Strebe nicht nach irdischen Schätzen, wo Dich Schwache und Rücksichtslose betrügen, und wo Diebe Dich um Deinen Besitz bringen; strebe lieber nach himmlischen Gütern, wo weder Schwache noch Rücksichtslose Dich betrügen, und wo auch keine Diebe Dich um diesen Besitz bringen." Durch diese revolutionierende Werteveränderung allein, wird sich Leidenschaftslosigkeit in Deinem Herzen ausbreiten und das Himmelreich Gottes im eigenen Herzen erkannt werden. "Denn dort, wo sich Dein Schatz befindet, wird auch Dein Herz sein." Entwickele Unterscheidungsfähigkeit. Beachte nicht die Reichen dieser Welt, denn sie sind sterblich und sie können Dir weder immerwährenden Frieden noch Glückseligkeit geben. Wende Dich durch regelmäßige Gebete, Meditation und Wohltätigkeit hin zu spirituellen Werten. Diese Anbetung des Herrn ist das spirituelle Brot und die spirituelle Nahrung - mit anderen Worten - für die Hingabe an IHN und für die richtige Unterscheidungsfähigkeit. ER sagt: "Suche zunächst Mein Himmelreich und Meine Rechtschaffenheit; und all diese Dinge werden Dir gegeben werden."
Gib die Fehlersuche auf
Nachdem Jesus all dies gesagt hatte, fuhr ER mit einer Warnung bezüglich einer allgemein verbreiteten, doch höchst zerstörerischen menschlichen Schwäche gegenüber Seinen Jüngern fort, - nämlich mit der "Fehlersuche bei anderen Menschen". Dies ist abermals das Werk des Ego im Menschen. Dies Ego versucht seine eigenen Mängel dadurch zu verdecken, indem es die Fehler bei anderen Menschen sucht. Der Mensch ist so sehr mit den Schwächen und Sünden anderer beschäftigt, - nicht, um sie zu korrigieren, sondern um sich über sie zu stellen! - so dass er kaum jemals einen Gedanken an die Millionen von Fehler verschwendet, die ihn selbst betreffen. Wer möchte schon sich selbst gegenüber seine eigenen Fehler eingestehen? Nur ein spiritueller Held würde resolut seinen Blick nach innen wenden, nachforschen und mit der Selbstanalyse fortfahren, um sich selbst zu vervollkommnen. Jesus wünscht sich alle Menschen als spirituelle Helden, und nicht als eitle Skandalnudeln. "Warum siehst Du nur den Dorn im Auge Deines Bruders und nicht den Balken im eigenen Auge?" - "Zuerst entferne den Balken aus dem eigenen Auge und erst dann solltest Du den Dorn aus dem Auge Deines Bruders entfernen." Dies ist eine sehr ernsthafte Warnung, die jeder Wahrheitssuchende sich immer wieder vergegenwärtigen sollte.
Die goldene Regel
Die Bergpredigt endet mit denselben glühenden Worten der Weisheit, die jedes Seiner Worte, die Jesus im Laufe Seiner spirituellen Ausführungen von sich gab, charakterisiert. ER ermutigt mit seiner Predigt nicht unkritisch; der Wahrheitssuchende muss in Seine Rätsel eingeweiht werden. Derjenige, der nach Weisheit hungert, muß mit der spirituellen Nahrung göttlichen Wissens gefüttert werden. "Jeder der fragt, erhält Antwort . . . oder gibt jemand seinem Sohn, der um Brot bittet, einen Stein?" Der gnädige Herr lauscht jedem Gebet und erfüllt frommes und ehrenwertes Streben von jedem. ER wählt Seinen Botschaften in der Weise aus, dass sie dem Wahrheitssuchenden in seiner Entwicklungsstufe und seinem Temperament entsprechen.
Der rechtschaffene Lebensweg sollte allen angeboten werden: wonach die Menschen auch immer suchen, ihnen sollte mit rechtem Rat geholfen werden. Es ist unklug, jenen Menschen, die hungern und Leib und Seele nicht zusammenhalten können, die hohe Philosophie zu predigen! Man sollte ihnen helfen, mit den richtigen Mitteln einen Weg zum Broterwerb zu finden. Zur rechten Zeit wird er das Göttliche Leben entdecken.
Hier gibt Jesus die goldene Regel der rechten Führung. Worin liegt die wirkliche Ursache von Rechtschaffenheit? "Alles das, was Du nicht möchtest, das man Dir zufügt, das füg’ auch keinem anderen zu," - dies ist das Gesetz. Dies ist das Absolute Gesetz rechtschaffener Lebensführung.
Das göttliche Leben
Wie einfach, ruhmreich und großartig ist das göttliche Leben! Jesus sagt: "Doch gibt es nur wenige, die den göttlichen Weg finden werden." Was wir heute um uns herum erblicken, rechtfertigt diese prophetischen Ausführungen des Heilands, denn "das Tor ist schmal und der Weg, der ins Leben führt, eng." Die Objekte der Welt, die unmittelbar eine Befriedigung der Sinne und körperliche Annehmlichkeiten versprechen, sind so verlockend, dass die Menschen sie instinktiv ergreifen. Doch führen sie ihn zu innerer Zerstörung, - zur Zerstörung des einen großen Geschenks des Herrn, das dem Lebenslicht dient, d.h. der Unterscheidungsfähigkeit. Es ist die Unterscheidungsfähigkeit, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Doch durch eine lustvolle Lebensführung ist der Mensch zum Tier degeneriert. "Wenn das Licht in Dir Dunkelheit wäre, wie großartig wäre diese Dunkelheit!" Wie wahr! Wenn die Macht der Unterscheidungsfähigkeit, die uns der Herr verliehen hat, dem Tierinstinkt im Menschen oder dem Verlangen nach Sinnesvergnügen dienen würde, wen würde es wundern, wenn der Mensch zu etwas Niederem, als selbst ein Tier degenerieren würde? Jesus warnt uns deshalb: "Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen. Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen." Der Mammon verspricht die sofortige verlockende körperliche Befriedigung, was die Menschen auf den Pfad der Zerstörung führt. "Du bist das Salz der Erde; doch, wenn das Salz seinen Heiland verliert, womit soll die Erde gesalzen werden?" Wenn der Mensch, - die Krone der Schöpfung, - seine Unterscheidungsfähigkeit verliert, wenn er, der aus göttlicher Vorstellung entstanden ist, den Pfad des Übels wählt, was wird dann aus der Zivilisation und der Menschheit? Er wird die ganze Welt ins Verderben führen.
Er wird, die ganze von Gott gegeben Intelligenz benutzen, um seine zerstörerischen Handlungen zu unterstützen. Wie viele so genannte Führungspersönlichkeiten erleben wir in den verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens, die nichts weiter als "Verführer" der Menschheit sind! "Vorsicht vor falschen Propheten, denn sie sind wie Wölfe im Schafspelz."
Wie kann man sie erkennen? "Du sollst sie an ihren Früchten messen. Sammeln die Menschen Dornenfrüchte oder Distelfeigen?" Welch eine begeisternde Botschaft! Welch klare Anweisung! Beobachte seine Handlungsweisen. Stimmen sie mit den Anweisungen des Heilands überein? Entsprechen sie der Heiligsten Botschaft der Bergpredigt des Herrn? Falls nicht, lehne sie ab.
In den Worten der Bergpredigt findest Du die lebendige Gegenwart des Herrn. Es sind nicht bloß Wörter, sondern sie sind der ganze Lebensatem des ewigen und unsterblichen Herrn Jesus. Die Worte sind einfache, direkte, göttliche und die Seele bewegende Anweisungen, die von Gott direkt an das Herz gerichtet sind. Bewahre diese Bergpredigt in der Kammer Deines Herzens. Jesus wird Dich von innen heraus auf dem ruhmreichen Pfad des ewigen Lebens hin zum Himmelreich führen, wo Du Dich immerwährenden Friedens und ewiger Glückseligkeit erfreuen wirst. Möge der größtmögliche Segen des Herrn Jesus immer über Euch sein.
von H.H. Shri Swami Shivananda Maharaj
1945
Weihe Deine Natur dem Göttlichen
Alle Gedenktage, Feiertage und heiligen Jahrestage tragen eine Botschaft und einen höheren Aufruf an jene in sich, die zuhören wollen und sich angesprochen fühlen. Sie erinnern an eine wahre Botschaft und sind direkt an das menschliche Leben adressiert. Das Weihnachtsfest ist der Aufruf zu einem Neuanfang zur Spiritualität. Seine Botschaft ist die grandiose Idee von einem göttlichen Leben, dem christlichen Leben des Mitleids, der Wahrheit und der Reinheit. Es ist in dem Augenblick eine Frohe Weihnachten, wo das göttliche Bewusstsein, das durch Jesus zu erblühen scheint, die inneren Kammern des Herzens erleuchtet. Weihnachten findet dann statt, wenn man das göttliche Leben mit Satya (Wahrhaftigkeit), Ahimsa (Gewaltlosigkeit), und Brahmacharya (Enthaltsamkeit) beginnt, so wie es der große westliche Meister lebte. Viele Weihnachtsfeste haben seit jener Zeit stattgefunden. Weihnachten findet jedes Jahr aufs Neue statt, doch hast Du Dich aufgrund dieses göttlichen Aufrufs erhoben? Wurde das Christkind nicht auch im inneren "Bethlehem" Deines Herzens geboren? Die Menschen scheinen mutwillig diesen Ruf nach einem göttlichen Leben überhören zu wollen, was der Menschheit den Horror des Krieges, der Krankheiten, der Leiden und Ruhelosigkeit eingebracht hat.
Vor 2000 Jahren wurde die Göttlichkeit auf Erden inkarniert, um der gesamten Menschheit den wunderschönen Pfad zu einem ewigen Leben durch ein göttliches auf Erden gelebtes Leben zu zeigen. Der große Jesus verkörperte in sich selbst die drei Tugenden Satya (Wahrhaftigkeit), Ahimsa (Gewaltlosigkeit), und Brahmacharya (Enthaltsamkeit). Christus führte während Seines ganzen erhabenen Lebens ein Leben in einem sichtbaren Ausdruck von Wahrheit. ER war der lebendige Beweis der wesentlichen Absoluten Wirklichkeit, die dem Menschen innewohnt. Im Umgang mit seiner Außenwelt war ER eine Inkarnation von Gewaltlosigkeit. Mit - im Sinne der Gewaltlosigkeit - eindringlichen Worten predigt ER über die Lehre der Nichtvergeltung: "Halte dem Angreifer die linke Wange hin, wenn er Dich auf die rechte schlägt. Wenn Dir jemand den Mantel nimmt, biete ihm auch Deinen Umhang."
Weder Prüfungen noch Mühen, weder Qualen noch Verfolgungen haben bei IHM Zornes- oder Rachegedanken hervorrufen können. ER war die Reinheit in Persönlichkeit. Wenn Du nicht wie ein kleines Kind wirst, kannst Du das Himmelreich nicht erreichen. Du musst wie ein kleines Kind absolut rein sein. Jesus Christus war als Mensch eines der größten Beispiele von "Naishthika Brahmacharya", unbedingter Enthaltsamkeit und fleckenloser Keuschheit. Macht um Himmelswillen "Eunuchen" aus Euch. Auf diese Weise wurde der Faden für die Grundlage Jesus’ göttlichen Lebens aus Satya (Wahrhaftigkeit), Ahimsa (Gewaltlosigkeit), und Brahmacharya (Enthaltsamkeit) gesponnen.
Eine nahezu übernatürliche Reinheit ruhte wie ein göttlicher Umhang über Seiner Persönlichkeit. Sein Leben beinhaltete eine wundervolle Kombination von Jnana, Bhakti und Karma, das auf einer absoluten Leidenschaftslosigkeit basierte. Ein ideales Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand machten Sein Leben zu einem Modell für die Menschheit, dem es bis in alle Ewigkeit nachzueifern gilt. Christus war sich immer Seiner untrennbaren Einheit mit dem Absoluten Selbst bewusst. Doch tiefe Hingabe und Liebe für Seinen persönlichen Gott fand bei IHM ständig Seinen Ausdruck in Form von Gebeten, Lobpreisungen und Verehrungen. Sein ganzes Leben war eine fortgesetzte Fürsorge für die Gepeinigten. Seine Füße trugen IHN dorthin, wo Seine Hilfe benötigt wurde. Wenn ER Seine Hände rührte, so war dies für die Besorgten und Unterdrückten. Seine Zunge sprach nur tiefbewegende, honigsüße Worte des Mitleids, des Trostes, der Inspiration und der Erleuchtung. Allein mit dem Glanz Seiner leuchtenden Yoga-Augen erweckte, hob und transformierte ER jene, die ER durchschaute. ER fühlte, dachte, sprach und handelte zum Wohle anderer. Eingebunden in all dies, blieb ER unerschütterlich Seiner Behauptung treu: "Mein Vater und ich sind EINS." Sein Leben war zwangsläufig das eines Heiligen im Sahaja-Samadhi.
In Jesus, dem Menschen, dem Suchenden oder Sadhaka finden sich besonders nachahmenswerte Eigenschaften, - unter anderem ein bewundernswerter moralischer Mut als Zeuge der Wahrheit. Sein Leben war ein Beispiel der Stille, und doch in den Augen Seiner überzeugtesten Gegner, Seinen Verfolgern und den Andersdenken von Absolutem Heldentum. Und ER gab ein Beispiel dafür, wie ein aufrichtig Suchender, den Verlockungen auf dem spirituellen Pfad widersteht. Schon lange bevor die Kreuzigung tatsächlich stattfand, kreuzigte ER sich freiwillig selbst durch Verzicht Seines niederen Selbst und lebte ein rein göttliches Leben.
Der große Rishi, der ER war, der Mann aus Galiläa, ruhte in sich Selbst (Sthitadheeh Muni), wie es Krishna auch in der Heiligen Gita beschreibt. Jesus war immer ein in sich Selbst versunkener Heiliger, ER blieb in der Mitte aller Gegensätze, immer völlig ausgeglichen. ER verlor selbst in Seinem intensiven Leben keinen Augenblick lang Seine Ausgeglichenheit, weder vergnügte ER sich, noch klagte ER über Kümmernisse. Mit einem Ausdruck vollkommener Ausgeglichenheit für Freund und Feind, - nur um das universale Wohl besorgt, - war Jesus die Vollkommenheit eines "Siddha Purusha" (der Vollkommene), der den großmütigen Status eines "Sarve dharman parityajya mamekam saranamvraja" (ladet alle Pflichten bei mir ab, nehmt Zuflucht bei mir) typisierte, der mit mitleiderregender Stimme eines Gottmensch der Menschheit zurief: "Kommt zu mir, die ihr voll Mühsal und beladen seid," der versprach, "gebt mir Eure Last und ich gewähre Euch Frieden." "Kommt, kommt!" war der göttliche Aufruf. - Und wie? "Ladet mir Eure Sorgen auf und ICH werde für Euch sorgen." - Eure Aufgabe ist nur, an IHN zu glauben. Kümmert Euch niemals um etwas anderes, denn kümmert ER sich nicht auch um "die Lilien auf dem Felde und die Vögel am Himmel?" Verlasst Euch auf IHN, und ER wird für Euch sorgen, denn: "Denkt an nichts anderes, als IHN allein zu ehren." - "Für jene Devotees werde ICH sorgen," ist auch das Versprechen Krishnas.
Du weißt, dass zu Jesus Geburt ein helleuchtender Stern die Weisen zum Christuskind führte. Nimm dies als Deinen Weihnachtsstern. Möge dieser Dir den Weg eines göttlichen Lebens weisen, wie bei dem Wunder des Yogis von Bethlehem veranschaulicht! Dies offenbart dieselbe lebendige Wirklichkeit, dieselbe fleckenlose Reinheit und dasselbe grandiose göttliche Mitleid. Weihe Dein Leben Gott. Führe ein göttliches Leben.
1949
Christliche Botschaft
Geliebte Christi!
Wieder einmal ist Weihnachten. Aus Anlass dieses heiligen Festes sende ich Euren Herzen meine wärmsten Grüße, mit meinen besten Wünschen zur Geburt von Jesus Christus in euren Herzen.
Freut Euch, fühlt und strahlt Freude und Glückseligkeit aus, besonders zu einer Gelegenheit, die das Kommen von jemanden markiert, der uns den Weg zur Glückseligkeit gezeigt hat. Doch, Ihr müsst selbst den Heiligen Yoga aufnehmen und auf diejenigen, die auf dem Pfad des göttlichen Lebens wandeln, kommt eine besondere Verantwortung zu. D. h., auf Jesus zu meditieren, sich Seiner Lehren zu erinnern und sie zu praktizieren und nach den Grundsätzen Seiner Botschaft zu leben.
Christus, Krishna, Buddha und Mohammed haben uns alle zu demselben Tor, zum Himmel der Liebe geführt, - einer Liebe, die kein Hass zulässt, ebenso wie die Sonne keine Dunkelheit kennt. Möge sich Jesus Dir offenbaren! Möget Ihr zur Verkörperung Seiner Lehren werden! Möget Ihr als aufrichtige Christen und als wahre nachkommen des Herrn leuchten! Möge der Segen des Herrn über Euch sein!
1951
Christus der Friedensfürst
Verneigen wir uns in Ehrfurcht vor Jesus Christus, dem göttlichen Botschafter der Liebe, der Wohltaten und des Friedens!
Die Menschheit ist wirklich dadurch gesegnet, dass sie die Erinnerungen an Jesus Christus wachhält und hingebungsvoll dieses großen Lichtes ehrenvoll gedenkt, das herabstieg und vor nahezu 2000 Jahren die Erde erleuchtete. Solange, wie die Menschen in ihren Herzen das große Ideal göttlichen Lebens von Jesus Christus lebendig halten, und solange, wie sie Seine Botschaft von Güte, Menschlichkeit, Reinheit, Gewaltlosigkeit und Wahrheit, selbstloser Liebe gegenüber allen Wesen beherzigen, solange sind sie von Glück, Wohlstand, Wohlergehen, Sicherheit, Frieden und Güte gesegnet.
Ein fester Glaube, ebenso wie ein bewusstes Festhalten an Christus’ Evangelium der Liebe und des Mitgefühls, bildet wirklich die Grundlage von Glück und weiterhin beständigen Frieden für die Menschheit. Das Christusleben der Menschlichkeit, der stillen Geduld, der außerordentlichen Einfachheit, der allumfassenden Liebe und des eindringlichen Bittens sind unfehlbare Garantie für das Erwachen der Menschen aus dem gegenwärtigen Zustand "zivilisierter" Barbarei, in die sie in den vergangenen Jahren kopfüber hineingerutscht sind.
Oh Ihr Menschen! - die Ihr in den Flammen von Hass, Furcht, Eifersucht, Ärger, Feindschaft und gegenseitiger Zerstörung umkommt, ein materialistisches Leben führt, - wendet Euch davon ab und beseitigt bei dieser Gelegenheit die Abhängigkeit von diesen satanischen Elementen. Labt und erfrischt Euch im Strom des göttlichen Lebens, das von den Füßen Jesus Christus, der göttlichen Quelle, fließt. Stillt Euren Durst mit dem Licht göttlicher Freude. Fühlt Euch in den lebendigen Gewässern des Christusbewusstseins erfrischt.
Christus ist der Friedensfürst. Alles, was zur Schaffung individuellen oder universalen Friedens beiträgt, beinhaltet wahrlich Loyalität zum göttlichen Königreich. Jeder Gedanke, jede Handlung, jedes Wort oder jede Vorgehensweise, die den Frieden stört, lässt auf eine Verleugnung göttlicher Gnade schließen und verleugnet die Verbindung zur Verkörperung des Göttlichen.
Lass zu dieser Gelegenheit des Heiligen Weihnachtsfestes alle Menschen in ihren Herzen erwachen, sich zur Lehre Christi bekennen und von nun an ihr Leben von dem wahren göttlichen Leben bestimmen, so wie es Jesus in Seiner berühmten Bergpredigt gepredigt hat. In dieser nicht zu vergessenden Botschaft hat der große Jesus ihnen allen ein Musterbeispiel idealen Lebens auf Erden gegeben, - ein Muster, wenn man es fehlerlos befolgt, jeden vom normalen Leben hin zu einen transzendenten göttlichen Leben führt. Man findet hier höchste Vedanta mit den einfachsten Worten vor: "Liebe Deinen nächsten, wie Dich selbst!"
Die Lehren Jesus sind auf alle religiösen Glaubensrichtungen anwendbar. Es handelt sich nicht um pharisäerische Doktrin. Seine Lehre über das Himmelreich war ein Aufruf zur vollkommener Veränderung und tiefgreifender Reinigung irdischen Lebens. Ein Christ sollte genauso menschlich und tolerant wie Jesus sein. Nur dieses würde ER an die Anhänger anderer Religionen appellieren.
Möge der Segen des Herrn Jesus mit Euch sein!
1953
Spannungen über ein ewiges Evangelium
Am 25. dieses Monats feiern wir das Weihnachtsfest des gesegneten Messias, den Geburtstag von Jesus Christus, denn es wird allgemein angenommen, dass ER das Licht der Welt im 8. Jahr vor der christlichen Zeitrechnung erblickte. Historiker und Paläographen neigen zu der Annahme, dass Jesus irgendwann im Oktober anstelle des 25. Dezembers geboren wurde, doch es gibt keinen Grund, darüber zu streiten, denn es ist kaum anzunehmen, dass die herkömmliche Auffassung sich ändern wird, und außerdem fühlen wir uns nur dem Leben und den lehren Christi verbunden.
Wie können vergängliche Gedanken und begrenzte Ausdrucksweise die Herrlichkeit von jemandem beschreiben, der mit großem Einfluss weit über dem Körperlichen steht, unermesslich, unveränderlich und doch so menschlich liebevoll und mitfühlend ist, so dass man sich nur schwer vorstellen kann, dass ER tatsächlich einmal diese Luft geatmet und diese Erde betreten hat.
Eine revolutionäre Lehre
Die Lehre Jesus war sicherlich eine der kraftvollsten revolutionären Mächte, um menschliches Denken wachzurütteln. ER war seiner Zeit weit voraus, so dass die Welt jener Tage weitestgehend nicht in der Lage war, die wirkliche Bedeutsamkeit seiner Lehren zu schätzen und man betrachtete IHN deshalb als gefährlichen Gotteslästerer. Es war darum kein Wunder, dass die jüdischen Pharisäer ihre einzige Genugtuung darin fanden, diesen edlen, unerbittlichen und ehrfurchtgebietenden Kreuzritter zu verfolgen, gefangenzunehmen und vor dem Jerusalemer Gericht durch Pilatus, dem römischen Magistrat, der sich letztendlich dafür entschied, IHN zu verurteilen und sich somit von IHM mit einer barbarischen langsamen Exekution am Kreuz zu befreien, so dass ein mögliches religiöses Aufstreben mit politischen Komplikationen und Konsequenzen direkt im Keim erstickt wurde.
Einer der ersten und aufgeklärtesten Propheten des spirituellen Sozialismus, Johannes der Täufer, predigte als ER dreißig Jahre alt während der Regentschaft von Julius Cäsar in armenischer Mundart, dass Jesus Christus der erste wäre, der für jenen Teil der Welt die Notwendigkeit sähe, die Rassendiskriminierung und das Klassendenken abzuschütteln und sich, als Mitglied einer riesigen Menschheitsfamilie zu verstehen, wo jeder wie ein Kind Gottes mit gleichen Rechten und Möglichkeiten in Frieden leben könnte und nur nach IHM streben würde.
Wenn Selbstsucht und Gier nicht von dem Ausmaß gewesen wären, dass man sich hätte darüber schämen müssen, so hätte Jesus nicht die Notwendigkeit von einer gleichmäßigen Verteilung der Werte betont, von Mitgefühl und liebevoller Rücksichtnahme gegenüber Bekannten und Fremden gleichermaßen gesprochen, von der Rache und Repressalien abzulassen und diese durch Vergebung und Großzügigkeit zu ersetzen, den Nachbarn genauso wie sich selbst zu lieben, aus dem einfachen Grund, um Uneinigkeit und Disharmonie vorzubeugen und als Ganzes, Übles durch Güte zu ersetzen, denn wenn Übles durch Übel vergolten wird, gibt es kein Ende.
Das Gotteskonzept Christi’
Jesus war der erste, der in die hebräische Welt ein mehr praktisches und heilsames Gotteskonzept brachte. Die Juden glaubten, dass Gott einem Handel mit Vater Abraham zugestimmt hätte, wonach ihr Schicksal besiegelt wurde, und ihnen damit besondere Privilegien gegenüber anderen Stammesgenossen in Seinem eigenen Königreich eingeräumt worden waren. Dieser Idee ließ Christus revoltieren, und ER sprach deutlich aus, dass Gott nichts mit persönlichem Komfort auf der einen und dem Leiden von Menschen auf der anderen Seite zu tun hätte, daß ER (Gott) ein liebender Vater der ganzen Menschheit wäre, der niemanden besonders bevorzugt, - unvoreingenommen, liebevoll und dankbar ist, und durch die Selbstreinigung der Menschen erkannt wird.
Zu der Zeit als Jesus in Palästina lebte, beobachteten sich Stammestreue und Fremde mit Argwohn, und das ist selbst heute noch der Fall, wo eine Rasse die andere mit Verachtung und Geringschätzung betrachtet und sich selbstherrlich versucht, über alle anderen zu stellen. Jesus konnte dies nicht ertragen und suchte nach einem Weg, alle Differenzierungen durch das Evangelium universaler Brüderlichkeit und allumfassende Liebe zu durchbrechen. Dies war eines der Gründe zusammen mit Seiner unerschütterlichen Überzeugung in der allgemeinen Vaterschaft Gottes, das die sektiererischen patriotischen Fanatiker unter Seinen eigenen Landsleuten und die Bevorzugten, die göttliche Hierarchie der Priesterschaft, ausgrenzte. ER konnte sich nicht mit der Anhäufung privaten Besitzes, besonderen Vergünstigungen, Rechtfertigung irdischen Stolzes, kritikloser Sättigung von Urinstinkten oder mit der Fortsetzung traditioneller Gewohnheiten abfinden, die dazu bestimmt waren, zwischen den Menschen Barrieren zu schaffen und ihre Missetaten, durch geldliche Mittel zu sühnen. Was war das Ergebnis? Jesus musste zum Märtyrer werden.
Seine Religion
Seine Religion des Messias war die Religion des Herzens, die auf dem Gebäude der Liebe errichtet war. ER sagte, dass das Königreich Gottes nicht auf der Welt des Betruges und der Täuschung, sondern in den Herzen guter Menschen begründet war, die ihre niedere Natur transformiert hatten. Auf diese Weise begründete Jesus zuerst eine innere Reinigung und stellte diese Doktrin durch seine zehn Gebote auf eine soziale Grundlage, wo ER darum bat, nicht des Nächsten Frau zu begehren, nicht zu stehlen, nicht zu töten, nicht falsches Zeugnis abzulegen, nicht zu hassen, nicht zu kritisieren und nicht zu betrügen. Doch ER ging noch weiter und sagte, wenn jemand wirklich in das Himmelreich Gottes eintreten möchte, muss er irdischen Gütern und Nichtigkeiten entsagen. So streng war Seine Reaktion gegenüber der privilegierten reichen Klasse, denn ER war sich vollkommen über den zerstörerischen Einfluss des Goldes bewusst, so dass ER ausrief: " Es ist leichter, für ein Kamel durchs Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzutreten." Zu einem Suchenden, der das ewige Leben erreichen wollte, sagte ER: "Man kann nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen; denn man hasst entweder das eine und liebt das andere, oder man hält an dem einen fest und verachtet das andere. Entsage allem, nimm das Kreuz auf und folge mir."
Seine Lehren
Christus war außerordentlich von der Heiligkeit Seiner Lehren überzeugt, wie ER nachdrücklich auch in Seiner Bergpredigt betonte, dass ‘diejenigen gesegnet sind, die nach Rechtschaffenheit hungern und dürsten, denn sie werden erfüllt werden; gesegnet sind die Barmherzigen, denn sie werden Gnade erhalten; gesegnet sind diejenigen, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen; und gesegnet sind die Friedensstifter, denn sie werden als die Söhne Gottes bezeichnet werden.’
ER glaubte an das Gesetz von Ursache und Wirkung, denn ER bemerkte: ‘Was auch immer man sät, das wird man auch ernten.’ Viele haben IHN fälschlicherweise angeklagt, weil ER bezüglich Seiner Versprechungen des zu erwartenden Segens im Himmel unangemessen überschwänglich sei. Seitdem ER die Menschen bat, den Tag tugendhaft und im Dienste Gottes zu verleben und keine Gedanken an den morgigen Tag zu verschwenden, da sich morgen die Gedanken für die Dinge von selbst ergeben werden, war ER im Gegenteil mehr mit der Gegenwart als mit der entfernten Zukunft verbunden.
Jesus zeigte großen Respekt für die Gefühle der Allgemeinheit als ER sagte: ‘Die Stimme der Menschen ist die Stimme Gottes.’ ER hatte einen ausgesprochenen Widerwillen gegenüber religiöse Unaufrichtigkeit, denn ER war diesbezüglich sehr bestimmt in Seinen Anweisungen: ‘Wenn Du betest, verhalte Dich nicht wie die Scheinheiligen, die mit Vorliebe stehend, damit sie gesehen werden, in den Synagogen und Straßenecken beten; sondern, bete für Dich allein in einem Raum und schließe hinter Dir die Tür, - bete heimlich zu Deinem Vater und Dein Vater, den Du heimlich siehst, wird Dir öffentlich antworten.
Wenn Jesus heute in Erscheinung treten würde
Es ist außerordentlich unwahrscheinlich, falls Jesus wieder in dieser Welt in Erscheinung treten würde, dass die Menschen IHM selbst in der heutigen Zeit, trotz der unendlichen Versuche schrecklicher Bekehrungen von den eifrigen Missionare, noch zuhören würden, und ob nach all diesen Erfahrungen der Westen, die Heimat des Christentums, sich weg vom Wege des ach so verführerischen Glanzes und seinen zahllosen fest gefügten kommerziellen und industriellen Interessen, zu verändern gewillt wäre, - es ist zweifellos für die immer größeren und umfangreicheren Erleichterungen dieser Interessengruppe von Bedeutung, doch es mündet nichtsdestoweniger in einen unersättlichen Ansporn genusssüchtiger Neigungen und in eine unbesonnene Machtpolitik. Ganz nebenbei wird nahezu die Hälfte Europas und zwei drittel Asiens IHM entschieden den Zutritt verwehren, und damit wird mehr als achthundert Millionen Menschen verweigert, zu IHM zu kommen. Um sich selbst vor der wiederkehrenden Feuersbrunst eines unvermeidlichen Abschlachten großer Massen, vor ein ungemildertes Leiden unschuldiger Menschen und vor einem systematischen Sittenverfall zu retten, hat die Welt doch keine andere Chance, IHM zuzuhören und Seine Lehren zu befolgen.
Das Läuten der Weihnachtsglocken bringt uns einen sehnsüchtigen Hoffnungsstrahl und eine schwache Erwartung, daß der Geist des Messias möglicherweise eines Tages mit all seiner Herrlichkeit bei allen Menschen auf der ganzen Welt und ganz besonders bei denen, die in den Regierungen und an den Hebeln der Macht sitzen, wiedererweckt wird.
Möge die Gnade des Herrn über Euch sein!
1954
I
Man muss ein christliches Leben führen
Jesus Christus lebte und symbolisierte göttliches Bewusstsein. ER war die Gottheit in Person. ER wurde zu einer Zeit geboren, wo Unwissenheit, Aberglaube, Gier, Hass und Scheinheiligkeit in Indien wie auch anderswo die Oberhand hatten. Die Regierenden waren überheblich und ungerecht. Die Menschen waren habgierig, träge und achtlos. Die Reinheit war vergessen. Die Moral wurde missachtet. Es war für die Menschen wichtiger, dem Mammon zu dienen als Gott zu verehren. Es gab keinen Idealismus.
Dort hinein wurde Christus geboren, und ER bewirkte eine Veränderung im Leben der Menschen, obwohl ER während Seines eigenen Lebens nicht sehr erfolgreich schien, so war ER es durch die Bedeutung Seiner Lehren in den nachfolgenden Jahrhunderten. ER bewirkte in den Leben Seiner Gefolgschaft eine neue spirituelle Wende. Solch eine neue Epoche brach über die Welt herein, und die Lehren Jesus’ breiteten sich weit aus.
Bevor Unterscheidungsfähigkeit und spirituelles Erwachen im Suchenden aufbrechen, hat derjenige ein frömmlerisches Äußeres, selbstsüchtige Neigungen und keinen Gedanken an Gott oder das höhere göttliche Leben. Der Suchende ist zu dieser Zeit in materielles Streben versunken. Er ist Sklave seiner Sinne. Er hat in seinem Leben kein spirituelles Ideal. Er ist Wunsch besessen. voller Überheblichkeit, voller Habsucht und Sinnlichkeit charakterisieren seine Persönlichkeit. Er führt ein Leben voller Lust, Ärger, Gier, illusionärer Verhaftungen, Stolz, Egoismus und Eifersucht.
Erst wenn dieser Zustand aufhört und der Suchende in ein neues Leben spirituellen Strebens, der Reinheit und Hingabe eintritt, kann der christliche Geist im Herzen des Suchenden geboren werden. Dies führt zu wirklicher Verehrung von Jesus Christus, dem aufrichtigen Befolgen christlicher Lehren und zum Christentum. Wenn das göttliche Element, das in uns ruht, anfängt sich selbst auszudrücken, dann öffnen wir uns wirklich der Gnade des Herrn. Von diesem Tag an beginnt das Licht dort zu scheinen, wo zuvor Dunkelheit herrschte. Unwissenheit beginnt vor der Weisheit zurückzuweichen. Unreinheit wird durch Reinheit ersetzt. Hass löst sich auf und Liebe treibt ihre Blüten.
Im innersten Kern sind die Menschen im wesentlichen göttlich. Doch im Medium der menschlichen Persönlichkeit wirken zwei gegensätzliche Kräfte. Dies sind die Kräfte von Gut und Böse sowie Licht und Schatten. Beide, das Göttliche und das Ungöttliche, arbeiten im menschlichen Bewusstsein. Um die ungöttlichen Elemente vollständig zu besiegen und auszulöschen, und das Absolute Göttliche Bewusstsein vollkommen in all Seinem strahlenden Glanz und Seiner Herrlichkeit zu offenbaren, ist es erforderlich, ein bis ins letzte Detail aufrichtiges christliches Leben zu führen. Dies versteht man unter einem spirituellen Leben. Dies ist Yoga, Sadhana und der Pfad der Selbstverwirklichung.
Um ein christliches Leben zu führen, muss zu aller erst das Christkind in unserem Herzen geboren werden. Nur unter dieser Bedingung beginnt für den Suchenden das wirklich spirituelle Leben. Die erste Offenbarung des göttlichen Dranges, auf dem guten tugendhaften Weg fortzuschreiten, edle Ideale hochzuhalten und unmoralische, negative Neigungen auszulöschen, bedeutet die Geburt des Jesuskindes in unserem Bewusstsein. Von hier beginnt das christliche Leben in all seinen Feinheiten erhabener Reinheit, aufrichtiger Göttlichkeit, Gnade, Barmherzigkeit, Liebe, Selbstlosigkeit, Wunschlosigkeit, Ich-losigkeit, Vergebung, Andacht usw. Von hier beginnt das Leben des ernsthaften Yoga der Selbstbeschränkung und Einfachheit, der ungebrochenen Heiterkeit und des Friedens, der Toleranz, der Ausgeglichenheit in Freud und Leid, des unerschütterlichen Mutes der Entschlossenheit und der vollkommenen Hingabe bei der Verehrung Gottes durch den Dienst an die Menschheit. Die ist die spirituelle Bedeutung aller Messen (Gottesdienste) in Verbindung mit Jesus Christus. Dies ist auch die Osterbotschaft.
Mit dem Aufsteigen dieses Christusbewusstseins im Herzen des aufrichtigen ernsthaften Suchers kommen alle irdischen Wünsche zu einem Ende. Dies ist das Ende aller unmoralischen Neigungen. Der Suchende fängt an, andere in seinem Umfeld zu beeinflussen. Der Geist Jesus Christus’ geht von ihm aus. Viele werden sich dieses Geistes bewusst und erhalten dadurch viel Gutes in ihrem Leben. Auf diese Weise beginnt der einzelne, ein neues Leben des göttlichen Strebens, der Gefolgschaft und des Sozialdienstes zu führen, wobei die Spiritualität schrittweise den Materialismus besiegt. Daraus geht in dieser Welt immer mehr Wohlwollen, Harmonie und Frieden hervor. Die Neigung, sich gegenseitig zu helfen, sich zu verstehen und damit die Habgier, die Selbstsucht und den Egoismus zu minimieren, wird in allen Bereichen schrittweise zunehmen, was für den einzelnen mehr Glück im Herzen und ein glücklicheres Zuhause bedeutet.
Spirituelles Leben ist weder ausschließlich für die Armen und die Bescheidenen von Bedeutung, noch befindet es sich jenseits des Erreichbaren der Wohlhabenden. Um den spirituellen Weg zu gehen, braucht man weder die uneingeschränkte Sicherheit der Nahrung noch eine Behausung. Doch liegt in der Geburt von Jesus etwas Besonderes. ER wurde an einem einfachen, bescheidenen Platz in einer Ecke eines Stalles geboren. ER wurde auch in der Dunkelheit zu einer obskuren mitternächtlichen Zeit geboren, wo selbst niemand, außer ein paar gesegnete Seelen, etwas darüber erfuhr. Das Besondere daran ist, dass der spirituell Erwachte zu dem menschlichen, demütigen und einfachen Sucher kommt. Das Licht des göttlichen Bewusstseins dämmert nur, wenn der trügerische Glanz und der zersetzende Einfluß des Wohlstands aufhört.
Die Qualität wahrer Demut ist ein unentbehrliches Fundament. Nur die Einfachheit, Heiligkeit, der Verzicht auf alle irdischen Wünsche, der Verzicht auf den Stolz ausgebildet zu sein, die Güte und besondere Verdienste lassen das göttliche Licht im Inneren offenbaren. Ebenso wie Christus, der bei Seiner Geburt in obskurer Dunkelheit der Welt nicht bekannt war, so findet auch die Ankündigung des christlichen Geistes in der tiefen Seele in bescheidener Zurückhaltung und Selbstverleugnung statt. Wo der Drang nach Höherem und Eitelkeit fortdauert, kann das Göttliche sich nicht von selbst entfalten, da Geltungsbedürfnis ein permanentes Hindernis für jegliches spirituelles Wachstum ist. Du kannst sicher sein, dass ein eitler Mensch weit von Gott entfernt ist. Ein selbstsüchtiger Mensch weiß nichts über Gott. Ein intoleranter Mensch hat Gott vollständig missverstanden. "Leere Dich selbst und ICH werde Dich erfüllen," lautet Jesus’ Rat. Das Himmelreich gehört sicherlich denjenigen, die demütig sind.
Dieses Geheimnis hat Jesus vor hunderten von Jahren Nikodemus offenbart. Der gute Nikodemus verstand nicht richtig, was Jesus eigentlich meinte. ‘Wie kann das angehen? Wie kann ich wiedergeboren werden, um das Königreich Gottes zu erreichen?’ Daraufhin erklärte ihm Christus, dass diese Geburt seiner inneren und nicht der körperlichen, sondern seiner spirituellen Transformation dient. Solch eine innere spirituelle Geburt ist notwendig, wenn jemand aufrichtig wünscht, Jesus Christus kennen zu lernen.
Mögen diese Zusammenhänge für den Beginn eines aufrichtigen christlichen Lebens in aller Herzen beitragen. Erkenne, dass so lange die Natur des Menschen vom Drang nach Macht und von der Überheblichkeit des Wohlstandes beeinflusst werden, der christliche Geist außer Reichweite ist. Dies gilt für den einzelnen ebenso, wie für die Gemeinschaft als auch für die Nation. Nur wenn eine wirklich spirituelle Veränderung in den Herzen aller vonstatten geht, wird es sich auf die Nationen der Welt auswirken. Lass jede Seele die Pflicht des menschlichen Lebens verstehen. Lass jeden einen Sinn für Brüderlichkeit, Toleranz, Nächstenliebe, gegenseitiges Verstehen, Liebe und Mitleid entwickeln. Lass jeden nach mehr Wissen, mehr Erleuchtung und Verständigungsbereitschaft streben. Lass sich das Gefühl der Evolution und Vollkommenheit für immer weiterentwickeln.
II
Wo bist Du, oh Heiland?
Jesus! Licht der Welt! Mein Retter! Wo bist Du?
Denn in dieser dunklen Stunde, wo die Menschheit kopfüber in ihr eigenes Unglück stürzt, bist Du dringend vonnöten!
Wo bist Du, oh Heiland? Hast Du nicht versprochen, dass Du uns niemals in einem trostlosen Zustand belassen und zu uns kommen würdest? Es ist an der Zeit, dass Du Dich uns offenbarst, damit wir Dir in Friede und Freude folgen können.
Ach, Du mein Schafhirte! Viele Deiner Schafe sind verloren gegangen. Doch wir verzweifeln nicht. Wie freundlich und gnadenreich Du bist! Es wird Dir ein absolutes Vergnügen sein, die Schafherde wieder einzufangen. Jedes verlorene Schaft trägt zu Deinem Vergnügen bei. Komm, komm, es gibt viel zu tun und noch mehr Vergnügen erwartet Dich.
Wo bist Du, oh Retter? Kirchen wurden überall auf Erden für Dich erbaut. Es gibt keinen Platz auf der Welt, wo nicht mit Worten bekundet wird, daß man Dir folgt. Doch in Wahrheit, oh mein Herr, geht die Sonne niemals über Deinem Königreich auf Erden unter, denn diese Menschen, die Dir Dank schulden, haben sich den üblen Händen des Satans ausgeliefert. Sie suchen Dir an Sonntagen und dem Mammon, an den anderen Tagen zu dienen.
Oh Herr, wenn Dich jemand liebt, beherzigt er Deine Worte, der Vater liebt ihn und Du wirst bei ihm eintreten und in ihm wohnen. Heutzutage erinnern sich die Menschen Deines Namens, doch sie haben Deine Worte vergessen, - den tröstlichen Balsam, den unschätzbaren Wert, den Quell der Glückseligkeit, den Nektar der Unsterblichkeit, den Stein der Weisen, der den Menschen in Göttlichkeit verwandelt.
Du hast uns Deine große Anweisung gegeben: "Liebet einander, wie ICH Euch geliebt habe," und Du hast uns mit Deinem Leben gezeigt, dass Du es für uns hergeben würdest, - und Du hast es auch getan. Heutzutage ist nicht nur solche Liebe von der Erdoberfläche verschwunden, sondern der Mensch ist in seiner Gier, seiner Furcht und seinem Hass bereit, die Kehle seines Bruders durchzuschneiden. Wo bleibst Du, oh Heiland? Komm, komm, ehe es zu spät ist.
Wann werden die Menschen begreifen, dass das Leben nicht nur aus der Anhäufung von Besitztümern besteht? Wann werden sie nach dem Königreich Gottes suchen und die anderen Dinge sich nach Seinem Willen vermehren lassen? Es kann keine deutlichere und klarere Warnung als Deine Worte geben: "Nimm Dich vor der Habsucht in acht."
Wo bist Du, oh Heiland? Komm, komm und erinnere die Menschen an den Stein in ihren Händen, mit dem man zwei Früchte auf einmal bekommen kann. Nur, wenn Dein Gebot richtig verstanden und befolgt wird: "Verkauf’ alles, was Du hast, gib Almosen, versieh’ Dich mit Lasten, die nicht vergänglich sind, einem Schatz im Himmel, der Dich nicht im Stich lässt und den weder Diebe, "Motten" noch Verdorbenheit erreichen," wird es zur Befreiung führen, doch den Menschen Harmonie und Frieden bringen, und es wird in der Welt Brüderlichkeit und Wohlstand herrschen.
Wo bist Du, oh Heiland? Dein Kinder, für die Du Dein Leben gegeben hast, - die Armen, die Unterdrückten, die Gläubigen und die Verfolgten, - sind seelisch bedrückt und werden selbst um das wenige, was sie besitzen, betrogen. Ihre Peiniger, von denen Du angenommen hattest, dass sie durch Deine lebensverändernde Botschaft der Liebe und Einheit gerettet wurden, verirren sich in den Pfad der Ungerechtigkeit. Du hattest empfohlen: "Wenn Du ein Festmahl hältst, rufe die Armen, die Verkrüppelten, die Lahmen und die Blinden herbei, damit sie an dem Festmahl teilhaben, - und Du wirst gesegnet sein." Doch überall sehen wir die Menschen Feste, Festessen und Gartenparties geben, zu denen lediglich die Freunde und die reichen Nachbarn eingeladen sind. Und wie verhalten sich die Menschen? In Deinem weisen Rat war die Saat von Frieden und Wohlstand enthalten. Er ist in Vergessenheit geraten, denn sie kommen nur zusammen, um sich gegenseitig oder gemeinsam gegen einen Dritten zu verschwören. Komm, oh Heiland; jetzt ist es Zeit für Deinen Weckruf.
Oh Herr! Vergiss Dein Versprechen nicht: "Was auch immer Du in meinem Namen erbittest, das werde ICH tun." In Deinem Heiligen Namen bete ich: Komm, oh Absoluter König der Welt! Inthronisiere Dich in den Herzen aller Menschen. Genau wie Du sagtest: Ohne Dich geschieht nichts.
Wo bist Du, oh Heiland! "Du bist das Wort," - dies hast Du in Deiner erleuchtenden Äußerung enthüllt, - "und Du bist mit dem Gesetz EINS." Dies Gesetz ist das Gesetz der Einheit, der Brüderlichkeit, der Liebe, der Demut, der Vergebung, der Rechtschaffenheit und der Wohltätigkeit. An diesem Heiligsten Tag Deiner Geburt bete ich zu Dir: In den Herzen aller Menschen auf der ganzen Welt und auch in der Form dieses Göttlichen Gesetzes sollst Du wiedergeboren werden. Auf diese Weise würde die Menschheit gerettet, und Jesus, mein Herr, Gottes Sohn, als der Ewige Retter (Heiland) verkündet.
Komm, oh Friedensfürst! Für Dein zweites Kommen beten und warten Deine auserwählten Kinder, die Heiligen und Gottesmänner überall auf der Welt. Komm in Form Deiner glühenden Worte. Komm in Form der Bergpredigt, jedes Wort erglühe mit Deinem Göttlichen Licht. Komm in die Herzen der Menschen, lass Dein Wort zum Blut ihres Blutes, zum Atem ihres Lebens und zur Seele ihrer Seelen werden. Auf diese Weise, vollkommen in Dein sprichwörtliches Ebenbild transformiert, nur sollen die Menschen das Ewige Leben, unendliche Freude und andauernden Frieden - jenseits des Verstehens - wiedererlangen.
Möge der Herr in dieser Heiligen Nacht in den Herzen der Menschen auf der ganzen Welt wiedergeboren werden!
1955
Erwecke Jesus in dir und folge IHM
Millionenfaches Verneigen vor Jesus Christus, dem geliebten Sohn Gottes, dem Absoluten König der Könige, dem Göttlichen Regenten in den Herzen der Menschheit.
Jesus Christus kam zu dieser Erde, um das Königreich Gottes in den Herzen der Menschen wieder auferstehen zu lassen. ER hat für uns die Befreiung von den Sünden, von Unwissenheit und Täuschung, von Elend und Krankheit greifbar werden lassen, - wenn Du sie doch nur ergreifen würdest.
Vertrauen ist die Hand, die zugreifen könnte, ergreife Seine Leuchtenden Füße, - und woraus bestehen Seine Füße? Seine Füße aus nichts anderem als Liebe und Vergebung.
Vertrauen ist das, woran es der Menschheit heutzutage mangelt. - Noch schlimmer, die Menschheit hat das Vertrauen in die göttliche Wirklichkeit verloren, und unglücklicherweise hängst sie ihr Vertrauen an die unwirklichen Schatten, die über den Köpfen von großer Bedeutung zu sein scheinen. Die Menschen halten Unwirkliches für wirklich und zweifeln die Wahrheit an! Dies ist die Arbeit von Maya, Satan.
Die einfachen Fischer von Galiläa haben uns ein einleuchtendes Beispiel gegeben. Was haben sie unternommen, als ihr Schiff von den Wellen im Sturm hin- und hergeworfen wurde? Sie weckten Jesus und ER bat Gott um Hilfe.
Sicherlich ist es das, was wir an diesem Weihnachtstag tun müssen, wenn das Schiff der Menschheit von dem Sturm des Übels hin- und hergeworfen wird. Flüchte Dich zu Jesus Christus. Erwecke IHN in Dir. Erwecke in Dir das Christusbewusstsein. Nun, ER wird sagen: "Oh, warum hast Du so wenig Vertrauen, wovor fürchtest Du Dich?" ER wird die brandenden Wogen der Zerstörung aufhalten und dem Sturm des Übels Einhalt gebieten. Und Dein Vertrauen in IHN wird zurückkehren.
Kehre zur Seele zurück und vertraue in ihre Einheit mit Gott - "Mein Vater und ICH sind EINS," sagte der Herr. Dies ist der Schlüssel zur Verwirklichung eines fortwährenden Friedens und ewiger Glückseligkeit.
Bringe in den Verstand das Vertrauen in die Herrlichkeit der Rechtschaffenheit zurück. Sünde wird durch den Verstand erzeugt; die äußeren Organe sind lediglich die Kanäle zur Verteilung dieser Sünden. Jesus hat die Menschen immer wieder dazu aufgerufen, innerlich rein zu sein. Weise dem Verstand den Weg der Rechtschaffenheit; dann wird von all Deinen Handlungen Gutes ausstrahlen. Zuerst sei gütig; dann wirst Du Gutes tun.
Bringe in das Herz das Vertrauen in die Liebe und die Barmherzigkeit des Herrn zurück. Wie liebevoll und barmherzig ist der Herr, - um den Menschen Wohlstand und Trost zu bringen, verzichtet ER auf Sein göttliches Heim und nimmt hier unter den sterblichen Menschen, an diesem weltlichen Ort des Schmerzes und des Leides, wieder Gestalt an. "Sei ebenso vollkommen wie der Vater im Himmel." Lass Dich von dieser Liebe und dieser Barmherzigkeit in Deinen Handlungen leiten. In dem Vertrauen zu Jesus Christus öffne Dein Herz, so dass ER den Teufel aus Deinem Herzen werfen kann, - diesen Teufel der Selbstsucht, den Teufel des Egoismus, den Teufel der Lust, des Ärgers und der Gier.
Oh ihr Menschen! Wacht jetzt auf. Dort steht der Herr in all Seiner göttlichen Erhabenheit und sagt: "Folgt mir." Nimm Dein Kreuz auf und folge IHM. Sei bereit, im Sinne Seiner Worte alles zu opfern. Auf diese Weise würdest Du das Himmelreich verdienen. Auf diese Weise erntest Du die reichsten Früchte der Unsterblichkeit und ewige Glückseligkeit; und die Welt wird dann von solchen Gefolgsleuten des Herrn bewohnt werden, die Frieden, Überfluss und Wohlstand als ihre Heimstatt bezeichnen.
Möge der größtmögliche Segen des Heilands über Euch sein, Frohe Weihnachten!
1956
I
Die Antwort heißt Beten
Oh, ihr Menschen! Kniet am Heiligen Abend nieder und betet so, wie die Weisen aus dem Morgenland neben dem Christuskind gebetet haben. Dies war die bedeutendste Botschaft, die Jesus Christus den Menschen gab. Warum hast Du dies so schnell vergessen?
Der Herr lässt Dich atmen, um zu beten. Knie nieder und bete: Doch lass das Gebet nicht zu Ende kommen, wenn Du Dich erhebst. Das Gebet sollte ein Leben lang dauern; und Dein Leben sollte wie ein langes Gebet sein.
Es gibt kein Problem, das nicht durch Beten gelöst und kein Leiden, das durch Beten nicht gemildert werden könnte, keine Schwierigkeit, die nicht überwunden und kein Übel, das nicht durch Beten bezwungen werden könnte. Beten bedeutet Gemeinschaft mit Gott. Beten ist das Wunder, bei dem sich die Macht Gottes in die menschlichen Venen ergießt. Knie darum nieder und bete.
Begrüße die morgendliche Dämmerung, und verabschiede Dich mit einem Gebet der Dankbarkeit von der untergehenden Sonne, indem Du Dich zuerst für den neu gewährten Tag und am Ende für Seine von IHM gewährte Gnade bedankst. Auf diese Weise soll Dein Leben gesegnet sein und auf die gleiche Weise wirst Du Seinen Segen auf die Umwelt ausstrahlen.
Knie nieder und bete, wenn sich die Wogen des Krieges und der Unrast um Dich herum anhäufen. Erinnere Dich der Worte Abraham Lincoln’s, dem großen Architekten der Freiheit: "Ich habe viele Male niedergekniet, um zu der Überzeugung zu kommen, daß ich zu niemand anders beten muss. Meine eigene Weisheit und alles um mich herum, schien an solchen Tagen unzureichend zu sein." Wenn die Weisheit der Politiker und sozialen Führer fehlgeht, knie nieder und bete, denn ein paar bittende Hände sind möglicherweise mehr als Staatsoberhäupter und Schlachtengewinner. Zu einer solch bitteren Stunde in der Geschichte der Menschheit kann allein ein Gebet den Weg zum Frieden ebenen, - nichts anderes vermag zu helfen.
Knie nieder und bete, wenn in Deiner Brust Stürme der Lust und des Ärgers, des Stolzes und der Bösartigkeit tosen, denn der Herr und nur ER allein hat die Macht über die Elemente. In Deiner demütigen Bitte liegt die Stärke. Du wirst durch Seinen Segen erfüllt werden, durch Seine Gnade und Barmherzigkeit beschützt und durch Seinen göttlichen Willen auf dem Pfad der Rechtschaffenheit angespornt.
Knie nieder und bitte weder für irdische Güter noch für himmlisches Vergnügen, sondern für Seine Gnade: "Dein Wille geschehe, oh Herr! Ich wünsche nichts," soll das Gebet lauten. Da Du selbst nicht weißt, was gut für Dich ist, Du das Unglück herausfordern und für die Verdammnis beten könntest, bitte um Seine Gnade. Bitte darum, dass sich Seine Rechtschaffenheit auf die Seelen aller Menschen niedersenken möge. Bitte darum, dass Sein Licht in den Herzen aller Führungspersönlichkeiten für den Pfad der friedvollen Menschlichkeit leuchten möge. Knie nieder und bete für unseren Heiland, damit ER die Welt vor seinen eigenen "Verführern" rettet.
Möge der Segen des Herrn Jesus an diesem Heiligen Abend und für alle Zeiten mit Euch sein. Möge es Frieden und Wohlergehen überall auf der Welt geben! Es lebe Jesus. Amen.
II
Die Stimme des Jesus
Jesus, der Sohn Gottes, der Botschafter Gottes auf Erden, ist wahrlich die unendliche Liebe, das Mitleid und die rettende Gnade der Allmacht, die inmitten der Menschheit in leuchtender Gestalt einer herrlichen, menschlichen Persönlichkeit herabgestiegen ist, wie sie die Menschheit nur selten erlebt hat. Der allmächtige Geist offenbarte sich Selbst als ein verkörpertes Wesen, um die Menschheit zu befreien, die in einem Netz irdischer Existenz gefangen ist. Jesus kam zur Menschheit, die durch die Last eines sündhaften Lebenswandels niedergedrückt und mehr auf materialistische und ungöttliche Lebensweise ausgerichtet war, mit der zu Herzen gehenden Botschaft der Hoffnung. ER kam, um den einfachen Weg zur Selbstbefreiung von Schuld und Bindung an ein ungöttliches Leben, und eine Hinwendung zur Freude, der Glückseligkeit und den Segen eines herrlich göttlichen Lebens in Spiritualität (Gott) zu zeigen. ER lehrte das Evangelium eines reinen Lebens, eines Lebens in einem vollkommenen Vertrauen, kindlicher Einfachheit und Unschuldigkeit, Selbstlosigkeit und Liebe gegenüber allen Wesen. Jesus lebte und predigte die erhabene Lehre des Zurückziehens vom Mammon, und Verehrung Gottes.
Die Stimme der Ewigkeit
Jesus’ Stimme ist wahrlich die Stimme der Ewigkeit. Das Unendliche wandte sich durch IHN an das Endliche, das kosmische Sein richtete sich an das Individuelle, Gott berief die Menschen. Seine göttliche Stimme unterscheidet sich darum nicht von der Stimme der Veden, der Upanischaden, des Korans, des Grugranth Saheb, der Zend Avesta, der Dhammapada und all solcher Schriften großer Religionen dieser Welt. Das von IHM gepredigte Evangelium ist im wesentlichen dasselbe Evangelium, das in diesen Heiligen Schriften ausgelegt wird. Es zeigt den Weg, wie das Fleischliche abgelehnt wird und sich die Spiritualität durchsetzt. Es zeigt den Weg, wie die Begierden abgetötet werden, um die glorreiche Auferstehung des Geistes, das endgültige Aufsteigen hin zum Unendlichen, und um die Transzendenz in das Göttliche hervorzubringen. Es ist der Weg des Zurückziehens schlechter und des Akzeptierens guter Dinge, der Ablehnung von Gefühllosigkeit und der Weg eines leibhaftigen Lebens in Gott, so wie es auch in den Upanischaden nicht anders beschrieben wird.
Jesus erklärt: "Man kann nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen." Mit anderen Worten; Seine Lehre bezieht "Hinwendung und Loslösung" ein. Löse Dich von den materiellen Dingen dieser vergänglichen Welt. Wende Dich zu dem Ewigen spirituellen göttlichen Schatz hin. Auf diese Weise lehrte uns Christus den großen Weg über alle Sünden und Sorgen hinauszugehen. Es ist Seine Bergpredigt, die uns aus der Dunkelheit weltlicher Existenz von Geburt, Tod, Krankheit und Schmerz hin zu dem ewig leuchtenden Licht des wundervollen Göttlichen Bewußtseins führt. Dies führt uns weg von der Unwirklichkeit der Erscheinungswelt und hin zur Ewigen Wahrheit des Transzendentalen Seins, weg von begrenzter sterblicher Existenz und hin zu einem unbegrenzten unsterblichen Leben.
Dies war Jesus
Die entscheidende Bedeutung und der tiefere Sinn der unsterblichen Lehren Jesus wird nur dann wirklich klar, wenn wir genau hinschauen, wer Jesus war und wie ER in die Welt kam. Jesus war kein gewöhnlicher Mensch. ER war die Inkarnation göttlicher Macht und Liebe, die aus einem bestimmten Grund in diese Welt kam. Sein Erscheinen entsprach der Erfüllung des göttlichen Plans im Fortschreiten des weltlichen Prozesses. Dies kann man aus den Umständen Seiner Geburt ablesen. ER erleuchtete diesen irdischen Globus durch die Ausstrahlung Seiner göttlichen Gegenwart, Sein Erscheinen wurde durch einen auserwählten Gottesmann, Johannes den Täufer, angekündigt, gepredigt und verkündet.
Es geschah wie folgt: Der Priester Zacharias und Seine Frau Elisabeth waren ein heiliges und frommes Paar in Judäa. Es wurde berichtet, wie der Engel Gabriel dem guten alten Priester erschien und Ihm angekündigt wurde, daß es Gottes Wille sei, daß Ihm ein Sohn geboren würde, der die Menschen auf das Erscheinen des göttlichen Sohnes vorbereiten solle. Dieser Junge, der durch mysteriöse göttliche Fügung geboren wurde, wuchs zu einem heiligen Mann heran, der als Johannes der Täufer bekannt wurde, um die Prophezeiung des Engel Gabriel’s von der Vorbereitung der Menschen für den Herrn zu erfüllen. Auf diese Weise wurde für Jesus’ Inkarnation der Weg geebnet. Später, als tatsächlich die heilige und gesegnete Stunde der Geburt des Herrn herannahte, kündigte der Himmel Seine Göttlichkeit durch ein großes Licht an, das den Weisen aus dem Morgenland und den auserwählten Gläubigen den Weg zum Geburtsort wies. Auf diese Weise schien erstmalig das Licht in der Dunkelheit dieser Welt der Täuschungen und Unwissenheit.
Die Art und Weise, wie ER lehrte
Die Art und Weise, wie Jesus lebte und lehrte war einfach, jedoch erhaben. Seine Methode zu unterrichten, war etwas ungewöhnlich. Jesus war nicht akademisch vorgebildet. ER konnte weder Abschlüsse noch Doktortitel vorweisen. ER war weder ein Pandit (Mann der Weisheit) noch Gelehrter. ER hatte weder eine Professur noch einen Meistertitel in irgendeiner Fachrichtung oder Wissenschaft erhalten. ER hatte sich weder mit Redekunst beschäftigt noch war ER gelernter Kanzelredner. Wenn ER sprach, dann sprach ER wenige Worte und fasste sich kurz. Seine Ansprachen waren kurz, prägnant und geistvoll. Aber Seine Worte waren kraftvoll und mit außergewöhnlicher Macht, so als wären sie nicht von dieser Welt. Sie waren voller Lebenskraft und feurig. Sie brannten sich selbst in die Tiefen des Bewusstseins Seiner Zuhörer. Was war der Grund?
Wenn Jesus sprach, kamen Seine gesegneten Worte aus den Tiefen einer unbegrenzten Liebe und eines unendlichen göttlichen Mitleids, - das alle Zuhörer immer wieder erschauern ließ, - mit einem alles verzehrenden machtvollen Wunsch, dass die Menschen einander Gutes tun, dienen, einander helfen und retten sollten. Dieses Erbarmen, die Menschheit zu reinigen, sie zu erheben und zu retten, zeichnete das wahrlich heilige Herz von Jesus Christus aus. Diese Liebe belebte Seine Worte mit einer göttlichen Kraft, die sie zu Seinen gesegneten Lebzeiten für immer in die Herzen Seiner beglückten Zuhörer einpflanzte, und die selbst heute Millionen Seiner Leser durch die Texte der Heiligen Schrift kaum geringer berührt.
Praktische Spiritualität
Jesus wurde besonders engagiert, der Menschheit einen Ausweg aus dem irdischen Leben hin zur ewigen Glückseligkeit zu zeigen. ER kam, um die Menschen aus diesem Ozean der immer wiederkehrenden "Geburt-Tod Existenz" zu befreien, und sie an das andere Ufer des Unsterblichen Lebens zu führen. Aus diesem Grunde predigte ER das Evangelium der praktischen Spiritualität. ER ließ dabei alle schwerverständlichen philosophischen Theorien und feinsinnigen intellektuellen Untersuchungen beiseite, Jesus erzählte den Menschen, wie sie leben müssen, was sie denken, was sie fühlen und wie sie sich verhalten müssen. Dazu kleidete ER selbst die höchsten Wahrheiten des spirituellen Lebens in einfache Geschichten und Gleichnisse, die selbst von den normalen Menschen auf der Straße verstanden und angenommen werden konnten. Die höchsten Weisheiten des spirituellen Lebens wurden den Menschen in Form einfacher Gleichnisse durch die süßen und gesegneten Worte Jesus Christus vermittelt. Christus gab uns unzählige göttliche Ermahnungen. Selbst die Betrachtung einiger ausgewählter Anweisungen würde helfen, um ein Licht auf den Pfad zu werfen, der zum spirituellen Ziel führt.
"Sündige nicht mehr"
Wenn wir das erhabene Leben des Heilands betrachten, offenbart sich uns bereits ganz zu Anfang durch eines der bewegtesten Ereignisse eine der wichtigsten spirituellen Wahrheiten, was im Evangelium wiedergegeben wird. Der Herr, der mit allen Menschen Mitleid empfand, ging durch die Straßen der Stadt und stieß auf eine aufgebrachte Menschenmenge. ER sah, dass alle mit einer Frau, die eine große Sünde begangen hatte, haderten und wollten sie deshalb steinigen. Als der Heiland an dem Ort eintraf, sank die unglückliche Frau zu Seinen Füßen und vergoss Tränen der Reue. Jesus wandte sich in Seiner ruhigen und doch zwingenden Haltung an die verärgerte Menge und forderte sie heraus, die Hand gegen diese Frau zu erheben, indem ER sagte: "Lasst denjenigen, der ohne Sünde ist, den ersten Stein werfen." Es herrschte stille. Alle ärgerlichen Stimmen waren verstummt. Furcht machte sich in den Herzen der meisten Umstehenden breit. Steine und Stöcke wurden fallengelassen und die Menge löste sich auf. Man ließ Jesus mit der reuigen Sünderin zu Seinen Füßen allein. ER hob sie auf und schickte sie mit den Worten fort: "Geh’ und sündige nicht mehr." Mit diesen wenigen Worten offenbarte ER uns das große Gesetz des spirituellen Himmelreiches, d.h., wenn die Seele aufrichtig bereut, wird sie von allen Sünden befreit und empfängt den Segen des göttlichen Mitleids. Oh Ihr Menschen! So lernt doch, falls Ihr nach wahrer Gnade strebt, müsst Ihr euch lediglich von dem Pfad des Übels abwenden und dazu bekennen, dass Ihr nicht mehr sündigen wollt.
Der Zustrom göttlicher Gnade
Solltest Du Dich doch dazu entschließen, Dich von dem Übel zu entfernen, und auf das eine reine, göttliche Licht zuzubewegen, dann öffnest Du Dich tatsächlich für den Segen des Herrn. Wenn dieser Segen bereit ist, in Dein Wesen einzutreten, zur Vollkommenheit heranzureifen und Früchte in Form von reicher, spiritueller Erfahrung zu tragen, musst Du Dein Herz für die richtige und gebührende Wahrnehmung vorbereiten, genauso wie ein Bauer seinen Acker vorbereitet, damit die Saat keimt und sich eine reiche Ernte entwickelt.
Welche wichtige Rolle für den Suchenden die richtige und angemessene Aufnahmefähigkeit im Fortschritt seines spirituellen Lebens spielt, wird in einer wunderschönen Parabel von Jesus dargestellt. Der Herr verbrachte einen warmen schwülen Vormittag in Kapernaum und predigte, lehrte, heilte, spendete Trost, erleuchtete und erteilte Anweisungen bei einer großen Menschenmenge, die sich um IHN versammelt hatte. Gegen Abend ging ER zu den Ufern des Sees. Auch dorthin folgte IHM eine Vielzahl von Menschen. ER wurde schier erdrückt, darum bestieg ER ein Boot, ruderte ein paar Meter auf den See hinaus und ließ Anker werfen. Von hier wandte ER sich an die begierigen Zuhörer. Hier lauschten sie Seinen liebevollen süßen Worten.
ER erzählte ihnen davon, wie ein Bauer seine Saat auf die Felder nahe der Straße ausbringt. Ein starker Wind kam auf. Etwas Saatgut wurde von dem Wind davongetragen und fiel auf die Straße, wo Vögel sie aufpickten und es damit verloren war. Andere Saatkörner fielen auf trockenen Boden oder Gestein. Hier fanden sie keinen Untergrund, um zu keimen. Sie verdorrten in der Sonne und gingen ein. Wieder andere fielen auf einen guten Boden, doch befanden sie sich mitten zwischen Disteln und Dornen, und obwohl die Saat aufging und sich das Saatgut zu kleinen Pflanzen entwickelte, wurde sie durch Disteln und Dornen erstickt und starb. Und jene Saatkörner, die letztendlich auf einen guten Boden fielen, wuchsen heran, entwickelten sich, blühten und brachten eine reiche Ernte.
Genauso verhält es sich mit der kostbaren Saat spiritueller Wahrheiten, die durch den Herrn in Seiner liebevollen Gnade, ausgebracht wird, und die die absolute Glückseligkeit in sich trägt, doch unglücklicherweise geht nicht alle Saat auf. Einige Herzen sind permanent von Wünschen und irdischem Gezwitscher erfüllt, so dass der Segen des Herrn dort überhaupt keine Heimstatt findet. Einige Herzen sind derart vertrocknet und ohne Vertrauen und Hingabe, so dass spirituelle Wahrheiten vertrocknen und absterben, genauso wie Saatkörner, die auf felsigen Grund fallen. Bei anderen guten Naturen, schlagen die Saatkörner des spirituellen Lebens Wurzeln und beginnen zu wachsen, doch Dornen und schlechte Gesellschaft, weltlicher Umgang, unreine und ungöttliche Umgebung erdrücken die jungen spirituellen Pflanze und zerstören sie.
Es sind nur einige, die Glück haben, die ernsthaften und aufrichtigen Sucher, die sich selbst außerordentlich aufnahmefähig gegenüber allen spirituellen Einflüssen zeigen, und die ihre Herzen durch Gebete, spirituelle Disziplin und selbstloses Dienen vorbereitet haben, damit sie den höchsten Nutzen aus dem Segen ziehen können, der jemals durch den Herrn über die Menschheit durch Seine göttlichen Botschaften, den Heiligen, den Weisen und den Devotees aller Zeiten in allen Landstrichen und durch die Heiligen Schriften aller großen Religionen dieser Welt verliehen wurde. Darum, oh Strebender, wenn Du spirituelle Glückseligkeit erlangen willst, bereite Dich durch Sadachara (spirituelle Lebensführung) und Seva (Dienen), durch emsige Praxis von Yama-Niyama, durch den Erwerb von Sadhana Chatushtaya, innerlich vor.
Der Sinn von Besitztümern
Wenn man fragt, warum man sich um die spirituelle Saat so sehr bemühen sollte, so wird die Antwort durch eine Vielzahl damit verbundener Gleichnisse gegeben. Sie befassen sich damit, wie beispiellos und einzigartig der wunderbar Schatz spiritueller Wirklichkeit ist. Er ist wesentlich wertvoller, als aller Besitz und alle Freuden der gesamten Erde zusammengenommen. Um Seiner Gnade willen wird der Weise gern alles andere aufgeben. Es ist wie bei einem verborgenem Schatz, der sich plötzlich unter der Pflugschar beim Pflügen auftut. Voller Freude hütet der Lohnarbeiter solange das Geheimnis und verkauft alles andere, bis er sich dies besondere Feld selbst leisten kann. Währenddessen beobachtet er den Schatz, von dem er weiß, dass dieser weit über seinem armseligen Besitz steht. Oder stell Dir vor, daß ein Händler nach der schönsten aller Perlen sucht. Eines Tages findet er diese wunderschönste aller Perlen, die er je gesehen hat. Er erkennt deren Wert, er verkauft alle anderen Perlen, Edelsteine und sein ganzes Geschäft, um diese eine Perle, die jenseits aller Wertschätzung ist, zu erwerben.
Allein die spirituellen Erfahrung geben den Lebensaspekten einen Sinn. Ohne diese andere, d.h. spirituelle Lebenserfahrung ist das Leben wertlos. Es verhält sich wie bei einem kleinen Stückchen Hefe, das der Bäcker einer großen Menge Mehl beimengt. Dies kleine Bisschen säuert das ganze Mehl. Wie geht derjenige, der sich seiner Unterscheidungsfähigkeit vollkommen bewusst ist und entsprechend handelt, denn nun mit den spirituellen und materiellen Aspekten um? Ihm ist bewusst, was gut und was nutzlos ist. Darum meidet er Materielles und nimmt Spirituelles an, genauso wie ein Fischer, der gerade sein volles Netz aus dem Wasser gezogen hat, die guten Fische behält und die schlechten in den See zurückwirft. Der wahre Sinn der Werte wird in diesem Gleichnis offenbart. Es wird von der Pflicht gegenüber sinnvollen und sinnlosen Werten (Besitz) gesprochen. Erkenne darum den "geringen Wert" des spirituellen Ideals. Der Suchende sollte bereit und gewillt sein, nicht-spirituelle Dinge über Bord zu werfen und sich entschlossen den spirituellen Zielen des Lebens zuzuwenden.
Sei nicht unachtsam
Um das spirituelle Ideal zu finden, sollte man immer bereit sein, alle Gelegenheiten anzunehmen, die der Herr zum Sammeln spiritueller Erfahrungen bietet. Falls jemand dabei scheitert, könnte der Segen des Herrn vorenthalten werden. "Sei achtsam", sagt Jesus mit Seinem wirkungsvollen Gleichnis über den reichen Mann und dessen Festmahl. Der reiche Mann bereitet ein großes und herrliches Fest vor und sandte seine Dienerschaft aus, um die Freunde zum Essen einzuladen, doch man ließ sich entschuldigen, - niemand konnte kommen. Jeder hatte seinen besonderen Grund, - der eine hatte neues Land gekauft, ein anderer Rinder, ein dritter nannte als Grund seine junge Frau usw. Als der reiche Mann von diesen Begründungen hörte, war er verärgert. Er befahl seinen Dienern: "Geht in die Stadt und bringt die Armen, die Krüppel und die Blinden. Wenn es weiterhin noch genügend Platz gibt," befahl er, "geht zu den Überlandstraßen vor der Stadt, zu den Schnittern, den Ausgestoßenen, den Mittellosen und ladet sie zum Fest ein. Diejenigen, die meine Einladung abgelehnt haben, sollen niemals von meinem Bankett kosten." Wenn es Gelegenheit zu spirituellem Forstschritt gibt, dann mach’ nicht den großen Fehler dies abzulehnen, denn sonst wird man später über dieses große Ereignis lamentieren müssen, dass man bewusst durch eigene Missachtung und Unachtsamkeit versäumt hat.
Sei wachsam
Zu guter Letzt kommen wir zu dem wunderbaren Gleichnis über die weisen und die törichten Brautjungfern, womit Jesus uns lehrt, höchst wachsam und aufmerksam zu sein, damit wir aus allen spirituellen Gelegenheiten Nutzen ziehen können, falls wir es wünschen. Von zehn Brautjungfern, die beim Warten auf ihre Brautleute einschliefen, waren fünf sehr weise und hatten ein wenig Reserveöl für ihre Lampen dabei, während die anderen fünf töricht waren, da sie nichts mit sich führten. Als sie plötzlich von der Ankunft ihrer Brautleute erfuhren, waren die Lampen der törichten Mädchen bereits verloschen, doch die Lampen der andern Bräute brannten hell und waren bereit für die Hochzeit. Die anderen jedoch waren zu spät und waren so von dem Fest ausgeschlossen. Auf diese Weise muß man immer wachsam sein, denn man weiß nie, wann die verheißungsvolle Stunde des spirituellen Segens naht.
Auf diese Weise gab uns Jesus mit all diesen wundervollen und weisen Gleichnissen wertvolle Unterweisungen über die Wahrheit, Reue, Empfänglichkeit, Entsagung, die Bereitschaft zur Hingabe und der ständigen Wachsamkeit des Suchenden auf dem Yogapfad und mit Hinsicht auf dessen Selbstverwirklichung. ER gab uns die Lektionen über das Aufstehen und Aufwachen, damit wir zu Weisen werden und das Selbst erkennen. ER lebte und lehrte vor beinahe zweitausend Jahren. Auf diese Weise schien das Licht und erleuchtete die Apostel, durch die sich das Licht schließlich über die ganze Erde ausbreitete und sie einhüllte.
Mögen alle zum gesegneten Herrn Jesus Christus beten, damit unser tiefstes Innerstes mit dem Licht Seiner erhabenen göttlichen Gegenwart erleuchtet werden möge und wir die Gnade der Glückseligkeit des Christusbewusstseins erfahren mögen. Mögen alle Menschen demütig Seinen Fußstapfen folgen, um sich auf diese Weise von der Dunkelheit zum Ewigen Licht, von dieser unwirklichen vergänglichen Erscheinungswelt in die transzendentale Wirklichkeit des Absoluten Seins zu erheben. Mögen sich alle über diese Welt der Sterblichkeit hinaus begeben und Unsterblichkeit erreichen! Möge die Macht göttlicher Liebe und Gnade alle aus diesem Reich der Not und Pein in das Reich Ewigen Lichts und unaufhörlicher Glückseligkeit erheben! Ein Hoch auf Jesus Christus, der Göttlichen Inkarnation. Amen.
1957
Der Geist Christus muss erstrebt werden
Vor ungefähr 1925 Jahren sagte Jesus von Nazareth: "Wahrlich Ich sage Euch, liebt Eure Feinde, - segnet diejenige, die Euch verdammen, - tut jenen Gutes, die Euch hassen, - und betet für jene, die Euch dafür, daß Ihr die Kinder Eures Vaters im Himmel seid, in boshafter Weise ausnutzen und verfolgen; denn ER lässt die Sonne über das Übel und das Gute aufgehen und schickt uns den Regen zur rechten und auch zur unrechten Zeit." Wahrheit - war bislang nur eine übermenschliche spirituelle Bestrebung, die bis zu dieser Lehre Bestand hatte, doch zu keiner anderen Zeit wie heute gab es eine größere Notwendigkeit, als sich letztendlich international in Seinem Geiste näher zu kommen.
Was als höchste Tugend spiritueller Bestrebung erscheint, kann möglicher Weise nicht auf die Formulierungen gemeinschaftlicher Perspektiven oder nationaler Verhaltensweisen angewendet werden. Doch, wenn Jesus sagt: Liebt Eure Feinde, schließt ER nicht ein, dass man sich dadurch schlechter stellen soll, die Würde menschlichen Lebens verletzen soll, auf die hohen Ideale geistiger und spiritueller Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit verzichten soll, - doch man muss auch die lebendige Tatsache des Misserfolges von Hass, Krieg, Knüppeldiplomatie, vorsätzlicher Verhaltensweisen und dogmatischem politischen Druck, um qualvolle Probleme zu lösen, die die Welt in Atem halten und schlimmer noch betrügerisch in das Leben normaler Menschen eingreifen, erkennen.
Wenn Jesus tatsächlich heute leben würde, dann würde ER sich nicht weniger schonungslos verhalten, genauso wie sich irgendein positiv gesinnter Individualist gegenüber dem Ausgleich von Gut mit Böse, Wahrheit mit Unwahrheit, Gerechtigkeit mit den Nachteilen für die menschliche Spiritualität und Demokratie mit Totalitarismus verhalten würde. Die Wahrheit steht als unabänderlicher Vorzug niemals in Frage; die Entscheidung Altes zu bewahren, das durch Neues bestürmt wird, steht niemals in Frage; doch ist es der Geist, mit dem die Ideale der Wahrheit, die Würde des Lebens, im weitesten Sinne auch die Freiheit und das Verhalten, sowie die erforderlichen Mittel, die man zur Pflege anwendet, befruchtet sein müssen. Die Frage, die sich vor der Menschheit auftürmt, ist, ob irgend jemand dazu berechtigt ist zu verhindern, daß jemand zu schärferen Mitteln greift, wenn sich irgend jemand im Recht glaubt, im Sinne eines Kreuzzuges für die Ideale, Krieg oder Zerstörung anzuzetteln, - für Ideale, die im Wesentlichen positiv sind, allerdings mit den negativen Mitteln einer Kriegspsychose bekämpft werden sollen, wobei die Sicherheit der Menschen bedroht und sein wirtschaftliches Wohlergehen zugrunde gerichtet wird.
Die zu dieser Stunde erforderliche Notwendigkeit liegt in der Erforschung des eigenen Herzens (Gewissens), und in der Frage, ob ein wenig mehr Verständigungsbereitschaft, ein Maß an Kooperation bei der Ausdehnung der Bereiche der Verständigung, ein Geist der Anpassung ohne die eigenen Ideale zu opfern, ein Gefühl für die allgemeine Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen nicht eine Haltung für bessere Friedensaussichten sein könnten; ob ein wenig mehr Ausdehnung der eigenen Vision für die materiellen Interessen und das spirituelle Wohlergehen der Menschen, ein wenig mehr Initiative gegenüber den Problemlösungen, ein gewisser Grad an Bemühung des Verstehens anderer Standpunkte und deren Schwierigkeiten, können kein vollständiges Versprechen für gutes Einvernehmen und Freundschaft sein; wenn ein Wille zum Fortschritt und ein Bemühen, eine unvermeidbare Versöhnung, eine Koexistenz ohne Aufgabe eigener Überzeugungen eines unvermeidlichen Sieges der Ideale der Wahrheit, der Liebe und der Freiheit des menschlichen Geistes zu akzeptieren, vorhanden ist, so könnte dies nichts Substantielles mehr zum Allgemeingut besteuern.
Mögen die Lehren Jesus Christus’ das Leben von jedermann lenken!
Weihnachten - seine spirituelle Bedeutung
(Shri Swami Shivananda)Weihnachten ist der Menschheit der ganzen Welt als das historische Ereignis zur Erinnerung an die Geburt Jesus Christus, dem Heiland, bekannt. Obwohl es wahr ist, dass Weihnachten als Tag der Ankündigung Christi gefeiert wird, so ist es doch auch ein Symbol einer sehr bedeutsamen Wahrheit des spirituellen Lebens. Jesus Christus lebte und symbolisierte Göttliches Bewusstsein. ER ist die wahrhaftige Personifizierung des Göttlichen. ER wurde zu einer Zeit geboren, wo Unwissenheit, Aberglaube, Gier, Hass und Scheinheiligkeit im Land vorherrschten. Die Regierenden waren arrogant und nicht rechtschaffen. Die Menschen waren habgierig, träge und unachtsam. Die Reinheit war vergessen. Die Moral wurde vernachlässigt. Sie verehrten den Mammon mehr als Gott. Es gab keinen Idealismus.
In diese Bedingungen wurde Christus hineingeboren, und ER bewirkte eine Umwandlung in den Leben der Menschen. ER gab dem Leben der Menschen eine neue und spirituelle Wendung. Im Land kam es zu einer Veränderung. Die Menschen begannen ein neues Leben zu leben. Auf diese Weise dämmerte für die Welt eine neue Ära herauf.
Solche Bedingung von Dunkelheit, Unreinheit und Materialismus herrschten vor, bevor Jesus Christus den inneren Zustand der Persönlichkeit des Suchenden offen legte, bevor dem Suchenden die Unterscheidungsfähigkeit klar wurde und bevor ein spirituelles Erwachen stattfand. Zu jener Zeit dachte der Suchende weder an Gott noch an ein höheres spirituelles Leben. Er war in der Verfolgung materieller Dinge dieser äußerlichen gegenständlichen Welt eingebunden. Er war Sklave seiner Sinne. Er war wunschbesessen. Arroganz, Habsucht und Sensationslust charakterisierten seine Persönlichkeit. Er lebte ein Leben der Lust, des Ärgers, der Gier, der irreführenden Bindungen, des Stolzes und der Eifersucht.
Dieser Zustand der materiellen Welt muss aufhören und der Suchende muss in eine neues Leben spirituellen Strebens, der Reinheit und Hingabe eintreten, erst dann wird der Christusgeist im Herzen geboren werden. Wirkliche Weihnachten findet statt, wenn das Göttliche beginnt, sich selbst im Herzen eines Menschen Ausdruck zu verleihen. Von diesem Augenblick an beginnt das Licht dort zu scheinen, wo vorher Dunkelheit herrschte. Unwissenheit beginnt der Weisheit Platz zu machen. Unreinheit wird durch Reinheit ersetzt. Hass versiegt und Liebe beginnt ihre Blüten zu treiben.
In ihrem tiefsten Kern ihres Wesens sind die Menschen göttlich. Doch auf der Ebene der menschlichen Persönlichkeit behaupten sich zwei Mächte. Dies sind die Mächte von Gut und Böse, Licht und Dunkelheit. Beide, das Göttliche und das Nicht-göttliche handeln im menschlichen Bewusstsein. Um die ungöttlichen Elemente zu besiegen und auszurotten und die göttlichen Elemente in all ihrem Licht und strahlenden Glanz zu erreichen, muss ein höchst aufrichtiges bis ins letzte Detail christliches Leben geführt werden. Dies ist ein spirituelles Leben. Dies ist Yoga. Dies ist Sadhana (spirituelle Praxis). Dies ist der Weg, der zu Unsterblichkeit, absolute Glückseligkeit und ewigen Frieden führt.
Wenn wir ein christliches Leben führen möchten, muss zunächst das Christuskind in uns geboren werden. Nur dann kann für den Strebenden das spirituelle Leben beginnen. Die erste göttliche Offenbarung des Dranges nach dem Göttlichen in Form spiritueller Strebsamkeit und der Erkennung des spirituellen Ideals kündigen die Geburt den kleinen Jesus im Suchenden an. Von hier aus beginnt das christliche Leben mit all seinen spirituellen Einzelheiten läuternder Reinheit, Vertrauen in das Göttliche, Barmherzigkeit, Mitleid, Liebe, Selbstlosigkeit, Wunschlosigkeit, Andächtigkeit usw. Nun beginnt auch das Leben ernsthaften Yoga’s und Sadhana, der Zurückgezogenheit und Einfachheit, der ungebrochenen Heiterkeit und des Friedens, des ausgeglichenen Geistes, des unerschütterlichen Mutes angesichts aller Gegnerschaft und vollkommener Hingabe in der Verehrung Gottes durch den Dienst am Nächsten. Dies ist der spirituelle Zusammenhang zum Weihnachtsfestes, dass jedoch ohne dieses Bewusstsein begangen wird.
Mit der Ankündigung dieses Christusgeistes im Herzen des Suchenden, hören alle menschlichen Wünsche auf und werden durch reines höheres göttliches Streben ersetzt. Spiritualität ersetzt Materialismus. Man befreit sich von der Sklaverei der Sinne. Man beginnt ein neues Leben, ein göttliches Leben der Reinheit, der Liebe, der Zurückgezogenheit, Menschlichkeit, dem Nichtverhaftetsein und der Selbstlosigkeit. Das Leben wir genauso erhaben wie das Leben von Christus. Es ist ein Leben des vollkommenen Vertrauens und der Abhängigkeit von dem Göttlichen. Man denkt immer an Gott, spricht über IHN und lebt für IHN. Anderen zu helfen, wird zu einer wirklichen Freude. Man wird zu einem lebendigen Zeuge des Göttlichen. Alle Aktivitäten sind auf Gott gerichtet.
Es darf nicht versäumt werden, auf einen kleinen, doch sehr schönen Punkt, der von tiefgehender Bedeutung ist, hinzuweisen. Er offenbart ein tiefgreifendes spirituelles Gesetz. Es handelt sich um den Zeitpunkt und den Umstand, unter der die Geburt von Jesus Christ am Heiligen Weihnachtstag stattfand. Jesus Christus wurde nicht an einem bekannten Ort geboren. Er war nicht das Kind reicher oder gebildeter Eltern. Er wurde weder am helllichten Tage geboren noch wussten die Menschen von Seiner Geburt. Jesus Christus wurde an einem einfachen Ort in der Ecke eines Stalles geboren. Er war das Kind bescheidener und armer Eltern, die nichts hatten, worauf sie hätten stolz sein können, außer ihrem fleckenlosen Charakter und ihrer Heiligkeit. Er wurde zur dunklen Stunde um Mitternacht geboren, wo niemand etwas darüber erfuhr, mit Ausnahme einiger mit Göttlichkeit gesegneter Menschen.
Der zuvor erwähnte Punkt von tiefer Bedeutung erzählt von dem spirituellen Erwachen, dass den Suchenden erreicht, der vollkommen demütig, "sanft" und "arm im Geist ist." Die Qualität aufrichtiger Demut ist das unentbehrliche Fundament. Dann finden wir die Einfachheit, Heiligkeit und das Zurückziehen aller Wünsche weltlichen Besitzes und des Stolzes auf Bildung. Drittens, ebenso wie bei der Geburt Christus, - und was der Welt nicht bekannt war: in dunkler Nacht, - genauso kündigt sich der Christusgeist innerlich im Menschen an, wenn vollkommene Zurückhaltung, Bescheidenheit und Selbstverleugnung vorhanden sind. Wo selbstsüchtige Machtvergrößerung und Eitelkeit zu Hause sind, kann das Göttliche nicht herabsteigen, denn dieser Ausdruck des Egoismus hat keine Entfaltungsmöglichkeit für das göttliche Bewusstsein. Mach Dich frei und ich werde Dich erfüllen, - ist die göttliche Ermahnung des Herrn. Das himmlische Königreich im Inneren ist für diejenigen niedrigen Geistes. Auf diese Weise sind aufrichtige Demut und Selbstverleugnung die Vorläufer, die Morgendämmerung und die Boten, die den freudigen neuen Tag ankündigen, - der Ankündigung einer neuen Ära spirituellen Lebens. Wenn sie in Dir erscheinen, dann findet Weihnachten statt. Dann findet eine neue Geburt statt.
Dies ist die Geburt in ein göttliches Leben hinein. Dies war das Geheimnis der Geburt von Jesus Christus vor vielen Jahrhunderten, das dem guten Nikodemus liebevoll erläutert wurde. Der gute Mann verstand nicht genau, was Christus bedeutete, als man ihn lehrte, daß ein Mensch wiedergeboren werden müsste, wenn er das Königreich Gottes erreichen möchte. "Wie kann dies sein?" fragte Nikodemus. Da erklärte Christus, was es mit der inneren Geburt, nicht mit dem Körper, sondern mit dem Geist auf sich hatte. Solch innere Geburt ist wesentlich, wenn man das Absolute erreichen möchte, und wenn wahre Glückseligkeit erfahren werden soll. Freude findet nur statt, wenn Weihnachten gekommen ist.
Oh Menschheit! Oh modernes Zeitalter! Hört diese bedeutsame innere Botschaft von Weihnachten. Möge die wahre Verbindung der göttlichen Christuspersönlichkeit in Euren Herzen erwachen! Verwirkliche sie vollkommen, denn so lange wie der Durst nach Mammon und die Anmaßung von Macht die menschliche Natur beeinflussen, so lange kann der Christusgeist des Friedens, des Segens und des wahren Glücks nicht in das Leben eintreten. Wenn Weihnachten in allen Kontinenten und in England, Amerika, in der ganzen christlichen Welt gefeiert wird, möge dieser Gedanke Berücksichtigung finden: "Wenn man nicht wiedergeboren wird, kann man das Königreich Gottes nicht betreten." Dies ist nicht möglich, wenn die Einfachheit und die Reinheit des Herzens eines kleinen Kindes der verhärteten, nicht wiedergeborenen Natur des modernen Menschen nicht innewohnt, und man von der Ankündigung der göttlichen Gnade wie Frieden, Glück, universales Wohlergehen und Harmonie sehr weit entfernt ist. So wie mit jedem einzelnen verhält es sich auch mit den Nationen der Welt, die Fundamente aufrichtigen Vertrauens, aufrichtiger Nächstenliebe, ernsthafter Demut und einer spirituellen Wiedergeburt allein können zu wahrer Glückseligkeit und Brüderlichkeit auf Erden führen. Dies geschieht, wenn solch eine Umwandlung in den Nationen der Menschen stattfindet und es geschieht, wenn die Politik des Hasses und der Gier zurückgenommen wird, so dass die Welt sich des Segens der wahren universalen Weihnachten erfreuen kann. Dann wird die Ankündigung des gesegneten Christus in der verzweifelten Welt geschehen. Bis dahin wird Weihnachten nur eine Karikatur der Ankündigung der wirklichen Ehre des Herrn sein. Werde wiedergeboren und lebe erneut, oh heutige Welt! Möge die Glückseligkeit und der strahlende Glanz der Ankündigung des Herrn die Erde durchdringen.
Doch Ihr Suchenden merkt Euch dies! Wenn sich Euch die Göttlichkeit offenbart, empfangt sie mit offenen Armen. Seid nicht so in die Welt vertieft und verweigert den Platz des Herrn. Zu Seiner gesegneten Ankündigung war das Land zutiefst damit beschäftigt, die Menschen zu zählen und die Zechen in den Wirtshäusern, und die Häuser Bethlehems waren derart überfüllt, so dass kaum ein Platz vorhanden war, den Herrn zu empfangen. Der "Zehnte", die "Schätzung", die Besitznahme irdischer menschlicher Beziehungen und Verbindungen und die Vertiefung der Gewinnsucht beschäftigten die Seelen. Lass den Strebenden diese beiden lebenswichtigen Fehler vermeiden. Wendet Euch innerlich von der Anhäufung irdischen Besitzes ab und setzt Euch über alle Bindungen hinweg und seid immer für den Ausdruck des inneren göttlichen Geistes empfangsbereit.
Geliebte Suchende, leitet jetzt die wahre und spirituelle Weihnacht in Euch hinein, werdet wunschlos. Erobert den Egoismus. Werdet zur Verkörperung aufrichtiger Demut. Entwickelt spirituellen Sanftmut und Demut durch Hingabe zum Herrn. Seid mutig, um alle Hindernisse zu überwinden. Voll Freude zieht den Mammon zurück. Empfangt im Inneren das Herabsteigen des Lichtes der Gnade. Zieht Euch in die Ankündigung des Göttlichen zurück. Auf diese Weise feiert Weihnachten, was letztendlich zum ruhmvollen Höhepunkt der Umgestaltung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi führt. Seid mit göttlicher Ehre gekrönt. Erreicht Unsterblichkeit, vollkommene Freiheit und seid für immer in ewiger Glückseligkeit versunken. Durch Weihnachten verwirklicht Christusbewusstsein und den strahlenden Lichterglanz göttlicher Weisheit. Amen.
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Dein Reich komme’
(Shri Swami Chidananda)Mein Herz ist voller Liebe und Bewunderung, millionenfacher Demut und immer wieder herzlicher Hingabe zu den gesegneten Füßen des Herrn Jesus, jener inkarnierten Göttlichkeit auf Erden, die gekommen ist, um die Menschen zu erlösen, und um den Menschen den Pfad des Absoluten Segens, der Glückseligkeit und höchster göttlicher Erleuchtung zu zeigen. Sei ehrfurchtsvoll gegrüßt Jesus Christus, Sohn Gottes, leuchtendes Musterbeispiel göttlichen Lebens in dieser Welt. Ich bin wirklich gesegnet, dieses Vorrecht zu haben, meine Heimstatt als ein demütiger Diener zu Seinen Heiligen Füßen, Seiner erhabener Persönlichkeit und Seinem Leben zu haben.
Vor nahezu zweitausend Jahren, an diesem heiligen und außergewöhnlichen Tag (Weihnachten), stieg die Gnade und das Mitleid des Allmächtigen Seins hier auf diese Erde als ein Göttliches Sein herab, der jetzt als Jesus Christus angebetet wird. ER ist Gottes verkörperte Liebe in Menschengestalt. Der Ruhm des Göttlichen scheint durch diese wundervolle Persönlichkeit. In jener feierlichen Nacht erleuchtete ein großer Stern den östlichen Himmel, um die Niederkunft dieses Parama-Jyoti (Absolute Licht), diesen Göttlichen Strahl des Absoluten Lichtes aller Lichter anzukündigen, die Atman anzukündigen hatte, der diesen terrestrischen Globus für alle Zeiten erleuchtete. Oh! Wie wahrhaft gesegnet, höchst gesegnet, ist jener große Tag, als diese Erde durch die heilige Gegenwart dieser Göttlichen Inkarnation begrüßt wurde. Oh Ihr Menschen, freut Euch über dieses Absolute Licht, das Euch erleuchtet und Euch auf dem Pfad geleitet, damit Ihr über alle Sorgen, Schmerzen und Sterblichkeit hinweg Glückseligkeit erreicht. Freut Euch, darüber, dass Ihr einen Göttlichen Freund, Philosophen und Meister habt, der Euch durch Sein erhabenes Leben, Seine Gebote und durch Seine Persönlichkeit das Geheimnis lehrt, aufs Absolute gesegnet zu sein.
Jesus kam, um uns zu zeigen, wie wir die Freude und Vollkommenheit des göttlichen Königreiches erreichen. ER lehrte und lebte uns vor, wie man das himmlische Königreich in uns selbst finden kann. Sein inspirierender Aufruf an die Menschen war, sich der kleinen und unbedeutenden Dinge dieser vergänglichen, materialistischen Welt zu entledigen, und nach den höheren spirituellen Idealen göttlicher Vollkommenheit, andauernder Glückseligkeit und unsterblicher Existenz zu streben. ER lehrte, daß die Verwirklichung des Göttlichen wesentlich mehr bedeutet, als alle Werte der ganzen Welt zusammengenommen. ‘Erreiche zuerst das Königreich Gottes, dann wird Dir alles gegeben.’ ‘Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt erobert, aber dafür seine Seele einbüßt?’ Denn jedem sollte wirklich klar sein, dass Gott der Absolute Schatz ist, wertvoller als alle irdischen Schätze. Gott ist unsterblich, ewig, absolut Vollkommen und von einer Natur unendlicher Glückseligkeit. ER ist zur Erde gekommen, hat allen unnützen Drang nach vergänglichen Objekten hinter sich gelassen und sich dem Unsterblichen, dem Ewigen, dem Absoluten zugewandt. Hierin liegt der Segen. Hierin liegt die Glückseligkeit. Dies lehrte uns Jesus Christus.
Darum suche zunächst das Reich Gottes. Lebe wie ein Christ. Gib all die oberflächlichen Objekte dieser vergänglichen Welt auf. Gib alle Wünsche auf und folge dem Herrn. "Wer nicht alles aufgibt", sagt Jesus, "kann nicht mein Schüler sein." Erinnere Dich Seiner Ermahnung über den jungen reichen Regenten: "Da ist noch etwas - verkaufe Dein Hab und Gut und gib’ es den
Armen. Dann nimm Dein Kreuz auf und folge mir." Dann wieder: "Derjenige, der noch mit einer Hand am Pflug zurückschaut, ist nicht für das Reich Gottes bereit." Verzichte auf alles und Du wirst alles bekommen.Mit Seinem Leben hat uns der gesegnete Herr gelehrt, dass das Sterben des niederen fleischlichen Lebens wahrlich eine Wiedergeburt in einem ruhmreichen Leben ist. Wir haben Seine bemerkenswerte Aussage: "Derjenige, der um meinetwillen sein Leben verliert, wird es finden." Um das unreine Ego zu vernichten, um alle Wünsche auszulöschen, alle Wurzeln der Lust zu entfernen und um alle Falschheit zu zerstören, gib alle fleischlichen Bindungen auf, - dies ist der Weg, um im spirituellen Leben zu erblühen. Das Leben von Tapasya (Demut) und Titiksha (Standhaftigkeit), der Selbstverleugnung, des Opfers, der Not und Buße bedeuten das Aufnehmen des Kreuzes, um IHM auf dem Weg zum Ruhm zu folgen. Demut, Rechtschaffenheit, Mitleid und Reinheit sind die Eingänge zum glückseligen Himmelreich.
Laßt uns für kurze Zeit bei dem Herrn verweilen und lasst uns sehen, wie ER diesen Heiligen Pfad des Segens und des Ruhmes gelehrt hat. Es war an einem heiligen Sabbat. Der Ort der Handlung ist das gesegnete Kaparnaum. Der Herr hielt seine Predigt, lehrte in der Synagoge und kehrte später zu Petrus’ Haus zurück. Es ist abends. Ein große Menschenmenge hat sich um IHN versammelt. Jesus segnet, heilt und spricht mit den Leuten. Das Gedränge nimmt zu. Als Jesus die Menge sieht, hält ER inne und geht in die Berge, die Leute folgen IHM dicht auf den Fersen. ER wendet sich ihnen zu. Sie stehen auf dem Kamm des Berges und fühlen, wie ER sie erregt, inspiriert und sich leuchtend von dem hochroten, goldenen herrlichen Abendhimmel abhebt. Spiritueller Glanz scheint von Seinem Gesicht. Sein ganzes SEIN erstrahlt in einem himmlischen Licht. Und so spricht ER mit mitleidsvollen und lieblichen Worten zu ihnen:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig, die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.Und auf diese Art und Weise sollt ihr beten:
Vater unser im Himmel,
Geheiligt sei Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und
die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.Dies sind Seine Worte, die Worte, die solange wie die Menschheit besteht, fortdauern sollen. In ihnen ist das Wesen aller Schriften und Religionen enthalten. Hierin findet man das Herz der Veden und der Upanishaden, die den königlichen Weg zur Gottheit beschreiben, indem sie das niedere Selbst vernichten, um das Göttliche Leben tiefer Egolosigkeit, Demut, Reinheit, Rechtschaffenheit und Mitleid, voller Hingabe und Verzicht zu leben. Oh! Gesegnetes Evangelium, wie sehr würde diese Welt gesegnet sein, wenn Du in den Herzen aller Menschen verankert wärest!
Jesus hat gesprochen. Nun liegt es bei uns zu handeln. Das Licht scheint und es erleuchtet den Pfad. Es liegt bei Dir und bei uns allen, den Weg entschieden hin zum "Reich Gottes" zu gehen, und voller Freude das Göttliche Reich zu betreten. ‘Gib uns unser täglich Brot heute’, ist wahrlich ein Bitten um spirituelle Nahrung, dem göttlichen Manna der Sadhana Shakti und des Yoga. ‘Befreie uns von dem Übel’, ist wirklich nicht äußerlich, sondern vielmehr ein Bitten, um uns vor den Shadripus zu beschützen (der Lust, Angst, Gier, den absichtlichen Bindungen, dem Stolz und der Eifersucht) und uns von der Maya, den Absoluten Illusionen, zu erretten. In dem Geist der Bergpredigt zu leben bedeutet, Christus in aufrichtiger Weise zu folgen und nachzueifern. IHM zu folgen bedeutet, in Seinen Segen aufzusteigen. Derjenige, der Jesus vertrauensvoll folgt, wird vom Unwirklichen zum Wirklichen, von der Dunkelheit in das Ewige Licht und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit aufsteigen. Wenn Du im Geiste der Predigten des Herrn lebst, dann wird Dein Gebet ‘Vater unser, der Du bist im Himmel, Dein Reich komme’, unmittelbar erhört werden, und das Reich Gottes wird sich Dir hier und jetzt offenbaren. Freude, Friede und Gottes Segen werden sich in Deinem Leben durchsetzen.
Geliebter Jesus, gesegneter Herr, gewähre diesen demütig Betenden, dass Deine Gegenwart in den menschlichen Herzen, die Menschen inspirieren möge, Deinen herrlichen Fußstapfen zu folgen. Mögen wir alle mit Deiner Gnade gesegnet werden, um uns von dieser vergänglichen Welt leerer Namen und Formen abzuwenden und uns zuerst dem Reich Gottes zuzuwenden! Gib uns die Kraft, Menschen zu sein, und wie Menschen mit dem aufrichtigem Heldentum des inneren Geistes zu leben. Mögen wir unser Kreuz mit Mut und Freude aufnehmen, um dem Leben so zu begegnen, wie Du es uns gezeigt hast! Gewähre uns, ein göttliches Leben zu führen, und das wahre Ziel göttlicher Vollkommenheit zu erreichen!
Geehrt sei Jesus Christus, der Prinz der Reinheit und des Friedens, der Bote der Barmherzigkeit, der Herr der Liebe, der Götterbote der Menschen, die Inkarnation Gottes. Der als Mensch lebte und mit Seinem Leben den Weg zu ewiger Glückseligkeit und spiritueller Herrlichkeit zeigte! Heil Jesus, Heil Maria, Mutter Gottes! Heil Allmächtiger, Dein Reich komme!
Ein Heiliges Leben
(Shri Swami Krishnananda)Jesus kam, um ein Zeugnis für das übersinnliche Licht abzulegen. Um die Menschheit von Unwissenheit, Irrtümern und Sünden des Lebens hinsichtlich Rechtschaffenheit und Glückseligkeit zu befreien, inkarnieren sich Heilige auf Geheiß des Absoluten Vaters selbst. Der Heilige Tukaram sagte: "Wir leben im Vaikuntha (Himmelreich), doch wir kommen herunter, um der Menschheit zu helfen." Das allmächtige spirituelle Gesetz, das das Universum regiert, offenbart sich in unendlichen Formen, um sich im Reich der Offenbarungen zu etablieren. Jede manifestierte Form legt auf diese Weise Zeugnis über das Licht der Ewigkeit ab. Die Leiden vom Gottes Sohn, Christus, sind ein brillantes Beispiel dafür, wie das Inkarnierte als Symbol der Ewigkeit über Seine Quelle Zeugnis ablegt. In dem Leiden der Heiligen liegt eine tiefere Bedeutung, egal ob SIE sich diese Leiden bewusst selbst in Form von asketischer Entsagung auferlegt haben oder ob diese Leiden IHNEN durch äußere Einflüsse auferlegt wurden. Derjenige, der die Welt liebt, liebt nicht den VATER, und derjenige, der Gottes Sohn zuliebe stirbt, lebt wahrhaftig. Dies alles geschieht, um die Rechtschaffenheit Gottes in diesem irdischen Reich herzustellen, und um Zeugnis über das unsterbliche Gesetz abzulegen, das überirdisch ist, und das der Sohn Gottes, der große Heilige, der das Leben des Verzichts auf Anpassung an Sitten und Regeln der irregeführten Erde lebte und mit all Seiner Macht des idealen Lebens des nicht-irdischen Charakters beteuerte. Dem engen irdischen Leben zu entsagen, bedeutet in Frieden zu leben, - was über alles Verstehen hinausgeht.
Christus hat von sich gesagt, dass ER auf Geheiß Seines Vaters gekommen ist, um SEINEN Willen zu tun. Und ER hat auch gesagt, daß der Himmel Seines Vaters in jedem vorhanden sei. Dies bedeutet, dass es sich bei dem Leben eines Heiligen um ein Opfer handelt, um das spirituelle Gesetz, das sich in allem befindet, durchzusetzen. Das Allmächtige, was sich in jedem befindet, ist der wahre Vater der Menschheit und aller Wesen. Menschliches Leben bedeutet, das Gute, die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit zu zeigen, - was ER Selbst im eigenen Original darstellte. Die Durchsetzung der Rechtschaffenheit des universalen Lebens, was ein Ausdruck des großen Vaters im Himmel ist, erfordert darum den Einsatz aller vereinten Kräfte in dieser vielfältigen Welt. Das Leben des Heiligen ist ein Sakrament, eine heilige Handlung, ein göttlicher Dienst. Die Leiden sind für den Heiligen, dem Sohn Gottes, unvermeidlich, denn, wie Christus gesagt hatte, hat derjenige, der von Gott kommt, keinen Platz um auszuruhen. Nichts kann hier den unendlichen Impuls, - rechtschaffen zu sein und rechtschaffen zu handeln, - zufrieden stellen. Das Leben Jesus war von Geburt an bis zum Tode, - bezogen auf den Prozess der Selbstvervollkommnung, - eine einzige Heldenerzählung. Die Ereignisse in Seinem Leben zeigen die Veränderungen des Mikrokosmos ebenso wie des Makrokosmos, wobei der Weg zur Selbstverwirklichung in der Geschichte der Evolution des Universums und in der Existenz Gottes stattfindet.
Jede Phase im Leben ist ein notwendiger Augenblick im fortgesetzten Bemühen des Universums sich - im Selbstbewusstsein und in der Einheit der Kräfte - selbst zu erkennen. Obwohl das Leben eines jeden Menschen ein Hinweis auf die Natur des individuellen Evolutionsprozesses in seiner Gesamtheit ist, - die Vergangenheit so wohl als auch Zukunft einschließt und als Ergebnis die Erfahrung der Vollkommenheit hat, - so ist das Leben von Jesus ebenso wie das von Shri Krishna, eine unmittelbare Veranschaulichung der bewussten und systematischen Bewegungen des Bewusstseins, angefangen vom Individualzustand bis hin zur vollen Blüte der unendlichen Gottheit. Wenn das spirituelle Bemühen bewusst und absichtlich angewandt wird, kann man dies als eine Prozesskomprimierung dieses gesamten evolutionären Spiels in einem einzigen Leben ansehen, - das Leben von Jesus kann man als eine solche konkrete bildliche Darstellung dieses Evolutionsdramas betrachten.
Jesus offenbarte sich dieser Welt zu einer Zeit, als der König des Landes sich IHM nach besten Kräften entgegenstellte. Jesus wurde dadurch geschützt, dass man IHN an einen entfernten Ort brachte. ER wuchs unter mysteriösen Umständen auf und begann das Evangelium des Göttlichen Lebens zu predigen. Man war IHM abermals feindlich gesinnt, griff IHN auf verschiedene Weise an, beschuldigte IHN, fand an IHN etwas auszusetzen und kreuzigte IHN.
Auf die gleiche Weise schaut die Seele des Menschen aus ihrem materiellen Gewand hervor, wenn sie sich von zerstörerischen Kräften der physischen und mentalen Welt bedrängt fühlt. Der spirituelle Funke muss vor der vollständigen Vernichtung bewahrt werden. Dies ist die Eingangsstufe in die Yogapraxis. Manchmal verliert sich die Seele im Dunkel einer Nacht und taucht wundersamer Weise an gleicher Stelle wieder auf, um sich mit ihrer ganzen Seelengröße zu behaupten. Sie fängt an, ihr eigenes Gesetz mit all ihren Erfahrungen einzurichten, und während dies geschieht, kommen die Kräfte des offenbarten Universums mit dieser über-normalen Handlungsweise in Konflikt. Die individuelle Seele mit ihrer neuen Ausrichtung hinsichtlich des Absoluten Selbst’ empfindet sich durch die natürlichen Kräfte der Welt verfolgt. Sie wird vehement herausgefordert, auf alle mögliche Weise versucht und als unfähig für ein natürliches Leben in dieser Welt erklärt. Sie findet es unmöglich, bewusst gleichzeitig im Reich Gottes und in der lustvollen Welt der Menschen zu leben. Sie verzichtet auf sich selbst zugunsten des Absoluten Willens und zuliebe dieser glückseligen Einheit mit dem Absoluten, sie befreit sich von ihrer Individualität und hört auf, ein Element in der sich verändernden und auf Objektive ausgerichteten Ebene des Todes zu sein, wo man durch die Leidenschaften von Gott fortgezogen wird.
Die Lehren Christi benennen die wesentlichen Prinzipien, die den Weg des spirituell Suchenden bei der Suche nach dem großen Ideal aufzeigen. Vertrauen ist der fundamentale Schlüssel zum Erfolg im spirituellen Leben. Christus hat die Menschen auch davor gewarnt, daß viele in Seinem Gewand daherkommen, jedoch keine richtigen Lehrer sein mögen. Man muß vor den Hinterlistigen auf der Hut sein und sollte die Hoffnung auf den wahren Lehrer, den Christen, setzen. Die Kraft des Vertrauens ist von solcher Natur, dass, wie Christus es ausdrückte, selbst ein Körnchen dieser Kräfte Berge versetzen kann. Der Gedanke an Nahrung und Kleidung sollte für den Suchenden nicht zur Last werden. Jesus lehrt uns, dass Gott mehr weiß als die Menschen, und dass ER weiß, wie die Menschen zu schützen sind. Die Pflicht des Menschen besteht allein darin, zu IHM zu gehen, um Frieden, Erleuchtung und Erlösung zu finden. Doch nicht jeder, der zu dem Herrn kommt, wird in das Himmelreich eintreten; - doch derjenige, der den Willen des Vaters im Himmel befolgt. Es geht nicht um die verbale Menschlichkeit und Hingabe, die jemanden zu Gott bringt, sondern das aufrichtige Gefühl der Hingabe und die Selbstübergabe, kann zu Gott führen. Das Ziel spiritueller Bemühungen liegt nicht darin, in aller Öffentlichkeit zu dienen, zu verehren und zu trommeln, sondern vielmehr im stillen Opfer und im permanenten intensiven Einheitsgefühl mit dem Einen. "Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich." Gott offenbart sich nicht eher den Menschen, bis sie bereit sind, ihr Leben um Seinetwillen hinzugeben.
Die Größe des Schülers Gottes ist wie ein süßer Blumenduft, der von allen in Seiner Gegenwart empfunden wird. "Sie sind das Licht der Welt; eine Stadt, die auf einem Hügel erbaut wurde, kann man nicht verbergen." Das spirituelle Wesen, das aus dem Kern einer Person in göttlicher Einheit gebildet wird, offenbart sich ohne jede persönliche Mühe durch Seine eigene Harmonie selbst, obwohl ER das Medium jener Offenbarung ist. Die Sonne kündigt sich nicht vor ihrem Erscheinen am Horizont an, doch ihre offensichtliche Gegenwart vermittelt bei jenen ein Gefühl, die die Sonne mit eigenen Augen sehen und mit ihren Sinnen fühlen können. Die Eule kennt die Sonne nicht, der Blinde kann sie nicht sehen, die Unwissenden sind sich der Bewegung des göttlichen Geistes nicht bewusst, der in den Tempeln zu Hause ist und von den Heiligen ausgeht. Die Handlungen Christi und Seiner Schüler dürfen nicht als Sinnesprozess betrachtet werden, die mit der Erfüllung individueller Wünsche enden, sondern sie müssen als ein Teil der kosmischen Bewegung verstanden werden, um die göttliche Herrlichkeit im Universum herzustellen.
Das Leben Christi ist ein wirkliches Symbol eines äußeren und eines sichtbaren inneren Zeichens spiritueller Gnade, die von der Macht des Universums herabgestiegen ist. Es ist die unbegrenzte Liebe Gottes, die als Fleisch und Blut kam und für die Sünden der Menschheit litt, um dieselben zur Quelle dieser Liebe emporzuheben. Liebe und Opfer sind die Schlüssel zur Tür der Unsterblichkeit. Beten, nicht um der eigenen Schmerzen willen, sondern um der Tilgung der Unwissenheit anderer, ist die wahre Tugend der Liebe und des Opfers im Leben. Das Wunder, das Christus vollbrachte, deutet auf SEINE Allmacht hin, dessen zuliebe Christus hierher kam. Die Mission für Jesus Leben ist nicht nur dafür, um den Menschen die Augen für das Licht, das sich jenseits des irdischen Staubes der Erde befindet, zu öffnen, sondern auch, um das Banner des Himmelreiches auf dieser Erde mit dem Sieg der Rechtschaffenheit (Gerechtigkeit) über das Übel und die Versuchungen des Teufels zu hissen. Das Leben hier ist eine Verschmelzung von irdischen Gesetzen und den absoluten Gesetzen Gottes. "Übergebe Cäsar die Dinge, die ihm gehören; übergebe Gott die Dinge, die Gott gehören." Eine Entwicklung des spirituell Suchenden in Harmonie mit den Regeln des Himmelreiches und den irdischen Regeln ist notwendig, damit er frei vom Irrtum der Überbetonung unwesentlicher und der Missachtung wesentlicher Dinge in diesem von Beziehungen abhängigen Leben wird. Der Mensch ist Gott und Suchende kreuzen seinen Weg, und darum muss er im Suchenden die göttliche Macht zu dem erheben, die in ihm als ungöttliche Macht aktiv ist.
Christus war ein großer Realist, als ER der Freundlichkeit, der Liebe, dem Dienen und der Verehrung Gottes, - als den Vater im Himmel, - so viel Bedeutung beimaß. ER war ein großer Idealist als ER behauptete, dass das Himmelreich sich in den Wesen befindet, daß es nichts gibt, was ihn von außen her beeinflussen kann, und dass alle Dinge, die den Menschen beeinflussen, von ihm selbst ausgehen. Die Einheit und die organische Natur des Universums ist verwirrend, - klarer ausgedrückt, der Mensch ist durch seine Synthese von der wirklichen und der idealen Natur der eigenen Erfahrungen im Universum verwirrt. Gott befindet sich innerhalb sowohl als auch außerhalb. Die Welt ist innerhalb sowohl als auch außerhalb. Asketentum und Liebe sind beides unsere Pflichten. Eine parallele Integration der inneren und äußeren Kräfte durch spirituelle Erneuerung festigt den Himmel auf Erden. In den Lehren Christi findet ein sorgsam Suchender Weisheit und Heiligkeit, Metaphysik und Ethik, Realismus und Idealismus, ein Zurückziehen des Selbst und die Selbstdarstellung, Wissen und seine Objekte, die auf höchst wundersame und verständliche Weise in EINS verschmolzen sind. Nur ein Gottmensch kann dies vollbringen, und Christus war ein solcher Gottmensch. Sein Leben ist ein Gebot, und seine Gebote sind die Worte Gottes; das Hören und das Befolgen dieser Gebote schützen den Menschen, was für ihn unendliche Glückseligkeit bedeutet.
(Shri Swami Chidananda)
zum InhaltsverzeichnisLicht der Welt, mein Herz betet Dich immer wieder in tiefer demütiger Bescheidenheit des Geistes an, oh Herr! Sei auf immer und ewig verehrt!
Jesus Christus lebt hier und jetzt! Christus ist ewig. ER verkündete diese Wahrheit der Welt nicht so sehr durch Worte, sondern durch Seine herrliche Auferstehung. Wo sollte ER gesucht und gefunden werden? ER ist dort, wo Tugend und Güte zu Hause sind. Er ist dort bewahrt, wo das göttliche Leben der Liebe, Reinheit, Wahrheit, Heiligkeit, des Gebets, des endlosen Dienens und tiefer Selbstlosigkeit zu Hause sind. ER ist in den Herzen, wo das Licht des Vertrauens scheint, Hingabe, Menschlichkeit, stiller Verzicht gegenüber dem göttlichen Willen, Mitleid und ein übermäßiger Durst an Rechtschaffenheit vorherrschen; dort ist Christus gegenwärtig, schwingt, ist sprühend lebendig und leuchtend offenbar. Oh geliebte Brüder! Seit auch wie Jesus Christus, dann werdet ihr IHN in euch finden.
Christus soll durch jeden von uns gelebt werden. Sein herrliches Leben ist Vorbild für alle Wesen und für alle Taten, so als würde ER selbst in uns sein und ER selbst durch uns handeln. Thomas A. Kempis war eine jener großen Seelen, die dieses bedeutende Gesetz des spirituellen Reiches auf unmissverständliche Weise der Welt erklärte. Wenn man das Himmelreich des Lichtes, der Glückseligkeit und der Unsterblichkeit erreichen möchte, muss man in christlicher Weise leben und handeln. Die direkte und klare Erklärung des Heilands ist in diesem Punkt nicht weniger deutlich, denn wir haben es von Seinen gesegneten Lippen erfahren: "Nicht jeder, sagt der Herr, wird in das Himmelreich eintreten; doch diejenigen, die den Willen des Vaters im Himmel tun, werden das Himmelreich erreichen." Und dieser Wille des göttlichen Vaters ist im göttlichen Wesen von Jesus Christus personifiziert. Christus nachzuahmen, IHM zu folgen, uns nach Seiner Vorstellung zu formen und jedes Seiner erhabenen Gebote im Leben zu befolgen und danach zu handeln, bedeutet den Willen des Vaters in höchst vollkommener und auf höchst wirksame Weise zu tun. Wenn man aufrichtig wünscht, zu Christus zu gehören und EINS mit IHM zu sein, so ist dies der einzige Weg, denn der Herr hat gesagt: "Derjenige, der nach Gottes Willen handelt, ist mein Bruder, meine Schwester, meine Mutter."
Der größte Wert, die wirkliche Bedeutung und der tiefere Sinn des Lebens Christi ist für uns Sein Wesen und Sein Tun, so als würde ER selbst in uns sein und ER selbst durch uns handeln.
Christus hat der Menschheit nicht so viel als Persönlichkeit selbst, sondern vielmehr mit Seinem Lebensweg einen Weg gegeben. ER verkörperte in sich Selbst die Methode des göttlichen Aufstiegs. Um von der kleinen menschlichen Persönlichkeit von jetzt, in das Christusbewusstsein aufzusteigen, bedeutet es, vom Unwirklichen zum Wirklichen, von der Dunkelheit zum ewigen Licht und vom Tod, zur freudevollen Unsterblichkeit aufzusteigen. Wenn man das leuchtende Beispiel des Christusideal vor Augen hat, kann man sich nicht damit entschuldigen: "Wo ist der Weg? Ich kenne den Weg nicht. Ich würde ihn vielleicht befolgen, wenn ich wüsste wie." Die Erklärung Christi lautet: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich." Ja, wahrlich, wahrlich ist es wahr: Der einzige sichere Schlüssel für das Himmelreich der Unsterblichkeit bedeutet, in das Christusideal hineinzuwachsen.
Um diese Verwandlung zu bewirken, hat der Heiland einen unschätzbaren Fingerzeig gegeben: Wir brauchen nur von Seinen Worten und Taten zu lernen. Wir brauchen uns nur den Vorfall bei der Tempelreinigung und dem Besuch des Heilands im Hause des Zöllners, dem Steuereintreiber in Jericho, in Erinnerung zu rufen, der sich entschloss, für die Vergangenheit zu büßen und sein Leben radikal zu ändern. Dies ist die Lehre, das wahre Geheimnis spiritueller Verwandlung. Reinige zuerst Deine innere Natur sorgfältig. Befreie den inneren Tempel Deines Herzens von den minderwertigen Elementen, allen Grausamkeiten, Betrug, dem geschäftigen Geist und dem weltlichem Sinn. Wenn dies geschehen ist, mach eine radikale Änderung in der Zielrichtung Deines Lebens. Beginne ein vollkommen neues Leben. Du wirst erlöst, denn Du wurdest von den Sünden befreit und bist auf diese Weise für die Unsterblichkeit und die ewige Glückseligkeit bereit. Dies ist das wahre Gesetz spirituellen Lebens; Christus drückte es noch direkter und vollkommener aus, als ER Nikodemus, dem aufrichtigen Pharisäer, Sadhana (Übung) erklärte und noch einmal, als ER Mitleid mit einem kleinem Kind hatte, das zu IHM gekommen war: "Wenn Ihr nicht wie die kleinen Kinder werdet, könnt Ihr nicht in das Himmelreich eintreten." Ja, man muss immer wiedergeboren werden, bis man rein, unschuldig und ‘ohne Ego’, wie die kleinen Kinder geworden ist. Dann und nur dann wird sich das Tor des Reiches leuchtender Glückseligkeit öffnen. Doch denke daran, die Veränderung sollte wahrhaftig, tief und vollständig sein. Es sind nicht nur äußerliche Veränderungen im Beruf und oberflächlicher Lebensführung darunter zu verstehen, sondern man muss eine vollkommen ‘andere Person’, eine gänzlich ‘andere Persönlichkeit’ werden! Das alte Selbst, muss vollkommen aufhören zu existieren.
Jesus personifiziert in Seiner eigenen einfachen Persönlichkeit dieses erhabene, einfache, reine, unschuldige Kind des Vaters, das frei von Ego war. ER vertraute Seinem Vater vollkommen. ER ist der geliebte Sohn, von dem der Vater hoch erfreut ist. Um so wie ER zu werden, muss man IHM folgen! Dies ist der Aufruf des Christengeistes an die Menschen. So wie der Herr heute zu uns spricht, hat ER bereits in jenen gesegneten Tagen zu Phillipus in Betesda in eindringlichen Worten gesprochen: "FOLGE MIR." Dies geschieht nicht bloß im Sinne der Nachahmung oberflächlicher Einzelheiten Seines Lebens, sondern durch Seinen Aufstieg zum inneren leuchtenden Pfad der Güte, der Liebe, des Mitleids und der tiefen bescheidenen Zurückhaltung. Und für jene, die gesegnet sind, die vorbereitet sind, IHM zu folgen, hat ER durch drei besondere Aufforderungen auf den Weg hingewiesen: zuerst hat ER den Pharisäer darauf hingewiesen, der fragte: "Meister, wie lautet das höchste Gebot im Gesetz?" und dann durch jene denkwürdigen Worte während jener tragischen letzten Augenblicke Seiner Freiheit, als sie zu dem schicksalhaften Gethsamane-Garten auf den Ölberg gingen. Der Herr sagte: "Gott ist EINS. Du sollst den Herrn von ganzem Herzen, mit Deiner ganzen Seele, mit all Deinem Geist und Deiner ganzen Kraft lieben," und dann, "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst." Das höchste Vedantische Atma-bhave (dem Gefühl alles ist das Selbst)! Und wieder: "Ich gebe Euch ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben, so wie Ich Euch geliebt habe."
Oh Ihr Menschen! Was habt Ihr mit der kostenlosen Teilnahme an Jesus’ Leben angefangen? Oh Menschheit, oh Nationen, oh Ihr Rassen wo ist jene Liebe Christi und Sein erhabenes Erbe in Euch geblieben? In welchen finsteren Teil habt Ihr den einzigartigen Schatz Seiner Liebe verbannt? Woher habt Ihr das Hassen und die Gier geerbt, die Euch in der Blindheit Eures Geistes in fataler Weise faszinieren? Ihr habt den gütigen Jesus in dem Golgotha Eurer mit Gier erfüllten Herzen gekreuzigt! Genauso wie das hilflose Jerusalem damals, ist die Welt heute, indem es die Liebe und die Gnade Gottes zurückweist. Sollte dies wirklich das Schicksal dieser fairen Erde sein? Nein! Lautet die nachdrückliche Antwort. Denn solange wie es noch eine Handvoll Aufrichtiger in dieser Welt gibt, sogar eine Handvoll, die IHM voll Freude folgt, solange leuchtet die Zukunft der Menschen hell am Horizont. Denn durch sie wird der christliche Geist wiederbelebt und die Erde erleuchtet. Sie werden die Auferstehung des Geistes inmitten der modernen Menschheit sein. Durch die wenigen Aufrichtigen wird der Segen des Christusbewusstseins auf die Menschheit niederregnen.
Christus und Seine Lehren sind EINS. ER verkörperte Seine Gebote. Derjenige, der nach Seinen Geboten lebt, erfüllt die Hauptpflicht seines Lebens, den einzigen Zweck seines Lebens. Bewunderung, Anbetung und Verherrlichung der Christuspersönlichkeit und des Ideals wird ohne die ernsthafte, aktive und praktische Nachahmung nichts, aber auch gar nichts bewirken. Das Leben solcher Größen muß durch uns wieder nachgelebt werden. So und auf diese Weise wird man von Seinem Geist selbst erfüllt.
Möge die Welt Seine Gebote, Sein Rufen beachten! Mögen sich alle erheben, um IHM zu folgen! Möge der Hirte uns stärken und uns sicher von der Dunkelheit und den Sorgen zum ewigen Licht und zu ewiger Glückseligkeit führen! Gelobt sei Jesus Christus.
Amen.
zum InhaltsverzeichnisWas ist Christus für den spirituellen Sucher
(Shri Swami Krishnanda)Jesus, der Christ, das Licht der Welt, das Wort Gottes, wurde für das menschliche Auge sichtbar und ist ein unvergleichliches Musterbeispiel des Opfers, der Liebe, des Wissens und der Verwirklichung der Wahrheit. Für den Sadhaka (Übenden) oder spirituellen Sucher ist die Person Jesus ein Spiegelbild von der Kunst des inneren Lebens und dem Leben im Geist (Spirit). Christus, der Menschensohn, ist ein Abbild des Lebens und der Stimme der Menschheit, und so, als würde ER die Summe aller Körper der menschlichen Wesen bilden; ER ist der Sohn Gottes, der inkarnierte Glanz des Monarchen des Universums. ER ist die Kristallisation des Geistes, den wir das Wunder Christus nennen, das Licht, das geboren wurde, um die Welt vor der Dunkelheit zu retten. Da die Dunkelheit der Welt kein äußeres Phänomen ist, so ist der Beseitiger dieser Dunkelheit nicht nur eine körperliche Persönlichkeit. Große Persönlichkeiten dürfen nicht nur vom Körperlichen her betrachtet werden. Es ist nicht nur sein Abbild oder der Körper, der den Großen Menschen ausmacht. Den Großen Menschen macht sein Verhalten, seine Führung, sein Charakter, seine Sprache und jedwede gedankliche und bewusste Ausdrucksweise aus. Ausgehend von diesen besonderen Charaktereigenschaften, wird eine Große Persönlichkeit gefolgert und direkt wahrgenommen. Es kann derjenige als eine Größe verstanden werden, der den gewaltigen Ozean des Geistes, die Größe Gottes, die in aller Augen glitzert und die in den Herzen aller Wesen wohnt, begreift.
Wir haben in Christus den großen Mann des Geistes, und Sein Leben ist eine bildhafte Geschichte von Adhyatmika Sadhanan oder ein Leben in Spiritualität. Von Seiner Offenbarung bis zu Seinem Ableben zeigte er die Herrlichkeit Gottes und begründete SEINE Herrlichkeit auf Erden. Als das Kind geboren werden sollte, versuchte der Herrscher der Finsternis es zu töten und das Kind musste unter großen Schwierigkeiten beschützt werden. Wenn das Kind einmal herangewachsen ist, kann es sich selbst schützen. Jeder einzelne von uns ist für den ungeborenen Jungen verantwortlich und muss IHN vor den Angriffen des Ego’s, dem König dieser Stadt, wo das Kind geboren wurde, schützen. Genau zu jener Zeit, wenn das spirituelle Bewusstsein sich schrittweise beginnt auszudehnen, ist eine Gegenrevolte nicht-spiritueller Kräfte unvermeidlich. Wenn eine kleine kontrollierte Menge Ghee über einen Feuerfunken vergossen wird, dann verbrennt es, doch wenn Ghee unkontrolliert über einen Feuerfunken gegossen wird, dann wird das Feuer erstickt. Wenn der Feuerfunken zu einem Großfeuer wird, kann diese Feuersbrunst jede Menge an Ghee verkraften ohne zu verlöschen. Auf die gleiche Weise würden die weltlichen Neigungen den kindlichen spirituellen Funken im Keim ersticken, doch die Feuersbrunst eines spirituellen Bewusstseins wird weltliche Neigungen und alles Übel verbrennen. Was in der Mystik als "Dunkelheit der Seele" bezeichnet wird, ist eine Stufe, wo das Bewusstsein eingehüllt ist und inmitten der Dunkelheit von Unwissenheit glimmt. Die Geburt von Shri Krishna fand unter ähnlichen Umständen statt und weist auf eine ähnliche Tatsache hin, und der trübselige Geisteszustandes der aufsteigenden Seele, der im erste Kapitel der Bhagavadgita beschrieben wird, zeigt identische Begebenheiten.
Die Arbeit des sich offenbarenden Geistes ist nicht vollendet, selbst wenn der Geist anfängt durch die Hülle des Fleisches sichtbar zu bleiben, nachdem er sich vor den Angriffen der äußeren Natur verteidigen konnte. Mehr Schwierigkeiten erheben sich von den höheren Ebenen der Natur. Kein Zweifel, es ist schwierig genug, durch den Wald der grobstofflichen Natur zu kommen, doch noch schwieriger und riskanter ist der Versuch, die subtileren Kräfte der schwingenden mentalen Natur zu überwinden, dem Dreh- und Angelpunkt der äußeren universalen Aktivität. Wenn die Seele genügend Licht abgibt, um die Augen der psychologischen Natur zu blenden, wird diese Natur als Folge revoltieren. Diese Revolte ist jetzt nicht zum Vorteil der niederen Natur, denn die Revolte bedeutet nur, dass sich die außerordentliche Kraft spirituellen Wissens offenbart, erfährt und daß das Fleisch, der Tummelplatz der niederen Natur, gekreuzigt wird. Das individuelle Gewand ist abgeworfen, die turbulente leidenschaftliche Natur wurde bestraft und der Menschensohn betritt wieder das Himmelreich, was das Geburtsrecht von Gottes Sohn ist.
In Christus findet man den ‘Jivanmukta’ (die befreite Seele) der Inder. Genauso wie jemand, der bis zur Taille im Wasser steht, Kälte und Hitze gleichzeitig wahrnimmt, so bewegt sich der erleuchtete Heilige auf Erden, wobei er mit Seinem Körper gleichzeitig Glückseligkeit und Schrecken erfährt, und sich einerseits mit Seinem Kopf und Seinem Herzen im Himmel und andererseits mit Seinen Füßen auf Erden befindet. Jesus kam, um den Menschen durch das Erfahren ein Verständnis und ein Wissen darüber zu vermitteln, daß das Lebensziel nicht, irgend etwas anderes zu tun, sondern etwas anderes zu sein, bedeutet. Es sind nicht die falschen Handlungen, die unsere Aufmerksamkeit anziehen sollten und der Korrektur bedürfen, sondern es ist der organische Defekt in uns, der die Quelle und Wurzel falscher Handlungen ist. Es gibt keine Hoffnung, wenn jemand nicht wiedergeboren wird. Um sich vollkommen zu ändern, seine eigene Natur zu ändern, um in die vereinte spirituelle Erfahrung eingeführt zu werden, bedeutet, sich vom lebendigen Fleisch zu lösen und sich ständig des Absoluten Bewusstseins bewusst zu sein. Es handelt sich nicht um die Zeremonie des Juden, sondern um die Bewusstseins-Erfahrung des Christen, dem höchsten Trost des Individuums, das gegenwärtig auf den engen Tempel, der Heimat aller Korruptionen und Schmerzen, beschränkt ist. Es handelt sich nicht um die Abhängigkeit von Regeln und von der Unbeweglichkeit der Riten, was eine Gesetzmäßigkeit des Geistes ist, sondern um die vollkommene Freiheit in der Herrlichkeit des Gott-Bewusstseins. Bei der Geburt ist der Mensch das Kind des Universums, doch ist er bei seiner Wiedergeburt das Kind Gottes. Selbstkontrolle und Asketentum sind Wege zum inneren Frieden. Die Vergnügen der Welt sind leer, quälend und betrügerisch; sie sind es nicht wert, bei ihnen Zuflucht zu suchen; derjenige, der die Welt liebt, liebt nicht den Vater.
Christus war sich Seiner Ausnahmestellung bei den spirituellen Studenten des Wissens bewusst und gab die höhere Weisheit allein an jene Eingeweihten weiter, die in der Lage waren, das innere Bewusstsein wachzurütteln, während ER zu den äußerlich Geschäftigen in Gleichnissen sprach. "Euch wird das Wunder des Himmelreiches gegeben; doch zu allen anderen, ohne diese innere Fähigkeit, wird alles in Gleichnissen vermittelt." "Und in welch großer Zahl von Gleichnissen hat ER gesprochen, - so man in der Lage war, sie zu hören; ER sprach immer in Gleichnissen zu ihnen: doch Seinen eigenen Schülern erklärte ER alles." Jesus gab Seinen Schülern klar zu verstehen, daß es viele andere Dinge gab, über die ER mit ihnen zu sprechen wünschte, was sie jedoch nicht verstehen konnten. Jesus kam den hinduistischen und buddhistischen Idealen in vieler Hinsicht sehr nahe, und es klang wie ein Echo der ethischen Lehren dieser älteren Religionen. Der Tod oder die Nicht-Existenz der derzeitigen persönlichen Existenz ist bei allen Religionen die Bedingung für ein neues reicheres Leben.
Um sich mit den befriedigenden Wassern der Unsterblichkeit zu verbinden, muss man zunächst die Tasse des Todes trinken. Im allgemeinen ist niemand auf Erden darauf vorbereitet. Dies drückt sich auch im Leben von Jesus aus. ER wünschte sich, daß der Kelch an IHM vorübergehen möge, - schau auf die Kraft, mit der die niedere Natur versucht, die Seele zu beeinflussen, - doch ER öffnete Seine Augen und Seine Vision wurde IHM klar und ER sagte: "Dein Wille geschehe." Der Druck des körperlichen Lebens verwirrte die höheren und edleren Reiche der Seele, und es ist wahrhaftig eine außerordentliche Prüfung, das eigene Gleichgewicht angesichts der offenbaren Feindschaft zu bewahren. Dies ist nur wenigen wie Jesus gegeben, unveränderlich in die Tiefen einzutauchen, und das tröstende Bewusstsein wiederzuerlangen, was unstofflich und eine übernatürliche Erfahrung ist. Das ganze Leben Jesu’ ist eine Erzählung über den Marsch der Seele hin zu seiner Bestimmung, was eine vollständige Öffnung des Bewusstseins bedeutet.
Christus predigte nicht ein Leben, das ausschließlich aus Entsagung besteht. Es geht auch nicht nur um das Entleeren der Seele, das Verkaufen aller Besitztümer, das Teilen all unseres Besitzes, sondern um die Absolute Erfüllung des Geistes durch göttliche Betrachtung. Doch, das sich Zurückziehen von der äußeren Show, ist eine notwendige Vorbedingung dieser göttlichen Erfüllung. Wir können ein Gefäß nicht mit Nektar füllen, wenn es bereits bis zum Rand mit Schmutz gefüllt ist. Spirituelles Leben verwandelt irdisches Bewusstsein sofort, und das eigene Sattsein wird in das jenseits der Erfahrung liegende Selbstbewusstsein oder Gott-Bewusstsein transzendiert.
Der Schüler oder Suchende, der ein ideelles Leben führen möchte, sollte durch die Führung Jesu’ göttliche Erleuchtung erlangen, - (durch Sein Leben und Seine Lehren, Seinem Leben als Heiliger und Seinem Leben in Frömmigkeit, hoffnungsvoller Demut und Armut, als Freund der Armen, durch Ihn, der Seinen Nächsten liebt, wie sich selbst, IHM alles opfert, um Seinet Willen leidet und weint, Sein eigen Fleisch und Seine Leidenschaften von sich wirft, stirbt, um für das ewige Leben wiedergeboren zu werden). Dies bedeutet, daß das Entziehen des Vertrauens in die scheinbaren und sterblichen Dinge auf dem festen Glauben in die Allmacht des Schöpfers aller Dinge beruht, ohne sich dabei um sich selbst und die um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern, denn Gott wird für alles mit Seinem gleichzeitigen Wissen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sorgen. Diese wiedergeborene Seele ist der Heilige, der Rishi, der Mukta, der Heiland, der mit Gott EINS ist. Der Sohn und der Vater sind EINS. Das Universum bringt wenig reife Früchte von Heiligen mit Seinem feinen blumenhaften Tugenden und Wissen hervor, die Ihn zur Creme der Menschheit machen und Ihn dem großen Vater opfern. Hier liegt die Vollendung der Existenz. Christi Himmelfahrt bedeutet die Wiedergeburt des göttlichen Bewusstseins.
Christus war ein einzigartiger spiritueller Lehrer, der darauf hinwies, dass das Himmelreich im Inneren des Menschen zu suchen ist. All Seine anderen Lehren sind lediglich Kommentare über diesen Text. Seine Lehren werden in dieser Aussage zusammengefasst: "Ich und mein Vater sind EINS." Die individuelle Seele ist EINS mit dem Absoluten Sein. Ayamatma Brahma. Sarvam Khalvidam Brahma. Jivo Brahmaiva Naaparah.
OM TAT SAT
Jesus’ Versprechen
(Shri Sudarshan Sharma)"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und
schwer beladen seid. Ich werde euch Ruhe verschaffen." (Matthäus xi,28)
"... und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen;" (Joh. vi,37)Hier ist eine Einladung von Jesus. Sie ist so persönlich, vertraulich und so warmherzig. Sie hat in sich das Versprechen, das keinen Zweifel aufkommen lässt. Himmel und Erde werden vergehen, doch Seine Worte werden nicht vergehen, denn es sind nicht Seine Worte, sondern die Worte dessen, der IHN geschickt hat. Er sucht nicht Seinen eigenen Willen und nicht den Willen des himmlischen Vaters.
Er erweitert Seine Einladung für all jene, die unglücklich und voller Unrast sind. Jeder, der durch das Schicksal schwer geprüft wurde, kann hoffnungsvoll, mit Mut und Trost nach vorne schauen. Jesus kam in Wirklichkeit für jene in diese Welt, die unglücklich sind. Es gibt viele Menschen, deren Leben bitter und voller Tränen und Seufzen ist und die das Interesse an allem unter Gottes Sonne verloren haben. Sie müssen sich nicht verloren vorkommen. Es gibt immer noch Hoffnung. Sie sind nicht allein und wurden auch nicht aufgegeben. Es gibt jemanden, der außerordentlich an ihren Aktivitäten interessiert ist. Sein einziges Ziel liegt darin, das zu vervollkommnen, was noch unerfüllt ist. Wenn sie es IHM erlauben würden, würde ER ihnen alle Hindernisse aus dem Weg räumen; wenn sie nur Vertrauen in die rettende Kraft von Jesus hätten. Niemand, der wirklich vertraut, ist verloren. Welch ein Unglück für die Menschen, die zweifeln!
Jesus war nicht gekommen, um die Menschen zu kritisieren oder abzustoßen, sondern, um sie zu akzeptieren und zu retten. Dies ist der Grund, warum ER als der Retter bekannt ist und nicht als Verfechter von einem System abstrakter Philosophie. Dies ist auch der Grund, warum ER Liebe weit über das Denkvermögen stellte. ER wusste, dass der Mensch nicht vom Licht des Wissens allein leben kann, sondern, dass er auch die Wärme vertrauter Liebe benötigt. Er muss verstanden werden, - mehr noch als das, - er muss von den bohrenden Sorgen und der Not befreit werden. Wie auch immer die Bedingen des Menschen sein mögen, er will leben, in Frieden leben und glücklich sein. Jesus wusste es, und er nahm die Verantwortung auf sich, ihnen den Weg zu zeigen. Manchmal möchte man wissen, woher das Übel, das Leiden und all dies kommt; und warum jemand, der einerseits in der Lage ist, uns alle zu retten, andererseits nicht imstande war, das Übel von der Erde zu verbannen. Warum es Übel gibt, ist nicht bekannt. Wir wissen auch nicht, ob das Übel als solches aufhört oder nicht aufhört. Wir wissen jedoch, dass es einen Weg gibt, durch den wir in uns persönlich das Übel besiegen oder es zumindest verringern können, und anderen helfen können, das Übel zu besiegen. Im allgemeinen ist das Übel ein Geheimnis. Vielleicht wird es das für immer bleiben. Vielleicht ist es Teil der Existenz. Wie Jesus selbst sagt:
"Es muss zwar Verführungen geben, doch wehe dem Menschen, der sie verschuldet." (John xvii, 33)
Es ist nicht von Bedeutung, dass es Übel (Verführungen) gibt, sondern, dass es einen Weg gibt, das Übel zu überwinden, und dass es jemanden gibt, der uns begierig dabei unterstützen möchte. Dies ist genug.
Der Weg besteht aus Jesus’ Lehren. Tatsache ist, dass das ganze Evangelium des Himmelreiches der Weg ist. Uns wird nicht gesagt, daß wir die Welt verlassen und das Himmelreich irgendwo anders suchen sollen, sondern wir sollen das Himmelreich durch gute Handlungen hier mitten unter uns errichten. Gute Taten hängen von guten Absichten ab. Auf diese Weise ist das Himmelreich letztendlich eine Art von Wiedergeburt von Verhaltensweisen in veränderter Form. Es ist eine innere Veränderung unseres äußeren Verhaltens. Darum sagte Jesus: "Das Himmelreich befindet sich in uns." Dieses veränderte Äußere muss sich in veränderten Taten offenbaren, deren Früchte wertvolle Namen tragen. In dem Himmelreich gibt es einen Geist des Dienens; es gibt mehr Kooperation als Konkurrenz. Die Menschen werden mehr durch den inneren Geist als nur durch äußere Vorteile dirigiert. Niemand wird weder wegen seiner Hilfsbedürftigkeit leiden noch soll es Ungerechtigkeit unter den Menschen geben. Die Vision Jesaja wird erfüllt werden. "Der Herr soll zwischen den Nationen richten, ER soll die Leute tadeln und sie sollen Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Angelhaken umschmieden: die Nationen sollen weder die Schwerter gegeneinander erheben noch sollen sie etwas über Kriegführung erlernen." (Jsaiah ii,4)
Besonders das gegenwärtige Jahrhundert benötigt dieses Evangelium. Enttäuscht und ruiniert durch die wiederkehrenden Kriegshandlungen, Hungersnöte und Seuchen, sucht der Mensch nach innerem Vertrauen, um sich unter allen möglichen Lebensbedingungen zu behaupten. Der große technologische Fortschritt im gegenwärtigen Jahrhundert hat das Leben bloß noch komplizierter gemacht. Der Mensch war nicht in der Lage, die inneren Wunden endlosen Streits und unbegrenzter Verwirrung zu heilen. Unglücklicherweise gibt es bei den Menschen die Neigung, die Wissenschaft für all dies Übel verantwortlich zu machen. Dies ist ein Fehler. Das Heruntermachen der Wissenschaften löst nicht das Problem. Die Rüge muss nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet werden. Waren denn die Menschen besser, als es noch keine Wissenschaft gab? Sie haben sich genau so verhalten. Die Wissenschaft beiseite zu schieben, läßt es uns materiell schlechter ergehen, ohne uns dabei spirituell zu verbessern. Und außerdem, welche Bedeutung hat die Wissenschaft ohne ein vernünftiges Verhalten gegenüber Menschen und Dingen? Was wir brauchen, ist das Vertrauen, das unseren Glauben in dem Wert der Existenz und in dem Wert eines sittlichen Lebenswandels wiedererweckt. Die Wissenschaft muss ein Zusatz sein und darf nicht beiseite geschoben werden. Die Wissenschaft schließt Religion nicht aus.
In Jesus finden wir das Vertrauen, den Weg und das Leben. Wir müssen es vervollkommnen und nicht zerstören, genauso wie es Jesus tat. Wir müssen Leben und das Leben noch lebendiger gestalten. Alle Lebensbewahrenden Ideen sind gut. Dienen bedeutet, Leben zu bewahren und zu fördern. Zu dienen bedeutet, weniger zu nehmen und mehr zu geben. All jene, die sich das Kreuz Jesu’ selbst auferlegen und dienen, werden die Erben des Himmelreiches genannt.
"Da ich hungrig war, gabst Du mir zu essen; Ich war durstig, und Du gabst mir zu trinken; Ich war ein Fremder, und Du gabst mir eine Unterkunft; Ich war nackt, und Du gabst mir Kleidung; Ich war krank, und Du hast mich besucht; Ich war im Gefängnis, und Du kamst zu mir." (Matthe xxx,35-36)
Dies ist der Weg des Dienens. Jeder ist aufgerufen, sein bestes zu geben und es rechtzeitig zu tun. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Jesus forderte uns auf zu arbeiten.
"Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann." (Johannes 9,4)
Erinnern wir uns an die Arbeit und auch an die Nacht. Tu soviel Du kannst. Fürchte keine Schwierigkeiten und keine Unannehmlichkeiten. Wenn Du Dich an Jesus und Seine Werke erinnerst, wird ER sich Deiner erinnern und wird Dir rechtzeitig zu Hilfe kommen. Erinnere Dich Seines Versprechens:
"Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch." (Johannes 14,18)
Das Leben Jesu’
(Swami Chidananda)
für einen spirituellen Sucher
Gesegneter Satchidananda Atman,
"Asato ma sat gamaya, tamaso ma jyotirgamaya, mrityorma amritam gamaya." "Sarve bhavantu sukhina, sarve santu niramayah, sarve bhadrani pasyantu, ma kaschi- duhkhabhagbhavet."
Auf Geheiß unseres göttlichen Meisters, Satgurudev, beginne ich in Seinem Sinne in meinem andächtigen Gottesdienst und meiner Verehrung für diesen heiligsten Weihnachtstag mit zwei oder drei Gebeten in Sanskrit; und es geschah aus gutem Grunde, daß ich mit diesen Gebeten begonnen habe. Zuerst habe ich - "Asato ma sat gamaya, tamaso ma jyotirgamaya, mrityorma amritam gamaya." - gesungen - Führe uns vom Unwirklichen zum Wirklichen, von der Dunkelheit zum Ewigen Licht und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Dann habe ich mit einem Gebet über das Kosmische Wohl fortgefahren, dies Gebet lautet: "Sarve bhavantu sukhina, sarve santu niramayah." Mögen alle glücklich sein, mögen alle frei von Krankheit sein. "Sarve bhadrani pasyantu, ma kaschi duhkhabhagbhavet. Möge es allen wohl ergehen. Möge das Glück mit euch sein. Mögen alle frei von Sorgen sein.
Genau dies ist es, was den Zustand des universalen Glücks, des Wohlwollens und der Brüderlichkeit unter den Menschen, und Frieden all überall auf Erden herbeiführt; dies geschieht, um diese Verhältnisse auf Erden herbeizuführen, und die Menschen von ihrem irdischen Leben hin zum göttlichen Leben, einem höheren Leben spiritueller Erfahrungen und spiritueller Verwirklichung, zu erheben. Aus diesem Grunde steigen große Seelen von Zeit zu Zeit als inkarnierte Verkörperungen des Absoluten Göttlichen Geistes (Gott) in Menschengestalt auf die Erde hernieder. Dies geschieht, damit diese großen Seelen, die auf die Erde kommen, durch Ihr Leben, Ihre Handlungen und Ihre Gebote, die sie den Menschen vermitteln, ein Beispiel geben, wie diese Dinge erreicht werden können, was jeder einzelne für das Gute insgesamt besteuern kann, damit das Wohlergehen in der Welt vergrößert wird, - und wie wir durch ein Leben zum Wohle der Menschen und des Glücks, der Liebe und des Dienens am Nächsten, dieses Leben verändern und Unsterblichkeit erreichen können, - und wie wir uns von diesem Leben der Unwissenheit und Unwahrheit hin zum beständigen Licht und der Ewigkeit erheben können. Und das Leben Christi ist ein Beispiel eines solchen erhabenen Lebens des Lokasangraha (erheben der Welt), so dass die ganze Menschheit den Weg zur ewigen Existenz erfährt. ER, - diese große Seele, die vor sehr langer Zeit auf Erden inkarniert war, - lehrte uns den Weg zu göttlicher Vollkommenheit; und ER führte Sein großes göttliches Leben auf die Weise, so dass nicht nur eine Veränderung im irdischen Leben bewirkt werden sollte, sondern um eine Veränderung in den Herzen der Menschheit herbeizuführen; - und, weil ER Seine Arbeit verrichtete, erhob IHN die Welt zu Gott und verehrt IHN bis zum heutigen Tag. Dies ist der Grund, warum wir selbst in einer Entfernung von Tausenden von Kilometern Weihnachten feiern. Weihnachten ist für die ganze Menschheit heilig, denn Christus kam, um die Menschen von der Dunkelheit zum Licht, von der Sterblichkeit zu Unsterblichkeit und von einem Leben bezogen auf unwirkliche Dinge zu einem Leben in göttlichem Bewusstsein zu führen.
ER wurde in demutsvoller Umgebung geboren. Er kam in einem Stall zu Welt, an einem Ort, wo das Heu für das Vieh gelagert wurde. Er war der Sohn eines Zimmermanns. Dies geschah deshalb, um der Wahrheit Ausdruck zu verleihen, dass der göttliche Geist in demjenigen herniederkommt, der demütig, rein, sanftmütig und ohne stolz ist; dies geschieht deshalb, um zu symbolisieren, dass die Wahrheit in diesem demütigen "Gasthaus", einem Stall, geboren wurde; und über Sein erhabenes Leben können wir endlos predigen, doch würden wir niemals die Grenze Seiner Herrlichkeit und Größe erreichen. Doch lasst uns ein paar Ereignisse Seines Lebens und einige der kostbaren Worte, die über Seine Lippen kamen, ins Gedächtnis zurückrufen.
Eines der Gleichnisse, das von Jesus gelehrt wurde, ist das Gleichnis über den Sämann. Die Saat, die auf felsigen Grund gesät wurde, geht nicht auf. Die Saat, die zwischen Dornen gesät wurde, wird erstickt und gedeiht nicht. Die Saat, die auf fruchtbarem Boden gesät wurde, gedeiht gut. Es ist der Boden, der die Saat Früchte hervorbringen lässt. Solange wir die Tiefe unseres Herzens nicht auf die notwendige Qualität vorbereitet haben, indem wir rein werden, in uns Vertrauen und Hingabe erworben haben, solange können uns alle göttlichen Schriften, und all die Heiligen nicht viel helfen. Das, was uns letztendlich zu dem passenden Gefäß macht, ist die Pflicht des Übenden. Laß sich denjenigen, der nach spiritueller Verwirklichung strebt, an das Gleichnis über den Sämann und die Saat erinnern, damit er sich selbst auf den Empfang der spirituellen Saat vorbereitet. Nur, wenn wir das tun, wird unser Leben Früchte tragen.
Ein weiteres wunderbares Gleichnis, das Christus uns gelehrt hat, zeigt den Weg zum Himmelreich. Dies ist das Gleichnis des Guten Samariters. Unsere Liebe sollte nicht durch Selbstsucht getrübt sein. Christus sagte: "Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst," und jemand fragte IHN: "Wer ist ein Nächster?" ER beantwortete die Frage nicht direkt, sondern erzählte das Gleichnis über den Guten Samariter und fragte wiederum denjenigen, der IHM die Frage gestellt hatte: "Wer ist der Nächste?" Es ist das Herz voller Liebe, voller Hingabe, das bestimmt, wer der Nächste ist. Die Hingabe sollte voller Aktivität sein, zielbewusst und praktisch. Jemand, der der Feind eines anderen war, wurde durch Räuber verletzt, dann zeigte der angenommene "Feind", wir er von ganzem Herzen aktiv und praktisch ein wirklicher Nachbar (Nächster) war. Und jener musste in das Himmelreich kommen, denn er bewahrte in sich dieselbe Liebe, die in Christus wohnt und die IHN in die Lage versetzte, Seinen Körper am Kreuz abzugeben. Jene Liebe, die Christus den Menschen zuliebe leiden ließ, was niemand gesehen hat, - jene Liebe, die Christus die Dornenkrone hat tragen lassen, die den Körper hat bluten lassen, - jene Liebe ist der Schlüssel zum Christusbewusstsein und zur Unsterblichkeit.
Und dann gibt uns Jesus noch das erhabene Gleichnis der Jungfrauen mit den Lampen. Dieses Gleichnis ist nicht bei allen bekannt, doch hat es eine besonders große Bedeutung für uns Suchende, die dem zweifellos schwierigen Yogapfad folgen; dieser Pfad ist allein für diejenigen, die ein Herz mit einem unerschütterlichen Vertrauen haben. Die Stärke der Schüler besteht nicht in der Muskelkraft, sondern in der Stärke des Vertrauens. Wenn der Schüler einmal die Hand des Herrn ergriffen hat, wird der Herr ihn niemals verlassen, selbst wenn das ganze Sonnensystem zusammenbricht und sich selbst auflöst. Diese Stärke ist für unseren Weg notwendig. Ich will die Geschichte der Jungfrauen deshalb erzählen, um auszudrücken, wie sorgfältig wir mit unserer Existenz umgehen müssen, um daraus einen Vorteil zu ziehen. Es waren einmal sieben Jungfrauen. Sie warteten auf die Ankunft des Herrn. Sie warteten und führten Lampen mit sich, es wurde dunkel und der Herr kam nicht. Die Jungfrauen wurden müde und schliefen ein. Sie dachten nicht daran Öl nachzufüllen oder den Docht zu stutzen. Doch eine der Jungfrauen war sehr aufgeweckt. Sie war sehr darauf bedacht, dem Herrn zu begegnen. Aufrichtigkeit ist das Geheimnis im Yogaleben. Jemand anders mag uns sagen, ob wir uns bei der Suche geschickt genug anstellen. Doch wir müssen aufrichtig und ohne Voreingenommenheit selbst herausfinden, ob wir aufrichtig sind oder nicht. Diese Jungfrau war immer aufgeweckt. Sie war sorgfältig, sie stutzte den Docht, füllte Öl nach und siehe da, als alle anderen Jungfrauen schliefen, war die Dunkelheit hereingebrochen, und genau in diesem Augenblick erschien Christus, - eine dieser Jungfrauen war wach und ER nahm sie zu sich und ihre Seele wurde mit der Überseele vereinigt, was genau der Yogafrucht entspricht. Gesegnetsein und Glückseligkeit überkommt die Seele. Was geschah mit den anderen Jungfrauen? Sie erfuhren nicht, wann der Herr kam. Sie lamentierten, als sie erwachten, doch ihr Lamentieren half nichts. Und was hat uns Gurudev erzählt? Er hat uns eindringlich gemahnt. Er sagte: "Das Leben ist kurz, die Zeit rinnt davon. Erwacht, erhebt Euch und erreicht das Ziel. Seid immer bereit, dem Herrn zu begegnen. Seit immer wachsam und macht euer Yoga-Sadhana." Bemüht Euch ständig, Gott zu erreichen. Lasst uns nicht wie die eingeschlafenen Jungfrauen verhalten, sondern wie die wache und umsichtige Jungfrau, die ihren Docht stutzte und mit dem Herrn EINS wurde.
Welches Gleichnis, das Jesus uns lehrte, ist darüber hinaus am wichtigsten. Genauso wie Swamiji es uns gepredigt hatte, gibt es ein noch wichtigeres unter den wichtigen Gleichnissen, die Christus gepredigt hatte. Um welches handelt es sich? Es handelt sich um SEIN eigenes persönliches Leben. Wie ER auf Seine Umwelt reagiert hat, worin Seine Reinheit bestand, worauf Sein wundervolles Mitleid sich begründetet, worin Seine Demut lag? ER war eine Verkörperung aller Evangelien, die Er uns gegeben hat, - nur in einem tausendfach größerem Maße. Die Erleuchtung dieses großen Beispiels ist vor unseren eigenen Augen für uns alle eine ständige und lebendige Lehrstunde. Dies ist der Stern, dem wir folgen müssen. Solange wie wir unsere Augen auf diesen Stern gerichtet lassen gibt es keine Dunkelheit. Indem wir diesem Stern folgen, werden die Menschen voller Wissen und Vertrauen das Himmelreich des Herrn erreichen. Wir werden sicherlich den Herrn mit dem Segen aller Heiligen erreichen, wenn wir unsere Augen auf das große Licht Jesus richten.
Lasst dies unser Entschluss an diesem großen Tage sein, dass wir dem Stern folgen und den Herrn erreichen.
Möge Gott Euch alle segnen.
Ein bedeutsamer Abschnitt der Bibel
(Shri Swami Shivananda)
Eines meiner beliebtesten Abschnitte in der Bibel ist das erste Sendschreiben Paulus’, dem Apostel, dem Korinther, den ich nachstehend mit meiner Begründung zitiert habe, und auch warum ich ihn besonders mag.
(Korinther 1,13)
Obwohl ich mit den Zungen der Menschen und der Engel spreche, klinge ich ohne Nächstenliebe wie Pauken und Trompeten."
"Und obwohl ich mit dem Geschenk der Prophezeiung ausgestattet bin, alle Wunder und alles Wissen verstehe, und obwohl ich alles Vertrauen in mir habe, so dass ich Berge versetzen könnte, so bin ich nichts ohne die Nächstenliebe."
"Und obwohl ich all meine Habe den Armen zu Füßen lege, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergebe, ohne Nächstenliebe nützte es mir nichts."
"
Nächstenliebe ist langmütig, und ist von freundlicher Natur; Nächstenliebe ist gütig; Nächstenliebe ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich über die Wahrheit. Nächstenliebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.""Die Nächstenliebe lässt Dich niemals fehlgehen: Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht."
"Unser Erkennen besteht nur aus Stückwerk, Stückwerk ist unser prophetisches Reden. Doch, wenn die Vollkommenheit kommt, dann vergeht alles Stückwerk."
"Als ich ein Kind war, sprach ich wie Kind, ich verstand wie ein Kind, ich dachte wie ein Kind; doch als ich erwachsen wurde, legte ich alles Kindliche beiseite. Im Augenblick Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie auch ich durch und durch erkannt worden bin."
"Und jetzt bleiben Vertrauen, Hoffnung und Nächstenliebe; doch am größten von ihnen ist die Nächstenliebe."
Ich liebe diesen Abschnitt sehr, denn er ist nicht nur poetisch und schön, sondern er scheint für mich ein solch perfektes Bild der Qualitäten unseres Herrn Jesus Christus zu porträtieren. Und es enthält auch ein Versprechen.
In den ersten Sätzen wird uns von der völligen Nutzlosigkeit aller anderen spirituellen Qualifikationen erzählt, wenn wir nicht über die eine und höchst versöhnenden Qualität der Nächstenliebe verfügen. Nächstenliebe deckt eine große Anzahl von Tugenden ab - Selbstlosigkeit, Verzicht auf Egoismus, Gemeinschaft, gutes Einvernehmen, Vergebung, Mitleid und die über alles stehende reine Liebe.
Uns wird erzählt, daß ein Mensch der Nächstenliebe geduldig, demütig, selbstlos, ehrbar, beständig, freundlich und absolut rein ist.
Und dann wird uns letztendlich ein Versprechen gegeben, ein Versprechen, dass wir möglicherweise von "Angesicht zu Angesicht" mit dem Herrn gebracht werden.
Die beiden herausragenden Eigenschaften, die ich klar vor Augen habe, wenn ich diesen Teil lese, sind die Freundlichkeit und Reinheit. Und vielleicht würde ich als nächstes die Beständigkeit sehen; die Beständigkeit der Liebe, - der Liebe, die niemals fehlgeht. Liebe bedeutet, freundlich zu sein. Um zu lieben, müssen wir freundlich sein. Sicherlich besteht Freundlichkeit im wesentlichen aus Liebe. Freundlich zu sein bedeutet, Mitleid zu haben und zu vergeben; freundlich zu sein bedeutet, großzügig und nett zu sein; freundlich zu sein bedeutet, sympathisch zu sein und zu verstehen, und dazu bereit zu sein, einem Freund in Not zu helfen. Es sind nicht nur die positiven Handlungen, positiven Gespräche und Gedanken, die Freundlichkeit ausmachen, sondern es sind häufig die Handlungen, die Gespräche und Gedanken, die wir unterlassen. Wie häufig könnten wir freundlich sein, wenn wir auf die unerfreulichen Bemerkungen, die wir über unsere Freunde hören, nicht reagieren würden oder jene gedankenlose und taktlose Welt auf unserer Zungenspitze nicht aussprechen würden.
Und dann ist da noch die Reinheit. Nächstenliebe - "lässt Dich nichts Übles denken". Was absolut rein ist, lässt überhaupt keine üblen Gedanken zu, selbst nicht einen einzigen üblen Gedanken; wie göttlich rein, und doch war dies tatsächlich der gesegnete Zustand unseres Herrn Jesus Christus. Uns wird gesagt, dass wir unseren Herrgott für immer mit all unserem Herzen und all unserer Seele lieben sollen; um dies zu tun, sollten wir nicht nur in unserer Handlungsweise rein sein, sondern wir müssen immer reine Gedanken hegen. Wir dürfen den anderen Menschen nichts außer den besten Motiven unterstellen; alle unsere Gedanken müssen heilig und selbstlos sein - und dem Willen Gottes entsprechen. Was für ein herrliches Ideal!
Und dann wurde uns von der Beständigkeit erzählt, - "Nächstenliebe lässt Dich niemals fehlgehen." Nächstenliebe läßt Dich niemals fallen; derjenige, der Dich aufrichtig liebt, lässt Dich niemals fallen, - und wenn wir andere lieben, sollten wir sie niemals fallen lassen. Die Liebe unseres Herrn uns gegenüber war beständig und ging niemals fehl, und Seine Liebe ist bis zum heutigen Tage noch immer beständig. Es ist jene Sache, auf die wir uns vollkommen verlassen können. Und so können wir jene Liebe betrachten, die loyal, hingebungsvoll und beständig ist, und niemals fehl geht.
Zu guter letzt kommen wir zu dem Versprechen. Zuerst wurde uns gesagt, dass wir vertrauen müssen; wir müssen glauben; als nächstes benötigen wir die Hoffnung, wir müssen die Erfüllung jener Sache wünschen, an die wir glauben; und letztendlich haben wir ein Versprechen. Hier liegt die Versicherung vollkommener Erfüllung, worauf wir hoffen. "Bis jetzt schauen wir durch ein Glas von Finsternis, doch dann von Angesicht zu Angesicht," - werden all unsere Zweifel aufgeklärt, all die Dinge, die wir nicht verstehen, werden uns klar, all die Wolken der Dunkelheit lösen sich auf; es gibt keine Trennung mehr von Gott, sondern alles wird eine absolute Einheit und Klarheit sein, - dafür sollen wir von "Angesicht zu Angesicht" sein.
Und auf diese Weise - zusammenfassend - liebe ich diesen 13. Abschnitt des Sendschreibens an die Korinther, nicht nur wegen seiner poetischen Schönheit, und der Herrlichkeit des Versprechens in dem abschließenden Vers, sondern ich liebe ihn wegen des wundervollen Bildnis unseres Herrn Jesus Christus, worin ich als kurzen Auszug über die Nächstenliebe und die Liebe, die wesentlichen Qualitäten porträtiert sehe, die für mich in der Beständigkeit, Reinheit und Freundlichkeit bestehen.