Von der Wichtigkeit zu verstehen...
(Swami Atmaswarupananda)

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Allmorgendlich gegen 5.00 Uhr finden in der Samadhi Halle im Sivananda-Ashram, Rishikesh, Meditationen statt. Die Meditationsleiter halten dazu kurze Ansprachen, geben Lectures, machen Ankündigungen etc. Der vorliegende Text war Inhalt einer dieser kurzen Ansprachen:

Als Swami Sivananda, liebevoll Gurudev genannt, seine inzwischen weltbekannte Urwald-Universität gründete, nannte er sie "Yoga-Vedanta Forest Academy" (Universität). Er wollte beides, Yoga und Vedanta, unterrichten lassen, - Vedanta vorwiegend wegen der Philosophie und Yoga sollte der Praxis dienen. Doch Gurudev konzentrierte sich auf das Praktizieren. Er hatte nicht viel Geduld mit jenen Schülern, die sich zu sehr mit Philosophie beschäftigten. Er sah in ihnen die trockenen Vedantins.

Dieses gilt auch für uns. Die Praxis ist eine wichtige Angelegenheit. Man sollte nicht allzu viel Zeit mit der Philosophie verschwenden. Und doch nannte Gurudev seine Universität "Yoga-Vedanta", denn es ist auch wichtig, ein gewisses Verstehen zu entwickeln, auch wenn es irgendwie esoterisch und nicht richtig in die Praxis zu passen scheint. Die Wahrheit ist, solange wir kein Verständnis für das entwickeln, wonach wir suchen, werden wir, selbst wenn wir es entdeckt haben, kaum in der Lage sein, Es zu erkennen.

Darum weist Swami Chidananda morgens jeweils nach Ende seiner Ansprache immer darauf hin, Yoga zu praktizieren. Er selbst beginnt morgens immer mit einer Verehrung und Andacht für die Absolute Wirklichkeit. Mit anderen Worten, er hebt unseren Geist zu dem empor, was jenseits unseres Geistes ist. In seiner Verehrung des Absoluten beschreibt er Es als etwas gedanklich Unerreichbares. Darum muss sich unser Verstehen darauf richten, dass wir in letzter Konsequenz unwissend sind, und dass Es für uns gedanklich unerreichbar ist.

Was können wir über Gott wissen? Brahman (Gott) wird als Existenz-Bewusstsein-Glückseligkeit beschrieben. Gott können wir nicht kennen, doch wir können unserer Existenz bewusst werden. Wir wissen, dass wir existieren, man kann auch sagen: "Ich bin". In "Ich bin" ist nichts Verletzendes. Haltet an der Existenz fest. Nur nach dem "Ich bin" kommt man in Schwierigkeiten. Die Probleme kommen daher, wenn wir uns mit niederen Formen identifizieren und den Sinn / das Gefühl für reine Existenz vergessen.

Darin liegt unsere Not. Wir, die wir letztendlich unwissend sind, und die wir uns selbst als Existenz-Bewusstsein-Glückseligkeit kennen könnten, haben uns mit einem Körper und Geist identifiziert. Worin liegt der Sinn für dieses Verstehen? Er liegt darin zu erkennen, dass der Zweck für die spirituelle Praxis uns zum Sinn der Existenz zurückführt, dem Sinn des reinen "Ich bin" oder die Gegenwart bewusst zu erleben.

Darum sollten wir uns fragen: "Wenn ich den Namen Gottes wiederhole, erfahre ich dann den Sinn reiner Existenz?" Wahrscheinlich, doch man erkennt ihn nicht, und darum wiederholen wir den Namen Gottes nur mechanisch, ohne den Sinn und Zweck zu verstehen, dass dieses uns zum Sinn der Existenz zurückführt.

Die Rückführung ist der Zweck aller unserer spirituellen Praxis. Wenn wir Vedanta studieren, dann dient dieses nicht nur dazu, mehr Informationen unserem Gehirn zuzuführen, sondern es gilt, die reine Existenz zu erkennen, die uns die Vedanta versucht aufzuzeigen. Ramana Maharshi sagte, dass die Frage nach dem "Wer bin Ich" ein direkter Weg zum Sinn unserer Existenz und dem Sinn von "Ich bin" ist.

Wenn beide, Gurudev und Swami Chidananda, uns auf diese Praxis der Konzentration auf die Wiederholung des Namen Gottes bzw. auf die Frage "Wer bin ich?", die uns zurück auf unseren Sinn der Existenz, dem Sinn von "Ich bin", hinweisen, dann ist es wichtig zu erkennen, worin dieser Sinn liegt. Von diesem Punkt aus können wir die wahre Quelle, die Wirklichkeit, die jenseits jeden Wortes und jeden Gedankens liegt, erkennen.